Can I kick it?
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⁂
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Can I kick it?
"Naumanns Medienwelt" | #Naumann #Wulff #FAZ #Cicero | Vielleicht erinnert sich noch jemand: Der Cicero war mal hochgradig lesenswert. Kein Witz. Das war allerdings vor der Zeit von Herrn Naumann. Aktuell überrascht der Herr mit einer steilen These: Die "Ruchlosigkeit" einer anonymen Blogosphäre schade "dem Amt" und letztlich auch dem Gemeinwesen. Die "Causa Wulff" dient ihm dabei als Trojaner für ein Bashing eines durch Anonymität im Internet entfesselten Bürgerjournalismus. Ein alter Hut. Außer "lustigen" Fotomontagen und spöttelnden Blogposts ist mir bisher jedoch dabei nichts unter die Augen gekommen, was diese Annahme stützen würde. Aber vielleicht lese ich auch nur zu wenig? Falls jemand jedoch irgendwo einen anonymen und gleichermaßen presserechtlich bedenklichen Blogpost dazu findet, möge er mir doch bitte einen Link zukommen lassen. Ich weiß nicht, was Herr Naumann so für Blogs liest und welche "infamen Ruchlosigkeiten" ihm dabei im Hinterkopf hängen geblieben sind. Aus meiner Sicht ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild: Die schärfste Kritik kommt aus den etablierten Medien. Neben dem süffisanten Verriss von Nils Minkmar (siehe letzter Eintrag), schießt Berthold Kohler fast täglich dazu Kommentare ab (nachzuvollziehen in dessen "Timeline" unter www.faz.net), einer "gnadenloser" als der nächste. Selbst KTzG kam, zumindest was die Schussfrequenz angeht, weit besser weg. Derweil macht sich der Focus auf, entlang des Themas eine Sozialdebatte zu entzünden: 200.000€ Pension für Wulff/per Anno, lebenslang, wenn er jetzt zurückträte... Der Stern kommt mit einer satirischen Facebook Fanpage daher. Hohn und Spott soweit der Browser reicht. Der größte Knaller jedoch kommt unterschwellig mit dem heutigen Feuilleton-Aufmacher der FAZ daher (siehe Foto). Das dazugehörige Bild im Artikel, auf dem der BP gestellt und gestelzt, mit dem aufgesetzen Lächeln der Grinsekatze gerade seinen Garten bewässert, habe ich mir jedoch verkniffen abzulichten. Nur soviel: Selbst wenn auf der ganzen Seite in dicken Lettern "Verdruckster Kleinbürger" gestanden hätte, wäre das nicht annähernd so wirkungsvoll wie der Audruck dieses einen Fotos. Lieber Herr Naumann, in den etablierten Medien wird viel schärfer geschossen als irgendwo sonst. Und das ist auch gut so. Kein Facebook-Eintrag, kein Bildchen, kein Blogpost, den ich dazu gelesen habe, kommt dabei gegen die geschliffenen Verrisse, die ich bisher in FAZ&SZ wahrgenommen habe heran, noch gegen den Spott den der Stern publiziert. Letztlich finde ich in beiden Welten weder "Ruchlosigkeit" noch "Infamie", sondern lediglich berechtigte Verärgerung und Enttäuschung, die nur jeweils mit unterschiedlichen Mitteln zum Ausdruck gebracht wird. Packen Sie also Ihr "Thema" wieder ein, denn es ist keines.
...und brutzelt sich Christian Wulff ungehemmt über einem kulturjournalistischen Lagerfeuer knusprig. Dagegen wirkt die bisherige Zurückhaltung von Heribert Prantl glatt wie das Verhalten eines Schülers, der sich stilistisch windet, nur um mit einem Aufsatz beim Lehrer nicht anzuecken. Als ob der Ground Zero eines politischen Daseins in Deutschland, die Krönung der Demütigung, nämlich in einem Kontext mit Möllemanns Einkaufswagenchip-Affäre genannt zu werden, nicht schon genug der Schande wäre, fragt Minkmar auch noch spitz, was Wulff denn eigentlich in Kuwait zur Zeit des Anrufs für Dienstgeschäfte getätigt habe. Nachdem die Wurst dann im Feuer das richtige Röstaroma bekommen hat, pustet er nochmal fix in die Glut, um in der Resthitze die alte Knolle "Bild" mit dem Vorwurf durchzugaren, einen Artikel NICHT veröffentlicht zu haben. Kongenial! Da schmeckt die Wurst, da dampft die Kartoffel, da lacht das mediale Pfadfinderherz. Ich lege mich mal fest: Das Menü ist sowas von meinungsbildend-lecker, dass Mutti hier keine Chance mehr hat, und man ihr vielmehr nur noch zurufen mag: "Der nächste Herr, dasselbe Amt?!" Lesepflicht, mein Freund. Gute Nacht!
Der alte Mann und das Meer - Wie Leo Kirch die Deutsche Bank besiegte
Was für ein Drama!
Ein alter Mann sieht sich durch das unbedachte Auftauchen eines Hais in seinen Fischgewässern um seinen Fang gebracht. Er tobt und wütet.
Er besorgt sich ein Boot und zieht los. Ein gestrauchelter alter Fahrensmann segelt noch einmal hinaus aufs Meer. Er will ihn wieder haben, seinen Fisch. Er will ihn wieder haben, um des Wiederhabens willen. Der Fischer ist für seine Beharrlichkeit bekannt...
Petri Heil!
Fast 10 Jahre lang kämpft er sich durch die sturmgepeitschten Wogen des Meeres.
Justitias Wellen und der Wind der Medien nagen an ihm, seine Krankheit wirft ihn zurück, aber er gibt nicht auf. Er gibt einfach nicht auf. Das wäre ihm fremd.
Längst plant er nicht mehr für einen Rückmarsch, da er weiß, seine Zeit ist begrenzt, und bald geht es ihm nicht mehr darum, seinen Fang wieder zu bekommen.
Er plant um. Er will einen Hai aud dem Rudel, dass ihn einst um seinen Fang gebracht hat!
Abgekämpft holt er seine Fischernetze ein. Seine Kräfte schwinden. Er reißt sich noch einmal zusammen und bereitet stattdessen eine Angel vor. "Warum nicht die anderen beiden auch?", denkt er sich und mobilisiert seine letzten Reserven. Er grinst in sich hinein.
"Chancenmaximierung durch Streuung". Portfoliotheorie nennen "Die" das heute. Na dann.
Er grantelt weiter und bereitet drei Ruten vor. Er kennt die Haie. Jahrelang hat er sie beobachtet und sich von Ihnen sogar seine Fischschwärme zutreiben lassen.
Er weiß um ihre Wanderbewegungen, und er kennt ihre Schwächen. Er kennt sie sogar sehr genau, denn sie entsprechen seinen eigenen: Haie bestraft man nicht, indem man ihnen Fische wegnimmt, die würden einfach in andere Gewässer wechseln und dort weiter jagen. Haien muss man ihr Selbstverständnis rauben, um ihnen schaden zufügen zu können. Deshalb hängt er dicke Brocken aus Reputation, Lebensleistung und Anerkennung an die Angelhaken. Haie "beißen gut" auf Ehre.
Er wirft aus, macht die Ruten fest und ordnet sein Boot. Sein Werk ist getan. Er stirbt.
Die Haie sind erleichtert. Der alte Mann ist tot. Sein Boot dümpelt weiter in offener See und gerät in Vergessenheit. Die Köder jedoch hängen weiter im Wasser und werden umso argloser betrachtet je mehr der alte Mann Geschichte wird. Bald schweben sie einladend im Wasser.
Plötzlich beißt einer an! Ein Hai hängt am Haken!
Keiner drillt ihn, denn es ist ja niemand mehr da, der mit ihm kämpfen könnte. Aber er kommt auch nicht mehr los: Der Hai hat den Köder samt Haken zu tief geschluckt. Hilflos hängt er an der Leine und windet sich. Vorerst unbemerkt. Das Boot treibt jedoch Richtung Ufer.
Justitias Wellen bewegen sich immer in Richtung Landmasse. Langsam und bedächtig, dennoch unaufhaltsam.
Heute hat das Boot den Strand erreicht. Der Hai hängt immer noch an der Leine. Er ist erschöpft, er kann nicht mehr. Seine Victory -Flosse ist gebrochen und hängt schlaff entlang seines Körpers. Er darf weiterleben, aber er muss seine Zähne abgeben. Der Hai ist kein Hai mehr. Die Medien sind da. Es werden Fotos gemacht.
Big Game Fishing. Das ganz große Spiel. Der alte Mann hat es gewonnen, indem er seine Krankheit und letzlich gar den eigenen Tod dafür genutzt hat, Schwäche vorzutäuschen, sich im Stillen aber schon vorab der Macht der Elemente bewusst war, die auch ohne ihn weiterwirken würden. Die Haie hätte es wissen müssen, schließlich ist der Fischer schon immer für seine Beharrlichkeit bekannt gewesen...
Nun blickt er von seiner Wolke aus herab und lächelt. Er macht sich mit seinem Freund FJS ein Fass "Helles" auf. Aloisius begleitet dazu auf seiner Harfe.
"Luja, soag i, luja!" klingt es derweil leise aus vom Firmament...
Petri Dank!
Taken with instagram
#FAZ: "Adieu, Kameraden, ich bin Gutmensch"
Lesenswert!
#Konservatismus
Addicted to Facebook? (Taken with instagram)
#Wissen : #Medienmanagement am Beispiel #lastfm
Apropos #Gesellschaftstheorie: "Das Unbehagen in der Gesellschaft"
"...wird als eine Art Bestandsaufnahme des zeitgenössischen Diskurses über das Ich aus den intellektuellen Debatten kaum mehr wegzudenken sein." Psychologie Heute 10/2011
#Kioskkultur |cc @kulturvampir |
Fanpost: @ftd_de Well, jemand muss ihrem Writer mal top down einkippen, dass der mit einem cynical Spin zu delivern hat. Zurzeit ist der nämlich ein U-Boot, mit-ohne Sehrohr.
So pushy & core cool wie beim @beratersprech muss das sein. Mit Flow, Kollege.
Den süffisant destruktiven Style der Polit- Leitartikel konsequent und vor allem constantly in den Businesstalk geshifted zu kriegen, das ist das Main Target. Weil, würde ich kuscheln wollen, könnte ich at the end of day ja gleich das Handelsblatt lesen.
Aber als guter Project Lead hol ich Sie gern ab und kann Sie natürlich auch auf Sicht anschlauen, um just on the fly auch mal generös den Integrator zu geben:
Also habe ich out of the box mal ein "Best of #Businesstalk" als Guideline getrackt (war eh schon zu lange on hold):
http://t.co/D3KdFUqO
http://twitgoo.com/4kfiwz
Synergieeffekte, galore!
Jetzt klar, in welche Richtung das Wording zu gehen hat?
Execute!
Bevor der Sommer vorbei ist: 80er- Jahre Kindereis zum Selbermachen: #BraunerBaer Ichmagdie #Beef
Kaffeepost: Wie man #Foursquare durchspielt
Weiß ich auch nicht. Aber der @kulturvampir hat es geschafft.
Der "Endgegner" waren 100 zeitgleiche Mayorships. Und dann? Kam nichts. Garnichts. Es gibt keine extra Badges dafür. Plötzlich ist das Spiel vorbei.
Vielleicht haben die Macher nicht damit gerechnet, dass jemand jemals soviele Titel sammelt? Was auch immer. Auf jeden Fall hat er jetzt einen Location Based Service soweit hochgeprügelt, dass dieser am Ende ist.
Der Source Code ist alle. Leer. If - Then - Else? Nothing!
#Gamification in dieser Form ist nichts anderes als eine Art klassischen Rollenspiels: Sammeln, Züchten, Tauschen und sich mit anderen Spielern dabei in einen Wettbewerb begeben. Die Basis eines jeden erfolgreichen Spiels.
Früher hat Nintendo damit Mrd. umgesetzt und selbst in Krisenzeiten Mitte der 90er damit sehr gut verdient. Mit einer Idee, einem Konzept, das x-fach reproduziert und lizensiert wurde: Pokemon. Heute ist Zynga der Herrscher über täglich(!) mehr als 55Mio Facebook- User, die Viecher züchten und Pokerchips verdienen wollen. Aufleveln!
Bleiben die Belohnungen für das Aufleveln aber aus, geht die Motivation schnell runter. "No kicks, no effort."
Die besten Spiele sind dabei die, die es schaffen einen Spannungsbogen zu kreiern, so dass ein ausgewogenes Verhältnis Aufgaben/Fertigkeiten/Fähigkeiten besteht und das Aufleveln einen lineraren Verlauf nimmt, der bis zum Spielende niemals langweilig wird.
Das beste Beispiel dafür ist Nintendos Zelda-Reihe, der Branchenprimus, die Königsklasse im Single- Player Sammeln/Züchten/Tauschen- Kosmos. Die Story ist trivial, der Endgegner seit 25 Jahren der gleiche. Ganon. Wird einfach immer wiedergeboren, der Haudegen. Der Held, Link, dito. Was lockt also?
Der dramaturgische Aufbau des Auflevelns: man kann ganz gezielt an bestimmten Spots des Spiels Meilensteine erkennen, sehen, hinüberschauen, erahnen. Man kann sie aber noch nicht erreichen, da einem die passende Fähigkeit oder das Gadget fehlt. Das muss man sich erst noch erarbeiten...
So funktioniert perfekte Zielbindung des Spielers an die nächste Aufgabenstellung in einer Spielumgebung.
Aus dieser Anekdote und dem Verweis auf das "Inner Life of Games", drängt sich für mich die Frage auf: Wo will Foursquare eigentlich hin, bzw. wo kann es hinkommen?
Der Social Gaming Part wird bei anderen Diensten weit besser bedient, die Werbetipps sind müder Spam, auf den ich noch nie geachtet habe und der Kick versandet schnell.
Dass Google und Facebook es schaffen werden mit Check Ins irgendwie Geld zu verdienen, als Baustein eines Ökosystems, das glaube ich gern. Aber Solo- Kämpfer wie Foursquare?
Sehe ich nicht. Ich habe auch noch nie jemanden gesehen, der an einer Starbucks- Kasse sein Iphone zückte und einen digitalen Gutschein vorzeigt, um einen Gratis-Kaffee zu bekommen. Und wenn ich es sehen würde, ich würde vermutlich schmunzeln: In einer Coffee-Bude einen 500€- Smartphone- Boliden vorzuzeigen, um sich einen Gratis- Latte zu schnorren?
"Wäre mir komisch".
Staupost: Warum @meinpaket nicht mein Paket ist
Siehe: http://twitpic.com/6p9x2s
Ergänzend dazu in Stichpunkten:
-Was will DHL eigentlich? Was soll das Merkmal sein, das sowohl Händler aus auch Kunden dazu bringt, dort einzukaufen, bzw in ihren Multi-Channel-Pool mit aufzunehmen? Ich sehe hier kein Alleinstellungsmerkmal gegenbüber ebay, Amazon Marketplace, Tradoria. [siehe hierzu auch die guten Ausführungen zu zweiseitigen Märkten von @marcelweiss ]
Im Gegenteil: der Anmelde-/Checkout Prozess ist zäh, es gab mal eine “Zwangsmitgliedschaft” für die Packstationen (Error: Viele Kunden wollen das nicht, da ein zusätzliches, nicht unerhebliches Risiko bzgl. Skimming besteht).
- Diese Gutschein-Rabatt-Dauerpenetration nervt. meinpaket ist in den Augen der Kunden ein Portal, das im Regelfall ein höheres Preisniveau als ebay bietet (bei den gleichen Händlern) und das nur dann attraktiv ist, wenn mal wieder eine “Aktion” läuft.
Dann kommen die Core-Schnäppchenjäger, sprengen die Serverkapazitäten, bestellen alles weg, bis die Händler überfordert sind, die in laufenden Aktionen just mal die Preise hochsetzen, was wieder die Kunden verärgert. Da alles drunter und drüber geht und natürlich kein Abgleich der Bestände in Echtzeit erfolgt, hagelt es hinterher Stornos seitens der Händler.
Die Folge: abgenervte Händler, abgenervte Kunden. Es kommen nur die Käufer wieder, die “es nötig haben” sich mit überlaufenen Seiten und Stornokram zu beschäftigen: Core- Schnäppchenjäger, die auf die nächste Aktion warten… Kundenbindung in attraktiven Zielgruppen? Zero. Das kostet nur Geld und bringt garnichts.
-Wenn Gutscheine-/Rabatte, dann selektiv, so wie PayPal es macht: Es werden nur bestimnte Kunden mit individuellen Gutscheincodes versorgt. Das sorgt für gesunde Aufmerksamkeit und sprengt nicht die eigene IT- Infrastruktur, da nicht zu einer bestimmten Zeit so ein Ansturm herrscht…
Kundendaten (eMail) aus dem DHL-Privatkundengeschäft, die auswertbar und gezielt nutzbar wären, sollten schließlich ausreichend vorhanden sein.
- Btw. Was soll der Name “meinpaket” eigentlich? Den hätte ich schon im Brainstorming eingedampft. Kunden assozieren damit doch kein Shoppingportal, sondern eher einen Tracking/Tracing- Service wie paketverfolgung.info. et al.
Außerdem ist der Name international als Marke wohl kaum zu etablieren.
Ergo: falscher Name, falscher Zeitpunkt, falsche Zwänge, falsche Technik, falsche Strategie. Meinpaket wird noch etwas als Zuschussgeschäft im luftleeren Raum bei DHL rumschwirren und irgendwann beerdigt werden.
"Mr. Sub"
Blogpost: Abgesang auf den Abgesang auf Social Media
Nach dem Hype 'um' ist der nächste Hype wohl der Abgesang 'auf' Social Media. Nur weil Teile der Werbewirtschaft (ich bin so frei und fasse Social Media PR und Social Media Marketing mal darunter zusammen) enttäuscht sind, dass die erwünschten Effekte ausbleiben und offensichtlich noch enttäuschter darüber sind, dass das was bleibt, oftmals einfach und simpel entlang der Linien in den Marketingabteilungen der Unternehmen selbst abgebildet werden kann, heißt das noch lange nicht, dass irgendetwas "müde" ist. Netzwerke und Dienste, die einen Nutzen schaffen, der Wertschöpfung, der Wissensbildung, dem Austausch oder der kreativen Selbstdarstellung dienen, wird es weiter geben. Unabhängig von einem Nutzen dieser für die Werbewirtschaft. Diese Entwicklungen zu begleiten, zu analysieren, zu bewerten, sich dabei auch gern mal aus einer Anfangsbegeisterung heraus zu irren und falsch zu liegen, das bleibt. So what? Menschen nutzen Netzwerke weniger, sind weniger präsent. Na, das ist mit Freundeskreisen doch auch so: Man sieht sich irgendwann seltener. Werden deshalb "Freundeskreise" in Frage gestellt? Ist Sättigung mit Müdigkeit gleichzusetzen? Sind diese Entwicklungen jetzt weniger spannend und interessant, bloß weil einige Berater, PR-Leute und Marketer, die offensichtlich dachten, sie könnten durch das Überhöhen weicher Faktoren ("Dialog mit Marken") den 'Teufel' (Marketing-Controller) überlisten, jetzt die große Social Müdigkeit ausrufen? Nein. Cluetrain war immer nur ein Postulat, nicht mehr und nicht weniger. Jeder wusste das. Und in den guten Social Media Blogs, da, wo nicht nur feinste weiche Faktoren, wie der viel beschworene "Markendialog" auf eine Empore gehoben wurden, stellte man schon vor 2 Jahren fest: "Eines Tages kommt der Mann im Anzug und wird wissen wollen, was es kostet und was es bringt. In Euro und Cent. Wie kann man den Erfolg messen? Welche Methoden sind wirklich wirksam?" Soweit, so bekannt. Der springende Punkt: Der erwähnte Nutzen für die Anwender und die spannenden technischen Entwicklungen, die Netzwerke und Services voranbringen, der bleibt davon gänzlich unberührt. Der bleibt weiterhin berichtenswert. Somit hat es den Anschein, als wäre der letzte Verkaufsversuch, den manche Kräfte in dieser Branche zurzeit anstreben, der, eine generelle Social Müdigkeit auszurufen, nur um das Scheitern um die eigene, zu lange konservierte, Anfangseuphorie schmerzfrei überspielen zu können. Aber dem widerspreche ich: Es gibt gar keine 'allgemeine' Social Müdigkeit in der digitalen Welt, es gibt nur einen Social Kater innerhalb einer bestimmten Branche, die darin und daran verdienen möchte und die nun feststellt, dass der Kuchen nicht für alle reichen wird. Was sich allgemein abgenutzt hat, darin kann man sich schließlich nicht individuell geirrt haben? Nein. Wer einen "Summit" ausruft, der landet halt gelegentlich in einem "Canyon". That's life. Aber diesen Kater sollen die Betroffenen allein auskurieren, denn ich bin bestimmt nicht Social Müde, im Gegenteil.
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