er sagte ich soll einfach anfangen mit dem schreiben, also tue ich dies.
nun bin ich 22 jahre alt und fühle mich auf einer eigenartigen weise verloren, jedoch geborgen in dieser dunkelheit. einsamkeit? auch. ich bin es gewohnt alleine zu sein. mit meinen gedanken zumindest.
die konotative bedeutung von dunkelheit ist meist eine negative. jedoch wenn dunkelheit ein solch fester bestandteil unseres lebens ist, wie kann das empfinden für dunkelheit ein negatives sein?
ich finde dunkelheit nicht unangenehm. es bietet die möglichkeit in sich zu kehren, es lässt jeder in erinnerung schwelgen, es zeigt uns allen eigentlich auf wen man sich verlassen kann. sich selbst. die dunkelheit umgibt mich und bietet mir geborgenheit.
in meinen jüngeren jahren, war ich oftmals sehr voreilig dinge als 'meins' zu etikettieren. sei es der schaukelstuhl, sei es das neuste hörspiel vom flohmarkt. wenn dann auch der geduldsfaden meines vaters überspannt war, pflegte er zu sagen "mach die augen zu, dann weißt du was dir gehört".
die ersten male hatte diese erziehungsmaßnahme entsetzen zur folge, jedoch je älter man wurde, desto langweiliger wurde die redewendung.
wie kinder, die den satz ihrer eltern beenden können, sooft man ihn gehört hat.
ich muss zugeben, ich bin nun mit meinen zarten 22 jahren nun äußerst vorsichtig, mit der beanspruchung von gegenständen.
was mein vater mir auch noch auf den lebensweg gab, ist dass man mit dem wort "hassen" bedachtsam umgehen soll.
es ergab sich, dass ich stets nach der schule, als ich meinen eltern von meinem tag verichtet, stets einen neuen erzfeind hatte und immer jemand neues "hasste". ein kind, welches stolz ist ein neues wort in seinem repertoir an wörtern aufgenommen hat, tendiert dazu es sooft hinzusetzten, wie nur möglich.
irgendwann sagt mein vater in einem offensichtlich mir in sachen weisheit überlegen ton, dass man jemanden mag, nicht mag oder hasst. so fragte er mich noch einmal, ob ich die besagte person hasste, oder einfach nur nicht mag. ich nuschelte, resigniert, dass ich sie nicht mochte.
bis heute hallen die worte meines vaters wieder, wenn ich sage, dass ich irgendwen oder irgendetwas "hasse".
welch ein geschenk es ist, dass eltern, nicht beachtend, wo sie sich aufhalten mögen, in einem weiter leben.