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@peterduwichskopf
Das kleine Quokkamädchen hatte eine neue Freundin gefunden, eine Zebradame mit der es sich immer häufiger traf und dass es in sein Herzchen geschlossen hatte, das Bund der zweiten wurde - zumindest für das Quokka - in einer Nacht versiegelt als sie gemeinsam den Farbenjägern entflohen und in der kalten nassen Nacht sich in einem Dornenbusch unter einer mini Baumenkrone versteckt hielten. Keinen Laut durften sie von sich geben, die Gliedmaßen nicht bewegen und auch das Atmen musste geräuschlos und sparsam eingeteilt werden. Wie sie da so still lagen, nach schon wenigen Minuten komplett durchnässt und vor Kälte zitternd dachte dass Quokkamädchen bei sich, dass es schön ist einen Freund in so einer bedrohlichen Situation bei sich zu haben. Der Moment war etwas reines, etwas unberechenbares und dadurch fern von schädlichen Interpretationen des Gehirns, die dass Zusammenleben manches Mal so schwer machen. Auch wenn das Zebramädchen immer andeutete, dass das Quokkämädchen zuviel dachte und dass dies schädlich sei, oder albern merkte das Quokkamädchen alsbald, dass das Zebramädchen viele geheime Gedanken hegte, die sie ihm nicht mitteilte...Gedanken, die sich das Quokkamädchen nicht erklären konnte, aber das Zebramädchen handelte in manchen Situationen so undurchsichtig und komisch, dass das Quokkamädchen sich den Kopf zerbrach. Niemand traute sich die Gedanken anzusprechen, weil alles auf Vermutungen beruhte und viele der älteren oder in der hierarchie wichtigeren Tiere oft schreien, dass soviele Gedanken über andere Tiere eine alberne Zeitverschwendung seien...
“Ich bin kein gläubiger Mensch”...diesen beschissenen Satz habe ich mich immer wieder sagen hören, ich habe ihn so selbstverständlich in mein Selbstkonzept aufgenommen, wie man so manch Redewendung aufnimmt, weil sie einem als kompakte Erkenntnis-Erklärung sinnig erscheint. Das hab ich oft ganz intuitiv, ohne Zweifel, ohne überhaupt irgendeinen Gedanken an den Wert und die Bedeutung dieses Satzes zu verschenken, getan. Ja ich erinner’ mich an einige Situationen, die mich wohl, sogar in gewisser Weise überlegen haben fühlen lassen. Und dann schrieb ich letztens besorgt meiner Therapeutin, über die lächerliche Grundlage der Seretonin-Wiederaufnahmehemmer Studien, und darüber dass mir vielleicht ein wichtiger Bestandteil fehle, um erfolgreich ein Medikament in meinen Alltag zu integrieren. Es wäre ja nicht das erste, aber dieses mal sei ich informierter, kritischer, und hätte nicht mehr die unschuldige, unbelastete Hoffnung, die den placebo mäßig wirkenden Anteil eines Medikaments als Grundlage bräuchte. Das sei mir klar geworden als ich durch viele Erfahrungsberichte des Internets tingelte und schon anhand der Schreibweise erahnen konnte, wieso genau bei dieser Person das Medikament wirkte oder bei eben Anderen nicht. Das ist der Fehler der kritischen Intelligenz, die nach Fehlern sucht...sie zerstört die Hoffnung und damit den Glauben. Dieses Wort passt hier deshalb so gut, weil man bei einem Medikament den gleichen intuitiven Wunsch hegt wie in Zuwendung zu Religiösität, man sucht eine Macht, die einem schon hilft. Irgendwie halt. Irgendwas was man nicht so genau versteht, aber einem von der Verantwortung befreit. Pharmaindustrie oder Kirche, was macht das schon? Oder eher Wissenschaft oder Gott.
27.09
Verwundert sein über Veränderungen, die man nicht in die eigene Gleichung einzubauen, sich jemals erträumte
Irgendein absurd lustiger zwischenmenschlicher Moment, den ich in einer Bahnfahrt mit der S-Bahn mitbekommen durfte hing mir noch im Kopf, als er in die hinteren Ecken verdrängt wurde durch den erneuten Anblick der “Spuckerin”, als ich in die Straßenbahn umsteigen wollte. Seit es wärmer geworden ist lauf ich ihr öfter über den Weg...oder was heißt laufen, wir treffen meist in den Straßenbahnen aufeinander. Ich erinner’ mich an unsere erste Begegnung, ich war mit Natascha unterwegs, eine von den Personen die durch den gleichen Aufenthaltsort den Anschein von wachsender Freundschaft machen, die man aber schon ein Jahr später nichtmehr kennt und nie richtig gekannt hat. Wir waren also auf dem Weg zurück zur Klinik mit nem Beutel Weintrauben und zwei Flaschen Cola. In irgendeinem Film hängend, lachend liefen wir an den mintgrünen Sitzen vorbei und auch an dieser dicken Frau mit den krausen, grauen Locken auf dem Kopf, die hin und wieder den Blick auf ihre Kopfhaut freigeben. Müde sieht sie aus. Aber das ist mir sicherlich nur intuitiv aufgefallen. Mit greller Stimme, als hätte Jemand ihr die Stimmbänder mit Salz bestreut, schreit sie uns nach “ Darf isch was trönken?” ...kurze Irritation und das typische Ignorieren fremder Bedürfnisse, was wir alle ja sogut kennen, wenn wir einem Bettler seine Bitten abschlagen und mit unserer Mittelstandsmentalität weiter unserer Wege gehen, wird durch das permanente schrillende Bitten abgewürgt. Irgendwie hat sie was mitleiderregendes. Ich würd ihr ja was geben, aber dann muss es schon die ganze Flasche sein, wer weiß was sie hat? Also opfer ich den Beutel Weintrauben und schau ihr die nächsten 10 Minuten Fahrt dabei zu, wie sie genüsslich schmatzend eine nach der anderen in den Mund stopft. sie bedankt sich desöfteren und lächelt uns mit den krummen Zähnen, zwischen denen sich mittlerweile die Traubenhaut angesammelt hat, an. Als wir aussteigen speicher ich sie als irre aber lieb ab. Hier hat sie auch noch nicht ihren Spitznamen von mir bekommen. Das war im Winter 2014. Das nächste Mal, als sich unsere Reiserouten kreuzten war ich wieder in Begleitung, diesmal von einer echten Freundin. Fröhlich setzen wir uns in den Vierer neben sie. Ich frag wies geht. Da formen sich ihre Lippen erst zu einem schmalen Schmollmund der dann in eine aggresive Fratze über zuckt....” die Löute sagen isch sehe müde aus? Sehe ich müde aus? “ ....und erneut überkommt mich Irritiertheit..”vielleicht ein bisschen..” sag ich mildernd und werde in dem Moment nicht darüber gewahr, dass mein erster Eindruck von ihrer Person die Müdigkeit war. “ Wieso sagscht du sowas zu mia?????” ertönt ihre schrille halbe Stimme nun noch lauter. Angestrengt versucht sie die zusammengekniffenden Augen aufzureißen. Es dauert nicht sehr lange, ein kurzer Wortwechsel und meine Bemühungen sie irgendwie in ein Gefühl von Angenommenheit und Komfort zu reden, werden mit irrsinnig starrendem Blick und greller Stimme abgewehrt. Sie läuft wie ein bemühter übergewichtiger Pinguin zum Ende der Bahn, kramt eine Burgerkingtüte hervor, vermutlich von einem Reisenden achtlos aus der Hand gleiten gelassen, und erhebt sie drohend in unsere Richtung. “ Hiiier ischt ein Messör drinne!” . Sie sagt es mit solch Inbrust dass mein Verstand mir zwar sagt, dass das unmöglich ist, aber irgendwas anderes in mir ihr auf Anhieb glaubt. Also Rückzug? Irgendwie überfordernd...sie kommt ohne weiteres Drohen zielstrebig auf uns zu und spuckt. Nicht gekonnt, eher wie ein schmollendes Kind dass von seinem Vater ein Süßigkeitenverbot ausgesprochen bekam. Die Sabber läuft größtenteils an ihrem Kinn runter aber sie gibt nicht auf und ein paar fetzen von Tropfen fliegen durch die Luft. Eklig. Unfassbar Eklig. So eklig, ich kann garnicht sagen, wie ich es empfinde. Seither heißt sie so, obgleich ich sie niewieder habe spuckend erlebt. Meist weiche ich ihren Augen mittlerweile aus und schau durch die Straßenbahnscheibe während ich im Hintergrund die hilflosen Versuche anderer Passagiere höre, mit ihr halbwegs vernünftig zusprechen, manche versuchen sogar sie zu besänftigen. Oft schreit sie dann grell herum. Manchmal frage ich mich, ob es ein “davor” gab. Wie sie wohl als Kind in der Klasse saß oder mit Altersgenossinnen gespielt hat. Ob sie mal in einen ernstlichen Flirt verwickelt war. Ob ihre Person mal so aufgeräumt war, dass man, als Gesellschaftsgeprägter ihrer Person hätte greifen können...oder zumindest das Gefühl empfunden hat, man hätte sie greifen können..
manche Verhaltensweisen, die wir in dem intuitiven Problemlösen unserer Kindertage entwickelten, lassen uns immer mal wieder die Orientierung verlieren, überhaupt die Idee von einer Richtung in die wir gehen. Sie hüllen uns ein in das Gefühl, die Welt hätte keine Konsequenzen...und auch wenn wir diese schon damals ahnten, wie wunderbar war denn das Gefühl für einige kurze Momente nicht den Druck und die Last zu spüren? Ein Spüren, welches uns wohl durch das immer tiefere erahnen der Endlichkeit, gegeben ist. Unschuldig wie man war - ausgesetzt der Umwelt, den Umständen die so auf einen niederprasselten - ohne zu wissen, dass all dies und noch mehr, später dafür verantwortlich sein würde, wer wir glauben zu sein. Wer weiß? Hätte ich mich einigen Umständen entzogen, hätte ich eine Ahnung gehabt, welche tiefgreifenden Charaktereigenschaften sie mir bescherren würden? .....das Gefühl, der Konsequenzlosigkeit, hält nur nicht mehr so tief und lange wie es damals einen umhüllte. Schon sehr schnell. wenn man sich aus dem wohligen Gefühl ausrappelt und wieder seine vermeintlichen Lebensziele oder was auch immer “vor Augen sieht”, muss man sich rügen, wieder so einen Fehltritt zugelassen zu haben. Auch wenn man noch so fair mit sich ist, steht man vor dem Zwiespalt “ Tut mir die eigene Härte gut oder die lockere Leine?” noch immer ist man nur ansatzweise in der Lage die Folgen des Umgangs den man mit sich selbst pflegt zu bemessen, man hat schon manch’ Idee davon, aber weil uns manch erlernte Vermeidungsstrategie so angenehm erscheint - ganz unbewusst - sind auch unsere ach so bewussten Reflexion gefärbt, und irgendwas im Gehirn rechtfertigt uns immer wieder entgegen unserer Ziele zu handeln. Ziele die wir uns ebenfalls nichtmal selber aussuchen durften, Ziele die uns jeden Tag durch leuchtene Reklamen und euphorisch angesteckter Bekannter eingetrichtert werden. Und dann ist man ganz verunsichert, ob nun die eigene kritische Betrachtungsweise dieser Ziele wieder nur “Komfortzonen-rechtfertigungs-reflexionen” unseres vermeidungsanteilbehafteten Gehirnapperats sind, oder ob tatsächlich diese Ziele überflüssig zu sein scheinen. Aber....wen juckts, ob man nun geradeaus durchfährt, oder Schlängellinien macht, auf denen man noch mehr sprit verballert, oder immer wieder bremst und zwei Kilometer zurück fährt, aus Unsicherheit, aus Angst vor der neuen unbefahrenen Route...irgendwann sind alle Reifen abgefahren.
….es war einmal, ein Mädchen. Dieses Mädchen sprang in weißem Rüschenrock durch ein Lavendelfeld. Es trug keine Unterwäsche und so Gott wollte, oder europäisch geprägte Idealbilder ( Machtunterschied gibt es wohl keinen ), zeichneten sich ihre steifen Nippel ab. Durch den dünnen Stoff empor in Richtung Himmel . Volle Lippen, tiefe Augen, goldener Schnitt. Das Mädchen tanzte gern in Lavendelfeldern, denn sie hatte keine Angst vor Bienen und anderen kleinen Tieren, die normalerweise so in Feldern herumschwirren. Auch taten ihr die Sprunglandungen auf dicke Maulwurfhügel und kleine unberechenbare Steine zwischen dem Matsch nicht im geringsten in den Fußknöcheln weh. ( Und das wohlbemerkt, obwohl sie keinerlei Muskelatur in den Beinen besaß! ). Dieses leichtfüßige Mädchen bekam einen Werbevertrag bei Persil und starb einen frühen Suizid.
Oft ist es so, dass der Akt des Verliebens inszeniert wird, vom eigenen Wunsch mit Herzklopfen von der Person wahrgenommen zu werden, die man aus welchen Gründen auch immer begehrenswert findet. Manchmal ist das warme Gefühl im Bauch so stark und angenehm, das man annehmen mag es käme aus einer reinen Neigung. Dass jedoch unbewusst das Sehnen nach Anerkennung zusammenwirkt mit den von Umständen geprägten* Aufwerten des Gegenübers, ist eine Ebene die uns nicht in den Kopf kommt. *Erfahrungsschatz, Sozialisierung, die Trends des aktuellen Umfeldes entscheiden welche Atribute wir an Anderen gut finden. Nicht selten sehen wir in anderen Menschen eine Erweiterung unserer eigenen Person. Eine Erweiterung in dem Sinne, das wir die Eigenschaften bei Anderen, die wir selber gerne hätten, dann in dem “Bunde” als zu uns gehörenden Teil wahrnehmen. Also eine Aufwertung Unserselbst.
pt.1
Erster Spot ging nicht klar. Okay nach kurzem hin und her diskutieren weiter fahren. Nachdem wir das ganze Gelende abgelaufen sind, getrieben von jedermans eigener Motivation laufen wir zur Kiste. Plätze verteilen und dann los. Beim füllen denk ich noch, ach ...eben war n wholecar im Gespräch, also in Ruhe an den Ecken und Kanten feilen wird schon drin sein als kurzes Unterbrechen und Aufschauen der Anderen mich verharren lässt. Noch in der gleichen Sekunde, in der mein Blick nach links wandert um einen aufklärenden Gesichtsausdruck meines Nebenmanns aufschnappen zu können, wirft dieser hektisch gezielt seine Büchsen in seinen Beutel und sprintet los. Intuitiv überschwemmt mich die plötzliche kalte Ernsthaftigkeit des Moments und während ich laufe und das aggressive Gebrülle hinter mir höre, bleibt mir keine Zeit Gedanken die sich in Worten formen zu finden. Aufeinmal Stehenbleiben, Stromkasten, Beutel weg, Stütze und da hoch. Da ist dieser Zaun mit den ekligen angespitzten Enden aber auch für diesen Gedanken bleibt nicht mehr als das minimale intuitive Muskelverkrampfen, wenn man Schmerzen erwartet. Und in der nächsten Sekunde häng’ ich kopfüber vom Zaun, zieh mich aufrecht und zieh schon an meinem linken Bein bevor ich überhaupt verstanden hab dass es mit der Leggings am Zaun hängt. Weil irgend nen anderes Stück meiner Leggings am Arsch abgerissen ist, zieh ich weiter, noch im Glauben gleich würde das befreiende Ratschen kommen, welches mir mein Bein freigibt. Aber nichts tut sich. Neben mir sehe ich den Hintermann, gerade übern Zaun gekommen, im kurzen Zucken schon den Waldabhang hoch zu schießen und sich dann doch umdrehend und mit mir gemeinsam am Bein ziehend. Es passiert nichts und der Moment fühlt sich an wie Minuten. “Hilf mir” entweicht es in der adrenalin gepushten Panik und wir ziehen erneut und erneut, dann hebt er mich hoch und endlich löst sich was, dabei fliegt mein Schuh hoch und zurück aufs Gleisbett. Endlich frei läuft er sofort los und als ich den Boden unter mir spüre hetze auch ich den Waldabhang hoch mit dem kurzen Gefühl von Hoffnung durch die Befreiung aber ebenso schnell eintretener Ernüchterung über den Rückstand und den verfickten verlorenen Schuh. Drehe mich kein einziges Mal um, weil ich die Bullen so nah hinter mir wähne spüre beim Rennen den Impact auf dem unbeschuhten Fuß bei jedem Schritt aber auch dafür bleibt keine Zeit. Weiter Weiter , alles schwarz nur hin und wieder sieht man etwas Licht durch Äste einfallen. Dann eine langsam gehende Silhouette ...ich rufe flüsternd und bin froh sie eingeholt zu haben. “Komm wir müssen schnell weiter, die sind gleich da” ...”ich kann kaum atmen” ...”wirf deinen Beutel mal weg” ...nach zwei Metern entscheiden wir den nächsten bewachsenen Abhang hoch zu flüchten, keine Idee davon wo wir sind und wohin wir in die Dunkelheit gelangen laufen wir motiviert los. Es ist als ob wir erst in diesem Moment das starke Schütten bemerkten, man kommt kaum voran, rutscht immer wieder ab, verliert den Halt, fliegt längs hin und rutscht noch weiter runter. Ich greife einen Ast und will mich daran hochziehen als dieser aus dem Gestrüpp indem er anscheinend rumlag, rausgleitet und ich wieder zurück falle. Es bleibt nichts als die Finger in den dunklen Abhang zu graben und mit aller power versuchen hochzukommen. Neben mir höre ich die gleichen Fall und wieder Aufstehgeräusche. “ Komm, weiter schnell weiter “. Nach wieder gefühlter Ewigkeit kann man sich wieder Aufrichten und sieht Himmel, wir stehen inmitten von Dornen und hochgewachsenem Gras und können die Umgebung erkennen. “Weiter!” ruf ich als sie neben mir immer wieder zur Seite kippt. “ Alles klar?” ...”ja...schon..ich krieg kaum Luft” ...”komm gib mir deine Hand, los” und ich greife ihre latex-behandschuhten Finger . Langsam wird ihr Schritt wieder koordinierter. Ich merke noch wie sich Dornen durch meine Socke bohren und hab wieder diesen Moment des Muskelkrampfens, als ich endlich irgendwo hinten einen Baum erkennen kann. Mit erneutem Kurzzeitziel verschwindet jede Regung zum Thema Fuß und wir rennen los, der Baum wächst inmitten von Sträuchern, Brennnesseln und Dornen und wir graben uns hindurch bis zum Stamm. Hinter uns müsste eine dicke Spur niedergetrampelter Pflanzen sein. “Ganz flach hinlegen, keinen Mucks “...es dauert zwei Anläufe bis wir die Beine irgendwie geordnet haben und eine Position finden die es erlaubt mehr als 3 sekunden zu verhrarren. Das Herz rast und zum ersten Mal suchen die Augen bewusst nach unseren Verfolgern. Ganz weit entfernt hört man Autorasen und sieht Lichtkegel aufflackern. “Okay ich glaub sie kommen in unsere Richtung, wir müssen ganz ruhig sein”. Es vergehen die ersten Minuten als ich zum ersten Mal bemerke dass es kalt ist. Neben mir ein ordnen von Eastpak und Kamera und immer mal wieder das Bein anziehen. Der Regen ist krass. Ich leg meine Vermummung übers Gesicht und denk noch kurz “bestimmt läuft mir die Wimperntusche an den Wangen runter”, als ich wieder suchend nach den Lichtkegeln herumschaue. Wir können eh nur abwarten und ich bin hin und hergerissen ob ich sehen will was passiert um im Notfall noch was machen zu können, oder ob ich die Augen zu machen soll. Es dauert nicht lang als die ersten Viecher uns stechen und wir komplett nass, die Schwere der Kleidung spüren. “Ist dir kalt?” ...”schon, aber es geht noch”... “Ich bin dem X so dankbar....ohman, ich hätts ohne ihn niemals geschafft...ich hing da einfach...” und nach kurzem Austausch des jeweiligen Erlebens des Fluchtbeginns sinnieren wir darüber, wie es den anderen wohl geht, eigentlich ziemlich sicher dass sie weg gekommen sind. “Ich bin froh das wir beieinander sind!” ...”Ich auch man...scheiße...” “ich wäre so aufgeschmissen gewesen, hab nichtmal n handy oder was..”..”ICH wäre aufgeschmissen gewesen, hätte garnicht gewusst was ich tun soll,auch das mit dem Baum...uff”..”ja einfach gut das wir uns wieder gefunden haben”. Es vergehen viele Minuten und ich ertappe mich dabei mir meinen Nachhauseweg vorzustellen. In einer Stunde sich durch dieses wilde Gebiet kämpfen, humpelnd ...vielleicht erst irgendwo viele Stunden später verloren eine Bushaltestelle oder so findend. Oder hier verharren bis in die Mittagsstunden und dann in dieser Aufmache zurück zum Bahnhof...stelle mir vor, wie ich den irritierten Blicken der Pendler ausweiche wenn sie mich ohne Schuh und voll mit Dornen und anderem Gestrüpp beobachten, durchlöcherte Hose. Nicht schlimm, werde dann sicher einfach in die Pennerkategorie gesteckt haha...und überhaupt, hauptsache wieder nach Hause kommen. Es wird immer kälter. “Lass uns an ne Insel denken...irgendwie an son warmen Ort, andem es gerade angenehm ist, so einen erfrischenden Regen zu spüren”. Das Zittern wird tatsächlich weniger. Aber nur wenn ich mich mit aller Kraft konzentrier. Eng umschlungen liegen wir so noch mehr als eine Stunde, als es anfängt hell zu werden. “Lass uns versuchen die Anderen zu erreichen..”. Handy wieder an. “AH! sie haben geschrieben....>liege im Bett, muss an dich denken...vermisse dich..< und >kommst du heut noch zur party??<...wir brechen in Gelächter aus. Diese ganze absurde Situation. “Ok, die sind scheinbar weg gekommen, Falle wäre glaube ich anders..” . Gespannt warte ich das Telefonat ab. “ Ja wir sind zusammen...ja ....was...ach du kacke...ja okay, aber wir müssten durch den Bahnhof zurück...wirklich...” . “Okay und? wie sieht es aus?” ... “Y hat sich verletzt...er muss ins Krankenhaus...wir müssen jetzt zum Auto zurück. “ ..”Wie soll das denn gehen? dann müssen wir da wieder komplett zurück und durch...das ist toodesaufällig,...hast du uns mal angeguckt??” “Y meinte, er sei auch dalang mit zerissenem Shirt und allem...”