Freunde der Nacht / München die Erste
Zur ersten gemeinsamen von Igor konzipierten Nachtfahrt der Münchner Randonneure trafen sich Eva, Lore, Christian, Igor, und Uli an der Gaststätte „Friends“ (standesgemäß für die „Freunde der Nacht“) im Münchner Osten in Trudering (dieser Ortsteil ist u. a. bekannt aus dem Titel von Wolfgang Fiereck „Resi, i hol di mit meim Traktor ab“). Nach ein paar Kilometern ist in Riem noch Rainer dazu gestoßen.
Igor hatte extra Rahmenschilder für die „Freunde der Nacht – München“ gestaltet, wenn das nicht motiviert !?
Die Tour war von Igor so angelegt worden, dass wir im Uhrzeigersinn einmal um München herum fahren. Insgesamt sollten es nach Plan ca. 200 km werden. Zunächst ging es also nach Süden. Wir fuhren als Gruppe. Immer wieder fiel das Kommando „kürzer“ um das konditionell heterogene Peloton zusammen zu halten. Die Route ging über Haar, Keferloh, Grasbrunn nach Süden.
Fast wären wir zum Tanzen in Unterhaching beim Mexikaner eingekehrt. Mangels passender Schuhe haben wir aber doch davon abgesehen.
Im Perlacher Forst musste auf Grund ungespurter Radwege etwas umdisponiert werden. So erreichten wir mit einigen Hakenschlägen Grünwald. Hier waren die Wege am Isarhochufer erstaunlicherweise geräumt, so dass wir die Isar über die historische Großhesseloher Eisenbahnbrücke queren konnten. Dann ging es weiter nach Westen über Solln (mit kurzem Aufwärm-Boxen-Stopp in der Deutschen Bank) und den Forstenrieder Park.
Am Wirtshaus Wörnbrunn vorbei, mussten wir allerdings schon wieder unsere Wegeplanung bei Schneetreiben ändern. Der vorgesehen Weg war nicht geräumt.
In Planegg trennten sich die Wege. Lore, Eva und Christian bogen in Richtung Pasing bzw. Innenstadt ab und fuhren – von Faschings-Verkehrskontrollen unbehelligt – durch die herrlich verschneite und unverspurte Fußgängerzone müde und zufrieden nach Hause.
Kurz vor Gauting mussten wir drei verbleibenden Comancheros unsere Planung wieder anpassen. In Germering fanden wir noch einen offenen McDonald’s, in dem wir uns kurz aufhielten – in der Hoffnung, dass das Schneegestöber, das kurz vorher eingesetzt hatte, sich beruhigt. Dem war leider nicht so!! Die Motivation sank, da wir kaum noch was sahen.
Rainer entschied dann „demokratisch“, d.h. er fuhr einfach auf der B2 Richtung Fürstenfeldbruck auf dem kürzesten Weg nach Norden. Kurz vor Fürstenfeldbruck überholte uns eine Polizei-Streife, die uns „interviewen“ wollte. Nach deren Auffassung hätten wir nicht auf dieser Straße fahren dürfen. Nachdem wir aber geklärt hatten, dass die B2 keine Kraftfahrzeugstraße ist und somit Radfahrer sehr wohl dort fahren dürfen, änderten die Polizisten kurzerhand ihre Argumentation: Wir durften deshalb nicht dort fahren, weil es nach ihrer Einschätzung zu gefährlich sei. Wir sollen lieber auf Nebenstraßen fahren. Wir erklärten Ihnen, dass Nebenstraßen bei diesem Wetter schlechter zu fahren sind mit dem Fahrrad, weil diese schlecht geräumt würden. Darauf fiel Ihnen nichts mehr ein. Nachdem wir auf Ihre Frage hin, wie lange wir noch fahren wollen, erwidert hatten, wir hätten uns 200km vorgenommen, meinte der eine der Polizisten zum anderen „lass Sie fahren, wir verderben Ihnen sonst nur den Schnitt!“. Also ging es wieder weiter.
Kurz vor Herbertshausen hatte Igor einen Platten. Auf Grund des großen Angebots an „Randonneurshotels“ in diesem Ort konnten wir uns nicht entscheiden, wo einzukehren. Es gab mehrere offene Banken. Rainer fand dann sogar eine radlerfreundliche Sparkasse mit Fahrradstandpumpe (!) vor dem Haus. Das nutzten wir dann aus. Igor wechselte den Schlauch.
Rainer und Uli kommentierten das ganze aus entspannter Liegeposition. Danach ging es weiter. Der Schneefall ließ nun (leider) nach. Die Straßen zwischen Fürstenfeldbruck und Markt Indersdorf waren tief verschneit gewesen. Das Fahren mit einem Rad (wir hatten alle Winterreifen mit Spikes) durch den frischen Neuschnee war ein besonderes Erlebnis. Wir fühlten uns wie auf einer Langlauftour in Skandinavien, wo es um diese Jahreszeit auch immer dunkel ist.
Nach der Zwangspause ging es im Norden Münchens weiter. In Eching hatte Rainer eine „Schwächephase“. Er bildete sich ein, jetzt seine Riesentüte mit Kartoffelchips essen zu müssen. Also gingen wir wieder in ein Randonneurshotel. Im ungemütlichen Vorraum einer italienischen Bank aß er seine ganze Tüte alleine (!). Kurz hinter Ismaning trennten sich dann unsere Wege. Igor und Ich fuhren noch gemeinsam bis nach Zamdorf, wo wir dann bei uns die hervorragenden Schnecken von Lore aufaßen. Lore hatte diese extra für uns alle gebacken. Wir hatten diese einmal um München gefahren, ohne daran zu denken! Jetzt hatten wir sie dann ganz für uns, nur Eva mussten wir noch eine als „Wegezoll“ abgeben.