Und zu allem Ăberfluss, hilft einem die Gesellschaft da auch nicht wirklich weiter. Man fĂŒhlt sich als Kinderwunschpatient ja eh schon wie auf dem Abstellgleis. Aber wenn man jetzt auch noch diesen Schritt geht, ist man ja quasi schon kriminell⊠Das Schlimme ist â keiner kann uns wirklich verstehen, aber alle haben eine Meinung. NatĂŒrlich meint es niemand böse, aber es ist trotzdem kaum zu ertragen. Und es ist unglaublich wie viele âFreundeâ einem trotzdem noch regelmĂ€Ăig das GefĂŒhl vermitteln, dass es eigentlich doch nur an mir liegt, weil ich nicht entspannt genug bin und meinen Kopf nicht ausschalten kannâŠ
Ganz ehrlich: Das ist das SCHLIMMSTE was man als Kinderwunsch-Patient ertragen muss! Und es hört nicht auf!!! Dieses GefĂŒhl vermittelt zu bekommen, dass man doch eigentlich alles selbst in der Hand hat⊠Wenn ich krank wĂ€re, wĂŒrde niemand kluge SprĂŒche klopfen. Aber wir kriegen es ja einfach nur nicht hin. Etwas, was andere mal eben so geschafft haben. Ohne sich Gedanken ĂŒber Konsequenzen machen zu mĂŒssen. Ich habe mich noch nie so unverstanden gefĂŒhlt, wie bei diesem Thema. Und wenn ich nicht so einen groĂartigen Mann hĂ€tte, wĂ€re ich mit Sicherheit schon vor Jahren zusammengebrochen, oder ausgerastet.
Mittlerweile redet aber kaum noch jemand mit uns ĂŒber das Thema. (Ausgenommen sind hier natĂŒrlich unsere engsten Freunde, die immer fĂŒr uns da sind!) Ist mir fast sogar lieber so, da es einen eigentlich eh nicht weiter bringt. Andererseits bin ich immer wieder entrĂŒstet und enttĂ€uscht, dass es scheinbar nur wenige kĂŒmmert, wie es uns geht. Alle wissen, dass wir jetzt diesen Termin in Spanien vereinbart haben und damit ist das Thema erst mal vom Tisch. Dass es uns damit vielleicht auch nicht gut geht und wir uns noch viele Gedanken und Sorgen machen â darĂŒber denkt keiner nach. Man hat das GefĂŒhl, dass es keiner mehr hören kann. Und ob mir alle ihre ehrliche Meinung zu dem Thema sagen, wage ich auch zu bezweifeln. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das wirklich alle so entspannt sehen und keine Bedenken haben. Aber es traut sich vermutlich keiner, diese zu Ă€uĂern. Dabei wollen wir doch ehrliche EinschĂ€tzungen hören. Ich brauche keine Freunde, die mich in Watte packen, weil sie meinen, dass ich genau diese Antwort hören möchte.
Vielleicht bin ich aber auch selbst schuld. Ich habe immer die Starke gespielt und selten meine wahren GefĂŒhle geĂ€uĂert. Aber ich weiĂ auch warum â weil mich eh niemand versteht. Und weil ich Angst habe, dass man in so einer Psycho-Schublade landet von wegen: Die ist ja so im Wahn, die hat ja nichts anderes mehr im Kopf, das kann ja dann nie klappen, âŠ
Aber keine dieser Frauen (meist MĂŒtter) versteht was es bedeutet, sechs Jahre einem unerfĂŒllbaren Traum nachzulaufen, immer wieder enttĂ€uscht zu werden und dann doch wieder Kraft aufzubringen, fĂŒr den nĂ€chsten Versuch. All die zerschlagene Hoffnung, all die körperlichen Leiden, die man auf sich genommen hat und immer war alles umsonst⊠das kann NIEMAND nachvollziehen. Das man sich als Versager fĂŒhlt und nicht als richtige FrauâŠ
Und dann bekommt man stĂ€ndig vermittelt, dass man beim Thema Kindererziehung ja keine Ahnung hat und wird dann auch noch belehrt. Könnt ihr euch nur ansatzweise vorstellen, was das jedes Mal fĂŒr ein Tritt in den Magen ist, wenn man vermittelt bekommt, dass man ja keine Ahnung hat, weil man selber eben nicht Mutter ist?! Diese Weisheiten aus dem Leben braucht wirklich niemand! Und es ist unglaublich traurig, dass man neben der ganzen ScheiĂe auch noch links und rechts immer wieder DĂ€mpfer einstecken muss⊠und immer gute Miene machen, weil es ja niemand böse meint⊠aber ich muss es trotzdem aushalten!
Hier findet man eine super Seite zum Thema, die alles auf den Punkt trifft:
http://kinderwunschwelt.de/html/familie_freunde.html
Eigentlich wollte ich ab heute mal anfangen, unsere Geschichte zu dokumentieren. Nur fĂŒr mich, oder irgendwann â falls es tatsĂ€chlich klappen sollte, wovon ich aktuell nicht ausgehe, denn Hoffnung ist mein gröĂter Gegner geworden â auch fĂŒr das Kind, das aus Plan E entstanden ist. Vielleicht kann das Kind dann auch unsere BeweggrĂŒnde verstehen, warum wir diesen Weg eingeschlagen haben. Ich spreche vielleicht etwas distanziert, wenn ich von Plan E spreche, aber diese Distanz muss ich mir bewahren.Â