Irgendwie glücklich
Es gab eine Zeit, da war ich irgendwie glücklich. Beziehung, Freunde, Job. Alles schien perfekt. So, als könnte man damit glücklich sein, irgendwie zumindest. In meiner Erinnerung war ich damals auch irgendwie glücklich. Dann fing es an zu bröckeln. Die Beziehung, in der ich viele Jahre lebte, war nicht perfekt. Ich wechselte den Job. Denn auch der war nicht perfekt. Freundschaften endeten. Irgendwann kam die Gewissheit, dass die Beziehung nicht bis ans Lebensende reicht. Es musste beendet werden. Auch wenn es sich heute noch richtig anfühlt, diesen Schritt gegangen zu sein, so weiß ich dennoch, dass ich damals irgendwie glücklich war. Und heute? Job super, Freunde super, Wohnung super, Auto super - es könnte perfekt sein. Irgendwie. Ist es aber nicht. Seit Jahren bin ich allein. Besser gesagt, einsam. Und das, ja genau das, macht mich unglücklich. Irgendwie. Immer auf der Suche. Der Suche nach dem Glück. Dem Glücklichsein. Ohne es zu finden. Rastlos. Genervt. Immer wieder dieses Kennenlernen. Dieses Rantasten an einen völlig fremden Menschen. Satt davon, die eigene Lebensgeschichte zu erzählen. Satt von der Frage, warum man denn Single sei. Satt der Menschen, die einem schöne Augen machen, obwohl sie in Beziehungen leben. Satt der Menschen, die zur Generation Beziehungsunfähig gehören. Satt der Menschen, die sich nur ja nicht binden wollen. Satt der Menschen, die nach einer Trennung sofort wieder in Beziehungen landen. Satt der Menschen, die einen mitleidig anschauen, weil man es seit über 4 Jahren nicht gebacken bekommt, endlich in einer Beziehung zu sein. Satt der Menschen, denen nix besseres einfällt, als eine Single-Frau über 30 sofort zu fragen, ob sie bereits Kinder hat. Satt der Menschen, die sich in ihrer vorherigen Beziehung haben kaputt spielen lassen und sich nun nicht binden können. Satt der Menschen, die einfach zu dumm sind. Satt der Menschen, die einfach nicht lustig sind. Ich habe es satt. Und dabei wäre ich gern einfach wieder glücklich. Irgendwie.














