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Wir sind zurück!
Ausklang
Die Tage am Meer vergingen wie im Fluge. Wir bräunten uns zwischen zahlreichen russischen Touristen am Strand und erfrischten uns im Meer oder mit frischen Fruchtsäften. Sobald unsere Batterien wieder aufgetankt waren, packten wir unsere sieben Sachen und fuhren ein paar Stunden südwärts an den nächsten Strand.
In Mui Ne hatten wir dann genug vom dauerhaft hohen Adrenalinspiegel im vietnamesischen Verkehr. So beschlossen wir, unseren Edgar noch vor Ort zu verkaufen. Wir fuhren die Uferpromenade hoch und runter und präsentierten jedem Töffmech und -verleiher unsere Maschine. Die Angebote, welche wir erhielten, waren oft nicht sehr verlockend. Schlussendlich verkauften wir den Töff für 100$ an einen Motorradtourenanbieter, welcher Edgar immerhin vor seinem Reisebüro ausstellen will.
Weiter gings deshalb letzten Sonntag per Bus vom Meer nach Ho Chi Minh Stadt und schnell merkten wir, weshalb wir das Töffreisen genossen haben: Erst sammelte der Bus entlang der Hotelmeile zahlreiche Touristen ein. Als nach etwa 30 Minuten alle an Board waren machten wir erst einmal eine Viertelstunde Kaffeehalt, um dann zwei Kilometer später noch zum Tanken anzuhalten. Südostasiatische Gemütlichkeit, welche uns zum Glück nicht mehr aus der Ruhe bringt. Die Busfahrt war ansonsten sehr unterhaltsam, je näher wir Saigon kamen, desto mehr Mopeds schwärmten um den Bus herum.
In Ho Chi Minh Stadt verbrachten wir zwei Tage, akklimatisierten uns ans Grossstadtleben und organisierten unsere Rückreise in die Schweiz: heute Mittwoch fliegen wir nach Bangkok und am Freitagabend zurück in die Schweiz. Bevor wir jedoch hier ein Fazit unserer Reise ziehen, geniessen wir noch einmal feinen Streetfood in Bangkok. Resümieren können wir dann zuhause.
Vietnam
Der alte Töff und das Meer.
Geschafft, wir sind an der Küste Vietnams angekommen. Nach ein paar Tagen in Quy Nhon und Tui Hoa sind wir zur Zeit in Nha Trang und geniessen den Strand. Mehr Bilder folgen bald, erst wollen wir ins Wasser.
Good morning Vietnam!
Nach einer weiteren holprigen Dschungelfahrt haben wir die Grenze nach Vietnam ohne Probleme passiert. Kurz nach der Schranke erwarteten uns breite Prachtsstrassen gesäumt von Baumalleen. Diese dienen wohl nur zum Protzen, denn wenige Kilometer später gings auf der alten Ho Chi Minh Strasse wieder sehr unbequem weiter. Deshalb kommen wir nicht ganz so schnell voran, bewegen uns nun in kleinen Schritten Richtung Küste, wo wie wahrscheinlich in 2-3 Tagen sein werden.
Südlaos
Südlaos
Da es in Pakse nicht allzuviel zu Sehen gibt, fuhren wir am Sonntag in den südlichsten Zipfel Laos, wo wir zwei Tage auf den "4000 Islands" verbrachten. Auf einer dieser vielen Inseln im Mekong genossen wir richtiges "Lao-life", was soviel heisst wie "schnapp dir ein Beerlao, leg dich in den Schatten und lass die Seele baumeln". Nebenbei erkundeten wir die Inselwelt, sahen wunderschöne Wasserfälle und badeten sogar an einem kleinen Strand im Mekong.
Am letzten Mittwoch hatten wir dann genug vom süssen Nichtstun. Unter der Anleitung einheimischer Schwerlasttransporteure wurde unser Motorrad in ein kleines Boot (etwa halb so gross wie ein Weidling) gehievt und aufs Festland gefahren. Von dort brausten wir wieder gen Norden dem "Bolaven-Plateau" entgegen. Beim "Tad Lo-Wasserfall" verbrachten wir drei Nächte bei Bo und seiner freundlichen, laotischen Familie. Wir hatten sogar die Möglichkeit mit Bo und seiner Frau unser Abendessen zu kochen. Einmal laotisch: Pork-Curry mit Sticky-Rice, und einmal europäisch: Pasta mit Tomatensugo. Tagsüber besuchten wir wunderschöne Wasserfälle und badeten im erfrischenden Flusswasser.
Am Freitag fuhren wir hoch aufs Bolaven-Plateau, vorbei an vielen Kaffeebäumen, -bohnen, und -bauernhäusern. Wir verbrachten eine Nacht auf dem Plateau und machten uns gestern auf den Weg hinunter. Obwohl uns ein Niederländer vor der sehr schlechten Strasse warnte, machten wir uns guten Mutes auf den Weg, da wir schliesslich Schlaglöcher und Kiesstrassen bereits gewohnt sind. Anfangs gings dann auch wunderschön auf einer planierten Staubstrasse durch die Hochebene. Als die Strasse jedoch steil bergab führte war es vorbei mit der Idylle. Wir fuhren teilweise durch knietiefen Staub und Sand und über holprige ackerartige Wege. Manchmal mussten wir unseren Edgar (Name des Motorrades) sogar schieben. Nach dieser 20 Kilometer Ralley war Mirjams Gesicht braun und Lorenzs Bart grau vom Staub und Dreck. In Attapeu angekommen suchten wir uns ein akzeptables Hotel für die letzten zwei Tage in Laos. Unser 15-Tage-Visum läuft bald ab, deshalb ist es an der Zeit dieses schöne Land zu verlassen. Wir machen uns morgen auf zur vietnamesischen Grenze und freuen uns schon jetzt auf ein baldiges Bad im Meer.
Nakhon to Ubon
On the road
Nachdem sich der Töff-Kauf als so einfach erwiesen hatte, setzten wir uns bereits zwei Tage später (Samstag) auf unsere Honda und fuhren los. Wir waren etwas nervös, weil wir wussten, dass es nicht ganz einfach ist, sich im Strassenverkehr Bangkoks zurecht zufinden und noch weniger einfach, aus der riesigen Stadt rauszufinden. Auch dies jedoch war kein Problem und klappte ohne, dass wir uns verirrten. Auf dem Highway ausserhalb der Stadt konnte sich dann auch Lorenz etwas entspannen und Mirjam nahm ihre Aufgabe als Motorrad-Radio in Angriff. Den ersten Übernachtungs-Halt machten wir in Chachoengsao. Am Sonntag ging es weiter über einen weniger befahrenen Highway und durch einen Nationalpark. Unterwegs hielten wir, als wir einen Mann sahen, der gerade mit seinen Söhnen ein Töffli flickte. Wir baten ihn, mit Händen und Füssen, da auf dem Land niemand Englisch zu sprechen scheint, das Öl zu überprüfen und unseren abgefallenen Kettenschutz wieder zu montieren. Schlussendlich stand die ganze Familie um unsere Honda, es wurde "chluteret" und debattiert, ob wir es mit dieser Maschiene wohl bis nach Laos schaffen würden... In Nakhon Ratchasima verbrachten wir die zweite Nacht und liessen unseren inzwischen durchgerosteten Auspuff flicken. Am Montag fuhren wir die weite Strecke bis nach Prasat (nahe Surin). Dort fanden wir ein wunderschönes, kleines Hotel mit Pool, wo wir Mirjams Geburtstag verbrachten. Wir besuchten einen Markt nahe der kambodschanischen Grenze und genossen während den heissen Nachmittagsstunden den Pool. Am Mittwoch durften wir mit dem Besitzerpaar des Hotels eine Thai-Irische Hochzeit besuchen. Es war interessant zu sehen, wie thailändische Hochzeiten gefeiert werden. Die Abendunterhaltung glich einem Turnverein-Chränzli, geschmückt mit Auftritten von singenden Verwandten des Brautpaares (bei denen wir uns übers Geschlecht nicht immer einig waren.) Erstaunt waren wir aber vorallem auch darüber, wie viele westliche Männer mittleren Alters, zusammen mit ihren Thai-Frauen, in dieser Region Thailands leben. Den letzten Stopp in Thailand machten wir Nahe der laotischen Grenze in Ubon Ratchathani. Heute fuhren wir ohne Probleme über die Grenze nach Laos. In einer kleinen Stadt namens Pakse verbringen wir die nächsten beiden Nächte. Wir freuen uns, die schnurgeraden Strassen Thailands hinter uns zu lassen und den Süden Laos zu erkunden. Überigens haben wir hier bereits Zeugen der französischen Kolonialzeit gesichtet: Baguettes!!!
Unsere Honda mit Gepäck für 6 Wochen Südostasien!
Bangkok - Essen
Kathmandu
Kathmandu - Bangkok
Wir verbrachten unsere letzten Tage in Nepal in Kathmandu. Oder anders ausgedrückt mitten im Gemisch aus engen Gassen, verbranntem Müll, stinkigen Flüssen und stets konzentriert, um nicht von Motorrädern oder Rikschas umgefahren zu werden. Unser Hotel jedoch war in einem Innenhof, etwas abgeschottet vom Lärm und trotzdem in unmittelbarer nähe zur "Touristenmeile" Kathmandus, eine wahre Oase. Direkt hinter diesem Innenhof beginnt die Touristenmeile Kathmandus "Thamel". Hier reihen sich Restaurants, Souvenirläden und Anbieter von täuschend echten (aber erstaunlich günstigen) Mammut-Jacken aneinander. Vor allem das Restaurantangebot gefiel uns. So konnten wir wiedereinmal Brot essen, dessen Kruste knusprig war und im beheizten Saal des OR2K Hummus, Falaffel und Pitabrot geniessen.
Noch einmal besuchten wir in Kathmandu zwei wichtige Orte für die beiden grössten Religionen Nepals, den Buddhismus und den Hinduismus. Am Montagabend fuhren wir nach Bodhnath, wo sich eine riesige Stupa befindet, welche als wichtigstes buddhistisches Pilgerziel der Exiltibeter gilt. Wir liessen uns von der Masse treiben und gingen ein paar Runden um die Pagode herum, wie dies auch hunderte gläubigen Tibeter - betend, plaudernd oder telefonierend - tun. Am Dienstag besuchten wir Pashutpatinath, eine wichtige Tempelstätte des Hinduismus. Hier werden täglich duzende verstorbene Hindus zuerst mit dem heiligen Flusswasser des Baghmati gewaschen und danach an dessen Ufer aufgebahrt und verbrannt. Es war sehr eindrücklich zu sehen, wie diese Kultur mit dem Ableben einer Person umgeht. Es erscheint uns völlig absurd, dass im Flusswasser direkt unterhalb einer Plattform, auf der eine Familie gerade einen Angehörige bestattet, ein Strassenjunge die Aschereste nach Schmuck durchsucht.
Da uns die Luftqualität Kathmandus etwas zu schaffen machte, und die Temperaturen nachts immer noch sehr tief waren, entschieden wir uns am Mittwoch nach Bangkok zu fliegen. Der Flug verlief problemlos, sogar die anfängliche Sorge, dass Lorenzs Rucksack in Delhi geblieben ist, war unbegründet. Gerade als wir drauf und dran wahren den Flughafen zu verlassen und uns damit abfinden wollten, dass der Rucksack halt erst am nächsten Tag nachreist, wurden wir von einem netten Thai-Airlines Mitarbeiter aufgehalten. Scheinbar wurde nur ein Gepäckkontainer irgendwo auf dem Rollfeld vergessen.
Schon in Nepal haben wir in Erwägung gezogen, in Thailand ein Motorrad zu kaufen oder zu mieten, um Südostasien ganz ungebunden bereisen zu können. Dass alles aber so einfach und schnell geht, haben wir nicht einmal geträumt. Schon von Kathmandu aus haben wir Kontakt zu Roos aufgenommen, welche ihr Motorrad in Bangkok verkaufen wollte. Heute nun haben wir uns - nach einigen terminlichen und geografischen Komplikationen - getroffen, die Honda gecheckt und gekauft. Lorenz hat bereits eine Spritztour durch Bangkok gemacht, Fazit: erstaunlich organisiertes Verkehrsaufkommen und kein einziges mal die Hupe benutzt. Der Töff steht nun sicher in der Tiefgarage eines Hotels und wartet darauf mit uns ein par Abenteuer zu erleben.
Chitwan Nationalpark
Leopard gesichtet!
Bereits sind wieder einige Tage vergangen seit wir Pokhara verlassen haben. Zuerst fuhren wir per Localbus Richtung Süden, wo Nepals Flachland - Terai - liegt. Unterwegs machten wir einen Zwischenhalt in Tansen. Wir verbrachten dort drei Nächte bei Manmohan zuhause. Manmohan ist stolzer Bürger von Tansen, stolzer Tourismusdirektor und stolzer Gastgeber. Alles in allem etwas zu viel Stolz für unseren Geschmack, jedoch gefiel uns sein Gästezimmer mit Terasse und herrlichem Blick über Stadt und Landschaft. Tansen erstreckt sich über einen steilen Hügel, weshalb eine Besichtigung der Altstadt nahezu zur Klettertour wird. Uns gefielen die vielen alten Newar-Häuser und die Terrassenfelder, die die Stadt umgeben. Am letzten Donnerstag fuhren wir von Tansen nach Sauraha in den Chitwan Nationalpark. Die Fahrt war dank Lokalexpress und zahlreichem Umsteigen kurzweilig und unterhaltsam. Nach 2 Tagen Krankenaufenthalt konnten wir endlich auf die heissersehnte Safari im Nationalpark. Wir waren ganz gespannt und unsere Erwartungen waren hochgesteckt. Und tatsächlich hatten wir wahnsinns Glück: nachdem wir die erste Stunde dutzende Rehe und Hirsche bewundert haben, sahen wir ganz plötzlich einen Leoparden. Sogar der Guide war ganz aus dem Häuschen, da er in den letzten 9 Jahren erst zweimal einen Leoparden gesichtet hat. Als wir dann auch noch Nashörner aus nächster Nähe, Affen, Krokodile und einen Lippenbären sahen, war unser Tag gemacht und wir zeigten unsere Fotos stolz jedem der es sehen wollte oder auch nicht. (siehe Fotoserie weiter unten) Per Localbus fuhren wir am Montag nach Gorkha. Der Busfahrer hatte anscheinend wenig Zeit und raste so schnell er konnte (und es die Strassen und Abhänge daneben zuliessen). Das schnelle Fahren, riskante Überholen und ruckartige Abbremsen machte sich nicht nur in Mirjams Magen bemerkbar; sogar von den Einheimischen fand man später unverdaute Spuren auf den Sitzen und am Boden. Gorkha ist eine alte Königsstadt, deren Herrscher die eigentlichen Gründer Nepals waren. Wir genossen, die ruhigen Tage hier und die angeregten Gespräche mit unseren schwäbischen Zimmernachbarn. Morgen gehts bereits weiter östlich nach Kathmandu...
Welches Tier versteckt sich hier?
Hoch hinaus
Bereits ist unsere Zeit im Kindergarten vorbei. Unser Projekt "Spielmauer" konnten wir erfolgreich abschliessen. Die Kinder haben jetzt eine Mauer, mit einer kleinen Tür, einigen Fenstern, einer grossen Blackboard und zwei Bambusrohren zum Balancieren. Nachdem die Mauer stand, haben wir sie weiss gestrichen und tags darauf mit den Kindern bunt bemalt.
Zum Abschluss haben wir mit den Lehrerinnen und den Kindern einen kleinen Ausflug unternommen. Zusammen sind wir auf einen Hügel oberhalb des Camps spaziert, und haben dort Popcorn genascht. Mirjam hatte eigentlich die Idee Popcorn gleich vor Ort ueber einem Feuer zu machen. Da man jedoch in Nepal mit Brennholz sparsam umgehen sollte (Waldrodung=Erdrutsch) mussten wir die Idee leider begraben. Schlussendlich haben die Lehrerinnen die Verpflegung in der Kindergartenküche vorbereitet und in einen grossen Plastiksack abgefüllt. Mirjam erklärte daraufhin, dass warmes Popcorn im Plasticksack Kondenswasser bildet und daher feucht wird, worauf die Lehrerin fragte: "Is this good or bad?"
Letztes Wochenende haben wir uns ausrüstungsmässig aufs Trekken vorbereitet. Wir sind wiedermal nach "Lakeside" gefahren und haben Rucksack, Handschuhe, Kappen, Nationalpark-Eintritt etc. gekauft und die beste Pizza der Stadt gegessen. Am Sonntagnachmittag, gingen wir zum letzten Mal in den Kindergarten, um uns von den Kindern zu verabschieden. Während uns die Kinder zum Abschied zahlreiche Lieder sangen, liessen wir unsere Zeit an diesem tollen Ort noch einmal Revue passieren. Einerseits sind wir glücklich über alles was wir umsetzen und erreichen konnten (Vertrauen der Kinder gewinnen, Unterrichtsstoff vermitteln, Garten aufräumen, Spielmauer bauen, mit den Lehrerinnen und den Kindern diskutieren, spielen, lachen, singen...) andereseits traurig, da wir nun diesen so friedlichen Ort und die uns ans Herz gewachsenen Kinder verlassen müssen. Die Grossmütter sowie die Lehrerinnen beschenkten uns zum Abschied mit traditionellen tibetischen Khatas und Schmuck und wir mussten immer wieder versichern, dass wir eines Tages zurückkommen werden. Über die Fotoalben, die wir zum Abschied bastelten,freuten sich die Lehrerinnen natürlich sehr.
Am letzten Montag haben wir dann unsere Wanderrucksäcke mit Schlafsack und frischer Unterwäsche gepackt und sind per Taxi nach Nayapul gefahren. Die Annapurna-Conservation-Area ist für Trekker sehr gut erschlossen. Die Wege sind gepflegt und werden oft benutzt und zahlreiche Lodges säumen die bekannteren Touren. Aus diesen Gründen und auch um unabhängiger zu sein, haben wir beschlossen ohne Führer und Träger loszuziehen. Unser Ziel war es, von Nayapul (ca.1000m.ü.M.) den Poon-Hill (3280m.ü.M.) zu erklimmen. Am ersten Tag folgte unser Weg einer "Strasse", welche jedoch nur von ein paar adrenalinsüchtigen Jeepfahrern benutzt wurde. Ging es am Anfang noch gemütlich einem Fluss entlang, stieg der Weg gegen Ende des Tages immer mehr an, bis wir schlussendlich auch die letzten Reifenspuren hinter uns liessen und in unmotorisiertes Gebiet gelangten. Am zweiten Tag (nachdem wir uns zum Frühstück mit einem feinem Birchermüesli gestärkt hatten) stiegen wir dann unzählige Treppenstufen in den unterschiedlichsten Abmessungen hoch. Fast endlos schien der Weg durch Terassenfeldern nach oben zu führen (500 Höhenmeter innert 2 Stunden!). Jedoch wurden wir für das harte Stück Arbeit mit einer wunderbaren Bergsicht und einem feinen Teller Penne mit Tomatensauce belohnt (was von nun an unser tägliches Trekker-Abendessen war). Dass wir uns trotz der Höhe in tropischem Gebiet befanden, wurde uns am dritten Tag klar. Frühmorgens hörten wir einen Leoparden (oder so... :) ) brüllen, und während unser Weg durch dschungelartiges Bergland führte begegneten wir tatsächlich einer Horde wilder Affen. Da wir uns immer besser an die Höhenluft gewöhnten erreichten wir schon um 12 Uhr unser Tagesziel Ghorepani (2800m.ü.M). In einer gemütlichen Lodge bezogen wir unser Nachtquartier und konnten in der Dorfbücherei zwei spannende Krimis kaufen, um uns am Nachmittag zu verweilen.
Am Donnerstag zogen wir früh los um die letzten Meter (und zwar deren 400!) zum Poon-Hill zurückzulegen und danach den Abstieg in Richtung Ghandruk zu starten. Die uns an diesem Wandertag umgebende Flora hätte wohl nicht diverser sein können. Trockenwiesen, lichte Rhododendron-Wälder, dichte Bambusfelder, vereiste Bachläufe, moosüberwachsene Laubwälder. Mirjam dachte, dass es ab jetzt nur noch bergab gehen würde, da der höchste Punkt ja erreicht war. Falsch gedacht. Zum nächsten Übernachtungsort, Tadapani, gings zuerst noch einmal 300 Meter hoch, über einen Berg-Grat, auf der anderen Seite wieder runter und dann - weils so schön war - nocheinmal dasselbe. Wir konnten wirklich froh sein, in Burma die höchsten Pagoden erklommen zu haben, so hatten wir wenigstens etwas Training im Treppensteigen. Die letzte Etappe führte dann tatsächlich zum ersten Mal nur noch bergab, was jedoch bei schlechtem Wetter auch ziemlich anstrengend sein kann. Wir tasteten uns vorsichtig die rutschigen Steinstufen hinab und suchten Schutz unter den Bäumen, wenn wieder ein Hagelschauer vorüberzog. Schade, dass es gerade während unseres Trekkings regnen und hageln musste, während es anscheinend seit Oktober nicht mehr mehr als eine Stunde geregnet hat. Wir waren sichtlich erleichtert, als wir, innerhalb und ausserhalb der Regenjacke pudelnass, in Ghandruk ankamen. Zusammen mit 13 anderen Fahrgästen quetschten wir uns schliesslich in einen Jeep und genossen, so gut es ging, die abenteuerliche Fahrt nach Pokhara. Vor lauter Angst während der rasanten, wahnsinnig steilen Fahrt, vergass Mirjams Magen sein Reiseübelkeitssyndrom.
Zurück in Tashi Palkhel schnappten wir unsere Rucksäcke und fuhren in ein Hotel an der "Lakeside" wo wir endlich eine heisse Dusche geniessen konnten. Heute machten wir uns einen gemütlichen Tag und gönnten uns eine Massage bei den "Seeing Hands" (Institution mit sehbehinderten Therapeuten). Ab morgen planen wir unsere Weiterreise...
Fotos von unserer Trekkingtour seht ihr unten (3-teilige Serie).