Jung, motiviert, schlecht bezahlt und erfahren
Letzendlich hatte ich ein paar Bewerbungsgespräche bei verschiedenen Anbietern, darunter Industrie, zwei Kommunalverwaltungen und die Kirche.
Was die Industrie betraf... sie verlangen hohe Reisebereitschaft und das Gehalt war so lala, aber ich hätte nur 25 Urlaubstage, was irgendwie nicht sehr viel ist, wenn man es auf das Jahr rechnet. Sie haben mir aber sowieso eine Absage geschickt, wahrscheinlich war ich während des Gesprächs zu ängstlich, denn mir gegenüber saßen 5 Leute mit strengen Blicken, die zum Lachen in den Keller gehen.
Die Kommunalverwaltungen waren freundlicher, aber dafür auch schlecht organisiert und hinterlistig. Ich durfte 30 min warten bis ich dran kam und begegnete sogar anderen Bewerbern. Was soll man da machen? Ich habe versucht freundlich zu sein, aber irgendwie wünscht man ja niemandem mehr Glück als sich selbst, damit man den Job kriegt. Das beste war allerdings die Frage, wo sehen sie sich in 30 Jahren. WTF in 30 Jahren? Ich bin 27, natürlich habe ich keinen Plan wie mein Leben mit 57 aussieht. Bescheuerte Frage, also habe ich bescheuert geantwortet: “Oh, vielleicht gewinne ich im Lotto und ziehe auf eine Insel!” Natürlich habe ich die Stelle nicht bekommen.
Das Gespräch bei der Kirche war furchteinflößend und lief meiner Meinung nach sehr schlecht. Es saßen sage und schreibe 8 Leute um mich herum, wobei 5 Personen Fragen gestellt haben. Da ich wohl nicht immer das geantwortet habe, was man hören wollte (zumindest waren die Gesichtsausdrücke nicht gerade begeistert), gehe ich davon aus, dass ich auch diese Stelle nicht bekommen werde.
Wenn es nach dem Arbeitgeber geht, ist man am besten jung, hat am besten schon 20 Jahre Berufserfahrung, findet sich gern mit einem schelchten Gehalt ab und ist motiviert.