Literaturverzeichnis und Quellen:
Meinem Roman „Schicksalsjahre“ liegt eine umfassende Recherche zugrunde. Da es den Umfang sprengen würde, alle Werke aufzulisten, die ich gelesen bzw. zu Rate gezogen habe oder die mir in irgendeiner Weise dienlich waren, werde ich hier nur jene Quellen auflisten, die für mich von besonderer Bedeutung waren oder die auch für Sie, meine geschätzten Leser und Leserinnen, von Interesse sein könnten. Diese Auflistung hat folglich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
„Schicksalsjahre“ thematisiert unter anderem, dass Kriegstraumata nicht selten transgenerational weitergegeben wurden. Mein Wissen darüber entspringt der Reihe der Journalistin Sabine Bode, die vor allem mit ihren Bücher über „Nachkriegskinder“ und „Kriegsenkel“ zahlreiche Menschen erreichte. Als ich ihre Werke las (zunächst aus privatem Interesse), wusste ich sofort, dass ich darüber schreiben möchte.
Exemplarisch erwähne ich nur eines ihrer Bücher, sie sind jedoch alle lesenswert und sehr aufschlussreich.
Bode, Sabine (2013). Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen. Stuttgart, Klett-Cotta Verlag.
Um ein Gespür für die Zeit der nationalsozialistischen Terrorherrschaft sowie der Besatzung der Sowjets zu bekommen, waren die Werke von Victor Klemperer für mich sehr hilfreich. Er war Jude und lebte in Dresden.
Klemperer,Victor (2015). Ich will Zeugnis ablegen bis zum Letzten. Tagebücher 1933 – 1941. Berlin, Aufbau Verlag.
Klemperer, Victor (2015). Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1942-1945. Berlin, Aufbau Verlag.
Klemperer, Victor (2003). Das Tagebuch 1945-1949. Berlin, Aufbau Verlag.
Klemperer, Victor (1999). So sitze ich denn zwischen allen Stühlen. Tagebücher 1950 – 1959. Berlin, Aufbau Verlag.
Wielepp, Christoph/ Lühr, Hans-Peter/Nemitz, Kurt/ Goldenbogen, Nora/ Jäckel, Günter/ Jacobs, Peter/ Dirschauer, Johannes (1998). Leben in zwei Diktaturen: Viktor Klemperers Leben in der NS-Zeit und in der DDR. Dresden, Friedrich-Ebert-Stiftung (Hg.).
Auch Henny Brenner, eine junge Frau jüdischen Glaubens, hat ihre Erlebnisse in Dresden unter Hitler sowie der Zeit der Deutschen Teilung aufgeschrieben.
Brenner, Henny (2017). Das Lied ist aus. Ein jüdisches Schicksal in Dresden. Göttingen, Wallstein Verlag.
Henny Brenners Sohn Michael Brenner, der Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München unterrichtet und zudem den Seymour and Lillian Abensohn Chair für Israelstudien an der American University, Washington D.C. innehat, durfte ich für meinen Roman interviewen. Er hat zahlreiche Werke publiziert, von denen mir besonders dieses dienlich war:
Brenner, Michael (2012). Geschichte der Juden in Deutschland – von 1945 bis zur Gegenwart. München, C.H. Beck Verlag.
Um den harten Alltag der Trümmerfrauen nachvollziehen und realistisch beschreiben zu können, las ich:
Ander, Roland (2011). Ich war auch eine Trümmerfrau. Enttrümmerung und Abrisswahn in Dresden 1945-1989. Ein Beitrag zur ostdeutschen Baugeschichte. Dresden, Druckerei und Verlag Fabian Hille.
Ich hatte ungemeinen Respekt davor, Jakobs Geschichte und seine Gefühlswelt zu schildern, denn er hat Unvorstellbares durchgemacht. Eine große Hilfe dafür war mir das Werk von Eddie Jaku, einem Holocaust-Überlebenden:
Jaku, Eddie (2021). Der glücklichste Mensch der Welt. Ein hundertjähriger Holocaust-Überlebender erzählt, warum Liebe und Hoffnung stärker sind als der Hass. München, Verlagsgruppe Droemer Knaur.
Wie sah Dresden vor dem Krieg aus? Wie lief die Enttrümmerung ab? Welche Gebäude bauten die Sowjets wieder auf, welche Ruinen rissen sie ab? Allgemein: Wie wandelte sich die Stadt im Laufe der Zeit? Fragen über Fragen. Um Antworten darauf zu finden, studierte ich genauestens die Fotobände von Uwe Schieferdecker.
Schieferdecker, Uwe (2001). Hurra, wir leben noch! Dresden nach 1945. Gudensberg-Gleichen, Wartberg Verlag.
Schieferdecker, Uwe (2007). Dresden – Konditern geh’n ins Café Hülfert! Geschichten und Anekdoten von der Prager Straße. Kassel, Herkules Verlag.
Unvorstellbar, wie aus einem gigantischen Trümmerberg wieder eines der wichtigsten Monumente Dresdens entstanden ist: die Frauenkirche! Um Hannas Job auf der Baustelle im Roman realistisch darstellen zu können, interviewte ich nicht nur Torsten Remus, der als Architekt bei diesem großartigen Projekt arbeitete, sondern las unter anderem auch folgendes Werk, das den Ablauf genau beschreibt:
Burger, Eberhard/ Schöner, Jörg (2001). Die Frauenkirche zu Dresden. Stufen ihres Wiederaufbaus. Dresden, Stiftung Frauenkirche Dresden, Michael Sandstein Verlag (Hg.)
Zudem waren noch die folgenden Werke für mich von Bedeutung:
Prof. Dr. Groehler, Olaf/ Dr. Keßler, Mario (1995). Hefte zur DDR-Geschichte. Die SED-Politik, der Antifaschismus und die Juden in der SBZ und der frühen DDR. Berlin, Gesellschaftswissenschaftliches Forum e.V. und "Helle Panke" e.V. (Hg.)
Kahane, Anetta/ Janer, Martin (Hg.)/ diverse Autoren (2021). Juden in der DDR – Jüdisch sein zwischen Anpassung, Dissidenz, Illusionen und Repression. Leipzig, Hentrich & Hentrich Verlag.
Spannuth, Jan Philipp (2007). Rückerstattung Ost, der Umgang der DDR mit dem Arisierten Eigentlum der Juden und die Rückerstattung im Wiedervereinigten Deutschland. Essen, Klartext Verlag.
Arbeitskreis „Stalin hat uns das Herz gebrochen“ der Naturfreundejugend Berlin (2017). Antisemitismus in der DDR und die Verfolgung jüdischer Kommunist*innen. Münster, Edition Assemblage.
Darüber hinaus führte ich Gespräche mit Zeitzeugen, die in der Danksagung erwähnt werden. Jene Gespräche sind für mich jedes Mal ungemein bereichernd, deshalb würde ich gerne an dieser Stelle noch auf das „Zeitzeugen-Portal“ verweisen, das ich für ein sehr wertvolles Projekt halte. Auf der Internetseite www.zeitzeugen-portal.de finden Sie zahlreiche informative Inhalte sowie eine große Video-Sammlung von Zeitzeugeninterviews zur deutschen Geschichte.
Wer sich intensiver damit beschäftigen will, welche Gebäude in Dresden abgerissen und durch moderne Bauten ersetzt wurden, dem empfehle ich die Internetseite :
https://www.verschwundene-bauwerke.de
Wer bis hierhin gelesen hat, hat sich wirklich für die Thematik meines Romans interessiert. Vielen Dank!