Heute, Montag den 02.03.15, waren wir wieder in Düsseldorf gegen Dügida demonstrieren.
Die Kundgebung, die wir erreichen wollten, war im Vorfeld bei der Polizei angemeldet. Trotzdem wurde der Kundgebungsort von der Polizei blockiert. Dagegen wurde Klage eingereicht und vor dem Oberverwaltungsgericht Münster für uns entschieden, so dass die Polizei uns ungehindert zum Kundgebungsort hätte gehen lassen müssen. Die Polizei missachtete die Rechtssprechung und ließ uns lediglich durch eine enge Passage und in Begleitung mehrerer hundert Bereitschaftspolizist*innen gewähren. Dabei wurden wir durchgehend, obwohl friedlich, gefilmt.
Einige Antifaschist*innen blockierten dabei gewaltfrei eine Kreuzung, über die die Neonazis von Dügida zu gehen angemeldet hatten. Kurz bevor Dügida über die Kreuzung gehen wollte, räumte die Polizei die blockierte Kreuzung. Die Antifaschist*innen wurden gekesselt und gefilmt. Die durch die Passage gehenden wurden durch mehrere Hundertschaften verhindert zum Kundgebungsort zu gelangen.
Die vorbeigehenden Neonazis waren mit vielen HoGeSa Aktivist*innen durchsetzt. Diese warfen Plastikflaschen auf uns und waren zum Teil vermummt.
Nachdem die Neonazis die Kreuzung verließen, wurde die Polizeisperre und der Kessel aufgelöst. Einige Polizist*innen stellten sich dabei in Mitten der aufeinander zugehenden Antifaschist*innen auf. Als die Situation entspannen schien, eskalierte die Polizei die Kundgebung anscheinend und prügelte relativ wahllos auf Antifaschist*innen ein und setzte dabei auch Pfefferspray ein. Es entstannt kurzzeitig Chaos, in der die Polizei immer wieder Gelegenheiten nutze, uns durch Gewalt und Festnahmen so einzuschüchtern, dass wir gezwungen waren zu gehen. Sie ließ dabei verlauten, dass angeblich die Gegendemonstrierenden die Polizist*innen angegriffen hätten, was defacto für uns nicht nachvollziehbar ist.
Wir empfanden den Polizeieinsatz ungerecht und bewusst demokratiefeindlich. Die Neonazis, die bereits für ihre Gewalt bekannt sind, unsere Blockade durch Gewalt passieren zu lassen, zeigte wieder, wie die Einsatzleitung den Neofaschist*innen den Weg bereitet.
Antifaschistischer Protest gegen Neofaschist*innen darf unserer Meinung nach nicht, auch nicht durch staatliche Repression, verhindert werden.
(Text der Anarchopazifistischen Jugend Köln, die Facebook Seite findet ihr hier, es würde alle sehr sehr freuen wenn ihr mal vorbei schaut)