Von Zagreb nach Dubrovnik…
Wir starteten unseren Trip in Zagreb. Von dort aus fahren wir mit dem Auto Richtung Küste bis nach Dubrovnik. Kroatien ist für mich ein “allinone” Paket und als Reisedestination top! Hier findet man alles was ein guter Urlaub braucht. Wir haben uns für einen Trip quer durchs Land entschieden, um genau dieser Vielfältigkeit zu begegnen. Man bekommt einen Einblick in die Kultur und Geschichte des Landes. Man muss nicht die Qual der Wahl treffen. Strand, Kultur, Städtetrip, Inselhopping und Natur hat man auf einen Schlag. Es reist sich gut und einfach. Die Strassen sind tiptop und überall super beschildert. Die Städte sind sauber und die Menschen freundlich. Wenn ich jetzt unseren Trip Revue passieren lasse, finde ich keine negative Punkte oder Erlebnisse. 10/10 :)
Genau wie die Geschichte Kroatiens, ist auch die kroatische Küche geprägt durch die verschiedenen Epochen und Besetzer des Landes. Diese Kombi von mediterraner Küche mit der Küche des Balkans war uns 2012 eine kulinarische Entdeckungsreise wert. Es ist spannend zu analysieren durch welche Einflüsse die einzelnen Gerichte geprägt sind. Die Küche Kroatiens ist sehr regional geprägt und Zagreb präsentiert sich kulinarisch anders als z.B. die Städte an der Küste. Je nach Region dominieren andere Lebensmittel und die Zubereitung der Gerichte variiert. Man trifft auf österreichische, türkische, französische als auch auf italienische Elemente. Wurst und Schinken mit ein paar Oliven und etwas Schafskäse, so sieht der traditionelle Vorspeisenteller aus.
Zagrebs Küche ist deftig. Eintöpfe mit Fleisch, Bohnen oder Sauerkraut sowie Schnitzel gefüllt mit Käse und Schinken gelten als traditionelle Speisen. Alle Sorten Fleisch gibt es vom Grill z.B. Eintöpfe, Fleischspiesse (Raznjici) oder das Hackfleisch wir um einen Spiess drapiert (Cevapcici) oder in Form eines Steaks (Pljeskavica) oder Frikadellen gegessen. Beilage ist dazu Risotto (Djuvedj), Eierkuchen (Plinsen) oder Kartoffeln. Zagreber Spezialität sind Štrukli (Teigtaschen süss oder salzig gefüllt mit Mohn, Kürbis, Walnüssen, Pflaumen oder Apfel). Sie werden in Suppen als Einlage oder angebraten in Sahne als Vorspeise gegessen. Štrukli können gebacken oder gekocht werden. Im Landesinneren dominieren deftige Fleischgerichte die Speisekarten je näher man an die Küste kommt umso stärker sind Muscheln, Krabben und Fisch auf den Tellern zu finden. Ob gegrillt oder in einem Sud gekocht Fischliebhaber kommen auf ihre Kosten.Die Küstenregion ist geprägt von der mediterranen Küche.
In Zagreb wohnten wir in einem Hostel. Dieses liegt zentral und man erreicht den Stadtkern innerhalb von 10 Minuten. In Zagreb sprechen die Leute kaum Englisch und man muss sich teilweise mit Händen und Füssen verständigen. An der Küste wo man die meisten Touristen antrifft, wird hingegen teilweise sogar Deutsch gesprochen. Einer meiner Highlights in Zagreb war der grosse Markt. Hier verkaufen die Bauern aus der Umgebung ihre selbstgemachten Waren wie Honig, Oliven, Öl usw.. Man bekommt preiswertes Obst Ich schmeckte die Sonne beim hineinbeissen förmlich. Der Markt ist eingeteilt in verschiedene Bereiche und die Stände gruppieren sich nach den Waren. Früh am Morgen lohnt es sich den Fischmarkt zu besuchen. Natürlich nur wenn einem der Fisch und die anderen Meeresbewohner mit intensivem Geruch am frühen nicht auf den Magen schlagen. ;)
Zagreb ist aufgeteilt in einen oberen Teil und einen unteren Teil. Man kann den Hang zu Fuss ersteigen oder sich mit einer Standseilbahn nach Oben bringen lassen. Zufällig stossen wir bei unserer Erkundungstour durch den oberen Teil der Stadt auf das Museum of broken relationships. Dieses Museum ist eine Sammlung von Geschichten von zerbrochenen Beziehungen aus der ganzen Welt und wie dieses endeten. Zu jeder Geschichte gibt es einen Gegenstand den die Person mit dieser Beziehung in Verbindung bringt. Grandios! Skurril! Spannend!
Es gibt eine Strasse mit vielen Bars und Cafés hier kehren wir in ein kleines Lokal ein um zu Abend zu Essen. Es sind viele junge Menschen unterwegs. Wir ziehen mit durch die Strassen und testen die verschiedenen regionalen Biersorten. In jedem Ort hat man Bäckereien mit Strudel in verschiedensten Variationen (Quark, Apfel, Kirsch, Mohnstrudel usw.). Auch Hefegebäck, Lebkuchen, Krapfen oder Torten locken mich in jede Bäckerei (wenigstens zum schnuppern und bewundern). Auch Torten und Cremegebäck sind (trotz der Hitze) sehr beliebt. Es gibt eine grosse Variation an Süssspeisen und man erkennt den Einfluss der Besetzer und Nachbarn. Ob Gugelhupf oder Palatschinken, man begegnet immer wieder Gerichten und Namen von aus andern Ländern bekannten Speisen. Diese Vielfältigkeit und crossover von verschiedenen Küchen, das ist Kroatien.
Von Zagreb geht es mit dem Mietwagen Richtung Plitvicer Seen. Der grösste Nationalpark Kroatien ist sicherlich auch der bekannteste. Wunderschön! Wichtig: ganz früh morgens als erste Besucher vor der Tür stehen und dann die Natur für kurze Zeit ganz für sich alleine haben.
Der Park liegt an nahe der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Es gibt kaum Hotels. Die Auswahl an Schlafmöglichkeiten ist gering. Wir haben uns also notgedrungen ein Bed and Breakfast für 15€ pro Nacht in Grabovac, einer Ortschaft direkt angrenzend an den Park, organisiert. Was können wir für den Preis erwarten? “No risk, no fun”. Im Notfall wollten wir einfach im Wagen übernachten. Und siehe da! Ein schönes einfaches Einfamilienhaus mit einem ausgebauten Giebel, eine sehr freundliche und zurückhaltende Familie mit einem sauberen Gästebereich, kleiner Küche und riesiger Terrasse mit traumhafter Aussicht. Top!
Wir machen einen Abstecher nach Bosnien Herzegowina und man spürt den Wandel an der Grenze deutlich. In Kroatien sind die Spuren des Krieges zur Majorität beseitigt. Ich sehe kaum etwas was mich an den Krieg erinnert und würde ich die Gesichte des Landes nicht kennen, hätte ich es kaum bemerkt. Nur wenige Mahnmale begegnen uns und man hat das Gefühl, die Kroaten hätten mit dem Wiederaufbau und dem Schliessen der Einschusslöcher mindestens nach aussen die Erinnerungen beseitigt. Man spürt Lebenslust und Freude!
Auch ausserhalb des abgegrenzten Nationalparks ist die Gegend die eine oder andere Erkundungstour wert. Restaurants gibt es kaum. Einige kleine Supermärkte bieten ein kleines Sortiment an Lebensmitteln und so gab es hier eher bescheidene improvisierte Mahlzeiten. Nach 3 Tagen in dieser grünen Oase ging es Richtung Zadar. Sofort wenn man die Stadt betritt spürt man die Nähe zum Meer. Es gibt keinen Strand sondern eine Uferpromenade. Die Einwohner suchen hier nach einem anstrengenden, heissen Arbeitstag mit mit dem Kopf nach vorn, eine Abkühlung.
Alle Städte haben Charakter und sind architektonisch im alten Stil erhalten worden. Toll! Touristen mischen sich nun in Zadar unter die Mengen. Wir kontaktieren unsere Vermieterin die uns die Schlüssel für das Miniappartement gibt. Es liegt in einem Wohnhaus im Zentrum der Stadt in einer der kleinen Gassen. Genau wie die Einwohner und Touristen zieht es uns die nächsten Tage immer wieder an die Uferpromenade. Wir flanieren und faulenzen mit den Füssen im Wasser in der Sonne und beobachten die waghalsigen Kopfsprünge der Kroaten.
Die engen kleinen Gassen die den Sonnenstrahlen keine Chance geben sie zu erwärmen, eine Gelateria und Pizzaladen an jeder Ecke erinnern mich an Italien. Genau wie die Italiener sind die Kroaten Kaffeetrinker. Es wird in kleinen Tassen stets mit einem kleinen Glas Wasser serviert. Traditionell hergestellt, nach der türkischen Methode im Kupferkännchen. Neben den kleinen Bars wo es den Kaffee für zwischendurch gibt, stossen wir auch immer wieder auf Kaffeehäuser mit Kuchen nach Wiener Vorbild. Die Auswahl an Restaurants für jedes Budget ist gross. Die Küche ist mediterran geprägt. Zum Abend essen wir im Kornat.
In dem kleinen Lokal an der Uferpromenade gibt es Fisch und Steak vom Grill. Es gibt Fischcarpaccio und Krabbencocktail zur Vorspeise. Die Zubereitung und Präsentation ist im Stile der traditionellen französischen Küche. Im Anschluss schlendern wir wieder Richtung Altstadt und treffen auf eine Lounge The Garden Zadar. Es ist eine Mischung aus Garten, Lounge und Nachtclub direkt an der Uferpromenade. Wir legen uns auf die riesigen Sitzkissen und geniessen (nicht gerade billige!) Cocktails mit Blick aufs Wasser. Schön! Auch am nächsten Tag zieht es uns während den heissen Mittagsstunden hierhin. Alles ist in weiss gehalten und grosse Tücher schützen einen vor der Sonne.
Entlang der Küste geht es weiter Richtung Split. Der Diokletianpalast, der die Altstadt säumt und der Stadt zur Ernennung zum Unesco Weltkulturerbe verholfen hat, ist impressionant. Viele Menschen bewundern die engen Gassen des Palastes und stehen Schlange für Pizza und Gelato. Ganz früh am Morgen schleiche ich mich aus unserem Gasthaus und sehe mir den Palast ganz in Ruhe ohne Unmengen von anderen Touristen an und beobachte wie die Stadt erwacht. Auch hier gibt es zahlreiche kleine Bäckereien und ich kaufe frisches Blätterteiggebäck mit Pudding und frisches Obst auf Markt.
Nicht weit vom Strand in Split (Sardinendose ist wohl passender) gehen wir am Abend in ein altes Traditionhaus zum Abendessen. Tipp: Das Restaurant Boban gibt es seit 1973 in Split. Es liegt etwas ausserhalb und trotz Reiseführer war es nicht leicht das Lokal zu finden. Die Suche hat sich aber gelohnt. Hier bestellt man den Fisch nach gr. Ich hatte mir ein Thunfischsteak bestellt à 250 gr. Ich weiss nicht ob die Waage kaputt war, aber das waren sicherlich 300-350gr.. Kein Problem! So etwas feines kann man auch in grossen Mengen vertilgen. Die Gerichte waren einfach aber sehr fein zubereitet. Highlight ist, dass das gesamte Lokal noch im 70 Stil gehalten ist und selbst Besteck und Kellner wie aus dieser Zeit wirken.
Unsere nächste Etappe ist einer der vielen kleinen Inseln in der Kvarner Bucht. Wir fahren durch viele kleine Orte entlang an Touristen und Stränden bis zur Anlegestelle der Autofähre in Ploce nach Korčula. Auf der Insel wohnen wir in einer der zahlreichen Pensionen namens Nina. ;) Ein junger Kroate schmeisst das Guesthouse mit seiner Mama, die uns am Morgen Chocolate Pancakes macht. Das Essen und die Unterkünfte sind hier eher high budget, da alles importiert und angeschifft werden muss.
Ein Tipp: Die Konoba Mariniero. Die Söhne der Familie fischen die Abends servierten Fische und Meeresfrüchte am Morgen selbst. Das schmeckt man! Es gibt nur 3 oder 4 Tische und die Menschen nehmen es in Kauf auf einen Tisch zu warten. Man bekommt vom Kellner aufgezählt welche Meeresfrüchte im Tagesangebot sind. Es gibt in Korčula viele Bars und kleine Clubs um die Nacht zum Tage zu machen.
Wir erkunden mit dem Wagen die Insel und suchen nach abgelegenen Buchten. Weinhänge, schöne Klippenlandschaften und kleine steinige Buchten machen den Kurztrip auf die Insel lohnenswert. Wieder auf dem Festland geht es Richtung Dubrovnik, unsere Endstation.
Hier steigen wir im Hostel Fresh Sheets ab. Das Hostel liegt oben in Dubrovnik. Wir schleppen unser Gepäck gefühlte 100.000 Treppen hinauf. Kommen völlig geschafft oben an und “Überraschung”: das Hostel hat 2 Standpunkte in der Stadt und so steigen wir wieder hinab mit all unserem Gepäck. Völlig geschafft machen wir unsere erste Entdeckungstour durch Dubrovnik.
Die Altstadt liegt umsäumt von einer dicken Festungsmauer auf welcher wir am nächsten Morgen die gesamte Stadt umrunden. Die Stadt ist am Abend voll Leben. Es gibt viele Bars und kleine Lokale. Uns ist nach einer Abkühlung im Meer. Die junge Kroatin in der Rezeption gibt, auf die Nachfrage nach einem ruhigen Fleck um ins Meer zu springen, einen alten Hotelkomplex an. Hä!? Ok klingt spannend. Wir machen uns auf die suche und tatsächlich liegt etwas ausserhalb der Stadt eine alte Hotelruine mit Zugang zum Meer. Es scheint wirklich ein Geheimtipp zu sein, denn ausser uns verirren sich nur 3 andere Touristinnen dorthin. Tolle Location um Foto zu schiessen!
In der Lokanda Peskarija am Hafen von Dubrovnik bildet sich jeden Abend eine Schlange von Menschen die aus den grossen Töpfen Fisch und Meeresfrüchte mit leckerem Baguette oder verschiedenen Risottos essen wollen.
Im Zentrum Dubrovnik befindet sich die war photo limited exhibition. Eine Fotoausstellung mit Bildern vom Balkankrieg sowie aus anderen aktuellen Kriegen und politischen Konflikten. Während den drückend warmen Mittagsstunden bietet dieser Ort eine Abkühlung in jeglicher Hinsicht. Man bekommt nicht nur die Fotos von Kriegsfotografen sondern auch jede Menge Informationen die interessant und spannend aufbereitet sind. Nach 2 Stunden, als wir wieder in der Hauptstrasse von Dubrovnik im Trubel stehen , brauche ich erst mal einige Zeit um wieder im Touristenmodus anzukommen. Ist auf jedenfall ein Abstecher wert. Da kaum Spuren vom Krieg übrig sind, vergiesst man leicht, dass Dubrovnik, Kroatien und in die gesamten Region vor nicht allzu langer Zeit ein Krisenherd war und ist.
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