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Bessere Konsumentscheidungen durch mehr Information
Transparenz von Anbietern und Kunden um ökologisch und sozial nachhaltigen Konsum zu fördern.
Potential, frühe Version
Diskussion & Ausarbeitung
Entwerfen & Verwerfen
7 DIN A1 Sheets
47 Post-its
27 Becher Kaffee
3 Flaschen alkoholfreies Bier
Bis zum finalen Scope’n’Drill Down:
Reflektion / David
Kundenzentrierung wird heute oft als „Silver Bullet“ für die Absatzförderung gesehen… auch wenn Absatzförderung wohl kaum im Fokus der meisten Kunden steht. Kundenzentrierung war auch der Ausgangspunkt dieses Projekts und wir wollten diese Diskrepanz auflösen. Für uns als Konsumenten ist es heute alltäglich geworden, zu bemerken, wie digitale Werbung auf oft banale Beobachtungen unseres Online-Verhaltens zugeschnitten werden. Wenn wir also zentriert werden, fühlen wir uns oft falsch verstanden und nehmen personalisierte Markenkommunikation als faule Masche wahr. Und da derlei Beispiele der Kundenzentrierung allgegenwärtig sind, bleibt von dem Versuch der Empathie oft nur ein diffuses Rauschen zwischen Unverständnis und Genervtsein. Als Kunden ist es zwar in unserem Interesse, dass neue Technologien einen besseren Dialog zwischen uns und den Anbietern bewirken, aber mit dem Ziel, dass wir uns verstanden fühlen und auch die Welt um uns verstehen. Ganz und gar nicht ist es in unserem Interesse, dadurch einfach in spitzere Zielgruppen gefasst werden zu können, um effektiver zu Kaufentscheidungen getrieben werden zu können. Unternehmen versuchen die Möglichkeiten einer vernetzten Welt dafür zu nutzen, auch noch für das kleinste Bedürfnis ein Angebot zu schaffen und dabei das Preis-Leistungs-Verhältnis zu ertragreich wie möglich zu gestalten. Und da wir in einer vernetzten Welt mit so vielen Botschaften über verfügbare Produkte konfrontiert werden, war es bisher ein probates Mittel, Angebote mit prägnanten emotionalen Reizen zu kommunizieren, um in der Erinnerung des Konsumenten zu bleiben — nicht, um sein Vertrauen zu gewinnen. Doch genau diese Informationslandschaft, in der Menschen auch viel stärker in der Lage sind, Informationen zu recherchieren, schürt unsere Skepsis gegenüber Unternehmen, weil wir zwar von Markenbotschaften angesprochen werden, gleichzeitig aber uns sehr wohl bewusst sind, dass Botschaft und Produkt meist zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Es entsteht in uns also das Bedürfnis, nicht nur das zu konsumieren, was uns anspricht, sondern auch das, was wir komplett mit unseren Überzeugungen in Einklang bringen können. Wir wollen also verstehen, wie entsteht, was wir bezahlen und was wir damit bewirken. Wir wollen darauf vertrauen können, dass das, was wir uns leisten, nicht im Widerspruch steht, wovon wir eigentlich überzeugt sind. Und dieses Verständnis sollte kein Luxus sein, sondern zum guten Ton jeden wirtschaftlichen Austausches gehören. Dieses Eindruck verdichtete sich als wir von direkten Beobachtungen über Erfahrungsaustäusche auf die Idee kamen, dass wir uns als Kunden wünschen, nicht transparenter für Unternehmen werden zu wollen, bevor diese nicht unser Vertrauen durch Transparenz ihres Handelns und der Effekte unseres Konsums gewinnen. Der Social Score, den wir auf Basis diese Feststellungen entwickelt haben, soll eine Lösung sein, die so sehr mit den Bedürfnissen einer postamterialistischen Gesellschaft verknüpft ist, dass er eine Parallel-Währung der Werte zu der monetären Währung darstellt. Indem er die Objektivität der Crowd für die Erstellung eines Wertekatalogs nimmt, lassen sich die Faktoren dieses Katalogs so quantifizieren, dass man schnell erkennt, ob die eigenen Werte mit denen eines Produkts oder denen eines produzierenden Unternehmens stehen. So kann eine Gesellschaft, die nicht mehr vom einfachen Überlebenstrieb motiviert ist, sondern viel mehr danach sucht, die Welt, in der wir leben, zu erhalten und zu verbessern, transparent seine täglichen Konsumentscheidungen treffen, so dass der Vertrauensgewinn das zentrale Ziel jedes Unternehmens werden kann, weil genau das das Fundament bildet, auf dem Kunden zum Absatz beitragen können.
Empirie
Intro — Warum machen wir das? Wo ist der Gap?
Getrieben durch den Megatrend der ubiquitären Vernetzung tauchen dort Fragen auf, wo man bisher nur eine sehr bedingte Vernetzung annimmt, zwischen Anbieter und Verbraucher sowie zwischen Plattform und Nutzer: Aus der Frage, ob diese Entitäten verschmelzen können, leiten sich weitere offene Punkte ab:
Wo beginnt die Produktion? Wenn der Anbieter beginnt, ein Produkt zu entwickeln oder wenn der Verbraucher Informationen darüber liefert, welches Bedürfnis er hat?
Warum werden durch die digitalen Möglichkeiten vor allem Nutzer und Konsumenten getrackt? (Analytics-Tools jeder Art, digitales Targetting,…)
Warum sollten Anbieter mehr Insights über Verbraucher gewinnen als umgekehrt? Warum fokussiert sich die Marktforschung vor allem auf die Verbraucher-Seite?
Unter welchen Bedingungen möchte der Verbraucher gläsern sein? Was würde es bedeuten, wenn es im Umkehrschluss auch die gläserne Organisation gäbe?
Zu Beginn unseres Projekts beschäftigen wir uns also damit, was es für die Wirtschaft bedeuten kann, wenn bisher klar voneinander abgegrenzte Akteure, wie Anbieter und Verbraucher, sich konsequent vernetzen.
Aus unseren Beobachtungen im ersten Teil des Seminars, dem Co-Initiating und Co-Sensing, kommen wir deshalb schnell auf die Frage, welche aktuellen Konsum-Motivationen es gibt, wie Unternehmen mit Ihnen umgehen und welche Ressourcen und Annahmen ihren Rahmen bilden.
Als Gruppe interessiert uns dabei besonders der Wertewandel vom Materialismus zum Post-Materialismus und die Frage, unter welchen Umständen die Gruppe der LOHAS Mainstream-fähig werden kann.
Wir vermuten, dass es einerseits einen bereits lange Jahre anhaltenden Trend zur Nachhaltigkeit von Anbietern gibt und andererseits, dass in den letzten Jahren auch jeder von uns, stärker motiviert wurde nachhaltig zu konsumieren – unter anderem auch, weil wir es uns als Berufstätige mittlerweile eher leisten können. Dabei gibt es aus unserer Sicht aber klare Grenzen für einen ethisch orientierten Konsumraum: die Transparenz der Unternehmen, die passgenaue Befriedigung ethisch motivierter Bedürfnisse und die finanziell bedingte Fähigkeit, ethisch zu konsumieren, sind für uns überwiegend unbefriedigend.
CSR-Aktivitäten auf Seiten von Unternehmen erscheinen uns zu oft als Nebenschauplatz und zu selten als authentischer Teil des Kerngeschäfts.
Unsere Projektgruppe stellt fest, dass die Potentiale eines ethischen Konsums stark davon abhängen, wie transparent Anbieter und Verbraucher miteinander umgehen. Die Annahme ist, dass durch eine maximierte Transparenz auf beiden Seiten, Verbraucher in der Lage sind, einerseits Angebote objektiv bewerten zu können und andererseits, den gesellschaftlichen Einfluss ihrer Konsumentscheidungen nachvollziehen zu können. Anbieter hingegen, können ihre Glaubwürdigkeit steigern, ihre Kunden besser kennen und verstehen lernen und dadurch ethisch und wirtschaftlich effizienter agieren.
Die Umsetzung unserer Erkenntnisse zielt auf ein neuartiges Geschäftsmodell ab, das eine radikale Innovation im Anbieter-Verbraucher-Verhältnis bedeuten soll. Es formuliert einen Raum, in dem ein ethischer Konsum durch Transparenz ermöglicht wird.
Empirie — Gibt es einen postmaterialistischen Wertewandel?
Die Wertewandeltheorie von Inglehart stellt die These auf, dass sich westliche Industrieländer von postmaterialistischen Werten ab- und hin zu postmaterialistischen Werten wenden. Vom Streben nach Wohlstand zur Selbstverwirklichung und Bürgerbeteiligung.
Inglehart legt dem Wertewandel zwei Hypothesen zugrunde: die Mangelhypothese besagt, dass die Neigung zu postmaterialistischen Werten nach der Befriedigung grundlegender materialistischer Bedürfnisse zunimmt, und die Sozialisationshypothese, die postuliert, dass Generationen, die im materialistischen Wohlstand aufwachsende Generationen ebenfalls postmaterialistische Werte priorisieren.
Mit Hilfe des sogenannten Ingelhart-Index misst die ALLBUS-Studie seit 1980 den Wertewandel in Deutschland, indem sie die Priorisierung von Wertevorstellungen in Deutschland lebender Menschen erfasst. Interessant dabei ist die Aufteilung der Beobachtung in Ost- und Westdeutschland, so dass sich die unterschiedlichen Lebensumstände als Einflussfaktor auf den Wertewandel besser erfassen lassen.
Abbildung 1 zeigt, dass zwischen 1981 und 2014 (West-Deutschland) sowie zwischen 1990 und 2014 (Ostdeutschland) eben dieser von Inglehart vermuteter Wertewandel stattgefunden hat, wobei der Anteil der reinen Post-Materialisten in Westdeutschland nach wie vor höher ist, sich der Unterschied zwischen Ost und West aber stark verringert hat.
http://bit.ly/2fkJGKC ; abgerufen am 29. Oktober 2016, um 13:34Uhr
In derselben Zeit ist das Bruttoeinkommen pro Arbeitnehmer in Ost-und Westdeutschland zwischen 1996 und 2015 kontinuierlich gestiegen, während der Unterschied zwischen Ost und West fast gleich blieb.
http://bit.ly/2fCyhV1 ; abgerufen am 29. Oktober 2016, um 14:13
Der Begriff für umwelt- und sozialethische Konsumenten, die LOHAS, wurde in Deutschland 2007 durch Eike Wenzel und den Zukunftsforscher Matthias Horx verbreitet. (http://www.taz.de/!5194620/).
Eine Studie der GfK aus dem Jahr 2016 hat zwischen 2007 und 2015 eine Zunahme der LOHAS und der LOHAS-Randgruppe von 22 auf 27,8% der Deutschen festgestellt, was einem Wachstum von insgesamt 26,3% entspricht (YoY: 3,28%).
http://bit.ly/2fQ8qGS ; abgerufen am 29. Oktober 2016, um 14:17
http://bit.ly/2fCtpzr ; abgerufen am 29. Oktober 2016, um 16:17
http://bit.ly/2fkMtn5 ; abgerufen am 29. Oktober 2016, um 14:37
Empirie — Gibt es ein Verständnisproblem zwischen Anbietern und Verbrauchern?
In an overstimulated, fragmented world, the biggest threat for Clorox—and our packaged goods industry—is consumers becoming increasingly indifferent to our brands.
— Fighting Consumer Indifference by Winning Micro-Moments, thinkwithgoogle, 2016/09
http://bit.ly/2gsDWOM
“This new focus on Retention Marketing is mostly due to customer choice having reached an all-time high while attention spans have dipped to an all-time low. This means companies need to take a more customer-centric approach in order to keep them interested. Customers now demand a more engaging and personalized experience, and companies must respond accordingly in order to nurture them into advocates.” – http://bit.ly/2gsHIaS
Eine Wirtschaft, die für einzelne Kundenbedürfnisse unzählige Angebote hat, die sich objektiv lediglich durch ihr Produkt- oder Markenimage unterscheiden, hat seine Kunden dazu erzogen, vermeintlich gleiches, und durch Konsumentscheidungen sich selbst, als einzigartig und unverwechselbar zu verstehen. Aus dieser Dynamik ist das Kundenbedürfnis entstanden, immer personalisiertere und engagierendere Angebote zu bekommen. An diesem Anspruch entscheidet sich, der wirtschaftliche Ertrag für viele Unternehmen der Gegenwart. Einem solchen Kundenbedürfnis gerecht werden zu wollen, indem man Zielgruppen formuliert, ist also ein Widerspruch in sich.
In einem Überangebot an Produkten und Dienstleistungen, die uns alle versprechen, der Schlüssel zu einem einzigartigeren Leben zu sein, schrumpft die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Menschen so sehr, dass eine diffuse Ansprache von potentiellen Kunden das sichere Scheitern des Gesprächs zwischen Marke und Kunde bedeutet.
In diesem Umfeld wird Retention Marketing und der Aufbau langfristiger Beziehungen wesentlich wichtiger als die Akquise von Neukunden, weil Kunden eventuell keine Aufmerksamkeit darauf verschwenden möchten, welche Schuhmarke zu ihnen passt, und stattdessen ein von Vertrauen geprägte Beziehung zu ihrer Schuhmarke entwickeln – so lange diese es versteht, den Kunden immer personalisierter und aktivierender zu binden (vgl. Amazon).
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86% of US & European consumers say their trust in corporations has declined over the last 5 years — http://bit.ly/2fQ9iLE — “A Complaint is a Gift”
“…increasing customer retention rates by 5% increases profits by 25% to 95%” — http://hbs.me/1l5IWo7, Bain&Company und HBS
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http://bit.ly/2gsEbcO
http://bit.ly/2gsGMDi
Presencing / David
Wir gehen davon aus, dass unsere Konsumentscheidungen bedeutsam sind. Unser Geld ist eine begrenzte Ressource, die wir in zeiten globaler Probleme gezielt dazu einsetzen sollten, eine Welt zu gestalten, die unseren Wertevorstellungen entspricht.
Aber ist nicht jede Entscheidung, die wir treffen, bedeutsam?
Kann es sein, dass wir unseren Konsumentscheidungen eine solche Bedeutung zuordnen, dass wir viel größere Potentiale der Werte getriebenen Einflussnahme auslassen?
Ist es beispielsweise wertvoller einen großen sozialen Kreis aufzubauen, und darin eine Reputation für sehr informiertes Umweltbewusstsein, um anschließend genau darin ein Vorbild zu sein? Oder ist es sinnvoller, ungeachtet, ob bei einem Unternehmen für Kernenergie oder einem Tech-Startup, den bestbezahlten Job anzustreben, um sich damit in die Lage versetzen zu können, einen Tesla zu fahren, der lokal emissionsfrei fährt?
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Welche Marke stellt eigentlich die eigenen Werte sogar noch vor seine Kunden? So wie ein wertegetriebener Kunde ein reizvolles Angebot ablehnt, weil es seinen Prinzipien widerspricht.
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Verbraucher handeln im Wirtschaftssystem als Agenten. Im Dienst seiner Bedürfnisse, Wünsche, Werte und Überzeugungen. Zugleich agiert er auch im Dienst der Unternehmen deren Angebote er wahrnimmt. Dabei kann er gar keine oder auch sehr enge Vorgaben haben (vgl. autonomes Fahren von Tesla verlangt, dass der Fahrer sich bereit hält, um einzugreifen). Wenn sein einziger Auftrag vom Unternehmen der ist, das Produkt zu bezahlen und eventuell auch zu nutzen, kann er es genauso gut dazu verwenden, den Anbieter bloßzustellen und ihm zu schaden (vgl. Lonsdale, Burberry oder iPhone Bendgate)In diesem Sinne sind auch Unternehmen Agenten. Ihre Größe, Bekanntheit und all ihre Ressourcen bestimmen ihren Einfluss. Die Konsistenz und die Definition der Unternehmensidentität in wessen Dienst sie diesen Einfluss stellen.Unternehmen werden nicht in erster Linie als Bedeutungsstifter gesehen, so wie es bei Religionen, Parteien und Protestbewegungen etc. der Fall ist. Erreichen sie aber eine gewisse Größe und Bekanntheit sehen sie sich aber immer einer Werteskepsis gegenüber. Zu recht: Schließlich nutzen sie die Verbindung zu dem Käufer- und Nutzeragenten, um deren Fokus auf Marginalien zu lenken, wie bspw. ein neues technisches Feature ihres Produkts wie eine zweite Kamera am Telefon. Welche Werte und Einflüsse das Unternehmen aber beispielsweise steuerrechtlich in die Welt trägt, wird nicht Diskussion gestellt. Hier verlangt man vom Agenten Vertrauen.Was aber wenn ein Agent mit weltweitem sozialen Einfluss auf dem Gebiet des Unternehmens dieses Vertrauen plötzlich verneint und das öffentlich macht?Ist dem Kunden/ Nutzer, der seine Lebensqualität daran festmacht, wie gut es ihm gelingt, seine Wertvorstellung in die Welt zu tragen, bewusst, wo er den größten Einfluss ausüben kann? Sind diese Agenten eine wachsende Gruppe? Gibt es immer mehr Post-Materialisten? Bedeutet die aktuelle Polarisierung von Werten, Religionen und Weltanschauungen, dass die bedeutungsstiftenden Agenten mehr Macht haben als die finanziell starken Agenten? Sind neue Eliten jene, die sich Fähigkeiten bewahren, die Welt ungefiltert zu beobachten und die daraus resultierenden Überzeugungen an jene heranzutragen, die die Komplexität meiden?Ist es denkbar ein Unternehmen zu führen, dass in allererster Linie für seine Werte und Weltanschauung bekannt ist und darunter mit seiner stärksten Kompetenz bestimmte Produkte, Services,… entwickelt und vertreibt?Könnte ein solches Unternehmen an jeden verkaufen? Müsste es seine Agenten nicht sorgfältig aussuchen?Wie würde ein solches Unternehmen werben, um die richtigen Agenten zu akquirieren?Die Annahme ist, dass Unternehmen mich als Person darin unterstützen, die Person zu sein, die ich sein will. Letztendlich trägt man als Nutzer / Konsument im selben Maße dazu bei, dass die Unternehmen ihre Weltanschauung verbreiten können – aber das trennt man gedanklich von seiner Kaufentscheidung.Verbraucher fühlen sich dadurch individueller und sind dadurch schwerer anzusprechen, geschweige denn als Zielgruppen zu fassen. Das führt dazu, dass die Unternehmen mehr Aufwand betreiben müssen, um die nächste zum Verbraucher passende Botschaft zu finden und zu formulieren. An diesem Punkt kann nur ein im Bezug auf seine Werte intransparentes Unternehmen kommen, weil es bei transparenten Werten und Überzeugungen seinen Kunden nicht nach dem Mund reden würde. WIE KANN DER GEGENENTWURF AUSSEHEN? Ein ethisch motiviertes setzt sich zum Ziel, seine Weltanschauung zu realisieren und dabei nicht pleite zu gehen oder aus anderen Gründen schließen zu müssen. Könnte dieses Unternehmen verifizieren, wie kongruent das Wertesystem eines Konsumenten zu seinem eigenen ist und darüber hinaus, welchen Einfluss der Verbraucher als Agent für das Unternehmen hat, könnte es einen passenden Preis für ihn machen, oder sich auch eventuell gegen eine Vertragsschließung mit dem Verbraucher entscheiden.Im Umkehrschluss können in dieser Welt deren Währungsströme sich nach Werteverständnissen und den glaub- und vertrauenswürdigen Vermittlung dieser, nur jene sich ausbreiten, Einfluss ausüben und gewinnen, die es schaffen, Vertrauen zu gewinnen. Es braucht die gläserne Organisation ebenso wie es den gläsernen Verbraucher geben muss, wenn man sich auf gemeinsame Werte verständigen will. Doch es wird dann auch immer die Frage geben: Welche Werte, Probleme, Bedürfnisse, etc. fördert ihr, indem ihr andere in den Mittelpunkt stellt?”
Hie rmuss die Gesamtheit der Kunden als Big Brother dienen und durch seinen hinterfragenden Blick den Unternehmen dabei helfen, seine Weltanschauung, Werte und Praktiken konsequenter zu schärfen.”
––––
Sind unsere finanziellen Entscheidungen wirklich die bedeutsamsten?
Eventuell stehe ich im extremen Wertekonflikt zur Marke Apple, aber kaufe mir ein MacBook, um darauf die Berichterstattung anzufertigen, die nach ihrer Veröffentlichung das Unternehmen zu Grunde richten wird!?
Macht es einen größeren Unterschied, welchen Stromanbieter ich wähle, als die Bereitschaft, in meinem Job Aufgaben zu erledigen, deren Scope und Einfluss auf die Welt ich nicht in Gänze beurteilen kann?
Megatrends
Presencing / Matthias
Ein langer Spaziergang durch die Strassen von Charlottenburg. Regen, wenig Menschen, fast ein wenig melancholisch scheint die Stadt an diesem Nachmittag. Zunächst braucht ich etwas, um Konzentration aufbringen zu können. Die Gedanken schweifen immer wieder ab, dann entsteht ein Problembewusstsein. Ich denke zu sehr über eine finale Idee nach. Zunächst also heißt es Loslassen. Weg vom Denken, das auf ein Endergebnis abzielt. Inzwischen bin ich der Kälte wegen in ein Cafe geflüchtet. Auch hier, kaum Menschen, viel Ruhe. Ich denke lange über die grundsätzliche Diskrepanz zwischen Menschen und Profit nach. Nach Stunde Nummer Zwei platzt der Knoten, von hier an gelingt das Denken mit dem Stift.
Presencing / Sebastian
Gedanken-Sammlung und Bilder vom Presencing im Tiergarten, dem Bauhaus-Archiv und dem Rückweg zur Universität der Künste:
Bereits Kindern Werte beibringen?
Wir gehen davon aus dass jeder Mensch gut ist, reicht dann schon Transparenz? Und kann man überhaupt davon ausgehen?
Könnte Konsum als Aufbauhilfe für unterentwickelte Länder benutzt werden? Made in Bangladesh wäre nicht ein Synonym für Billig-Arbeit sondern Unterstützung? Was wäre wenn Preise nach Hilfsbedürftigkeit des Herstellungsland festgesetzt werden würden?
Steuererleichterungen für Leute, nach nachhaltigem Prinzipien kaufen?
Transparenz für alle, wer was kauft. Mit Social Score. Für jeden einsehbar?
Was wäre, wenn der Preis von Dingen an deren Herstellungskosten gekoppelt wäre? Fester Prozentsatz? Prozentuale steuerliche Aufschläge?
Kann es ein Ministerium für Werte geben?
Werte-Reminder beim Kauf? Transparente Produkte mit kompletter Herstellungskette? Direkt am Point of Purchase einsehbar?
3D-Drucker ermöglichen Produktion vor Ort und nur nach Bedarf. Kein Überschuss mehr, keine Transportkosten.
Selbst festgelegte Preisspanne? Man bezahlt das, was es einem Wert ist?
Wie kann man auch einkommensschwachen Menschen den Kauf nach nachhaltigen Werten ermöglichen? Bonus-System? Oder den Preis von Dingen nach Einkommen festlegen?
Was definieren wir überhaupt als Werte?
Neue 7 Todsünden?
Werte = Gemeinschaft & Ignorieren von Werten = Egoismus
364707 Melinda Baeriswyl 367013 Daniel Zäh 361179 David Goossens 365996 Matthias Ziegenhain 366192 Sebastian Oehme
Beobachtung / Melinda & Matthias
Reflektion / Matthias
Der Wandel zur postmateriellen Gesellschaft zeichnet sich nicht nur in ersten progressiven Innovationen im Bereich Social Business ab, sondern ist auch die logische Konsequenz aus den Megatrends Individualisierung und Neo-Ökologie. Ausgehend von der Idee den Begriff „Wert“ weiter zu fassen, als seine rein monetäre Bedeutung, diskutierten wir verschiedenste Ansätze wie eine "ethische Währung“ im Sinne einer neuen Form des Handelns aussehen könnte. Dabei galt es nicht nur, das rechte Maß zwischen Utopia und bereits existenten Ansätzen zu finden, sondern vor allem einen Bogen zu bereits bestehenden Technologien zu schlagen. Vielmehr definierten wir es als unseren Anspruch, mit dem Projekt einen realistischen Schritt in Richtung zu Zukunft zu gehen, ohne übermäßig fiktive Szenerien aufzumachen. Die zentrale Fragestellung: Wie können Unternehmen und Kunden zu ethischerem Handeln bewegt werden? Gibt es einen zukünftig einen kritischen Konsumenten 2.0, oder ist vielmehr das Gegenteil der Fall, weil die Schere zwischen arm und reich durch den Neoliberalismus noch weiter aufgeht? Kann in unserem Modell der Transfer der ethischen Komponente nur Add-On zum monetären Handel sein, oder kann er ihn sogar (teilweise) ersetzen?
Vor allem im Stellen dieser Fragen sehe ich für mich den mitunter größten Gewinn des Moduls. Das Abstecken des Rahmens im „Scope & Drill-Down“ ist nicht nur entscheidend für die Flughöhe der Innovation, sondern auch den zugelassenen Grad an Abstraktion. Im Hinblick auf das Endergebnis, ist gerade diese Zielsetzung entscheidend. Denn trotz tiefgreifender Diskussionen und zahlreicher anspruchsvoller Ansätze standen wir schon bald an einem Punkt, wo wir als Gruppe loslassen mussten. Einerseits, um in der Reduktion zugunsten der Verständlichkeit den Kern der Innovation zu fassen, aber auch, um den vorher definierten Rahmen nicht zu sprengen. Im Gesamtverlauf des Prozesses, aber vor allem nun in kritischer Distanz zum Endergebnis wiegt die Bedeutung dieser Punkte umso schwerer.
Reflektion / Sebastian
Konsum war einmal ein Zeichen der Freiheit und des Wohlstands. Man könnte fast sagen, er ist zum Treibstoff der westlichen Gesellschaften und aller aufstrebenden Nationen geworden. Wer etwas erreicht hat, will es auch zeigen. Doch hat dieser Konsum-Wahn auch seine Schattenseiten. Und diese werden im Zeitalter der Digitalisierung und frei verfügbaren Informationen immer deutlicher und bedenklicher.
Aus diesem Grund fand ich den Weg, den unser Projekt genommen hat, auch aus persönlichen Gründen sehr spannend. Ich setze mich schon seit langem mit meinem Konsumverhalten auseinander und versuche bewusster damit umzugehen. Angestoßen wurde ich dabei unter anderem einen Fabrikunfall in Bangladesh im Jahr 2013 und Dokumentationen über die Arbeitsbedingungen in südostasiatischen Fabriken aber auch durch das sogenannte “Minimalist Movement”.
Seitdem versuche ich vor allem bei Bekleidung nur Produkte zu kaufen, die in Europa oder zumindest nachweislich unter fairen Bedingungen hergestellt wurden. Allein dadurch hat sich mein Konsum stark beschränkt und mit wurde bewusst, wie schwierig es allein ist, beim Kauf alle wichtigen relevanten Informationen zu bekommen oder alternative Angebote zu finden.
Durch unser Konzept des komplett transparenten Produktionsprozesses, welche durch technische Entwicklungen im Bereich der Sensorik und Digitalisierung unterstützt werden, haben wir ein Szenario entwickelt, welches diese Probleme lösen könnte. Und dabei helfen kann, unseren Konsum bewusster zu machen, aber vielleicht auch bewusster einzusetzen.
Interessant war dabei vor allem die Vertiefung durch “Scope and Drill Down”, wodurch schnell klar wurde, dass die technischen Voraussetzungen die geringste Hürde darstellen, um ein funktionierendes System auf die Beine zu stellen. Vielmehr spielen Datenschutz auf Unternehmensseite wie beim Kunden selbst, gesetzliche Regelungen und das finanzielle Investment eine große Rolle. Weshalb wir versuchten Lösungen zu finden, damit dieses System nicht nur eine Utopie für besser verdienende “Gutmenschen” ist, sondern auch sozial und finanziell benachteiligte Teile der Gesellschaft mit einschließen kann.
Reflektion / Melinda
Wir leben in einer Gesellschaft, die für jedes Bedürfnis ein Angebot zu haben scheint. Es gibt nichts, was wir nicht online bestellen könnten. Die Anbieter heischen um die Aufmerksamkeit der Menschen. Die Kunden werden beschallt auf digitalen und anderen Kanälen und drohen in der Informationsflut unterzugehen.
Den Unternehmen geht es um mehr Wachstum, mehr Absatz, mehr Umsatz. Mehr mehr mehr. Und doch gibt es eine entscheidende Wende, die sich abzuzeichnen beginnt : ein Ruck hin zur postmateriellen Gesellschaft. Es ist nicht mehr so wichtig, von welcher Marke deine Sneaker sind, sondern vielmehr, ob sie von Kinderhänden zusammengenäht wurden oder nicht. Ein Wertewandel, der in den Köpfen stattfindet. Den Meisten ist klar, dass wir nicht so weitermachen können, wie bisher (siehe Statistik).
Das Bedürfnis nach sozial fairem und nachhaltigem Konsum ist heute nur mit hohem Aufwand zu befriedigen. Die Produktionsketten sind komplex und für den Einzelnen undurchschaubar. Manchmal steht Bio drauf, ist aber nicht Bio drin. Die Orientierung ist fast unmöglich.
Wir möchten diese Informationslücke mit unserem Angebot schliessen. Wir sind der Meinung, dass Technologie und Digitalisierung es bald erlauben werden, die „DNA“ eines Produktes bis zur kleinsten Komponente zu verfolgen und zu dokumentieren.
Durch ein Kodierungssystem möchten wir es jedem Einzelnen ermöglichen, gemäss dem eigenen Wertesystem konsumieren zu können.