23.-31.August: Hawaii
Am Flughafen von San Francisco konnten wir beide es nicht glauben, dass auf unserem Flugticket wirklich Honolulu stand. Es ging nach Hawaii, für uns die Kirsche auf dem überhaupt schon wunderbaren Sahnehäubchen dieser Reise. Wir tranken genüsslich unseren Kaffee neben unserem Gate und überhörten vor lauter Vorfreude, dass unser Flug von einem anderen Gate aus losgeht. Als wir also 5 Minuten vor Ende selbstverständlich zum Boarding liefen, realisierten wir, dass der Flug nach Maui und nicht nach Honolulu geht. Wir rannten zur Anzeigetafel und waren erleichtert als wir sahen, dass der Flug nur auf das Gate gegenüber verlegt wurde. Nach unserem kleinen Schweißausbruch liefen wir schnell auf die Mitarbeiterin zu, die scheinbar schon sehnsüchtig darauf wartete, uns endlich zu boarden. Während des Fluges schauten wir auf die Weiten des Pazifiks und konnten es nicht erwarten endlich im Paradies anzukommen. Mit weiteren 3 Stunden Zeitverschiebung sind wir auf Honolulu genau 12 Stunden hinter Deutschland und somit auf der komplett anderen Seite der Welt. Es war schon ein komisches Gefühl aber einfacher für uns zum Rechnen, denn in Deutschland war es genau so viel Uhr, nur abends/morgens.
Mit dem Flughafen Shuttle ging es dann auf zu unserem AirBnB am östlichen Rand von Honolulu in einem ruhigen süßen Stadtviertel. Unser Host Mark kommt aus Deutschland und lebt seit 5 Jahren mit seiner amerikanischen Frau und gemeinsamen Tochter auf Oahu. Es war schön mal wieder mit jemand anderem deutsch zu sprechen als nur untereinander, vor allem, weil Marks Mutter aus Deutschland zu Besuch war. Wir richteten uns also bei 33 Grad und tropischer Luftfeuchtigkeit ein und waren froh, dass wir wenigstens einen Ventilator im Zimmer hatten, der jedoch eher die warme Luft zirkulieren ließ anstatt das Zimmer abzukühlen. Daraufhin machten wir uns auf den Weg zu einem nahgelegenen Supermarkt, um mal wieder ein paar Snacks für die nächsten Tage einzukaufen. Diesen Ausflug verbrachten wir zu 99% damit, unsere Köpfe zu schütteln und unsere Augen aufzureißen, denn von all den teuren Supermarktpreisen in Amerika hat Hawaii es auf den ersten Platz geschafft. 8,99$ für Milch, 6,50$ für eine Packung Chips usw. . Der Grund dafür: Die isolierte Lage der Insel im Pazifik führt zu höheren Transportkosten und zu generell hohen Boden- und Verwaltungskosten, die alle auf den Konsumenten zurückfallen. So entschieden wir uns für Müsli, Ersatzmilch (ganz schlechte Idee liebe Leute) und was eine Überraschung…Nudeln mit Tomatensauße. Zurück Zuhause konnten wir die Hitze nicht mehr aushalten und bewegten uns schwitzend Richtung Strand, welcher nur 500 Meter von dem Haus entfernt und kein bekannter Strand ist und somit ziemlich einsam war. Dies war eine tolle hawaiianische Begrüßung und machte uns gespannt auf die nächsten 8 Tage. Die erste Nacht war sehr unruhig, da ein heftiges Tropengewitter uns mehrmals aus dem Schlaf riss.
Der nächste morgen begann mit viel Aufregung, denn auf Hawaii haben wir uns vorgenommen ein Auto zu mieten, da wir uns dachten, dass es nötig sein wird, um die Insel flexibel erkunden zu können. Uns interessierte nämlich nicht das amerikanisierte Zentrum Honolulu und Waikiki, sondern die Natur der Insel O‘ahu. In Waikiki fanden wir vorab zum Glück genau eine Autovermietung, die an 18-Jährige vermietet, was für die USA sehr ungewöhnlich ist. Wir bekamen ein kleines Smart Cabrio für eine Woche, was für uns zwei perfekt war und das Parken auch wesentlich erleichterte. Als wir damit losfuhren, konnten wir nicht glauben, dass wir jetzt ein Auto hatten, mit dem wir uns frei auf der Insel bewegen konnten. Laura übernahm das Steuer, Thilo die Navigation, obwohl das manchmal nicht so ganz funktionierte, aber im Großen und Ganzen gaben wir ein gutes Team ab. Der erste Stopp war die Wanderung zu den Manoa Falls in den Bergen nördlich von Honolulu. Wir parkten unser Auto und gingen los. Der Weg führte uns eine halbe Stunde durch den tropischen Regenwald, was man neben der hohen Luftfeuchtigkeit, dem schlammigen Boden, dem grünen Dickicht und dem Vogelgezwitscher, leider auch an der hohen Anzahl von aggressiven Mücken erkannte. Laura wurde Opfer einer höchst schmerzhaften Attacke und zählte 25 Stiche, die eine unnatürliche Größe annahmen. Glücklicherweise konnte das der Anblick des sehr hohen Wasserfalls kompensieren. Es war sehr heiß und so hieß es nichts wie rein in das davorliegende natürliche Wasserbecken, in dem man bis unter den Wasserfall schwimmen konnte. Die Sonne kam raus und wir nutzten die Chance uns trocknen zu lassen, um danach den Rücktritt anzutreten. Da wir noch Zeit hatten, fuhren wir auf dem Rückweg am Waikiki Strand vorbei und genossen die Nachmittagssonne. Der Strand war jedoch sehr touristisch und deswegen auch nur einen Besuch wert. Zurück Zuhause gab es die alltäglichen Nudeln, bevor wir schlafen gingen.
Darauf den Tag entschieden wir uns Teile der Ostküste anzupeilen. Hanauma Bay, eine große Bucht, welche als Naturreservat ausgewiesen ist und ein riesiges Korallenriff beinhaltet, bietet eine tolle Möglichkeit zu schnorcheln und die Unterwasserwelt zu erkunden. Leider war es trotz eines Donnerstags ziemlich voll, sodass wir lange anstehen mussten, was sich jedoch sehr lohnte. Wir schwammen mit einem Schwarm von bunten Fischen über das Riff und versuchten viele Videos und Fotos zu machen. Nach zwei Stunden fuhren wir zu einem gesperrten, illegalen Wanderweg, welcher zur Spitze eines Bergs führte. Nachdem wir über das geschlossene Tor kletterten, rannten wir erstmal, um aus dem Blickfeld der Anwohner zu gelangen. Auf dem Weg kamen uns 3 Wagen entgegen, und jedes Mal rechneten wir mit Ärger, aber keiner der Wagen hielt an und stoppte uns. Oben schwitzend angekommen hielten wir unseren Atem an, als wir den Blick auf die Ostküste hinweg der Steinklippen sahen. Kristallklares, türkises Wasser, weißer Sandstrand, Palmen und die Weiten des Pazifiks. Dieser Anblick war der illegale Weg auf jeden Fall wert und es war eine Sache, die wir auf Hawaii unbedingt erleben wollten, da es nicht Viele machen. Ein toller Tag, der uns auf mehr solcher Momente freuen ließ.
Am nächsten Tag stand schon wieder eine Wanderung vor uns, dieses Mal jedoch die Schwierigste und Abwechslungsreichste: Waimano Falls. Wir starteten in einem Waldstück, was uns sogar ein wenig an Deutschland erinnerte. Ein Laubwald, trocken und hügelig. Danach fingen die Bäume an grüner und größer zu werden und eine steile Landschaft voller Baumwurzeln erstreckte sich vor uns und machte den Weg ziemlich tückisch. Umso näher wir an die Wasserfälle und Lagunen kamen, desto schlammiger und tropischer wurde es. Teilweise mussten wir uns an Seilen, Hänge herunterarbeiten und uns an Baumstämmen festhalten um voranzukommen, aber als wir ankamen wollten wir nur noch ins Wasser springen und uns abkühlen. Wir konnten an Seilen ins Wasser schwingen und von Steinvorsprüngen springen, was uns unglaublich Spaß machte. Dennoch genossen wir die tropische Atmosphäre, aßen etwas und ruhten uns aus, da der Rückweg nach oben sehr anstrengend werden würde. Nach einigen Kilometern bergauf, kamen wir endlich wieder am Auto an und fuhren noch etwas Einkaufen bevor es wieder nach Hause ging.
Samstag hatten wir viel auf dem Plan stehen, da unser Host uns vorschlug, die Ostküste entlang zu fahren und an einigen Punkten anzuhalten. Wir fuhren also früh los und besuchten als erstes den Makapu‘u Leuchtturm, zu dem man mal wieder hochwandern musste. Der Weg dorthin war jedoch gepflastert und dementsprechend einfach. Der Aussichtspunkt gewährte uns einen tollen Blick auf die Ostseite der Insel, die Bergkette entlang der Küste und den vorgelagerten kleinen Inseln. Wir genossen den Anblick und fuhren dann an den anschließenden Makapu‘u Beach, um uns hinzulegen und zu bräunen. An diesem Tag waren die Wellen hoch, das Wasser jedoch klar und hellblau, sodass Thilo nicht lange zögerte und sich mit der GoPro in die Wellen schmiss. Die eigentliche Ruhe des Strandes hielt nicht lange an, da die Studentenverbindung der Universität von Hawaii eine große Strandparty veranstaltete, bei der laute Musik, Essen und Trinken natürlich nicht fehlen durfte. Laura machte einen langen Mittagsschlaf, bevor es mit dem Auto dann weiter zu einem paradiesischen Strand ging, welcher jedoch nicht so leicht zu betreten war. Wir dachten zunächst, dass der Strand privat ist, wollten jedoch unbedingt dorthin. Unser Host erklärte uns aber vorher, dass alle Strände auf Hawaii durch das Gesetz öffentlich gehalten werden müssen. Dennoch haben die Leute ihre Häuser so nah am Strand gebaut, dass man nicht anders dorthin gelang, als knietief durch das Meer, entlang der Mauern, zu laufen. Angekommen schrieben wir Postkarten, gingen im klaren Wasser schwimmen und machten Fotos. Danach ging es wieder nach Hause und wir fielen hundemüde ins Bett.
Den Sonntag wollten wir eigentlich an der Nordseite der Insel verbringen, jedoch spielte das Wetter nicht mit und wir blieben den Tag über in der Nähe von Waikiki. Zuerst schlenderten wir ein wenig die Hauptstraße von Waikiki entlang und gingen in den ein oder anderen Souvenirshop herein, um zu sehen, was wir evtl. mit nach Hause bringen könnten. Wir wurden beide fündig und vor allem Thilo erfreute sich kurzweilig an seiner neuen Ukulele, die allerdings am gleichen Tag noch kaputtging (wir konnten sie aber umtauschen). Später gingen wir in das berühmte IHOP Restaurant, welches uns unserer Freund David empfohlen hat, um dort ein verspätetes Frühstück zu uns zunehmen. Nachdem unsere Mägen mal wieder voll bis zum Anschlag waren, war es Zeit uns wieder am Strand hin und her zu rollen. So fuhren wir zu einer kleinen, Laura- und kinderfreundlichen Bucht in der Nähe von Waikiki, an der es so gut wie keine Wellen gibt, das Wasser klar ist und der Sand unglaublich fein und weich. Außerdem konnte man von dort aus auf die ganze Stadtfront blicken, was uns beide allerdings nicht so beeindruckte, da wir Hawaii viel mehr für die wunderschöne Natur schätzten, als für den starken Einfluss der Staaten. Trotzdem war es ein ruhiger und entspannter Tag.
Die Zeit des Relaxens war aber schnell vorbei, da der Wecker am Montag um halb sieben klingelte, damit wir den Tag an der North Shore (Nordseite der Insel) nachholen konnten. Unser erstes Ziel war das Pacific Skydiving Center, wo Laura ca 1 ½ Stunden nach unserer Ankunft aus einem Flugzeug gesprungen ist. Noch auf dem Boden war Thilo viel nervöser und hibbeliger als Laura, denn für sie war es die Erfüllung eines langersehnten Traumes und somit einfach pure Freude statt Angst, die sie bewegte in dieses Flugzeug zu steigen. Nach einem 20-minütigen Flug, gefolgt von 60 Sekunden freiem Fall, kam sie stolz und voller Adrenalin wieder am Boden an. Nach kurzem Ausruhen, fuhren wir weiter zum Waimea Strand, der bekannt ist für einen großen Felsen, von dem man in das klare Wasser springen kann. Als wir ankamen, waren wir ein wenig verwundert, weil das Wasser alles andere als klar war. Aus irgendeinem Grund war an diesem Tag an der ganzen Nordseite der Insel das Wasser bräunlich gefärbt, weshalb wir auch nicht lange am Strand blieben. Wir ließen es uns aber trotzdem nicht entgehen von dem Felsen ein paar Mal ins Wasser zu springen, bevor unser Smart uns zum sogenannten Turtle Beach brachte. Der Name ist hier normalerweise Programm, jedoch leider nicht als wir ankamen. Weit und breit konnten wir nicht eine Schildkröte erblicken, trotzdem machte uns einer der Mitarbeiter darauf aufmerksam, dass an einem Strand ca. 15 Minuten von dort Schildkröten gesehen wurden. Also, wieder ins Auto und weiter geht’s. Wir legten einen kleinen Zwischenstopp an einem lokalen Mark ein, an dem wir endlich unsere Kokosnüsse bekamen, die auf Hawaii natürlich ein Must-have sind! Als wir an dem besagten Strand ankamen, sahen wir schon von weitem eine kleine Menschenmasse mit Kameras. Da wussten wir, dass dort etwas sein muss. Laura war aufgeregter als vor ihrem Feilschirmsprung, als sie die Riesenschildkröte auf dem Sand liegen sah. Aus dem Grund, dass wir noch sowohl zu der berühmten Dole-Ananas-Plantage, als auch zu einem Shrimp-Stand wollten, konnten wir nur ein paar Fotos schießen und mussten dann leider auch schon wieder weiter. Zuerst ging es zu dem Shrimp-Stand, der im letzten Jahr zum Besten von ganz Hawaii gewählt wurde. Anschließend mussten wir uns etwas beeilen, damit wir noch ein Ananaseis an der Dole-Plantage bekommen konnten, da diese kurz vor dem Schließen war. Trotz des Zeitdrucks schafften wir alles, was auf unserer To-Do-Liste stand.
Da der Tag an der North Shore so anstrengend war, wollten wir am letzten richtigen Tag bevor es weiter nach Vancouver geht noch einmal an die Ostseite der Insel, um einen Strandtag zu machen. Dies war leider nicht ganz so optimal, da es sehr viel geregnet hat und die Sonne nur selten zwischen den Wolken herausguckte. Naja, der Tag war trotzdem schön, denn wir sahen erneut eine Schildkröte und genossen trotz des Regens das klare Waser und die einmalige Aussicht auf den Pazifik.
Der Mittwoch war zwar der Tag der Abreise, aber trotzdem stand noch viel auf dem Programm. Aufgestanden sind wir um 6 Uhr, damit wir rechtzeitig und vor den Menschenmassen an Pearl Harbor ankamen. Wir starteten dort mit einem 15-minütigen Film über das Ereignis und Amerikas Beitritt in den 2. Weltkrieg. Danach ging es mit der Fähre zu dem Denkmal, der USS-Arizona, welches genau über dem Schiffswrack gebaut wurde, um an die hohe Zahl der Gefallenen zu erinnern. Es war ein unglaublich bedrückendes Gefühl zu wissen, dass man gerade über einem Wrack steht, in dem damals 1177 Soldaten mit dem Schiff untergegangen sind, als die Japaner den Hafen angriffen. Die danach anstehende Audio-Tour durch die verschiedenen Museen, die es dort gab, halfen uns mehr Informationen zu sammeln und die Gründe für dieses Ereignis vor Augen geführt zu bekommen. Es ist eine Sache in der Schule über die Geschehnisse zu sprechen, aber es ist nochmal ein völlig anderes Gefühl und Verständnis an dem Ort zu stehen, an dem all das passiert ist. Leider konnten wir nicht allzu lang bleiben, da wir unser Auto zurückbringen mussten. Nachdem wir dies taten fuhren wir mit dem Bus zum Diamond Head, ein Krater, der direkt neben der Stadt Waikiki aus dem Boden ragt und auf den man mittlerweile hochwandern kann. Die Wanderung war allerdings nochmal sehr anstrengend, da die Sonne knallte, der Wind im Krater selbst nicht stark war und der Weg sehr schmal und felsig war. Aber auch das haben wir mit Bravour gemeistert. Angekommen an er Spitze hatten wir auf der einen Seite einen wunderschönen Ausblick auf das Meer und auf der anderen Seite auf Honululu und Waikiki. Nachdem wir unsere letzte Wanderung beendet hatten, hieß es Koffer packen und auf den Shuttle warten, der uns abends zu Flughafen brachte. Als wir jedoch in der Schlange standen, um uns einzuchecken, kam ein Mitarbeiten des Flughafenpersonals auf uns zu und erzählte uns, dass unser Flieger 6 Stunden Verspätung hat. Der Flieger, mit dem wir hätten fliegen sollen ist wohl in Vancouver auseinandergefallen, so wie er das formulierte und somit musste ein Neuer organisiert werden. Die Fluggesellschaft versuchte alle genervten Passagiere mit einem 10-Dollar Gutschein für Essen zufriedenzustellen, was leider nicht ganz so gut geklappt hat. Immerhin besser als gar nichts, setzten wir uns in den Food Court und versuchten unsere Zeit totzuschlagen. Um 03:30 Uhr nachts konnten wir endlich in den Flieger Richtung Vancouver. Und so war auch schon die Zeit auf Hawaii schnell vergangen und es geht auf zu unserem allerletzten Stopp in Kanada. Hoffentlich geht es allen Zuhause gut! Bis bald- Thilo und Laura













