Mein Kopf ist gerade komplett gegen mich. Ich weiss, dass ich nicht alleine bin, trotzdem schreit mich mein Kopf an. Meine Gedanken sind so laut, sie spielen verrückt. Falle immer weiter, ohne das mich jemand auffängt. Will ich aufgefangen werden? Oft ist schnell alles zu viel. Zu viele Menschen, zu viele Gefühle, zu viele äussere Eindrücke. Alles sauge ich wie ein Schwamm in mich auf. Niemand kann verstehen, warum ich so fühle. Hab mich immer schon anders gefühlt, als andere Menschen. Nie wusste ich warum. Dachte immer ich sei zu sensibel. Aber durch meine ganzen Erlebnissen ist mein Körper irgendwann in einen Dauer "Verteidigungsmodus" geraten. Um einfach zu überleben. Ich meine, kann man es ihm verübeln? Habe das Gefühl, dass es mir besser geht als auch schon. Trotzdem habe ich immer wieder so Momente, in denen die Dunkelheit mein engster Begleiter ist. Egal wie schnell und weit ich von ihr weglaufe, früher oder später hat sie mich eingeholt. Ehrlich gesagt ist das ein richtiges scheiss Gefühl, zu wissen, dass man nie davon entkommen kann. Gerade ist meine Depression wieder sehr präsent. Bin schnell eingeschnappt, wechsle schnell von Traurigkeit auf Wut, isoliere mich. Fühle mich heute richtig ausgelaugt, weil ich gestern viel zu viel Kontakt mit anderen Menschen hatte und keinen Ort hatte, um mich zurück zu ziehen. Als ich endlich zu Hause war, wollte ich nur noch schreien und weinen. Würde es gerne ändern, dass mir solche Sachen nichts aus machen. Für mich ist es teilweise eine richtige Herausforderung mich in eine Menschenmasse zu wagen, da ich Angst habe vor den ganzen Eindrücken die ich aufsaugen könnte. Da ich die Angst aber nicht gewinnen lassen möchte, versuche ich es immer wieder und leider bereue ich es in den meisten Fällen auch wieder. Gerade sitze ich hier beim schreiben und überlege mir, dass niemand, der mit mir da ist, eigentlich nachfühlen kann, wie es mir gerade geht. Habe den halben Tag gebraucht um mich einigermassen wieder aufzuraffen, trotzdem weiss ich jetzt schon, dass dieser Tag nicht reichen wird um mich zu erholen. Ich brauche immer so lange um mich zu erholen. Geniesse die Zeit alleine, trotzdem hasse ich es in diesen Momenten alleine zu sein. Alle meine Mitmenschen können alles nur noch falsch machen. Fühle mich dann oft so, als ob man keine Zeit für mich aufwenden möchte, da ich nicht wichtig genug dafür bin, ihre Aufmerksamkeit nicht verdient hätte. Muss dann selbst wieder auf resett drücken, um mich wieder regulieren zu können. Auch wenn ich weiss, dass es nicht so ist, dass niemand da ist, fühle ich mich doch jedes Mal verletzt und enttäuscht, da diese Wunden so tief sind, dass sie nach all den Jahren immer noch nicht vollständig verheilt sind.