Andere Länder, andere Sitten...
Ich lebe ja jetzt schon seit sieben Monaten in Sambia und mir ist da so einiges inzwischen aufgefallen, was so ganz (!) anders als in Deutschland läuft und mich regelmäßig zum Schmunzeln bringt.
Zunächst einmal kann ich laut Sambiern kein erfolgreicher Mensch sein. Das hat zwei Gründe, denn ich mache weder mein Bett noch bügle ich meine Klamotten und wer das nicht tue, könne kein Erfolg im Leben haben. Wie ich lernen durfte und nun auch des Öfteren nachgefragt habe, machen hier wirklich alle ihr Bett und nur aufschlagen zählt nicht! Manch einer guckte mich völlig entgeistert an, als ich ihnen sagte, dass ich das nicht tue. Bei manchen geht es so weit, dass sie sogar AUF ihrem gemachten Bett schlafen, um es am nächsten Morgen nicht machen zu müssen (Ich bin zwar der Meinung, dass das irgendwie keinen Sinn ergibt, aber bitte...)
Das Bügeln ist der zweite Teil, warum ich eigentlich keinen Erfolg im Leben haben dürfte. Hier wird wirklich jedes Teil gebügelt, bis hin zur Unterhose. Auf Nachfrage bekam ich zu hören, dass verkrumpelte Boxershorts sich einfach nicht schön auf der Haut anfühlen würde (wobei verkrumpeln die in der Hose nicht eh wieder?). Und es stimmt, jeder Jungeselle hat hier ein Bügeleisen im Haus stehen! Eine Schwedin, die mit einem Sambier verheiratet ist, bestätigte mir dieses Geschichte. Sie war mit ihrem Mann bei ihrem Bruder in Schweden zu Besuch, doch leider hatte dieser kein Bügeleisen im Haus. Sie sind am Ende im Dorf herumgelaufen und haben sich für ihren Aufenthalt ein Bügeleisen ausgeliehen.
Alter ist hier übrigens relativ. Um eine Art Perso zu beantragen, geht man mit einem nahen Verwandten ins Amt, denn Geburtsurkunden haben nur die wenigsten. Dieser Verwandte bestätigt dann das Alter des Anträgers, doch viele machen sich jünger. Warum genau, habe ich bis heute nicht begriffen. Nun wollten wir bei Life Trust jemanden einstellen, der von sich behauptete über 20 zu sein (und 18 muss man mindestens sein, um hier arbeiten zu können). Seine Papiere behaupteten jedoch, dass er erst 17 wäre. Wir Deutschen dachten: “Oh je! Das wird jetzt bestimmt voll das behördliche Hickhack!”. Doch am nächsten Tag kam er mit neuen Papieren an, die nun sein wahres Alter auswiesen. Ich fand es einfach nur faszinierend! Alles dauert hier ewig zu beantragen, aber das ging von jetzt auf gleich...
Schön ist es auch immer wieder einkaufen zu gehen. Die Beträge sind super klein, wie etwa 5 oder 10 Kwacha, doch der Automat hat einem mal wieder nur 100er Scheine ausgespuckt. Nun steht man vor einem wahren Problem, denn keiner kann dir wechseln. Man hat also mehr als genug Geld, doch kaufen kann man trotzdem nichts...
Spannend ist auch, dass viele Produkte hier wahnsinnig süß sind, wie etwa Cola, Fanta oder auch Wassereis. Auch der Tee oder Kaffee oder auch Saft wird, meiner Meinung nach, völlig übersüßt, aber man bekommt in den Straßen nur salziges Popcorn... Ich habe immer noch nicht begriffen wieso und das obwohl ich des Öfteren nachgefragt habe...
Doch die schönste Story zum Schluss. Wenn man hier zu einer Gruppe sagen will, dass man auf die Toilette muss, zum Beispiel in einem Restaurant, dann sagt man das so: “I gonna squeeze the lemon!” (Ich drück mal die Zitrone). Ich habe mich beim ersten Mal fast nicht mehr eingekriegt vor lachen!!
Ich hoffe, ihr hattet beim Lesen dieser kleinen Geschichten genauso viel Spaß, wie ich beim Erleben. Ich liebe dieses Land und dessen Menschen einfach. Sie lehren mich so viel Geduld und überraschen mich andauernd aufs Neue.
Mal sehen, was mir hier noch so auffällt und passiert.