Es war wie gewohnt. Alexander's Präsenz sprach Bände sobald er einen Raum betrat. Ob maskiert oder nicht: Er war definitiv eine Erscheinung. Die Masse richtete den Blick auf den scheinbar neuen, verhüllten Gast im schwarzen Anzug. Sie betrachteten ihn mit Neugierde und Verwunderung. Die Blicke sprachen unterschiedliche Sprachen. Sie sprachen von Neid und Begierde, jedoch auch von Verunsicherung und einer gewissen Faszination. Alexanders Schritte führten ihn geradewegs in Richtung Bar, während er die Augen die auf ihn gerichtet waren gekonnt ausblendete. Es interessierte ihn auch recht wenig, dass er so im Mittelpunkt stand und die Aufmerksamkeit seitens der Masse bekam. Das war nichts Neues für ihn, im Gegenteil. Und dennoch war er irgendwie froh darüber, dass die heutige Veranstaltung ein Maskenball war, wo er sich immerhin etwas verdeckt halten konnte, ohne überrannt zu werden. An der Bar bestellte er sich gleich ein Glas Champagner während er sich mit dem Ellenbogen an der Theke abstützte und sein maskierter Blick den Saal und dessen Publikum erfasste. Ein Großteil hatte sich bereits zur Tanzfläche begeben um paarweise zur klassischen Musik zu tanzen. Anmutig drehten sich die Männer und Frauen durch den Saal. Die melodischen Klänge weckten in dem Russen eine gewisse Vertrautheit und Sehnsucht. Alexander war der klassischen Musik nämlich seit seinen Kindertagen selbst sehr verbunden und war ein begabter und talentierter Klavierspieler. Wie im Automatismus tanzten seine Finger über die Theke, als wäre er es, der die Menge mit seiner Kunst verzauberte. Als der Ober ihm das Glas Champagner hinstellte, nickte er dankend und leerte es gleich in einem Zuge. Verwundert schaute der Mann im weißen Hemd drein und zögerte daraufhin aber nicht lange um das Glas des Russen erneut zu befüllen. Denn eines sollte man über Alexander Wolkow gewusst haben: Der Alkohol war ihm ein stetiger Begleiter. — WOLKOWSKAJA
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