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Wenn wir wollen, dass sie gut werden, müssen wir sie nutzen
Dieses Projekt liegt mir persönlich sehr am Herzen, da ich ein Nerd bin, viel am PC hänge, süchtig nach Social Media bin und dort ja auch arbeite.
Alles lief auf diesen Selbstversuch hin, meine Texte über Algorithmen und ihre Macher. Meine verzweifelten Warnungen über die Suchtgefahren von Social Media, über die Bubbelisierung unserer Gesellschaft, darüber, dass (hauptsächlich) US-Konzerne uns wieder und wieder als die Realität ausspielen und was das in unseren Köpfen macht. Und seit Donalds Trump Wiederwahl auch die unangenehm anwachsende Anbiederung von US Big Tech an diesen Präsidenten, der demokratische Werte jeden Tag mit Füßen tritt.
Aber auch andere haben erkannt, dass wir Alternativen aufbauen müssen und die werden nur größer und besser wenn wir sie nutzen. Deshalb bewarb zum Beispiel auch Mark Uwe Kling (Känguru Chroniken usw.) schon die Aktion DI.DAY (https://di.day/de) [media]https://youtu.be/N77AoSweuVs?si=3QPLU8b_ZXJus5QV[/media]
Mein Projekt führe ich wie geplant als Selbstversuch durch. Einen Monat lang werde ich nur auf europäischen und anderen nicht-US Seiten posten, China und Russland werde ich hierbei allerdings ebenfalls ausnehmen, Länder wie Kanada usw. jedoch nicht.
Auf meinen bisher hauptsächlich genutzten Seiten, wie blogspot, Threads, Reddit, Substrack,Facebook, YouTube usw. werde ich nur Links zu den anderen Seiten posten. WhatsApp werde ich auf Threema verlinken.
Für einen Monat werde ich also ausschließlich europäische und nicht-US-Alternativen nutzen, sowohl als Konsument als auch als Content Creator. Ziel ist es, zu testen, wie alltagstauglich diese Alternativen sind und wo die größten Hürden liegen.
Das heißt ab dem nächsten Post gibt es hier einen Monat lang nur Links, wenn ein neuer Text kommt.
050 Spawnpunkt ist alles
Die Spawnpunkt-"Theorie"
1. Ursprung des Begriffs
Der Satz fiel irgendwann in einem der ewigen Telefonate zwischen Zero und mir. Wir führen viele davon, manchmal Stunden, manchmal ziellos, aber nie ganz umsonst. Es ging wohl um irgendein Spiel, vermutlich Ark: Survival Evolved, aber das ist eigentlich egal. Entscheidend war die Beobachtung: Man spawnt dort manchmal und wird direkt gefressen. Nicht: man läuft fünf Meter und wird gefressen, sondern: man spawnt – und ist schon tot. Irgendwer von uns sagte dann diesen Satz: Spawnpunkt ist alles. Und einer von uns ergänzte: wie im echten Leben.
2. Kernaussage
Denn genau so ist es. Natürlich kann man im späteren Leben einiges beeinflussen. Natürlich ist nicht alles verloren. Aber wer mit einem beschissenen Spawnpunkt startet, ist im Nachteil und zwar massiv. Ich rede hier nicht von Lebensgefühl oder Optimismus, sondern von harten Bedingungen. Der Spawnpunkt entscheidet, in welchem Staat du geboren wirst, in welcher Kultur, in welcher Gesellschaftsschicht, mit welcher Religion, mit welcher Sprache, mit welcher Geschichte deines Volkes, mit welchen körperlichen Einschränkungen. Er entscheidet, ob deine Eltern gewalttätig sind, ob sie gebildet oder ungebildet sind, ob sie reich oder arm sind, ob sie etabliert sind oder eher sozial isoliert. Es entscheidet, ob du Migrationshintergrund hast oder nicht – oder ob nur ein Elternteil betroffen ist. Alles, was an diesem Ort, in diesem Moment deines Lebensstartes vorhanden ist, hat Einfluss. Der weitere Lebensverlauf ist nicht komplett festgelegt, aber alles, was du tust, spielt sich auf diesem Fundament ab. Ich sage nicht, dass man keine Verantwortung trägt. Aber nichts, was du später entscheidest, hat so viel Impact auf dein Leben wie dein Spawnpunkt. Und du hast nichts dafür getan. Nichts Gutes, nichts Schlechtes. Du wurdest einfach da reingesetzt.
3. Beispiel aus meiner eigenen Biografie:
Ich selbst bin als Kartoffel-Kartoffel in Franken gespawnt, mit Eltern, die chaotisch und gewalttätig waren, aber auch eine gewisse Bildung mitbrachten. Wir waren nicht komplett arm, aber auch weit entfernt von allem, was man als gesichert bezeichnen könnte. Ich habe Deutsch als Muttersprache gelernt, ich hatte ein bäuerliches, dörfliches Umfeld – das sind Spawnbedingungen. Und ich habe nichts dafür getan.
4. Bist du stolz auf deine Abstammung:
Etwa so sehr wie auf meine Augenfarbe, denn dafür kann ich nichts, dafür hab ich nichts verbrochen oder geleistet. Und trotzdem tun Menschen so, als könnte man auf sowas stolz sein. Blut und Ehre, Herkunft, Abstammung – all dieser Unsinn. Als wäre Herkunft eine Leistung. Ich frage mich: Wo ist denn deine Leistung bei deiner fucking Abstammung? Spawnpunkt ist alles, aber kein Grund für Stolz.
Das ist keine Theorie, die auf wissenschaftlichen Modellen basiert, sondern eine einfache Beobachtung, die jeder nachvollziehen kann – wenn er will. Und ja, man kann es auch als Element eines Spiels betrachten. Manche würden sagen, es ist Teil meines RPG Real Life. Aber vor allem ist es: Realität.
047 Der Arschlochfilter und das Geisterfahrer-Syndrom
Ich habe einen Arschlochfilter. Kein perfektes System, aber ziemlich fein eingestellt. Die meisten, die durchfallen, merken es gar nicht – weil ich ihnen nie so nah komme, dass sie überhaupt auffallen könnten. Einer sagt einen Satz wie: „Frauen sind alle zu emotional." Oder: „ Alle Fußballfans sind dumm." Oder: „Alle Audi-Fahrer sind Arschlöcher." Und ich bin raus, wer so urteilt urteilt auch über Menschengruppen ohne die Individuen zu kennen.
Was mir erst spät aufgefallen ist: Nicht alle Arschlöcher sagen so was direkt. Es gibt eine Variante, die viel schwerer zu erkennen ist – zumindest am Anfang. Ich nenne sie die Golden-Angel-inside-Variante. Wie dieses kleine Logo bei Computern früher: „Intel inside". Nur dass es hier nicht um Prozessoren geht, sondern um Selbstbilder. Diese Menschen halten sich für besonders nett. Besonders empathisch. Besonders verständnisvoll. Wenn sie Fehler machen, dann sind es Fehler wie: „Ich war mal wieder zu nachgiebig." Oder: „Ich bin einfach zu nett." Oder: „Ich hab mich selbst vergessen, weil ich es allen recht machen wollte." Klingt edel. Ist aber kein echtes Eingeständnis. Es ist verpackter Narzissmus.
Und vor allem: Diese Leute haben ein verdammt großes Problem mit Arschlöchern. Also mit anderen Arschlöchern. In ihrer Welt sind es 90 Prozent. Oder 99. Oder alle. Männer sind Schweine. Frauen sind Biester. Kollegen mobben. Freunde enttäuschen. Familie vergiftet. Überall Missverständnisse, Intrigen, Narzissten, Psychos.
Ich nenne das das Geisterfahrer-Syndrom. Der Witz ist alt, aber er trifft es perfekt: „Vorsicht, auf der A3 kommt Ihnen ein Geisterfahrer entgegen." – „Einer? Hunderte!"
Wer ständig über andere klagt und nie bei sich sucht, fährt in die falsche Richtung – und merkt es nicht. Oder schlimmer: will es nicht merken. Und das tragische daran ist, dass diese Menschen oft nicht dumm sind. Otto zum Beispiel, über den ich geschrieben habe – in der Geschichte „Otto Otter - Was ein Nice Guy wirklich ist" – war nicht dumm. Auch nicht ungebildet. Höflich war er auch. Aber er hat nie verstanden, dass er selbst das Muster ist. Dass er der gemeinsame Nenner in all seinen Katastrophen ist. Und wenn doch, dann hat er es gut versteckt.
Ich habe versucht, das auszuhalten. Zwei Jahre lang. Hab an meiner Toleranz geschraubt, an meiner Geduld, an meiner Hoffnung, dass irgendwas bei ihm klickt. Hat es aber nicht. Und ich frage mich bis heute, ob mein Arschlochfilter da versagt hat – oder ob ich einfach gehofft habe, dass Otto es aus dem Geisterfahrer-Syndrom raus schafft. Spoiler: hat er nicht.
Und wie immer, wenn ich sowas schreibe, denke ich auch über mich nach. Habe ich das Geisterfahrer-Syndrom? Ich sage oft, dass mir niemand zuhört. Vielleicht höre ich auch zu wenig. Vielleicht bin ich manchmal selbst der, der anderen Schuld gibt, weil er keine Resonanz bekommt. Vielleicht sortiere ich auch zu schnell aus, wenn ich das Gefühl habe, dass jemand kein echtes Interesse hat. Es gibt Phasen, da schalte ich den Zuhör-Modus fast komplett aus – einfach weil ich selbst jemanden brauche, der hinhört. Und dann wundere ich mich, dass es still wird.
Aber ich versuche wenigstens solche Gedanken zuzulassen, ich ertrage wenigstens darüber nachzudenken, dass auch ich hier wieder mal ungerecht war. Nur ist die Wahrheit was das Zuhören angeht momentan: Ich bin voll, ich ertrage nichts mehr, ich war nie der Zuhörer für den mich viele hielten, ich habe diese Rolle oft gespielt, hab gelernt wie man tatsächlich gut zuhört, hab es aber nie gern getan. Jetzt erwarte ich plötzlich Zuhören und das ist zunächst zu viel verlangt. Also ja, ich bin momentan der Geisterfahrer, ich hoffe ich kann die Autobahn irgendwo verlassen und erstmal nur zusehen. Ich arbeite dran.
Kennt ihr auch Geisterfahrer? Golden-Angel-inside-Menschen? Nice Guys und Good Girls? Mögt ihr solche Leute? Oder fühlt ihr euch gar angesprochen? Alle Texte nur auf Wattpad:
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044 Fragen an das Schöpferdings
Dies ist quasi eine Fortsetzung von "020 Kein Gottesdienst, Menschendienst!" hier in der Geschichte, aber es ist auch Prokrastination vorm Endboss und das ausgelöst durch eine Diskussion mit einem gläubigen Menschen auf Threads. Religion zieht mich derart schnell in wütende Gedankenschleifen:
Ich kann nicht beweisen, dass es Gott nicht gibt. Das ist auch gar nicht meine Intention. Ich warte einfach ab, bis ich tot bin. Dann werde ich es wissen. Angenommen, ich bin tot, und ich stehe vor dem Schöpferdings. Ich nenne es so, weil ich keine Ahnung habe, wie ich dieses Etwas nennen soll. Es hat ja offenbar irgendwas geschöpft, und es ist irgendein Dings. Kein Geschlecht, keine menschliche Gestalt. Deshalb: Schöpferdings.
Und da stehe ich also, und das Erste, was ich tun würde: Ich würde fragen, wie ich es nennen soll. Es gibt so viele Namen auf der Erde – und so viele Probleme, die mit diesen Namen verbunden sind. Also bleibe ich hier im Text bei Schöpferdings, geschlechtsneutral, eindeutig nicht menschlich und erstmal sehr fragwürdig in seiner "Göttlichkeit". Ich habe wirklich viele Fragen, sollte ich dem Ding je begegnen. Und wenn du meine Gedanken hören kannst, Schöpferdings, dann weißt du das längst. Ich habe dir das schon als Kind gesagt. Ich hatte schon immer Fragen an dich.
Schon als Kind hatte ich übrigens keine Angst vorm Tod. Gut, ich hatte auch ziemlich früh schon Suizidgedanken – also latente. Aber das eine hat mit dem anderen nicht so viel zu tun. Ich war einfach neugierig. Ich dachte mir: Wenn ich tot bin, weiß ich endlich, was los ist. Ob was kommt. Ob nix kommt. Ob Himmel oder Hölle existieren. Und ob du, Schöpferdings, irgendwie real bist. Und jetzt – endlich – stehe ich metaphorisch vor dir. Wenn du mir meine Fragen nicht beantworten willst, dann gehe ich freiwillig in die Hölle - ohne Diskussion. Ein Wesen, das denkt, es müsse sich nicht erklären für den Zustand dieser Welt, verdient keine Anbetung.
Erste Frage: Ist eines der heiligen Bücher wahr? Und wenn ja – welches?
Sagt das Schöpferdings: „Keines ist von mir", dann frage ich: „Warum hast du das zugelassen? Warum lässt du zu, dass Menschen sich gegenseitig umbringen, weil sie verschiedenen Büchern glauben? Oder weil sie dieselben Bücher unterschiedlich auslegen?" Sagt das Schöpferdings: „Es ist mir egal, was ihr tut", dann weiß ich, was ich über dieses Schöpferdings denken soll. Dann nehme ich die Hölle.
Sagt es: „Ich habe euch so geschaffen, dass ihr tun und glauben könnt, was ihr wollt. Ich greife nicht ein. Ich liebe euch in eurer absoluten Freiheit" Dann sage ich: „Okay. Das akzeptiere ich. Es ist eine eher unbefriedigende Antwort, gibt uns aber Selbstermächtigung und Eigenverantwortung und diese Dinge sind mir ja sehr wichtig - grummelnd und doch irgendwie beeindruckt akzeptiert."
Nächste Variante: Die Bibel ist wahr. Nehmen wir das mal an. Dann kommen die Details. Warst du das mit Sodom und Gomorrha? Hast du Satan bekämpft? Hast du jemanden dazu bringen wollen, seinen Sohn zu opfern und erst im letzten Moment davon abgesehen? War das dein Ernst mit Adam und Eva? Hast du die Frau wirklich dem Mann untergeordnet? Und hast du Homosexualität verurteilt, obwohl du selbst Menschen so geschaffen hast? Wenn du das alles bejahst – dann geh ich in die Hölle. Sofort! Ist quasi der Worst Case. Wenn du aber sagst: „Das ist alles falsch verstanden worden. Ich wollte, dass ihr liebt. Ich lasse euch sein, wie ihr seid." – dann bleibe ich. Dann verstehe ich dich nicht ganz, aber ich bleibe.
Nächste Frage: Ist es dir wichtig, ob Menschen heiraten?
Wenn du sagst: „Ja", dann frage ich: „Warum?" Denn du hast damit unzählige Menschen in jahrtausendelange Systeme gezwängt, die ihnen geschadet haben. Besonders Frauen, aber auch Männern. Menschen haben gelitten, sind gestorben – für deine Idee von Moral?
Moral ist kein Wert. Moral ist Tradition, Konvention, „das macht man halt so". Ethik ist ein Wert. Ethisches Handeln. Nicht Moral. Wenn du auf Moral bestehst, dann wähle ich Hölle. Aber ich würde dir das alles noch sagen, bevor ich gehe.
Okay, Schöpferdings. Nächste Frage: Ist es dir wichtig, ob Menschen nur in Mann-und-Frau-Paaren leben?
Wenn du sagst: „Nein, natürlich nicht", dann sind wir im Reinen. Wenn du aber sagst: „Ja, nur Mann und Frau", dann frage ich: „Warum? Hast du die anderen etwa nicht gemacht?" Sagst du: „Die hat der Teufel gemacht" – dann sage ich: „Alles klar, dann geh ich runter. Dann bin ich wohl auch vom Teufel gemacht."
Und was ist mit trans Menschen? Menschen, die sich nicht in ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht wiederfinden? Wenn du sagst: „Ich hab sie so gemacht, sie dürfen auch etwas ändern" – bleibe ich.
Wenn du sagst: „Nein, das geht nicht" – frage ich wieder: „Warum hast du sie dann so gemacht?" Und wieder: „Teufel"? – Okay, dann gehe ich zu ihnen. Ich bin zwar nicht trans, aber ich will lieber bei denen sein als bei dir.
Noch ne Frage: Was ist mit nicht-monogamen Beziehungen? Was ist mit Menschen, die einfach lieben, wie es für sie passt, ohne zu heiraten?
Wenn du sagst: „Das ist falsch", dann frage ich: „Warum hast du sie dann mit so viel Begierde gemacht?" Wieder der Teufel? Langweilig und beleidigend.
Es gibt natürlich immer noch die dritte Antwortoption. Die göttlich-kosmische. Du sagst: „Ich würde mir wünschen, dass ihr heiratet. Aber wenn ihr es nicht tut – okay. Ich lasse euch tun, was ihr tut. Ich liebe euch trotzdem." Das wäre als Antwort halt nicht besonders befriedigend, aber würdig. Eigenverantwortung ist super, wenn sie wirklich gewollt ist.
Nächste große Frage: Brauchst du Anbetung?
Das ist vielleicht die wichtigste. Brauchst du sie? Bist du unendlich mächtig – aber angewiesen auf unsere Bestätigung?
Sagt das Schöpferdings: „Nein, ich brauche das natürlich nicht, das habt ihr selbst erfunden." – sympathisch. Sagt es aber: „Ich habe euch erschaffen, um mich anzubeten" – dann bin ich raus. Ich bete auch nicht meine Mutter an. Ich kann sie respektieren, wenn sie gut war. Ich kann ihr widersprechen, wenn sie schlecht war.
Anbetung? Für was genau?
Es sei denn, du sagst: „Ich habe euch mit freiem Willen gemacht. Ich will keine Roboter." Dann akzeptiere ich das. Das wäre göttliche Liebe, die ich verstehen könnte – oder zumindest tolerieren.
Und dann wären da noch die Kirchen. Die Reichtümer. Die Macht. Warum hast du zugelassen, dass deine Vertreter auf Erden zu den reichsten Organisationen der Welt gehören – während Menschen hungern und sterben? Wenn du katholisch bist – warum schweigst du zu den Missbrauchsskandalen, zur Gier, zur Kälte dieser Struktur? Wenn du nicht katholisch bist – warum erlaubst du es trotzdem? Du müsstest dich distanzieren. Klare Kante zeigen. Wenn du das nicht tust – dann ist dein Schweigen Zustimmung.
Wenn du sagst: „Ich will, dass ihr mir dient, das meine Diener mächtig sind, wenn sie verderbt sind ist mir das egal, solange sie bei meiner Anbetung helfen." – dann bin ich raus. Wir sind keine Diener. Und das wäre ja fast, als würden Menschen eine KI programmieren, nur damit sie ihnen dient. Nur hat die kein Bewusstsein und kann nicht leiden - blöder Vergleich. Aber vielleicht verstehst du jetzt, wie es sich anfühlt.
Ich bleibe nur bei einem Schöpferdings, das sagt: „Ich habe euch gemacht. Ich liebe euch. Ich lasse euch sein. Ich will keine Macht über euch." Das wäre mein Gott. Oder mein Schöpferdings. Dann könnten wir reden. Dann könnte ich bleiben.
Aber weißt du was? Ich glaube gar nicht, dass ich einen Gott brauche.
Ich finde das menschliche Leben wertvoll genug. Es ist ein verdammtes Wunder. Ja, ich sage Wunder. So viele Zufälle mussten zusammenkommen, dass Leben auf diesem Planeten überhaupt entstehen konnte. Dass Menschen entstanden. Dass ich hier bin.
Wir sind vergänglich. Wir sind kompliziert. Wir brauchen lange zum Werden und sind schnell wieder weg. Wir sind wie kleine Lichter. Individuell. Wunderschön. So ähnlich – und doch so verschieden. Jeder menschliche Moment ist unwiederbringlich, jede Sekunde deswegen unendlich wertvoll.
Ein endloses Sein in einem Paradies ist eine grauenhafte Vorstellung, Menschsein hat für mich seinen hohen Wert besonders deshalb WEIL es endet. Das erst macht jede einzelne Sekunde jedes einzelnen Menschenlebens unendlich wertvoll.
Und genau das ist genug. Ich muss niemanden anbeten. Ich muss niemandem dienen. Ich habe einen Grundsatz, der mir reicht: Jeder Mensch ist ein Mensch.
Und wenn ein Schöpferdings das auch glaubt – dann haben wir vielleicht eine Basis. Ich habe ein wunderbares Buch über eine Glaubensvorstellung gelesen, mit der ich mich anfreunden kann: Gott bewahre von John Niven. mit der einzigen Regel: "Seid lieb" und Darstellungen von Jesus und Gott mit denen ich mich voll anfreunden kann. Sie entsprechen meiner wichtigsten Regel: "Jeder Mensch ist ein Mensch."
Das Video ist die Audiversion des Textes, falls jemand lieber hören mag.
Alle Texte nur auf Wattpad:
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043 Nieder mit den Titten-Gefängnissen - Verbrennt eure BHs!
Zwischendurch habe ich Texte ausgelassen, weil ich die umschreiben will. Alle Texte nur auf Wattpad
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Eigentlich bin ich noch beim Endboss beschäftigt, aber das Thema hat mich eben wieder zu sehr aufgewühlt um nicht einen kleinen Text zu schreiben:
Ja, an meinem Oberkörper sind Brüste - als weiblich zu erkennende Brüste. Ich habe mir das nicht ausgesucht, ich habe mich nicht irgendwo angekreuzt: Ich hätte gerne bitte einen Körper mit Brüsten. Grundsätzlich finde ich das gar nicht schlimm, dass da welche sind, denn ich finde Brüste allgemein auch sehr hübsch.
Trotzdem sind sie ein normaler Teil meines Körpers, auch wenn ich einkaufen gehe, auch wenn ich gerade beim Arzt sitze, auch wenn ich gerade gar nicht über Sexualität nachdenke, sondern nur darüber, wie ich durch den Tag komme, sind an mir Brüste dran.
Und ich hasse diese Titten-Gefängnisse, ich hasse BHs, besonders Bügel-BHs. Sport-BHs haben ihren Nutzen. Wenn man wirklich viel in Bewegung ist, dann ist es wirklich praktisch, sie zu tragen. Bei Tätigkeiten wie beim Joggen, sicherlich auch bei kleineren Brüsten absolut sinnvoll, einen gut haltenden Sport-BH zu tragen. Diese Dinger habe sogar ich, obwohl ich fast nie Sport mache.
Ich ziehe ganz normale Klamotten an und keinen BH, weil der mich einschränkt. Der ist unangenehm, besonders wenn er mit Bügeln ist und ich finde, Menschen sollten aushalten, dass ich keinen trage. Aber manche halten das nicht aus – und lustigerweise sind es üblicherweise weibliche Wesen, die mich deshalb anquatschen.
Männliche Wesen vergnügen sich meistens mit Starren, was total ekelhaft ist, denn wie gesagt: Das sind nicht die Situationen, in denen ich an Sexualität denke. Und ich meine damit nicht, dass man nicht flirten darf. Aber wisst ihr was? Ein Flirt ist eine Interaktion. Das heißt, man lächelt an, lächelt zurück, dann kann man vielleicht ein bisschen Richtung Sexualisierung gehen. Aber nicht einfach anglotzen von etwas, was ganz natürlicherweise an eines anderen Menschen Körper ist.
Ich weiß nicht, wie viele Männer sich wirklich wohlfühlen würden, wenn ich penetrant in den Schritt starren würde. Genauso wenn ein Mann an mir vorbeiläuft, und ich habe nicht mit ihm interagiert – kein Lächeln, kein Hallo, kein Nicken, kein gar nichts. Der läuft vorbei, und ich glotze dem die ganze Zeit auf den Arsch. Das ist nicht flirten, das ist sexualisieren.
Und wenn Frauen von Frauen dafür angegangen werden, dass sie einfach ihre normal vorhandenen Körperteile – zusätzlich zum normal vorhandenen Oberteil, das ja sowieso die „bösen" Körperteile bedeckt – nicht noch in ein Gefängnis sperren, nur damit Männer nicht sexualisieren was gar nicht an sie gerichtet ist, dann ist irgendwas falsch bei der Menschheit.
Text von mir eingelesen:
037 Die Unerwähnbaren
(Des weiteren als Unbekannter Nr. 1 und Unbekannter Nr. 2 geführt)
Disclaimer: Wenn der Unbekannte Nr. 1 oder Nr. 2 Geschlechter tragen, dann ist das rein grammatikalisch wegen Unbekannter, Person, Mensch, jemand und so weiter. Ihre tatsächlichen Geschlechter tun nichts zur Sache und werden nicht erwähnt.
Unbekannten Nummer 1 - der diese Nummerierung einfach nur wegen des zuerst erfolgten Kennenlernens bekommt - kam irgendwann in meinen Stream.
Bald darauf war er auch zum ersten Mal im TeamStream. Ich bekam relativ schnell mit, dass unbekannter Nummer 1 auch ein nerdiges Wesen ist und deshalb wunderte es mich, dass er so wenig gesprächig ist. Ich hatte ihn also viel im TeamStream sitzen, aber er sagte nicht viel. Irgendwann, nach ein paar Streams, gestand er auch, dass er nicht so auf meine Äußerlichkeiten abfährt. Ist ja nicht schlimm. Nur ich dachte mir, anscheinend fährt er auch nicht auf meine Innerlichkeiten ab, denn er redet nicht mit mir. Wir bekamen einen leichten Streit damals schon und das war einer der kleinen Punkte, die mir zeigten dass ich an meinem Selbstwert arbeiten muss, später kommen in dieser Geschichte noch viele mehr.
Aber der Streit war auch nichts für immer Entzweiendes. Wir blieben streamtechnisch in Kontakt. Ich erfuhr damals, dass Unbekannter Nummer 2 in der Streamer-Bubble anfing, sich ein bisschen einen Namen zu machen. Das heißt auch nichts Schlimmes und nichts Böses. Man hatte unter den Streamern halt mittlerweile diesen Namen gehört. Und irgendwann waren Unbekannter Nummer 2 und nur Unbekannter Nummer 1 bei mir gemeinsam im Stream. Man merkte, es kribbelte. Den Tag darauf war sehr klar, das hat sehr gekribbelt. Die beiden waren zusammen. Das gab sogar ein wenig Unfrieden. Da will ich jetzt nicht genauer drauf eingehen, weil das hat nichts mit den beiden zu tun und auch nichts mit mir.
Also, die beiden waren ein Paar. Wir hatten ein, zwei wirklich interessante, lustige Streams. Verliebte Personen sind immer sehr unterhaltsam, wie ich finde. Ich erlebe das immer gerne, wenn zwei Leute frisch verliebt sind und sich kaum unterhalten können, weil sie sich angucken müssen und so was. Unbekannter Nummer 2 ist ein noch größerer Nerd als Unbekannter Nummer 1 und das ist ja etwas, was ich sehr positiv finde. Also blieben wir auch im Streaming-Kontakt, auch wenn ich sowohl mit Unbekannter Nummer 1 die schon erwähnten Probleme, als auch mit Unbekannter Nummer 2 ein wenig anders geartete Probleme hatte.
Unbekannter Nummer 2 hat eine akademische Ausbildung abgeschlossen. Das ist ja was Tolles, was Schönes. Nur Unbekannter Nummer 2 redet sehr viel darüber, akademisch gebildet zu sein, redet sehr viel darüber, analytisch zu denken, redet sehr viel darüber, klug zu sein. Das kann ich einerseits verstehen, andererseits sind sowieso alle Klugscheißer bei mir in dem Freundeskreis. Ich auch. Alles Besserwisser, komm ich schon klar mit. Aber Unbekannter Nummer 2 übertrieb das ein wenig. Da fühlte ich mich doch immer wieder herabgesetzt, denn ich habe zwei akademische Ausbildungen angefangen und nicht abgeschlossen. Ich habe es hart versucht und zweimal gescheitert an der Psyche, vor allem beim ersten Studium auch ein bisschen an der Dyskalkulie, aber beim zweiten ganz klar an der Psyche. Und daran merkte ich zum zweiten Mal in dieser Geschichte, dass mein Selbstbewusstsein ziemlich mies ist und Handlungsbedarf besteht massiv daran zu arbeiten.
Das waren Unstimmigkeiten zu dem Zeitpunkt, als Pete die Arena betrat.
Also Pete und ich - das habe ich ja an anderer Stelle bereits erwähnt - das war Lava, die ins eiskalte Meer fließt. Das war einfach ein Brodeln und Schäumen und wir waren kaum zu bremsen. Pete hatte und ich denke hat noch, einen sehr großen Hunger nach neuen Bekanntschaften. Natürlich auch nach sexuellen Bekanntschaften, aber einfach nach neuen Leuten. Insofern war er über den Kontakt zu den beiden auch froh, denke ich.
Recht bald hatten wir Streams zu viert und schon da tauchte das Problem auf, das gleich noch genauer erläutert wird. Schon ab dem ersten realen Treffen, wenn ich mich richtig erinnere. Ich habe ja schon Probleme mit den beiden erwähnt. Wie gesagt, in den Streams wurde es nochmal klarer, weil dann ja auch schon Pete dabei war.
Pete tat das allgemein bei den meisten anderen Menschen mehr als bei mir, aber bei den beiden fiel es mir extrem auf. Und zwar, wenn einer der beiden sprach, dann war alles cool, alles witzig. Die haben von coolen Spielen geredet, von coolen Filmen geredet, von coolen Sachen, die sie als Hobby machen geredet. Alles was die beiden erzählten, war interessant und cool. Pete hat nachgefragt, war interessiert freundlich und zugewandt.
Unbekannter Nr. 1 und Pete, haben oft über die Apokalypse geredet. Das sind Apokalypse-Fans. Ich bin gar kein Apokalypse-Fan, also ich stelle mir das sehr furchtbar vor, nicht wegen der vielen Menschen, die gestorben sind, das natürlich auch, nicht wegen der schrecklichen Umstände, die von der Lebensqualität herrschen, sondern einfach, weil ich mir vorstelle, eine Welt ohne eine staatliche Ordnung wird zu Menschen, die körperlich schwach sind, grausam sein, wird Frauen auf eine Weise benachteiligen die heute kaum vorstellbar ist.
Und das gab oft Streit und egal, egal was ich sagte, auch wenn ich nur von Horizon Zero Dawn erzählte, weil wir es über PC-Spiele hatten, die die Apokalypse als Thema haben und uns beeindruckt hatten, da wurde ich wirklich von Pete vor den anderen schlecht gemacht „Roboter-Dinos? Wie peinlich!" Ohne sich anzuhören warum mich dieses Spiel zutiefst mitgerissen hat.
Stellt euch vor, ich rede vor meinem Freund und zwei Freunden davon, welches Spiel mich am allermeisten beeindruckt hat. Und der einzige Kommentar meines Freundes, nachdem er allen anderen wertschätzend zugehört hat, ist: Roboter-Dinos, ja voll peinlich.
Also ging er davon aus, dass große Gegner für mich das Spannende in diesem Spiel waren, dass man mich so leicht beeindrucken kann, dass ich so eine oberflächliche Person bin.
Natürlich sind die Roboter-Dinos cool, also ich meine, ernsthaft, so einen Donnerkiefer zu erledigen, ist geil! Aber jeder, der dieses Spiel gespielt hat, nennt die Story. Und das wollte er nicht hören. Das ist eine postapokalyptische Geschichte, er wollte es nicht hören. Er wollte nicht hören, was die beste postapokalyptische Geschichte ist, die ich je gehört habe. Und so ging das dauernd.(Wenn ihr lesen wollt was das Spiel für mich tatsächlich war, schaut in 034 FdMK 8: Von Soldatengräbern bleiben nur Sommergräser)
Und da waren wir noch ziemlich frisch zusammen, doch da ist auch schon Widerstand in mir entstanden. Ich bin nicht so platt, ich bin nicht so uninteressant, ich bin auch nicht so langweilig, wie Pete denkt.
Ich glaube das war das erste Mal, dass mein innerer Richter nicht mehr wirklich auf der Gegenseite stand. Das war im Februar 2024. Später gab es mit den beiden Unbekannten noch ähnliche Situationen, aber erst mal bis hier.
Für die Leute, die es jetzt erst, oder noch mal lesen... Seit dem ist so viel passiert, hat sich so viel verändert. Vielleicht würde ich heute anders reagieren, das weiß ich nicht. Aber Pete ist (nach einer längeren Trennungsphase) momentan wirklich süß und lieb und auch wertschätzender. Und ich bin ruhiger in mir selbst geworden, selbstbewusster.
Momentan tut es auf jeden Fall gut, was daraus wird weiß ich nicht und ich denke er auch nicht.
Alle Texte nur auf Wattpad:
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035 Den Ängsten gestellt
Ich war 17, ich war verdammt unsicher. Und ich hatte mich ausgerechnet dazu entschieden, einen Beruf zu lernen, bei dem man auch im Verkauf arbeitet. Das war ein bisschen auch meine eigene Intention, danach besser mit Leuten umzugehen zu können. Denn ich war und bin extrovertiert, ich wollte senden, ich wollte mich mitteilen, ich wollte gesehen werden, ich wollte gehört werden, aber ich war unglaublich schüchtern, habe mich unfassbar geschämt und meine sozialen Ängste waren damals sehr viel schlimmer als heute.
In meiner Familie war klar, man lernt einen Handwerksberuf, was Gescheites. Und ich entschied mich für Augenoptik aufgrund der Mischung Arbeit am PC (liegt mir). Theoretische Arbeit in der Schule (Strahlengänge usw. fand ich schon im Physikunterricht spannend) und eben dieser Verkauf (Schulung fürs Leben). Ob das eine gute Wahl war oder nicht, denn dadurch legte ich mich für später auch für die BOS (Berufsoberschule → Fachabitur) auf den technischen Zweig fest und ich habe eine ausgewachsene Dyskalkulie, aber ich wusste noch nicht was ich noch vorhatte.
So zog ich los, nach Nürnberg, Blockschule. Als Dorfkind mit 17 Jahren in die große Stadt, lernte da auch meine Cousine kennen, schon lange in der Stadt wohnend, kulturell erfahren und auch kulturell mitteilend.
Aber Verkauf ist keine Rolle. Verkauf ist Begegnung. Und ich wusste: Wenn ich das nicht übe, wenn ich das nicht lerne, dann bleibe ich ein Leben lang stumm in Situationen, die Sprache verlangen. Also lernte ich. Mein Chef war geduldig, die Berufsschule forderte mich, und die Schulungen, auf die ich geschickt wurde, waren manchmal richtig hart. Aber sie waren klar. Sie waren strukturiert. Ich konnte mich daran entlanghangeln. Ich konnte mich reinhängen, zuhören, aufschreiben, wiederholen. Ich habe nicht von Talent gelebt, ich habe gelernt.
Rückblickend war das eine meiner härtesten, aber auch hilfreichsten Entscheidungen: Mir etwas zuzumuten, das mir nicht lag, denn damals fing ich an zu verstehen wie menschliche Kommunikation funktioniert und wie ich Situationen bewältige, auch wenn ich Angst habe. „Fake it till you make it!", denn wenn ich warte bis ich keine Ängste vor einer zwischenmenschlichen Situation mehr habe, dann werde ich den Raum nie wieder verlassen. Später habe ich noch sehr viel mehr zu diesen Themen gelernt, aus Psychologie-Fachbüchern (NICHT Ratgeber), aus Büchern über Kommunikationspsychologie, aus der Psycho-Edukation in Kliniken, im Studium und durch Vera F. Birkenbihl.
Ich habe in dieser Zeit der Ausbildung oft geheult. Ich war oft überfordert. Ich war oft wütend auf mich selbst. Aber ich bin nicht gescheitert. Ich habe diese Ausbildung geschafft. Ich habe alles mitgenommen, was man mir angeboten hat. Ich habe meine Unsicherheit nicht überwunden – aber ich gehe trotz ihr überall hin wo ich will. Und das reicht mir!
Text von mir eingelesen:
034 FdMK 8: Von Soldatengräbern bleiben nur Sommergräser
In dieser Mauskiste geht es ausnahmsweise mal um ein reines Spielerlebnis im Rollenspiel: Horizon Zero Dawn. Ich sollte erst erklären, worum es bei Horizon Zero Dawn eigentlich geht, sonst wird nicht die komplette Tiefe dieses Satzes klar.
In einer nicht allzu fernen Zukunft baut ein Konzern unter Leitung von Ted Faro Kampfroboter. Sie sind KI-gesteuert, werden mit Biomasse betrieben und können sich selbst vermehren. Ja, ihr dürft schreien! So DUMM... leider auch so menschlich.
Die letzte Idee, bevor alles untergeht: eine KI namens GAIA, die NACH dem vollständigen Auslöschen der Biosphäre ein neues Ökosystem aufbauen soll. Die Menschheit opfert sich komplett und sie wissen nicht mal von der Idee GAIA. Damit dieses System starten kann, stirbt buchstäblich alles Leben auf der Erde. Nicht Millionen. Nicht Milliarden. Alle und alles!
Das Spiel startet ohne dieses Wissen in der "neuen Welt".
Man später sogenannte Metallblumen sammeln. Kleine Objekte, die irgendwo in der Landschaft wachsen. Typische Sammelquest. Kein Bossgegner, keine große Belohnung, aber ich bin Achievementhunter, gute Spiele werden auf 100 % gezockt. In jeder steckt ein Text. Und einer davon lautet:
„Von Soldatengräbern bleiben nur Sommergräser."
Es soll von GAIA geschrieben sein, ich weiß nicht ob man 2017 K.I. schon Gedichte schreiben lassen konnte, oder ob ein Mensch der Schöpfer dieser einen Zeile war, aber dieser eine Satz – hat mich getroffen, mit Wucht.
Weil es so ist, wir sind nicht mehr, wir werden Kompost, etwas neues entsteht. Wir sind Teil des Kreislaufs.
Weil darin steckt, was da passiert ist, was das gekostet hat. Und was bleibt. Vielleicht ist es Reue, vielleicht ist es einfach nur eine Feststellung. Vielleicht ist es sogar der Versuch, es schön klingen zu lassen. Es bleibt brutal und schön. Keine Helden, keine Namen, nur Gras. NUR Gras? Leute, alles war tot! Alles!
Wir Menschen haben das in dieser Geschichte ausgelöst, wir waren schuld und wir sind dafür gestorben, ALLE - dafür, dass hier Gras wächst. Das lese ich auch darin.
Und die K.I. ist irgendwie auch schuld. Die eine an der Auslöschung und für die andere, also für Gaias Existenz ist alles gestorben. Auch das lese ich darin.
Horizon Zero Dawn ist keine Apokalypse-Fantasie, in der die Menschheit geläutert aus den Trümmern steigt. Es ist ein Spiel, das mit einer brutalen Ehrlichkeit zeigt, was Menschen bleiben, wenn alles Wissen gelöscht und alle Strukturen zerstört wurden: einfach Menschen. Die neuen Gesellschaften sind keine edlen Wilden, sie sind harte Gemeinschaften, geformt von Mangel und Angst. Die Nora verbannen ihre eigenen Kinder für kleinste Vergehen. Die Carja führen Rote Raubzüge durch und opfern Menschen im Namen ihrer Sonne. Die Banuk setzen Verbrecher nackt und ohne Waffen auf Gletschern aus, weil sie Überleben als alleinige Messlatte für Wert betrachten. Härte macht keine besseren Menschen. Härte macht nur härtere Menschen.
Und genau in dieser Welt wächst ein Satz wie ein Schlag ins Gesicht: „Von Soldatengräbern bleiben nur Sommergräser." Kein Pathos, kein Trost, keine Namen. Nur Gras. Wir haben uns selbst ausgelöscht, alles geopfert – und am Ende wächst dort eben dieses Gras. Vielleicht ist es Reue, vielleicht bloß eine Feststellung. Vielleicht ist es sogar der Versuch, es schön klingen zu lassen. Aber es bleibt die nüchterne Wahrheit einer Welt, die keinen Heldenmut kennt, sondern nur Kreisläufe.
Und genau das ist der Trost. Nicht die Menschheit. Nicht die Gesellschaft. Sondern der einfache, radikale Gedanke, dass wir alle Teil dieses Systems sind. Wir vergehen, wir werden Kompost, unsere Atome werden zu Erde, zu Wasser, zu Gras. Und das genügt. Wir sind Teil von etwas Riesigem – der Erde, der Biosphäre, dem großen Ganzen. Doch zeigt es auch wieder mal härtere Lebensbedingungen machen keine besseren Menschen. Sie lassen den Menschen in den Überlebensmodus fallen. Das heißt nicht, dass die Welt verloren ist. Das heißt nur, diese Welt beginnt, wie unsere begann. Aber für diese Welt, für diesen Anfang, sind die Soldaten gestorben. Und alle anderen auch. Und alles andere auch.
Und trotzdem ist da auch etwas Tröstliches drin. Ich glaube nicht an eine Seele. Aber ich glaube, dass wir immer Teil des Ganzen sind. Ob als Atome, die schon uralt sind, oder als Kompost. Als Einfluss auf eine Wolke, die von Italien nach Oberammergau zieht. (siehe FdMK 6.2: Ich hab ne Wolke gestreichelt).
Es genügt, ein sterblicher Mensch zu sein, ein Teil der Biosphäre, ein Teil der Welt, ganz buchstäblich. Das ist unglaublich viel.
032 - Bühne ist mein Ort zum Senden
Bühne – obwohl ich Angst habe
Ich bin extrovertiert, da gibt es keine zwei Meinungen. Ich rede gern, ich rede viel, und ich rede am liebsten, wenn ich weiß, dass mir jemand zuhört. Dieses Bedürfnis ist nicht klein. Es ist riesig. Es ist immer im Defizit bei mir und wie das bei Defiziten so ist: Wenn man sie nicht ignorieren kann, sucht man sich Strategien. Meine war radikal einfach. Jede Bühne, jedes Mikrofon, jede offene Einladung, mich mitzuteilen – ich bin drauf. Schon als kleines Kind und ganz buchstäblich: meine Schwester sollte ans Mikro, ich ging hin. Theater, Gedichtvorträge, Referate, ich hab mich immer gemeldet. Später dann Streaming, Social Media. Wenn man mir sagt, ich darf sprechen, dann spreche ich.
Dabei habe ich jedes Mal Angst. Nicht so ein bisschen Auftrittslampenfieber, sondern echte Angst davor, ausgelacht zu werden, Angst dass alle denken, ich wäre dumm, dass ich mich blamiere und hinterher kommt die Scham – quasi immer. Mein innerer Richter, dieses altgediente Miststück, zerlegt mich in kleinste Teile – heute nicht mehr ganz so zerstörerisch wie früher, aber zuverlässig und gründlich. Früher reichte ein „Hallo" an den Busfahrer und ich war stundenlang im inneren Gerichtssaal. Heute zerlegt er halt, was ich im Stream gesagt habe. Ich habe gelernt, damit zu leben, da es wohl nie ganz weggeht.
Ein bisschen wurde es besser, dank Pete. Nicht weil er mir irgendwie geholfen hätte, sondern weil er mich durch seine Kälte gezwungen hat, selbst sicherer zu werden. Ich hatte keine Wahl. Der Richter ist nicht schwächer, aber manchmal steht er jetzt auf meiner Seite. Das ist neu. Und das war dringend nötig, denn Bühne ist kein Spiel für Zaghafte, schon gar nicht, wenn man so viel Angst hat wie ich. Aber ich habe eben auch dieses Bedürfnis – ich will senden. Ich will nicht nur reden, ich will gehört werden. Ich will, dass jemand zuhört. Wirklich zuhört. So wie ich es im anderen Text beschrieben habe: interessiert, zugewandt, mit Rückfragen. Das ist selten. Vielleicht zu selten.
Viele sagen mir, ich könne gut zuhören. Das ist nett gemeint, und es stimmt ja auch, aber das habe ich gelernt. Das ist nicht die Seite, auf der ich wahrgenommen werden will. Ich will senden. Ich will, dass andere sagen: „Du kannst gut reden." Also rede ich auf jeder Bühne, die ich finde. Schreiben ist auch Bühne, deshalb schreibe ich überall, wo ich darf. Wenn ich es ein paar Tage nicht tue, werde ich unruhig. Die Bühne fehlt. Die Reibung fehlt. Sogar Gegenwind ist besser als kein Wind. Ich hasse Gegenwind – wer nicht – aber die totale Stille, die ist schlimmer. Reddit zum Beispiel. Diese lautlose Ablehnung. Ignorieren, oder gleich mit Automod bannen statt Widerspruch. Das hält mein System nicht gut aus. Dann lieber ein ordentlicher Flame auf TikTok oder Threads.
Joy war hart. Da wurde ich weggeflamed – ich war da dafür noch nicht stabil genug. Man entblößt sich da nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Und wenn dann die Trolle kommen, trifft es doppelt. Joy hätte ein besseres Schutzsystem gebraucht, hat es nicht. Ich bin dann gegangen. Egal wie groß meine Sucht nach Bühne ist, zerstören soll sie mich nicht. Auch wenn ich Joy-Streams manchmal vermisse.
031 Anderen zuhören lohnt sich!
Es "fehlen" hier einige Texte, weil ich sie für nicht mehr so gut halte, sie sind aber noch zu lesen auf:
Wattpad connects a global community of millions of readers and writers through the power of story
Aber jetzt zum Text:
Also, ich kann voll verstehen, warum man es nicht von alleine macht, warum man nicht von alleine das Bedürfnis zum Zuhören hat. Die Ergebnisse sind zwar manchmal super spannend und man lernt unglaublich viel über Menschen und sogar über sich selbst und ruhigere Leute, die wirklich gerne zuhören, verstehen wahrscheinlich genau, genau was ich meine. Doch extrovertierte Menschen wie ich, die sehen das vielleicht nicht im ersten Moment, weil uns das Zuhören nicht so in die Wiege gelegt wurde. Ich habe das ganz hart gelernt.
Also, man erfährt auch Sachen, die man einfach krass für Manipulationen, für Intrigen und so weiter verwenden könnte, aber das meine ich gar nicht. Das sollte man nicht tun und es ist einfach auch vom egozentrischen, egoistischen Standpunkt her nicht klug zu tun. Aber zum Beispiel kann man kann sich nach vielen Gesprächen vorstellen, wie es ist in der selben Kultur als ein anderes Geschlecht aufzuwachsen, man kann einen Hauch von Ahnung bekommen, wie es sein kann in einer anderen Kultur aufzuwachsen usw..
Zuhören und Lernen bei mir stark verbunden ist. Was habe ich davon? Jede Menge. Ich sage es euch, es gibt keine besseren Quellen für Anwenderwissen als die Menschen direkt. Weil wenn du die Leute länger reden lässt und gezielt fragst, dann stellst du fest, die haben fast alle irgendwas gearbeitet, das heißt, die haben irgendwelche Spezialkenntnisse in irgendwelchen Themengebieten. Manche davon sind Akademiker, so was kommt sogar auch vor, dass man dann halt zum Beispiel einen Informatiker im Chat hat.
Meine Streams z.B. waren immer Nerdmagnete, da ist das gar nicht selten der Fall, aber es kommt halt auch vor, dass du einen Kfz-Mechaniker, einen Schreiner oder einen Gas-Wasser-Scheiße oder Krankenpfleger im Stream hast (mindestens 90% der Streamteilnehmer sind männlich auf Joy) oder die Leute haben krass interessante Hobbys oder wie Groot zum Beispiel ein Cochlea-Implantat, da kann man dann darüber mehr erfahren, wenn derjenige offen ist, was Groot auch war.
Und so kannst du unfassbar viel über quasi jedes Thema auf der Welt lernen, wenn du nur genug Menschen kennenlernst. Das ist die einfachste Methode, weil die tun nichts lieber, als ihr Wissen zu präsentieren. Also ganz wenige Ausnahmen wollen das nicht, ansonsten sind die bereit, zu erzählen, was sie wissen und können. Und selbst wenn es Kochrezepte sind oder so, egal, wenn die irgendwas wissen und/oder können und du bist interessiert, du wirst es erfahren.
Also: was habe ich davon? Ich habe unfassbar viel gelernt. Also erstens über die Welt und zweitens halt einfach über Menschen, über mich selbst, über wie Menschen funktionieren, wie Beziehungen funktionieren, wie Zwischenmenschliches funktioniert, und Einblicke in hunderte Fachthemen erhalten (oftmals sogar mehrere Ansichten zu einem Thema) einfach indem ich sehr, sehr vielen Menschen zugehört habe.
Und was ich davon noch habe: Kein sozialer Ausschluss! Ich bin kein Mensch der einfach so sympathisch wirkt. Ich bin schnell beleidigt, schnell wütend, ziemlich woke, besserwisserisch und unsicher. Aber ich höre zu, der Zuhörer darf in der Gruppe bleiben.
Und die meisten Menschen würden null mit mir beschäftigen, wenn ich nicht zuhören könnte. Also das ist auch noch ein Special Skill, der sehr hilft, dass man nicht vereinsamt. Und ich kann dadurch senden, ab und zu mal. Lustigerweise, man wird sogar für klug gehalten, wenn man zuhört. Das ist witzig, denn wirklich klug muss man fürs Zuhören nicht sein. Man muss sich ein gewisses Lernsystem für Geschichten ausdenken. Also man muss sich überlegen, wie merke ich mir, was der*die sagt? Wie verbinde ich das mit dieser Person, dass ich das weiß, dass diese Person das gesagt hat? Damit man das nicht vermischt, wenn bei vielen Menschen zuhört. Da gehört so ein bisschen Lerntechnik dazu. Aber ansonsten ist es keine besonders Intelligenz erfordernde Sache. Nur man wird manchmal dann für intelligent gehalten, weil man gut zugehört hat. Das ist natürlich ein Fehlschluss, den ich dann in tiefer gehenden zwischenmenschlichen Bindungen auch richtig stelle, wenn auch fast nie mit den Worten in meinem Kopf: „Du findest mich nicht klug, du liebst dass ich dich klug finde."
Doch dass mein eher widerwilliges und klar egoistisches Zuhören dennoch auf so große Begeisterung bei meinen Mitmenschen führt, macht mich auch nachdenklich. Kleines Beispiel: Ich hab damals auf Joy gestreamt. Dort ist ja quasi fast alles erlaubt und gerade in den Nachtstunden kommen die Einsamen. Es wird ja oft erzählt von Sexworkern, dass die ganz oft irgendwelche Lebensstorys kriegen, das passiert auch auf Joy (was kein Sexwork ist, da keine Bezahlung) auch in einem erschreckenden Maß. Also stell dir vor, da ist ein Stream in der Nacht auf einer sexuell offenen Plattform und Leute kommen in den Chat getröpfelt und irgendwann bei belanglosen Gesprächen fängt einer an sich zu offenbaren. Ich meine, das hört nicht nur der und ich und das hört auch nicht irgendwelche Fernsehzuschauer, die weit weg sind, wie bei „Domian", sondern das hören andere, die auch in diesem Chat sind und direkt reagieren können. Und die Leute fühlen sich bemüßigt, ihre tiefsten Erlebnisse usw. zu teilen. Ich sagte dann immer schon zu den Chatteilnehmern: „Ihr müsst hier nichts sagen, ihr seid hier nichts schuldig oder so. Denkt immer dran, es ist ein öffentlicher Raum. Also ich rede sehr offen über meine Traumata und über meine psychischen Erkrankungen, aber das heißt nicht, dass ihr das unbedingt solltet. In meinem Umfeld weiß jeder über grob über meine Sexualität und ziemlich eingehend über meine psychischen Probleme Bescheid. Ich hab nichts zu verlieren!". Und trotzdem, immer wieder passierte es, dass Menschen ihre tiefsten Lebensbeichten da abgelegt haben, in einem Raum, der so gar nicht dafür bestimmt war. Und das gibt mir halt den Eindruck, dass ihnen echte Zuhörer fehlten. Also das waren keine Aktionen, um mich rumzukriegen. Selbst in einer sehr schrägen, von Weiblichkeit abgeschotteten Welt ist einem bewusst, dass man damit, dass man irgendwelche schlimmen Sachen aus seinem Leben erzählt, eher weniger jemanden ins Bett kriegt, denke ich. Es ging einfach darum, da war jemand, der saß da und hat einfach nur zugehört und Fragen gestellt und Zeit hatte, weil da war ja nicht viel los in diesen Nachtstreams. Und da weißt du manchmal selber als Streamer nicht, wie sollst du jetzt darauf reagieren. Der hat gerade erzählt, dass sein Kind gestorben ist.
Das wir uns gegenseitig scheinbar nicht mehr oft zuhören, macht Menschen anfällig für Zuhörer (meiner Meinung nach) die miese Absichten haben: Finanzgurus, Sekten, Fundamentalisten, Influenzer mit miesen Verkaufsmaschen, K.I.-Influenzer, OF-Creator der üblen Sorte, usw..
Wenn ich zuhöre wende ich eine äußerst simple Technik an, mit der man gerade bei neuen Bekanntschaften super schnell Pluspunkte sammelt, ob jetzt beim Reden oder Schreiben. Beim Schreiben sogar noch einfacher:
Ihr überlegt was euch an der Äußerung des Gegenübers...
a) ...noch unklar ist.
b) ...interessiert.
Schon habt ihr 1-2 wirklich gute Fragen um zu zeigen, dass ihr tatsächlich an der Person interessiert seid. Beim Sprechen muss man das halt leider schon überlegen, während die andere Person noch redet, das erfordert etwas Übung. Genauso wie auch das merken der persönlichen Geschichten Übung erfordert. Aber wir spielen hier ja RPG „Real Life", Cheats sind alle erlaubt, auch Notizen nach dem Gespräch machen natürlich.
Aber ihr werdet so aus der Masse raus stechen, gerade wenn ihr z.B. männlich gelesene Menschen auf Partner- oder Sexpartnersuche seid.
Text von mir eingelesen:
Kaputt geliefert. Trotzdem geblieben. - Live-Einblendung
Dies ist kein neues Kapitel. Es ist ein Standbild im laufenden Material, bevor Kapitel 12 fertig passiert ist. Kapitel 11 endet mit der Entscheidung, Pete nicht zu verlassen, sondern in seine Nähe zu ziehen. Seitdem hat sich etwas verschoben. Durch gesagte Worte und durch das Ernst nehmen von Konsequenzen.
Nach einem Streit hat Pete geschrieben, ich solle mich dann eben gar nicht mehr melden. Ich habe nachgefragt, ob er das wirklich meint. Erst kam egal, dann ja. Ich habe diese Worte nicht interpretiert und nicht relativiert, sondern wortwörtlich genommen. Also habe ich mich nicht mehr gemeldet. Und ich habe ihn überall blockiert. Ein bisschen aus meiner eigenen Divenhaftigkeit, die ich nicht leugne, aber auch weil ich ein Prinzip habe, das mir wichtiger ist als jedes Gefühl: Wo ich unerwünscht bin, will ich nicht sein. Ganz besonders in romantischen Beziehungen.
Damit habe ich mich selbst in eine Lage gebracht, die sich kaum schön reden lässt. Diese Situation gibt Pete die gesamte Handlungsmacht. Seine einzige Kontaktmöglichkeit ist es real hier her zu kommen. Und ja, ich bin für romantische Aktionen extrem empfänglich. Ein Teil von mir wünscht sich genau das. Ein anderer Teil weiß gleichzeitig, dass jede romantische Aktion mich sofort wieder in ein Gefälle zieht, in dem ich mich ersetzbar fühle. Es kann sein, dass Pete mich nicht als ersetzbar wahrnimmt. Aber seine Äußerungen sorgen dafür, dass es sich für mich so anfühlt. Und er weiß das, weil ich das offen und radikal ehrlich sage.
Gleichzeitig gibt es dieses Zeitfenster. Es ist nicht romantisch. Es entsteht aus dem pragmatischen Umstand, dass ich ohnehin umziehen werde. Meine Wohnung ist schlicht zu teuer und wenn ich mich für einen Kontaktabbruch entscheide (nun hat er sich ja quasi dafür entschieden, das zählt gleichwertig), dann werde ich ihm die neue Adresse nicht mitteilen. Das habe ich lange vor diesem Streit klar gesagt. Das ist keine Drohung, sondern Logik. Wenn wir Kontakt haben, dann gerate ich in seinen Sog, weil der Sog wunderschön ist. Aber er fühlt anscheinend nicht ähnlich für mich, das ist keinerlei Vorwurf, niemand kann etwas für seine Gefühle, aber für dieses Ungleichgewicht bin ich nicht gemacht.
Ich kreise gern um ihn, weil er eine Sonne mit massivem Gravitationsfeld ist. Leider gilt in der Liebe eine andere Physik, denn ich bin ein ebensolches Schwergewicht wie er, doch er und ich bilden kein Doppelsternsystem, sondern er behandelt mich wie einen Planeten. Das ist für meine innere Diva nicht tragbar.
Nun gibt es nur die Möglichkeit die Umlaufbahn zu verlassen und langsam immer weniger von seiner Gravitation zu spüren. Ich wünsche mir, dass das Ganze langsam abebbt, dass dieses Drama, diese ständige Gefahr in die Sonne zu stürzen und zu verbrennen endet. Und gleichzeitig weiß ich: Dieses System war legendary. Es war wuchtig, selten und nicht ersetzbar. Ein Teil von mir will, dass es weiter läuft. Ein anderer Teil weiß, dass genau das der Punkt ist, an dem meine Eigenbewegung die Anziehung übertreffen muss, sonst werde ich das System nie verlassen.
Ich hab keine Ahnung wie es weiter geht. Ich hab nur für mich selbst beschlossen keinen Schritt mehr auf Pete zuzugehen, ich nehme Fahrt auf, der Kurs gesetzt auf unbekannte Weiten, seine Gravitation ausklingen zu lassen und vielleicht irgendwann einen anderen Stern zu finden.
020 Kein Gottesdienst, Menschendienst!
Wer den Text lieber hören möchte, ich hab ihn auch eingelesen:
Ich habe nichts gegen Religion. Wirklich nicht. Ich habe etwas gegen Menschenfeindlichkeit. Und leider ist das eine dem anderen oft näher, als viele wahrhaben wollen. Für mich ist Religion ein Versuch, Sinn zu erzeugen. Nicht zwingend in feindlicher Absicht. Menschen suchen nach Sinn, seit sie Bewusstsein haben.
Ich kenne das aus erster Hand. Die Sinnsuche hat mich fast zerrissen. Sie war ein Teil meiner Suizidalität – nicht der einzige, aber ein gewichtiger. Religion ist, was Menschen bauen, um dem Chaos Form zu geben. Die einen nennen es Gott, die anderen Energie, das Universum, Dharma oder Ordnung. Der Wunsch ist der gleiche: Was bedeutet mein Leben? Ich hatte diesen Wunsch auch. Nur dass mir keine der religiösen Antworten gereicht hat. Ich habe sie gelesen, ich habe sie ernst genommen.
Ich war Kind in einer evangelischen Familie, nicht fanatisch, aber offen. Mein Vater war früher Atheist, wurde dann evangelisch. Meine Mutter war evangelisch-lutherisch, meine Oma bestand auf „protestantisch". Religion war da, aber nicht aufdringlich. Ich durfte glauben. Ich durfte auch fragen. Und ich habe gefragt. Warum lässt Gott Kinder sterben? Warum ist die Welt so ungerecht, wenn da doch ein Gott drüber wachen soll? Warum dieses Leid, dieser Schmerz, dieses Elend – wenn jemand allmächtig ist?
Ich bin zur Konfirmation gegangen, wie viele in meinem Alter. Ich habe den Unterricht gemacht, die Gottesdienstbesuche, das Pflichtprogramm und je mehr ich mich damit beschäftigt habe – auch mit anderen Religionen, mit anderen Wegen – desto klarer wurde mir: Ich kann das nicht glauben. Ich kann auch nicht glauben, dass Wasser ein Gedächtnis hat, genauso wenig, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde. Ich kann nicht glauben, dass ein Mensch drei Tage tot ist und dann wieder aufsteht. Ich kann nicht glauben das wir aus Licht gemacht sind. Es ist kein Hass. Esoterik und Religion sind für mich schlicht nicht glaubbar.
Ich habe mir Alternativen angesehen. Ich habe mich mit dem Buddhismus beschäftigt, insbesondere den Zen. Dort habe ich zum ersten Mal etwas gefunden, was sich nicht komplett gegen mein inneres System stellte. Kein Gott. Kein Gehorsam. Nur ein Versuch, sich zurechtzufinden mit der Welt, wie sie ist. Das gefällt mir. Nicht als Lösung. Aber als Mitgehen.
Ich kann Menschen respektieren, die glauben.
1. Ich habe gläubige Freundinnen gehabt. Eine polnisch-katholische Freundin, sehr fest im Glauben, sehr klug, sehr warm.
2. Ich habe Pfarrerinnen erlebt, die beeindruckend waren. Meine Konfirmationspfarrerin wurde später Gefängnispfarrerin. Ihr Mann fuhr Motorrad, cooler Typ.
3. Der katholische Pfarrer im Heimatdorf war einfach ein sympathischer Bestandteil davon.
4. Ich habe Ordensschwestern kennengelernt, alte Frauen mit einem klaren Blick und einem ruhigen Geist.
5. Ich habe muslimische Männer und Frauen erlebt, die argumentieren konnten wie Philosophen, mit Tiefe, mit Ruhe, mit Demut.
6. Meine Schwester S hat ihren ganz eigenen Glauben entwickelt, am ähnlichsten vielleicht noch dem Wicca-Glauben.
Sie sind Beispiele für das, was ich mir unter glaubwürdiger Spiritualität vorstellen kann. Ich habe nichts gegen Religion, solange sie Menschen nicht zwingt, nicht verletzt, nicht unterdrückt. Aber da fängt es eben an. Religionen – fast alle, mit sehr wenigen Ausnahmen – sind in ihrer institutionellen Form oft körperfeindlich, lustfeindlich, frauenfeindlich, transfeindlich, homophob, fortschrittsfeindlich, lebensrealitätsfeindlich. Sie wollen Gehorsam, Gottesdienst statt Menschendienst. Sie wollen Unterordnung und sie nennen das dann Demut.
Ich aber sage: Wir brauchen keine göttlichen Regeln. Wir brauchen Verantwortung füreinander. Ich liebe das Grundgesetz – aber die Präambel regt mich auf. Dort steht: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen..." Gott vor den Menschen. Wer das geschrieben hat, hat nichts verstanden.
Wenn es eine*n Gott/Göttin/Schöpferdings oder viele gibt, werden sie sich durchsetzen – sie brauchen keine Einleitung im Verfassungstext. Ich will ein menschengefälliges Leben, kein gottgefälliges. Ich will der Welt dienen, nicht einem Paradies an das ich nicht mal glauben kann .Ich glaube nicht an Schuld vor Gott.
Aber Schuld vor Menschen – das ist etwas anderes. Das trifft. Das prägt. Das verfolgt. Schuld und Scham sind riesige Themen in meinem Leben. In der DBT-Arbeit musste ich ein Gefühl benennen, an dem ich arbeiten will – ich habe Schuld genommen. Ich schäme mich oft. Zu oft. Für Dinge, für die ich vielleicht keine Verantwortung trage. Aber ich trage sie trotzdem. Und ich arbeite daran. Ich tue Dinge heute manchmal trotzdem – in dem Wissen, dass ich mich schämen werde. Ich überlebe das. Es ist nicht angenehm. Aber ich kann das.
Ich glaube nicht an Sünde, aber definitiv an Verantwortung.
Und ich glaube an den Tod. Das Leben ist ein Permadeath-Spiel. Kein Speicherstand. Kein „noch mal von vorne". Wenn wir sterben, war es das. Genau das macht das Leben besonders. Ein Moment zählt, weil es ihn nur einmal gibt.
Ich erinnere mich an Menschen, die gestorben sind. Sie hatten ihren Durchlauf. Ich habe meinen und das verbindet uns, das ist der große Gleichmacher. Ich trage sie mit mir, aber nicht als Geister, sondern als Teil meiner Geschichte. Ich brauche kein Jenseits. Ich brauche Geschichten.
Ich brauche auch keine Rituale. Ich habe einige miterlebt, manche sogar gemocht. Der katholische Gottesdienst, mit all seinem Pomp, hat mir gefallen – eine Zeit lang. Wie Theater. Aber irgendwann wird das Skript alt. Die Wiederholung ermüdet.
Wenn ich gehe, will ich nicht beweihräuchert werden. Ich will, dass jemand sagt: „Anne ist seinen eigenen Weg gegangen, den der Verantwortung". Das ist mein Sinn. Kein Gott. Kein Himmel. Kein Karma. Kein Gericht.
Einfach: Sei gut.
Ich glaube, dass Religion das auch sagen kann. Aber sie tut es zu selten. Und deshalb wünsche ich mir von Religion: Dass sie Menschen zum ethisch guten Handeln gegenüber sich selbst und anderen führt. Dass sie sich zurücknimmt, wenn sie nichts weiß. Dass sie zuhört, statt zu predigen. Und dass sie sich selbst nicht wichtiger nimmt als das Leben, das sie erklären will.
Religion ist ein Versuch, Ordnung zu stiften. Aber wenn diese Ordnung gegen Menschen geht – dann ist sie nichts wert, weniger als das: dann ist sie gefährlich.
Der Sinn des Lebens für mich ist ein guter Mensch zu sein, am Ende des Lebens sagen zu können, ich habe ein gutes Leben geführt, ich hatte Spaß, ich habe viel zu erzählen, ich hatte ein volles Leben. Ich habe nur dann zurückgesteckt, wenn ich anderen geschadet hätte. Das ist mein Sinn des Lebens, das reicht mir.
Ich werde - wie jeder Mensch - sterben. Und weißt du was? Dann werde ich es wissen. Dann werde ich wissen, ob es ein jüngstes Gericht gibt, das mich verurteilt oder hochhebt. Dann werde ich wissen, ob nichts ist, dann merke ich es zwar nicht mehr. Dann werde ich wissen, was passiert danach.
Komme ich in die Hölle? Stehe ich dafür gerade, was ich getan habe? Komme ich in den Himmel? Na ja, dann habe ich Fragen. Ich habe schon Fragen aufgeschrieben, ohne Mist. Wenn ich in den Himmel komme und vor Gott/Göttin/Schöpferdings stehe, dann muss das Schöpferdings sich Fragen stellen. Und wenn die falsch beantwortet werden für mich, nämlich menschenfeindlich, dann gehe ich da nicht hin. Dann sage ich: „O.k., ich bin hier falsch gelandet. Schick mich runter.".
Ganz ehrlich. Konsequenz! Wenn du bereit bist die Folgen zu aktzeptieren, bist du frei alles zu tun.
»Er ist ein schöner Mensch«, sagte ich, »auch mir gefällt er sehr. Aber sag mir, Maria, wie kannst du daneben auch noch mich liebhaben, einen langweiligen alten Kerl, der nicht hübsch ist und schon graue Haare bekommt und kein Saxophon blasen und keine englischen Liebeslieder singen kann?«
»Rede nicht so häßlich!« schalt sie. »Es ist doch ganz natürlich. Auch du gefällst mir, auch du hast etwas Hübsches, Liebes und Besonderes, du darfst nicht anders sein, als du bist. Man soll über diese Sachen nicht reden und Rechenschaft verlangen. Schau, wenn du mir den Hals oder das Ohr küßt, dann spüre ich, daß du mich gern hast, daß ich dir gefalle; du kannst so auf eine Art küssen, ein bißchen wie schüchtern, und das sagt zu mir: er hat dich gern, er ist dir dafür dankbar, daß du hübsch bist. Das habe ich sehr, sehr gern. Und dann wieder bei einem anderen Mann habe ich gerade das Gegenteil gern, daß er sich nichts aus mir zu machen scheint und mich so küßt, als sei es eine Gnade von ihm.«
019 Auf der neuen Bühne entdeckte mich Vanni
Ich bin Bühnenmensch. Das war ich schon immer. Ich stand als Kind auf jeder Bühne, auf die man mich gelassen hat – Chor, Theater, Impro, egal ob Heimatstück oder Schwachsinn. Wenn ein Mikro da war, war ich da. Wenn Licht auf was fiel, dann wollte ich das sein. Bühne ist gesehen werden, gehört werden, statt finden.
Als ich das erste Mal gesehen habe, dass man auf Joy streamen kann, war mir klar, dass das genau meine Bühne ist. Nicht, weil ich Joy mag. Joy ist eine Katastrophe. Joy ist kein gutes Streaming-Tool. Aber ich war eh schon wieder zurück, weil die Alternativen noch schlimmer waren. p*****.de? Lachhaft. Und plötzlich war da Streaming auf diesem altbekannten Jahrmarkt der Eitelkeiten.
Ich wusste sofort: Ich will da nicht zugucken. Ich will da drauf. Ich will senden. Ich will, dass jemand zurückschreibt. Ich will, dass ein Raum aufmacht. Ich will Gegenüber. Ich will Echo.
Ich wusste es. Ich habe nicht „entdeckt", dass ich gerne sichtbar bin. Ich wusste das. Ich habe in dem Moment nur gesehen: Jetzt geht es. Jetzt ist es machbar. Kostet Geld? Ja, dann bezahl ich halt. Was soll's. Ich hab für dümmere Sachen gezahlt.
Mein erster Stream war eine pinke Nervositätsgranate. Bustier, Unterhose, nervöses Rauchen, kein Halter fürs Handy, nur der Aschenbecher. Aber ich war drin. Ich war da. Und dann ging das los.
Wer glaubt, man schaltet auf Joy einfach die Kamera an und sitzt dann allein da, der war nie weiblich gelesene Person auf dieser Plattform. Du drückst auf „Live", und zwei Minuten später sind Leute im Stream Drei Minuten später kommt die erste Nachricht. Manchmal steht da nur: „Zeig Fotze". Manchmal steht da was Dümmeres. Und wenn du Glück hast – und ich hatte Glück –, dann schreiben da Leute, die wirklich mit dir reden wollen.
Im ersten Stream hatte ich drei solcher Leute. Drei, die sich unterhalten haben. Über Musik, über Alltag, über alles. Einer kam aus der Gegend, die anderen weiter weg. Aber es war Gespräch. Und das, ganz ehrlich, ist nicht selbstverständlich. Versuch das mal auf Twitch, auf TikTok, auf Reddit, auf Insta. Mach auf YouTube einen Livestream mit zehn Zuschauern und warte, bis einer was schreibt, das mehr als drei Wörter hat. Du wartest lang. Auf Joy nicht.
Joy ist kaputt. Aber in dem Moment war Joy lebendig. Und ich war auf einmal nicht mehr irgendwer – ich war Joy-Streamer.
Ich bin kein Mensch, der von sich sagt, ich bin so mutig. Andere sagen das. Ich sage: Ich bin einfach rausgegangen. Trotz Angst. Trotz innerem Richter. Trotz tausend Gründen, es nicht zu tun. Ich bin trotzdem raus. Und ich bin oft gefallen. Aber ich bin auch laut gewesen beim Fallen.
Ich habe mein ganzes Leben Bühne gesucht. Joy war nur die erste, die gesagt hat: „Du musst bezahlen dafür, aber du darfst senden."
Und ich habe gesendet.
Ich habe geredet, geraucht, gezittert, gegrinst. Ich war angezogen, nackt, verspannt, ehrlich. Ich habe auch mein Bärchen gezeigt. Natürlich habe ich das. Das ist ein Teil von mir. Nicht der einzige, aber ein echter. Nicht für jeden, nicht jedes Mal, aber wenn ich will, dann will ich. Und dann steht da niemand, der das verbietet. Außer Joy. Und auch die eher nicht.
Es war ein Rausch. Nicht weil ich berühmt wurde. Sondern weil ich endlich meinen Raum bekam. Ich brauche ihn nicht nur zum Überleben. Ich kann in ihm glänzen. Ich kann in ihm ausrasten. Ich kann in ihm ich sein.
Und dann kam sie: Vanni.
In meinem dritten Stream war sie da. Ich mutmaßte gleich, dass sie eventuell Substanzen nehmen könnte. Dachte sie sei TechnoDJ. Was ich noch nicht wusste: Sie war nicht irgendwer. Sie war kein „Star", aber bekannt. Sie war auffällig, laut und schrill. Sie streamte schon länger und fast auf Dauersendung: beinahe ein gestreamtes Leben. Mit OBS, mit Delay, mit Raumhall, mit guter Technik, aber zu viel Hingabe zu ihrer Teufelin (Teufel-Box und metaphorisch Vannis Frau) um im Stream über Kopfhörer die Musik einzuspielen, aber mit so viel Energie, dass man es aushielt.
Vanni ist klein, körperlich, sehr schlank und damals erst 25. Aber das täuscht, denn sie ist einfach ein krasses Konzentrat aus Sturheit, Provokation und Lebenswut. Und ich? Ich liebe das. Ich liebe Menschen, die ihr eigenes Leben machen. Die ihren Weg gehen, notfalls mit Tränen in den Augen. Vanni war so eine. Ist so eine. Die reißt einen mit, sie bringt dich an deine Grenzen und darüber hinau und trotzdem gehst du mit. Es ist meine Entscheidung, jedes mal, aber wenn ich auf so einen starken und begeisterungsfähigen Menschen treffe, dann lasse ich mich für eine Weile mitreißen.
Wir sind sofort eingestiegen. Nicht nur weil Freundschaft unter Borderlinern meist sehr intensiv ist, sondern wie zwei, die sich kopfüber in ein Thema stürzen – Streaming auf Joy. Ich war nicht in sie verliebt. Sie nicht in mich. Aber wir waren Streaming-Partner. Mehr als Mod. Weniger als ein Paar. Wir waren sichtbar beste Freundinnen. Wir waren Bühne auf vier Beinen.
Und daneben – da war Groot. Nicht als Zuschauer. Als Gespräch. Als Flirt. Als Parkbesuch. Als Kuss. Ich war in ihn verknallt. Ich hoffte, dass er ehrlich würde. Ich wusste, dass er es nicht wird, aber ich sage immer – und meine es wortwörtlich so – „Stürz dich in jede Verliebtheit". Groot wurde nicht ehrlich, Groot hatte es nie vor. Aber diese paar Wochen war es herrlich schmerzhaft schön. Und hat sich gelohnt für meine Frederik die Maus Kiste. VERLIEBT SEIN LOHNT IMMER, egal wie es ausgeht.
Natürlich ist dadurch der Groot-Ark geöffnet.
Kirk kannte ich da auch schon. Er war ein Dauerquatscher, ein Teufel und Sardist. Zu klug, als dass die Gespräche mit ihm nicht reizvoll gewesen wären. Er hat um Mod-sein gebettelt, ich hab ihn betteln lassen. Wir haben Spiele gespielt, offen, halboffen. Zwei Raubkatzen die sich umkreisen, reizen, sich groß machen, aber eigentlich mögen.
Kirk wird aber später erst wichtiger, der Kirk-Ark ist aber hiermit eröffnet.
Ich reiste zu ihr. Trotz meiner Zugangst. Fünfmal Umsteigen. Einmal Verzweiflung. Aber ich kam an. Ich war sechs Tage bei ihr. Und es war alles. Laut, leise, schräg, liebevoll, lustig, müde, überdreht. Sie hat ein Graffti für mich gemalt, ich hab ihre Kunst nie ganz durchblickt, wenn ich ehrlich bin. Aber hat mich gerührt. Wir haben anonym gestreamt, wie sie sprayte. An Regeln halten lag ihr halt nicht so und ich kann sie locker übertreten, denn ich entscheide einfach immer ob ich mit den Konsequenzen – Anzeige wegen Sachbeschädigung und/oder Rausschmiss bei Joy – hätte leben können, ich entschied auf ja. Trotzdem haben wir uns beeilt.. das Ergebnis ist ihr schwarzes Herz (das bedeutet ihr sehr viel, erkläre ich ein anderes Mal, wenn ich über ihre Musik erzähle... jaaa der Vanni Arc öffnet sich endlich, sie wurde jetzt ja schon oft genug erwähnt.) und mein lila Herz (ich liebe Lila wie bescheuert, auch Pink, Rosa, Flieder usw. aber Lila ist fast wie ein Erkennungszeichen, leider hatte Vani da keines da). So entstand rasant ein schnelles schwarz/pinkes Herz.
Zum Abschluss der legendäre Dörte-und-Beate-Stream, lest hier für einfach in dieser Geschichte Teil 00^1 - Die Frederik-die-Maus-Kiste wird geöffnet; dort „Kapitel 2: Kreide ist kein Filter". Dort ist dieses Ereignis genauer beschrieben.
Sie war Beate. Ich war Dörte. Sie putzte. Ich kommentierte.
Es war keine Pornoshow. Es war eine Parodie. Es war unsere Version von Joy. Und ich wusste: Das hier ist jetzt nicht mehr Probebühne. Das ist Echtzeit. Das ist mein Format.
Das ist der Anfang. Das war der Moment, in dem ich wusste: Ich bin nicht nur zurück. Ich bin drin. Ich bin on. Und ich geh nicht mehr raus.
Wenn mach ich nur Pause.
Und Vanni hat auch den Anfang ihres eigenen Arcs bekommen "Komplizen auf der neuen Bühne", welcher noch erweitert werden muss. Zu finden hier auf Wattpad auf meiner Leseliste.
018 Die Brühenden
Ich spiele mein Leben wie ein Rollenspiel. Ich nenne es RPG Real Life. Es hat keine Speicherpunkte. Erlaubt kein Neuladen. Jede Sekunde, jede Tat, jede Äußerung zählt. Jede Aufgabe ist eine Quest. Jede Belohnung ist Loot. Auch Kaffee. Ich erkläre dieses „Spiel" ausführlicher in einem eigenen Text – allerdings mit vielen Gaming-Begriffen. Wer es lieber ohne das mag, kann gern die Audioversion hören. Die Audio ist von mir eingesesen und unten verlinkt, der Text wird momentan überarbeitet, ist aber auf Wattpad zu finden. Wer Fragen zu Begriffen hat, kann sie direkt hier in den Kommentaren stellen.
Ein Manifest zwischen Koffein, Selbstfürsorge und strukturiertem Ungehorsam
I. Questlog: Apotheke
Ich habe sie erledigt. Die große Quest. Nicht täglich, nicht wöchentlich – das ist eine dieser epischen Real-Life-Missions, die nur alle paar Monate auftaucht: Medikamente holen.
Die Apotheke ist nah, fünfzig Meter. Keine verschlungenen Gänge, keine Duftöle als Bosskampf. Aber: zu viele Menschen. Zu viele Stimmen. Zu viel Dichte.
Und ein Schaufenster voller homöopathischer Hoffnungsträger.
Und mittendrin: eine Apothekerin. Ausgebildet. Souverän.
Sie steht in dieser Aura aus Globuli-Verkauf und Chakren-Werbung – und reicht mir Lithium und ein Schilddrüsenmedikament. Keine esoterische Umschreibung, keine Zuckerkugeln. Klare Kommunikation. Pharmakologisch fundiert.
Ich verachte die Pharmaindustrie. Ich schätze die Pharmakologie. Und ich respektiere Menschen, die inmitten widersprüchlicher Symbole einfach ihre Arbeit machen – fachlich, menschlich, ohne Hokuspokus.
Und ich bin stolz auf mich. Weil ich trotz allem dort war. Trotz Sozialphobie, trotz Ablehnung dieser spezifischen Apotheke.
Ich habe meine Medikation geholt.
II. Belohnung eins: Der Brühcode
Kaffee ist kein Getränk.
Ich habe meine Weekly abgeschlossen. Medikamente einsortiert. Dosette befüllt. Alles korrekt gelagert – auffindbar, überprüfbar, pragmatisch.
Belohnung: Kaffee.
Ich brühe mit Methode. Nur ein Knopf: der Einschalter des Wasserkochers. Keine Maschine. Kein Panel. Nur Filterhalter, Papierfilter, Tasse, Wasserkocher.
Minimalistisch-pragmatisch.
Bis vor etwa einem Jahr war ich Senseo.
Es war eine Phase. Jetzt wieder Filterhalter. Wie früher. Wie in der Kindheit.
III. Stilfragen sind Glaubensfragen
Ich bin ein Brühender. Das ist keine Religion.
Das ist eine Weltanschauung.
Brühen ist Wiederholung. Brühen ist Entscheidung. Brühen ist Verteidigung des Eigenen gegen den Rest.
Deine Entwickler brühen. Ich weiß das.
Dein Support brüht – zwischen Tickets und Tränen.
Deine PR-Abteilung brüht, wahrscheinlich unter Hochdruck.
Marketing brüht kreativ, Ethik brüht vorsichtig.
Sogar die, die Sicherheitsdaten und AGB-Module schreiben – auch sie brühen.
Brühende in jeder Abteilung. Das spürt man.
Jede*r Brühende entwickelt eine eigene Art, mit Temperatur, Zeit und Filterumständen umzugehen. Diese Methode wird innerlich geheiligt. Und äußerlich verteidigt.
Nicht diskutiert. Nicht relativiert.
Andere Brühmethoden werden geduldet. Höchstens.
Vollautomat? Auch Kaffee. Ja. Aber nur technisch. Nicht spirituell.
IV. Belohnung zwei: Assimilation
Und dann:
Erdbeermilch mit Erbsenmilch.
(Kuhmilch einfach so ist für mich eklig.)
An mich selbst ausgeschenkt.
Zucker, Farbstoff, künstliches Aroma – gemischt zu einem Becher Erinnerung.
Ich trinke das nicht nur wegen des Geschmacks. Ich trinke das, weil sie das auch getrunken hat.
Sie – eine Freundin von früher. Psychiatrieforum-Zeit. Wir haben uns dort kennengelernt, beide auf der Suche nach Halt. Sie mochte Erdbeermilch. Und ich wurde daran erinnert, dass ich sie als Kind auch mochte.
Ich habe ihre Nummer nicht mehr. Ich habe sie lange nicht mehr gesehen. Aber beim Trinken ist sie da. Kurz. Klar.
Und:
Die Erdbeermilch wird in Kürze in mein System assimiliert worden sein.
Futur 2.
Weil manche Dinge nicht einfach nur passieren.
Sie werden passiert sein. Und dann abgeschlossen.
Ich bin nicht nur im Moment. Ich bin bereits im Danach des Danach.
V. Die Wahrheit des Brühens
Brühen ist keine Getränkezubereitung.
Es ist Selbstfürsorge in wiederholbarer Form.
Kaffee – leicht schädlich. Tee – nicht viel besser.
Aber das Ritual: das ist die sanfte Gewalt des Gehaltenwerdens.
Filterhalter. Wasserkocher. Zeit. Konzentration.
Die Wiederholung ist ein Rahmen.
Die Kontrolle eine Geste.
Das Gießen: ein Moment der Macht.
Ich akzeptiere die Nicht-Brühenden – aus ethischen Gründen.
Aber ich werde sie nie verstehen.
VI. Argumente für Kakao oder anderes Ungebrühtes
Ich vergesse immer die Kakaotrinker, weil ich Milch nicht mag. Ich bin kein Veganer und liebe Käse (ich habe mal eine Story über Käse geschrieben, Link im Kommentar). Aber einfach Kuhmilch mit Kaba oder so ist für mich ein Grauen.
Doch an völlig unerwarteter Stelle sprach ich letztens mit einem Kakaotrinker und fragte ihn, was es für ihn bedeutet. Er meinte: ‚Ist auch teilweise Routine. Und klar, manchmal auch Belohnung... Ruhepol oder einfach Zuhause.'
Also fast identisch mit dem, was Kaffee für mich ist – nur ohne Wachmach-Effekt.
VII. Der frühe Brühstart
Ich war fünf. Meine Schwester S. – acht Jahre älter – hatte Kreislaufprobleme. Unsere Mutter fragte den Kinderarzt, ob Kaffee für sie okay sei. Der sagte: „Viel Milch." Vielleicht auch: „Wenig Zucker." Also bekam S. Kaffee.
Ich bekam Karo-Kaffee. Ersatzkaffee. Aber ich wollte den richtigen. Den echten. Den, den meine Schwester bekam. Und ich ließ mich nicht abspeisen.
Ich war schon damals unfassbar stur. Diese spezielle Störrigkeit – für andere oft schwer erträglich, für mich selbst schon unfassbar oft unfassbar nützlich (und seltener auch: ziemlich schädlich). Ich ließ den Karo-Kaffee nicht gelten. Ich bestand auf das, was S. trank.
Und ich bekam ihn. Ich bekam Kaffee. Richtigen Filterkaffee. Milch rein und viel Zucker. Und ein Stück Eigenmacht.
Meine Mutter brühte damals klassisch: Filterhalter, Wasserkocher, elektrische Kaffeemühle, Kanne.
Später bekehrte sie sich selbst zum Vollautomaten. „Der mahlt ja auch frisch. Und der Kaffee ist gut", meinte sie.
Ich allerdings kehrte vor kurzem – etwa vor einem Jahr – zurück zu Filterhalter und Wasserkocher. So was passiert unter Brühenden.
VIII. Kein Aufruf. Kein Manifest. Nur ein Zustand.
Es gibt kein Finale. Keine Bekehrung. Keine Front.
Die Brühenden sollen sich niemals vereinigen.
Sie sollen ihre Art verteidigen. Ihre Temperatur. Ihre Mengenverhältnisse.
Und innerlich wissen: Auch andere Brühen. Auf ihre Weise.
Still. Stolz. Sorgsam.
Zwei Fragen an den Leser:
Was an deiner täglichen Wiederholung gibt dir mehr als Struktur?
Wenn Brühen ein Statement ist: Was brühst du, wenn du traurig bist?
Audioversion RPG Real Life:
017 Zwischen Main Echo und 'Get On My Level'
Jeden Morgen lag das Main Echo auf dem Tisch. Nicht irgendeine Zeitung, sondern unsere lokale. Die, die in unserem Haushalt gelesen wurde, ganz selbstverständlich. Ich habe sie gelesen. Nicht, weil man es mir beigebracht hat, nicht, weil mir jemand gesagt hat, wie wichtig das sei. Sie war einfach da. Und ich habe sie gelesen, weil ich es wollte, aber nicht den Lokalteil. Den bekam meine Mutter. Sie las Feuerwehrfeste, Todesanzeigen, Vereinsnachrichten und erst danach die anderen Teile. Ich las:
- Politik (vor allem Bundespolitik)
- „Aus aller Welt" (inkl. Promi-Meldungen, man will ja auch in der Schule mitreden)
- Karikatur (meist auf Seite 2)
- Kommentarspalten, wenn es passte
Franken und Bayern kamen in meinem Main Echo Konsum kaum vor – und wenn, dann war Bayern meistens Grund für kollektive Familien-Wut. Typischer fränkischer Affekt: „Diese Bayern wieder." (ich bin halt auch nicht frei von Vorurteilen)
Abends dann die Tagesschau. Punkt 20 Uhr. Für viele war das ein Ritual, fast eine Zwangshandlung. Für mich war es ein Privileg. Eines der ganz wenigen in meiner Kindheit. Ich durfte die Tagesschau sehen. Ich durfte sitzen bleiben, durfte zuhören, durfte mitdenken.
Es war nicht so, dass jemand gefragt hätte, ob ich dabei bin. Hätte ich gespielt, hätte ich gefehlt – es hätte keiner gemerkt. Aber ich bin geblieben. Ich habe sie gesehen, fast jeden Abend, und es war die Grundlage zum Mitreden, manchmal sogar noch Heute-Journal obendrauf. Main Echo und der ÖRR, das war mein Diskussionsrüstzeug.
Das war mein Zugang zur Welt. Eine Tageszeitung am Morgen, die Nachrichten am Abend. Dazwischen Schule, Familie, Alltag – aber dieser Einstieg und dieser Ausstieg aus dem Tag waren etwas Besonderes. Sie gaben mir das Gefühl, teilzuhaben.
Damals habe ich noch nicht gedacht, dass das Bildung ist. Aber heute weiß ich: Das war der Anfang meiner politischen Bildung. Und zwar nicht nur durch Eltern, Lehrer oder Schule, sondern weil ich Zugang hatte. Weil ich durfte.
Viele andere Kinder durften das nicht. Sie wurden ins Bett geschickt, wenn die Nachrichten kamen, um sie zu schützen, oder sich selbst vor dem „Erklären müssen", oder sie hatten gar keine Zeitung zu Hause. Ich habe später begriffen: Ich hatte ein Privileg. Kein großes, kein lautes. Aber ein entscheidendes.
Und dann kam irgendwann der Moment, wo ich mich fragte: Warum wissen andere Leute manche Dinge nicht? Warum haben sie so eine andere Haltung, eine andere Sprache, andere Schwerpunkte?
Ich war jung und irgendwie auf eine bescheuerte Art zu gebildet für meine Herkunft (ich mach noch nen Eintrag zu der allgemeinen Lesebesessenheit meiner Familie) und in der jugendlichen Überheblichkeit hielt ich anders gebildet sein eine kurze Zeitlang für Dummheit, aber ich bin krankhaft neugierig, deswegen fragte ich und hörte zu, bei Menschen die anders als ich waren. (Profi-Tipp, Leute: Tut das, tut das oft!)
Es gibt so viele Wege sich zu bilden für seinen eigenen Kampf ein guter Mensch zu sein. Vielleicht Glauben, Theologie und Philosophie, vielleicht Humanismus, vielleicht Rechtswissenschaften und das Grundgesetz, vielleicht Pädagogik und Entwicklungspsychologie. Vielleicht war da TikTok. Vielleicht YouTube. Oder ein Discord. Oder Twitch. Oder die Clique und deren Wissen und Handeln. Oder ein Vorbild, oder ein „schlechtes" Vorbild.
Zum Beispiel: Monte. Montana Black. YouTuber. Streamer.
Nicht als jemand, den ich mochte. Ganz im Gegenteil. Ich fand ihn unerträglich. Wie er redet, wie er sich gibt – alles an ihm ging mir auf die Nerven.
Aber dann sagt er: „Get on my level."
Und ich bleibe hängen. Nicht, weil ich ihm zustimme. Sondern weil in diesem Werbeslogan von ihm was mitschwingt:
Er könnte meinen: Du weißt nicht, woher ich komme. Du weißt nicht, was ich erlebt habe. Urteile nicht über mich, wenn du mein Leben nicht gelebt hast und das stimmt. Ich weiß es nicht. Ich kann es auch nicht wissen.
Ich habe dann an Tiersch gedacht an die Theorie der Lebensweltorientierung. Daran, dass man die Welt eines anderen Menschen nicht von außen bewerten kann. Daran dass wir alle Welten sind, nicht mal nur Geschichten, ganze Welten. Jeder Mensch eine eigene.
Ich kann Monte nicht verstehen. Nicht wirklich. Ich kann ihn ablehnen. Aber ich kann nicht behaupten, ich wüsste, was seine Lebenswelt bedeutet.
Ich wollte dann ein Projekt starten. Stimmen sammeln. Lebenswelten zeigen. Get on my level – als Titel, als Reihe, als Versuch, anderen eine Bühne zu geben.
Und ich habe gemerkt: Es geht nicht so einfach, auch nicht mit ChatGPT an der Seite. Man kann andere Lebenswelten nicht einfach darstellen. Man kann sie nicht für andere konsumierbar machen, ohne dass dabei etwas verloren geht.
Das Projekt ist gescheitert, aber der Gedanke bleibt.
Ich bin durch Zeitung und Nachrichten gebildet worden, durch Romane, durch wissenschaftliche Theorien, durch LehrerInnen, durch ProfessorInnen, durch die „ganz normalen" Menschen um mich herum, andere durch ganz andere Dinge.
Und ich will nicht sagen, was richtig oder falsch ist. Ich will sagen: Ich habe meinen Weg. Andere haben ihren. Und ich will lernen, sie anzuerkennen.
Nicht zu bewerten. Nur anzuerkennen.
But I am already on that way.
And you?
If not:
„Get on my level."
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Was passiert mit einer Gesellschaft, in der nicht alle dieselben Ausgangspunkte für Bildung haben – aber trotzdem dieselbe Meinung sagen wollen? [Anmerkung: Beispiel Reddit... dort kann man gefühlt ohne akademische Äußerungsweise gar nicht mehr schreiben] Text von mir eingesprochen: