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@leaaar
Am tripwolf Blog findet ihr Neues über unsere Reise-App, Berichte von tollen Reisen, Reisetipps aus aller Welt und alles was das Herz von tripwölfen höher schlagen lässt. We are hungry for travel, ihr auch?
Mein Hammambesuch nochmal in Schönschrift ;).
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Ich blogge jetzt auch für tripwolf, daher werde ich meine dortigen Einträge einfach hier verlinken ;)
Bye bye Marokko!
Back to Marrakech
Back to Marrakech
Back to Marrakech
Unsere letzten beiden Tage haben wir in Marrakech verbracht.
Da war es eigentlich relativ ruhig, da wir ja auch schon einiges gesehen hatten und uns entspannen wollten. Praktischerweise bekamen wir trotz unangekündigtem Auftauchens in unserem Riad ein Zimmer. Nach der Zugfahrt, die sich mit 5 Stunden dann doch etwas zog (Abteil, jeder ein Handy, einer sogar zwei die teils gleichzeitig klingelten, einer laut Musik am Laptop laufen und einer der eher in sein Telefon brüllte als hineinzusprechen), waren wir ziemlich platt und schleppten uns nur noch für einen Snack in der Imbissbude ums Eck aus dem Haus. Da gab es lecker Sandwich, wofür der "Koch" extra nebenan zum Metzger flitzte, um frisches Huhn zu besorgen. Beim Bezahlen wurden wir Zeuge eines besonders ausgedehnten "wieviel kann ich von den Touristen zuviel verlangen, ohne dass sie Ärger machen"-Nachdenkeprozesses, der Preis passte dann aber eh. Nach ein paar Fotos vom Dach unserer Unterkunft war dann auch Feierabend.
Am Freitag besorgten wir unsere Souvenirs, sehr zum Leidwesen von Robert. Ich mag die ganze Feilscherei immer noch nicht, aber so langsam genoss ich dann doch das Shoppen in den Souqs. So hatten wir dann irgendwann jeder seine Sachen, endlich auch mal falsche Ray Bans für 30 Dirham (Robert seine heisst "Ray Bam"! ), und fanden auch noch die beste Dachterasse am Djemaa für unser Mittagessen. Dabei probierte ich noch eine neue Tajine, und zwar Rindfleisch mit Aprikosen und Wallnüssen - süß und lecker. Von da oben hat man einen super Ausblick und wünscht sich ein Teleobjektiv herbei. Man kann die ganzen Schlangenbeschwörer, Affenabrichter und waghalsigen Autofahrer beobachten, die verzweifelt versuchen durch die Menschenmenge zu kommen und irgendwann entnervt aufgeben. Ab und zu setzt sich auch einer mitten auf den Platz und bleibt erstmal da, eine Praxis, die in Marokko auch gerne auf Feldern, in der Geröllwüste oder an anderen naheliegenden Orten praktiziert wird.
Abends suchten wir uns noch ein schickes Restaurant für einen gebührenden Abschluss unserer Reise, oberhalb der Derb Dabachi mit Blick auf selbige und marokkanischer Livemusik. War wirklich ein schönes Ambiente.
Heute morgen war es mal wieder nicht wirklich was mit Frühsstück, nachdem wir zu spät waren, Said noch ein paar Minuten brauchte und der Taxifahrer wieder zu früh auf der Matte stand, mussten wir etwas hastig dann aufbrechen. Selbiger Taxifahrer gurkte ordentlich in der Medina herum, weil irgendein Tor gesperrt war. Dafür war er gesprächig. Er fragte uns ob wir verheiratet seien, woraufhin sich eine ganze Konversation über Ehe im Westen und in Marokko, Scheidung, Religion etc. entwickelte, welche damit endete, dass er uns während er duch das reiche Palmeraie Viertel fuhr erklärte, wenn ich mit dem Studium fertig sei sollte ich hier ein Haus kaufen und Monsieur (Robert) käme dann auch mit ;). Ein lustiger Mann, generell hatte ich einige nette Gespräche mit Taxifahrern. Ob ich mir das Haus im Reichenviertel dann werde leisten können, werden wir ja dann sehen ;).
Nach dem 3h Flug und einer mitgebrachten Erkältung brauche ich jetzt jedenfalls erstmal Feierabend! Fotos folgen!
Moulay Bousselham mit Baghira
Moulay Bousselham
Moulay Bousselham
Dieses vermeintliche kleine Fischerdorf haben wir angesteuert, um nach den chaotischen Medinas von Marrakech und Fez sowie den vielen Eindrücken der Tour mal ein paar Tage abzuschalten. Wir fuhren also in Fez per Zug los und stiegen in Kenitra ins Grand taxi (Sammeltaxi) um. Das lief soweit alles gut nach Plan. Im Sammeltaxi standen wir dann zu vier Passagieren aus noch ungeklärten Gründen etwas rum, sodass wir uns mit dem marrokanischen Ehepaar etwas unterhalten konnten. Das heißt, zumindest mit dem Mann, da sie nichts sagte-ob das an mangelndem Französisch oder Schüchternheit lag, kann ich nicht sagen. Er lud uns jedenfalls bereits nach zwei Minuten mehrfach zu sich nach Hause ein und erzählte von seinem schönen Heimatort. Er habe in Strasbourg gelebt und sei in Moulay Bousselham jetzt bei Freunden eingeladen. Da ging dann die Tür auf und weitere Leute gaben an, mitfahren zu wollen. Nach meinen Infos fasst ein grand taxi auch tatsächlich sechs Passagiere, aber dieses war eben ein normales Auto mit vier Plätzen. Dann wurde mir klar, was das Kissen zwischen Fahrer- und Beifahrersitz sollte und die Dame vor meiner Tür von mir wollte- also quetschte ich mich als vierte Person mit auf den Rücksitz, während das zugestoßene Pärchen sich entsprechend gemeinsam auf den Vordersitz zwängte. Daraufhin ging es dann auch los, das Ehepaar neben uns sank sobald in tiefen Schlaf, sowie unsere Arme und das ein oder andere Bein, war immerhin alles ziemlich eng. So ging das ca. eine Stunde durch das flache Land entlang der Küste, gen Norden nach Moulay Bousselham. Dort angekommen mussten wir noch ein ganzes Stück laufen, und uns durchfragen, da der Taxifahrer unsere Unterkunft nicht kannte (oder keine Lust hatte, uns hinzufahren) und wir keine Adresse hatten auftreiben können. Beim Durchfragen bekamen wir mehrfach gesagt, das sei doch viel zu teuer da, für den Preise würde ER uns ein ganzes Appartment anbieten, wir könnten es uns doch gerne einmal anschauen.. Während des Gehens addierte sich zum kleinen Fischerdorf eine ganze Batterie sich ähnelnder Ferienhäuser von Europäern, überwiegend leerstehend zwecks Winter. Durch diese Häuserreihen hindurch erhaschen wir hie und da einen Blick auf das Meer. Irgendwann kamen wir dann in der Villa Nora an und bezogen, begleitet von einem schwarzen Blitz namens Nachbarskatze, ein sehr schönes Zimmer mit direktem Meerblick, da das Haus in erster Reihe zum Strand steht. Es war mal wieder etwas frisch, aber daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt.
Es stellte sich schnell heraus, dass eine Konversation mit der Haushälterin sich schwierig gestalten würde, da diese nur arabisch spricht. Ich versuchte mit Händen und Füßen zu erklären, dass wir abends gerne etwas essen würden (das muss man ankündigen), und hoffte auf das beste. Als wir später Richtung Abend dann ins Wohnzimmer runterschauten, trafen wir einen holländischen Vogelbeobachter aus Amsterdam, mit dem wir dann auch den Abend verbrachten, sowie den Chef im Haus, Mohammed, der für die britischen Besitzer das Haus verwaltet. Es stellte sich heraus, dass das Essenbestellen geklappt hatte, allerdings gab es keinen Fisch, wie erwartet, sondern Wildschwein, angeblich frisch geschossen von einem Freund Mohammeds. Der kleine Obelix im mir freute sich da natürlich sehr, und nach kurzem überlegen kamen wir zu dem Schluss, dass ein Wildschwein ja ein ganz anderes Tier sei als ein normales Schwein, dessen Fleisch hier wohl kaum auf den Teller kommt. Oder so.
Es schmeckte jedenfalls wunderbar. Leider ging/geht auch hier das' WLAN nicht, womit wir uns dann noch etwas beschäftigten. Nachdem aber klarwurde, dass auch das Telefon streikt, gaben wir auf und gingen pappsatt und schläfrig aufs Zimmer.
Ich lief temperaturbedingt erstmal schnurstracks zur Heizung, und bemerkte somit gar nicht, weshalb Robert hinter mir auf einmal lauthals anfing zu lachen. Mitten auf dem Bett saß ein kleines schwarzes Fellknäuel und schaute uns aus großen, grünen Augen an: der Nachbarskater. Da er sauber und lieb war, ließen wir ihn da, spielten und kuschelten mit ihm bis er sich an Robert schmiegte und ihm in den Hinterkopf biss. Da waren wir dann ein bisschen irritiert, aber es handelt sich um ein junges Katerchen, also dürfte das normal sein. Wir ließen ihn erst noch da, wobei ich jetzt etwas Angst vor ihm hatte :D. Beim zweiten Mal schmiss ich ihn dann unter großem Protest seinerseits raus.
Nachts wurde ich von einer Mücke an das nahegelegene Vogelreservat ( ein See) erinnert und die Fensterläden entwickelten ein geräuschvolles Eigenleben, da der Wind ziemlich stark geworden war und es zum Teil auch regnete, was sich leider durch den anbrechenden Tag ziehen sollte.
Robert kam dann relativ schnell auf die Idee, doch einen Tag früher als geplant wieder nach Marrakech aufzubrechen, da das Wetter hier keine Spaziergänge am Strand oder einen Besuch des Sees hergab, und wir auch ein gutes Stück vom Ortskern wegsind. Auch ist es echt bisl kalt im Zimmer. So ist dann jedenfalls der neue Plan.
Heute haben wir mit Lesen, Schlafen und Katzestreicheln und -erziehung verbracht. Das tut mir auf jedenfall auch mal gut, im Januar geht das Semester ja erstmal noch einen Monat auf Vollgas weiter. Das Katerchen haben wir Baghira genannt, da er echt aussieht, wie ein kleiner Panther. Er ist jetzt auch viel braver als gestern abend ;)..
Heute Abend freuen wir uns auf den im Vorfeld empfohlenen Fisch, direkt von hier, und entspannen noch ein bisschen, bevor es morgen zurück nach Marrakesch geht.
Falls es Verwirrung gibt wegen Datum und so, ich schreibe dies am 25.12., hochladen kann ich es wohl erst am 26.12..
Bis dann, Lea
Cats of Morocco
Ein Post zu Ehren der Katzen Marokkos ;)
Sonnenuntergang über Fez
Über den Dächern von Fez
In der Medina von Fez gibt es eine Unmenge an wunderschönen Toren und Brunnen.
Fez und Hammam
Soderle, wir sind jetzt also in Fez seit vorgestern abend, wobei es morgen schon weitergeht Richtung Küste,.. Fez wirkt ähnlich traditionell wie Marrakech, ist aber ruhiger und entspannter. In der Medina, wo wir auch unser wieder sehr schönes Riad haben, dürfen keine Autos und Roller fahren, nur der ein oder andere Esel drückt sich durch die Gassen. Fez hat die größte autofreie Stadtzone der Welt. Die Händler in der Medina lassen einen mehr in Ruhe, man muss nicht ständig irgendwas ablehnen oder jemandem erzählen, man habe schon gegessen. Die klebrigen, bunten, türkischer-honig-artigen Süßigkeiten die es hier überall gibt, müssen wir wohl irgendeinem Fassi (Bewohner von Fez) andrehen, da die dermaßen überzuckert sind und ihre Konsistenz unsere Zähne echt vor Herausforderungen stellt. Dafür gibt es lecker Schnittchen, sowas in Richtung Sahneschnitten und Eclairs, die sind superlecker und günstig. Robert Freut sich weniger über die hier wieder präsenten Schneckenstände und deren Duft, wieder einig sind wir uns bei den Sandwiches die aus allerlei Zutaten am Stand zusammengebastelt werden. Gestern hatten wir welche mit Ei, Süßkartoffel, Olivrn, Tomaten und Dosenwurst, die uns der Standbesitzer zusammenbaute, während nebendran die Einheimischen sich selbst bedienten und eigene Sandwiches füllten.
Ansonsten schiele ich weiterhin auf die plüschig-bunten Ganzkörperstrampler, die hier die weibliche Straßenmode zu sein scheinen. Gut, die meisten tragen nicht weniger pyjamaartige Zweiteiler, trotzdem hätte ich gerne einen Riesenstrampler im Zebralook, ich habe mit sagen lassen in Hipsterkreisen sei das the next big thing. Ist Mir aber noch zu teuer, 20€ allein für die Hose. Aber vielleicht lässt sich noch was raushandeln.
Jeeeedenfalls, nachdem ich das in Marrakech nicht geschafft habe, und es schon wieder hintenrunterfallen sah, wollte ich in Fez unbedingt in ein Hammam. Praktischerweise fand ich eins am Ende unserer Straße, wo ich auch nix mitbringen musste. Normalerweise sollte man nämlich mitbringen: seife, handtuch, schlappen, schampoo, peelinghandschuh, eimerkelle, plasikkamm, platikmatte oder hocker. Hatte jetzt weniger Lust das alles zu Touristenpreisen zusammenzusuchen und war froh dass dieses Hammam das auch alles da hat. Ein bisschen aufgeregt war ich schon, weil ich ja im Grunde keinen Plan hatte, was mich ablauftechnisch erwartet, wie ich mich verhalten soll und was man nicht macht.
Jetzt kam ich da also an, lief erstmal in den falschen Raum rein und wurde in die Umkleide geleitet. Dort sitzen dann schon allerlei Frauen und Kinder allen Alters in Unterhosen rum und ziehen sich um, entspannen nach dem Hammam oder quatschen einfach. Während der soziale Treffpunkt der Männer die Teestube ist, findet das soziale Leben und austauschen der Frauen traditionell im Hammam statt. Entsprechend laut ist es auch, die Kinder sind ja auch dabei. Jedenfalls gab ich etwas unbeholfen meine Kleidung und Tasche ab und wurde von einer aus Mangel einer gemeinsamen Sprache etwas wortkargen Älteren Marrokanerin in Unterhosen am Arm gezupft, ich solle ihr folgen. Ich bekam Badelatschen und lief ihr nach, zuerst in einen Raum voller Wassereimer, aus denen sich die Frauen wuschen, und in denen manchmal auch ganze Kleinkinder Platz fanden. Die ganze Wascherei fand unter großem Geschnatter statt, dass von den hohen feuchten Decken widerhallte. Ich wurde in den nächsten Raum geführt, der dampfend heiß war. Die Frau bedeutete mir, mich auf einen Plastikhocker zu setzen, und begann mir schwallartig mit der Plastikkelle heißes Wasser überzugießen. Ich saß einfach da, ein bisschen wie ein Kind, und ließ mir die Unmengen Wasser übergießen, war eh sehr angenehm. Die anderen Frauen fanden mich ein bisschen interessant, als einzige Fremde da, aber blieben eher mit ihrem eigenen Waschprozess beschäftigt. Man kann sich das jetzt nicht als sinnliche Szenerie vorstellen, ein Hammam lauter halbnackter Frauen. Sie schrubben sich alle Körperteile und gegenseitig den Rücken, tragen ihre Kinder herum oder unterhalten sich. Nach dem ersten Waschdurchgang wurde mir bedeutet, mich auf eine Steinliege zu legen, wo ich meine Gommage bekam. Das ist eine Art Ganzkörperpeeling mit einem entsprechenden Handschuh. Fühlt sich super an, wenn es nicht allzu grob ausgeführt wird. Danach fühlt man sich sauberer als je zuvor. Meine Dame machte das super, wenn sie auch etwas rabiat mit mir umging, was dabei eher dem Umgang einer Mutter mit ihrem kind entspricht, als einer vorsichtigen, sanften, westlichen BeautySalonAngestellten. War keinesfalls unfreundlich oder sowas, sonder einfach sehr praktisch orientiert-es ging ja ums waschen.
Nach der Gommage schüttete sie mir wieder Wasser über, wusch und kämmte mir die Haare (zu Seide!) und rieb mich mit einem duftenden Öl ein, was ich vorübergehend etwas enttäuscht für die vesprochene Massage hielt. Dann führte sie mich in den Warteraum/umkleideraum zurück, wo sie mich hinsetzte und ich erstmal nicht wusste, ob es das jetzt war oder was ich machen sollte. Meine haare waren natürlich auch klatschnass, ohne Fön hätte ich eh erstmal nirgendwo hingehen können. Irgendwann bekam ich ein siedend heißes Glas Minztee. Ein Mädchen sprach mich an und fragte meine Sprachfähigkeiten ab (‘Do you speak english?french?spanish?’), dann meinen Namen, und schwieg dann wieder. Irgendwann holte mich meine Waschfrau zu sich, und zeigte mir meine Masseuse. Die packte im Warteraum Handtuch und Kissen auf eine Sitzbank, mich drauf und ich bekam meine Massage. Wäre ich besonders anfällig für blaue Flecken, ich würde jetzt wohl recht übel aussehen, trotzdem war die Massage angenehm. Ungewohnt für westler dürfte sein, dass hier auch Brust und Bauch mitmassiert werden, war mal was neues. Als ich bei der Fußmassage lachen musste, fand sie das auch ziemlich witzig, sonst wirkte ihre Mimik sehr verschlossen. Da im Hammam leider kaum wer französisch spricht, im Gegensatz zu draußen, blieb ich die meiste Zeit stumm und schaute mich um, sofern das geht in einem Raum voller halbnackter Frauen, denen man ja auch nicht auf die Füße treten möchte. Nach der Massage föhnte sie mir noch die Haare, woraufhin ich mich endgültig sehr kindlich fühlte ;).
Dann wars auch schon rum und ich zog mich wieder Straßentauglich an, inklusive Kopftuch. Das Hammam ist insofern ein Kontrast zur Straße und auch für Westler, alsdass man den Eindruck hat, man achte in dieser Gesellschaft so sehr auf Den Umgang zwischen Mann und Frau und das öffentliche Verhalten der Frau. Und im Hammam sind alle halbnackt in einem Raum voller fremde, schrubben sich den Hintern und gegenseitig den Rücken und finden nichts dabei als seien alle ein Haufen Kinder. Während wir insbesonder bei Nacktheit eher scheu sind im KörperKontakt mit fremden, ansonsten aber mit Männern wie Frauen gleich interagieren, sind hier die Frauen untereinander deutlich vertrautere auch körperlich, doch halten sich von den Männern zurück. Diese wiederum bevölkern in Massen die Salons de thé, wo man kaum eine Frau antreffen wird.
Nach dem Hammam binden sich alle ihre Kopftücher wieder um und treten wieder auf die Straße.
Auf dem Weg zurück ins Riad war ich zum ersten mal allein unterwegs und bemerkte sofort die Vorteile männlicher Begleitung. Alleine unterwegs wurde ich auf dem Weg ins Riad mehrfach unbeholfen angegraben, wobei ich da laut Reiseführer echt schlimmeres erwartet hatte.
Zurück im Riad holte ich Robert und Steve ab, um nochmals die Kichererbsensandwiches zu suchen, an denen wir immer nur dann vorbeikommen, wenn wir tatsächlich schon gegessen haben. Wir fanden ein anderes Sandwich, wie oben beschrieben, und lungerten damit wie gute einheimische Jungs an einer Straßenecke in der Medina herum. Irgendwann quatschte uns ein Junge an, sagte uns wo ein Tor sei, wo eine bestimmte Straße und wollte für diese umfangreiche Informationsflut dann ‘Money money’ haben. Wir stellten uns doof, Steve erklärte wir seien Russen, da er nach unserer Sprache fragte, um dann Geld in dieser zu verlangen. Mit worten wie ‘da’, ‘babuschka’ und ‘nastrowje’ warfen wir dann solang um uns bis ich einen Lachanfall bekam und der Junge aufgab. Soviele Sprachen wie die mit Touristen in Kontakt stehenden Einheimischen hier sprechen, hätte das aber auch locker nach hinten losgehen können ;). Im Anschluss ließen wir aus Mangel an Beschäftigung von einem Restaurantschlepper zu einem Glas Tee auf seiner Terasse führen, von wo aus wir einen Ausblick über die Medina hatten. Den Abend ließen wir auf der Riadterasse ausklingen, bis es langsam echt zu kalt wurde. Die Jungs mussten ihr aufgeregtes Gespräch über Trashfilme schweren Herzens unterbrechen, und Steve verabschiedete sich von uns, da er nachts um vier den Zug nach Marrakech nehmen würde, von wo aus er nach Barcelona fliegen sollte.
Wir fielen erschöpft ins Bett, ich immer noch nach Massageöl duftend.
Tag 4 der Tour: Wüstencamp bis Fez
Am letzten Tag unserer Tour standen wir brav um sechs Uhr auf, als es rundherum noch stockfinster war. Es ging dann relativ schnell wieder auf die Kamele, um unterwegs anzuhalten und den Sonnenaufgang von einer Düne aus zu genießen. Der Aufstieg war vor dem Frühstück und kurz nach dem Aufstehen etwas anstrengend, da der Sand wirklich extrem fein ist und man stellenweise ganz gut einsinkt. Oben angekommen hat man aber einen feinen Ausblick und kann zuschauen wie das erste Sonnenlicht langsam über mehr und mehr Dünen schleicht. Steve stellte die Vergänglichkeit von Sandspuren fest indem er seinen Namen in den Sand trat, um von Flugzeugen gesehen zu werden. Allerdings war der Name binnen Minuten wieder vom Winde verweht. Nach dem Sonnenuntergang schoben wir unsere schon etwas schmerzenden Hinterteile wieder auf die Kamelsattel und zuckelten, die Sonne im Rücken, langsam wieder Richtung Merzouga. Dort angekommen flog uns wieder der Sand um die Ohren, sodass wir uns erstmal bei Frühstück und mit heißen Duschen aufwärmten. Der ein oder andere soll es auch ins Wifinetz geschafft haben, meinem niederen Handy blieb solcher Luxus aber verwehrt.
Omar machte sich sorgen, dass die Straßen im Gebirge, die wir noch vor uns hatten, verschneit sein könnten, daher drängte er auf rasches Aufbrechen, sodass wir bald wieder auf der Straße waren. Ich war nach sovielen Eindrücken langsam etwas geplättet und schlief erstmal ein. Unterwegs gab es wieder einen kurzen Fotostop über einem Tal, dass bis auf die zugehörige Oase recht Grand Canyon mäßig aussah. Mittagessen gab es in einem Hotel, warum weiss man auch nicht genau aber es gab lecker Kamelsandwich, frische Forelle aus der Region und für Robert eine lokale Geheimspezialität: Spaghetti Bolognese.
Im Anschluss ging es Richtung Gebirge, sehr zu meiner Erleichterung aber ohne allzuviele Serpentinen. Dafür änderte sich die Landschaft, bis hin zu mitteleuropäisch anmutenden, dichten Wäldern, mit Schneesprenkeln und allerlei wilden Hunden, die am Straßenrand offenbar einen Hundeblickwettbewerb abhielten. Wir besuchten dann noch kurz ein Waldstück, wo es ein Wiedersehen mit den Affen vom Djemaa el Fna gab, die dort wild leben und sich vom Tourismus und den zugehörigen Datteln ernähren, von denen wir vorher im Gebirge am Straßenrand eine ganze Kiste erstanden hatten. Affen faszinieren mich durch ihre menschenähnliche Gestik und Mimik immer wieder. Wir blieben allerdings nicht allzulange, da es doch recht frisch war in dem Wäldchen.
Der restliche Weg nach Fez sah mit seinen Ziegeldachhäusern und Wäldern so deutsch aus, dass man hätte glauben können, man sei auf einmal nach Hause gebeamt worden. Die arabischen Straßenschilder brachen diesen Eindruck letztlich doch etwas auf. Omar erklärte uns, dass die ungewöhnliche Bauweise auf die Witterung und den relativen Reichtum der Region Ifrane zurückzuführen seien. Er wolle aber selbst niemals hier hin ziehen, da die Leute anders arm seien. Sie würden ihre Nachbarn und Freunde gegen ein schickes Haus eintauschen, was letztendlich ein schlechtes Geschäft sei.
Die Einfahrt in Fez dauerte relativ lange. Unterwegs gab es einige Polizeikontrollen, welche Omar mit der Suche nach Drogen oder alkoholisierten Fahrern erklärte. Daraufhin erklärte er uns auch, was in Marokko so alles aus Cannabispflanzen hergestellt wird. Entsprechende Gefängnisstrafen inklusive. Man wird als Tourisr schon relativ oft angequatscht, und für die Polizeipräsenz sind die ‘Haschisch?’-Rufe doch ungeschickt laut, sollte man meinen.
In Fez verabschiedeten wir uns von Niki und Soraya, allerdings trafen wir sie eh gestern zufällig zum Mittagessen wieder-so groß ist dieMedina dann doch nicht. Steve nahmen wir mit in unser Riad, wo er feststellte, dass sein Flug erst einen Tag später ging als gedacht, also blieb er auch einen Tag länger in Fez.
Eigentlich wollten wir den Abend betont reizarm mit Büchern verbringen, um die Reizüberflutung der letzten Tag auszugleichen, allerdings fand an dem Abend sehr zur Aufregung der männlichen Bevölkerung das Match Casablanca-Bayern München in Marrakech statt, welches wir dann auch sehen wollten. Robert ist immerhin leidenschaftlicher Bayernhasser, und mich hätte es für die Marrokaner auch sehr gefreut, hätten sie gewonnen. Aber daraus wurde ja nun leider nix. So oder so hatten sich aller Fußballbegeisterten schon in die letzten freien Ecken der Cafes und Restaurants mit Fernseher gequetscht, manche starrten von außen durch die Fenster um noch einen Blick Auf den Bildschirm zu erhaschen. Wir ließen uns ein günstiges aber gutes Restaurant um die Ecke empfehlen, wo wir je nach davorstehendem Marrokaner mal mehr und mal weniger vom Spiel verfolgen konnten. Steve stieß irgendwann auch dazu, wusste seine Sympathie für die Bayern aber zu kaschieren. Nachdem das Spiel leider relativ schnell entschieden war, machten wir noch einen Zwischenstop an einem Bäckereistand (lecker schokoschnittchen für 20cent!) bevor wir uns in unser Zimmer verkrümelten. Feierabend.