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@rigide
Ich würde so gern was schreiben, aber ich finde keine Worte für meinen Schmerz.
Ich freu mich auf den Tag an dem ich dich endlich kennenlerne. Der Tag scheint noch fern zu sein, aber ich versuche daran festzuhalten, sonst würde ich zerbrechen.
Jeder weiß, wie viel Uhr es ist. Wie spät es ist, begreift keiner.
Am Liebsten einfach komplette Identität löschen wollen, weil ich mich nicht mein ganzes Leben lang ertragen will.
Als du zu mir kamst nach der Psychiatrie hast du zu mir gesagt, dass du mich brauchst, weil du jetzt nicht stark sein kannst. Ich brauch dich jetzt, weil ich grad nicht stark sein kann, auch wenn ich das so nicht zeige.
Mein Leben fühlt sich nicht wie mein Leben an.
Warum?
Das ist die einzige Frage, die mir gerade durch den Kopf geht, während ich mich hier im Nachtdienst durch die Decke wälze. Ich halte inne und starre an die Decke, als mir links und rechts Tränen die Schläfe hinunterlaufen. Ich weiß nicht mal mehr, wann ich das letzte Mal wirklich liebend in den Arm genommen wurde, denke ich und verziehe das Gesicht. Diese Ohnmacht von Sehnsucht zerfrisst mich und ich verstehe nicht, warum alles so schwer für mich ist und ich es einfach nicht akzeptieren will, dass mich niemand wirklich als volle Person in seinem Leben haben möchte. Mein Kopf schlägt mir Bilder vor, wie ich allein in meinem Erker mit Süßigkeiten vor dem Fernseher sitze im Alter von 50 und überlege, ob ich eine Person kenne, die in dem Alter immernoch allein ist. Mir fällt nur mein weirder Großonkel ein, der bis zu seinem Tod nachts allein Vögel und Fledermäuse mit seinem Nachtsichtgerät beobachtet hat. Heiner hatte wenigstens einen guten Geschmack, was Teppiche angeht. Ich frage mich, was mir mein Glück und mein Geld bringt, wenn ich es mit niemandem teilen kann und ich nur damit versuche, diese Leere in meinem Herzen zu füllen, indem ich alles kaufe, was ich haben will. Ich bin zufrieden mit mir selbst, ich habe kein Problem allein zu sein, ich habe tolle Hobbys, ich bin erfolgreich in meinem Beruf, ich habe zwei tolle Autos und tolle langjährige Freunde. Ich habe nur niemanden, der mich liebt und den ich selbst mit Liebe überschütten kann. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal ein „Ich liebe dich“ gehört habe. Ich möchte jemanden, mit dem ich mein und sein Leben bestreiten möchte. Ich habe Angst, dass ich für Andere zu kaputt und schwierig bin, weil das bekomme ich meistens zurückgemeldet. Nie passt etwas und ich kann nicht unterscheiden, ob es an mir oder an meiner Generation liegt. Ich bekomme immer wieder unterschwellig den Eindruck vermittelt, dass ich zwar zum Vögeln und Rumhängen gut bin, aber alles weitere zu viel ist. Ich werde jeden und jeden Tag die beste Version von mir selbst, warum sieht, schätzt und will das keiner? Warum will niemand sein Leben mit mir teilen? Warum ist nie der richtige Zeitpunkt für andere? Warum reiche ich nie ganz aus?
Ich verschlucke mich selbst mit meiner Trauer und Einsamkeit und ich kann mit niemandem darüber reden, weil ich das Glück der Anderen nicht runterziehen möchte.