was ist wissen(s)wert?
Teil I
Als naiv-pubertierende Jugendliche schaute ich des Öfteren zu diesem bestimmten typ Menschen auf, welcher eine riesige Bandbreite an Wissen zu allen möglichen Interessengebiete zu besitzen schien und zudem auf jede allzu komplizierte Frage eine gute Antwort parat hatte. Waren Sie doch so weise, belesen, ideenreich und wunderbar charismatisch. Hatten für jedes anstehende Problem ein Ass im Ärmel und gaben sich
dennoch so bescheiden in Bezug auf das, was sie schlussendlich zu leisten schienen.
Beeindruckend, dachte ich mir und wollte es ihnen gleichtun.
“Die Wahrheit wird euch frei machen”-Johannes 8, 32, ein biblisches Zitat welches sich zierend über des charmante Altbaugebäude der Friedrich-Ludwigs-Universität Freiburg legt. Mit „Wahrheit“, ist in diesem Fall höchstwahrscheinlich Gottes „Wahrheit“ gemeint. Ist ja doch etwas paradox, dachte ich mir, wenn man betrachtet, dass die Universität Freiburg gerade für ihre große Vielfalt an Studiengängen mit Naturwissenschaftlichen Schwerpunkt bekannt ist. Je öfter Ich diesen Schriftzug betrachtete, desto bedrohlicher wirkte er auf mich. Ich fühlte mich aufgefordert, ich fühlte mich herausgefordert von diesen Worten, welche mir wohl vermitteln wollten, dass ich nur mit dieser sogenannten „Wahrheit“ in Freiheit leben könnte, dass dies, die einzige Chance sei, der Gefangenschaft aus Unwissenheit zu entkommen, um letzten Endes ein völlig selbstbestimmtes und unabhängiges Leben führen zu können. Wahrheit erlangt man durch Wissen, durch Erfahrung, durch Bildung, manche wohl auch durch Erleuchtung, wobei ich diese Option für meinen bisherigen und weiteren Lebensweg erstmal ausschließen wollte. Ich Interessierte mich gelegentlich auch mal für übernatürliche Phänomene, konnte mich aber aus gänzlicher Überzeugung heraus, nie wirklich darauf einlassen. Schlussfolgernd wird mein persönlicher Weg zur Wahrheit- und somit auch zur lang ersehnten Freiheit wohl auf Wissen, Erfahrung und Bildung beruhen.
Ich war keineswegs eine gute Schülerin und hatte deswegen aus dieser Zeit meines Lebens neben einem bedauerlichen Abschlusszeugnis und ein paar Teilnahmebescheinigungen, welche meine dürftigen außerschulischen Aktivitäten auflisteten, nur wenig mitgenommen. Ein Jammer, dachte ich mir, Hinsichtlich des obig genannten Zitates, spielte mir meine schulische Laufbahn wohl nicht gerade in die Karten. Wissen, Bildung, Erfahrung. Das Leben hatte längst begonnen und somit auch die Reise Richtung Freiheit, doch mein Koffer war bis zu diesem Zeitpunkt leer.
---für Folgeschäden nach dem Konsum von gravierenden Rechtschreibfehlern oder verstörender grammatikalischer Unausgewogenheit welche dem/der Rezipient-In in diesem Text möglicherweise begegnet sind, wird vom Autor keine Haftung übernommen---
fen.k














