Rückkehr aufs Eis: Russische Eiskunstläufer*innen wieder bei Wettkämpfen
Russische und Belarussische Athlet*innen dürfen ab der kommenden Saison wieder an internationalen Eiskunstlauf-Wettkämpfen unter der Organisation der Internationale Eislaufunion (ISU) teilnehmen. Bekannt gegeben wurde diese Entscheidung am 30. Juni 2026 von der ISU.
Damit wurde das seit Februar 2022 bestehende Teilnahmeverbot aufgehoben. Jedoch unterliegen die Sportler*innen weiterhin bestimmten Bedingungen bei der Teilnahme an internationalen Eiskunstlauf-Wettkämpfen. Ihnen ist nicht erlaubt nationalen Symbole zu zeigen. Darunter liegen beispielsweise die Russische-/Belarussische Flagge, die Nationalhymne darf nicht abgespielt und gesungen werden, sowie Nationalkleidung getragen werden. Außerdem dürfen die Athlet*innen den Ukraine-Krieg nicht öffentlich unterstützen und nicht unterstützt haben. Sie starten also von nun an neutral als Einzelperson bei Wettkämpfen.
Aber warum wurden die Russischen und Belarussischen Eiskunstläuferinnen überhaupt gesperrt ? Zum einen aufgrund des russischen Angriffs gegen die Ukraine im Jahr 2022. Davon waren allerdings nicht nur die Eiskunstläuferinnen betroffen. Auch andere Sportler, wie z.B Leichtathleten, wurden vom Leichtathletik-Weltverband World Athletics (WA) ebenfalls für internationale-Wettkämpfe gesperrt. Außerdem verstärkte der Dopingfall von Kamila Valieva die Kritik an Russland bzw. vor allem dem Russischen Sport. Russische Eiskunstläufer*innen sind schon seit Jahren für ihre herausragenden Leistungen auf dem Eis bekannt. Erst 2021 belegten die drei Russische Eiskunstläuferinnen Anna Shcherbakowa, Jelisaweta Tuktamyschewa und Alexandra Trusova bei der Eislauf-WM in Stockholm das Siegertreppchen - ein historischer Erfolg. Bei den Olympischen Spielen ein Jahr später in Peking gewann Anna Shcherbakowa den ersten Platz erneut und Alexandra Trusova den zweiten Platz. Die 15 jährige Läuferin Kamila Valieva hatte eigentlich den ersten Platz sicher und setzte sich mit dem Team gegen die USA und Japan durch. Doch dann wurde ein positiver Test auf das verbotene Mittel Trimetazidin gefunden. Trimetazidin ist ein antiischämisch wirksamer Stoffwechselmodulator der die Glucoseoxidation verstärkt und somit die Energiebereitstellung durch Glukose erhöht, was die Leistung des Herzens während des Trainings steigern kann. Trimetazidin steht auf der Verbotsliste der World Anti-Doping Agency (WADA) und wird des Öfteren im Leistungssport als Dopingmittel missbraucht. Trotzdem durfte Valieva als Einzelläuferin bei den Olympischen Spielen starten. Doch aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit stolperte sie unter Tränen in der Kür mehrfach und fiel von Platz eins nach dem Kurzprogramm auf Rang vier zurück. Bisherige Titel wurden ihr aberkannt und bis heute wurden ihr die Medaillen im Teamwettbewerb nicht vergeben. Die wohl bekannteste und meist umstrittenste Russische Trainerin Eteri Tutberidze wirft ebenfalls mit ihren harten Trainingsmethoden und der Verbindung zu mehreren Doping- und Belastungsdebatten kein gutes Licht auf den Eiskunstlauf. Der Tagesspiegel zum Beispiel nennt die Trainerin in einer ihrer Schlagzeilen "Das russische Schreckgespenst" und trifft es damit genau auf den Punkt.
Dadurch das die Russischen und Belarussischen Eiskunstläufer*innen in den Internationalen Wettbewerb zurück kehren, kann man davon ausgehen das das Niveau im Eiskunstlauf wieder steigen wird. Genauso werden vermutlich Debatten auftreten über Fairness, Politik und den Sport. Die Fortbestehenden Einschränkungen, also keine nationale Repräsentation bleiben bestehen.
Quellen: Mainpost, Sportschau, SRF, Eurosport, Merkur.de, Sport1, Russia Beyond, Olympics, DocCheck, Tagesspiegel
Von Lena Kistermann, 09.07.2026








