Ich bin mir zwar ziemlich sicher das Gott nur eine durch hypnotische Sprache erzeugte kollektiv psychotische Einbildung ist und trotzdem finde ich es eine schöne Vorstellung das da jemand ist der allen Schmerz aber auch alles Glück schon kennt.
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@sehnsucht1234
Ich bin mir zwar ziemlich sicher das Gott nur eine durch hypnotische Sprache erzeugte kollektiv psychotische Einbildung ist und trotzdem finde ich es eine schöne Vorstellung das da jemand ist der allen Schmerz aber auch alles Glück schon kennt.
Seit 3 Wochen kiffte ich nun schon jeden Tag. So auch heute.
In gewohnter, einem Ritual gleichender Art und Weise hatte ich meinen Verdampfer erst mit einer Schicht Damiana Tee, dann mit dem zuvor mit einer Nagelschere in winzige Schnipsel geschnittenen Piece und dann wieder mit einer Schicht Damiana Tee befüllt und ihn dann auf etwa 190 °C eingestellt.
Ich schaute auf die kleine Anzeige des Gerätes und sah zu wie die Temperatur in 3er Schritten stieg bis sie schließlich die benötigten 190 °C erreichte.
Ich nahm einen tiefen Zug und genoss die Geschmacksmischung aus Damiana und Cannabis.
Die ersten 2 - 3 Züge waren immer die besten und dank der Restfeuchtigkeit im Damiana Tee als Wasserdampf auf der Zunge spürbar.
Wieder und wieder zog ich am Verdampfer während auf dem kleinen Display die eingestellten 10 min herunter liefen.
Nach der Hälfte der Zeit begann ich zu spüren wie der Geist der Pflanze in mich über ging.
Die Spannung in meinem Körper ließ nach und auch meine Gedankenwelt beruhigte sich.
Ich lächelte zufrieden und schaute, auf meinem Schreibtisch sitzend, aus dem weit geöffneten Fenster hinunter auf die Straße.
Nach weiteren 5 Minuten begann die Mischung ganz leicht verbrannt zu schmecken und ich legte den Verdampfer beiseite um in mich zu gehen und zu beobachten welche Veränderungen ich an mir bemerkte.
Ich entspannte mich mehr und mehr und angenehme Leere breitete sich in meinem Kopf aus.
Es war intensiver als sonst und trotzdem war ich neugierig was passieren würde wenn ich mir noch eine Füllung genehmigen würde.
Also füllte ich erneut den Verdampfer und genoss das dampfen in tiefen Zügen.
Als die Portion aufgebraucht war wartete ich mit einer Mischung aus neugierde und Aufregung auf die nahende Wirkung.
In der Zwischenzeit war ich etwas im Zimmer umhergelaufen und hatte mich dann schließlich auf meine Bettkante gesetzt.
Mittlerweile erreichte die Leere in meinem Kopf ein Ausmaß das mir began Angst zu machen. Mir war zwar bewusst das ich nur berauscht war, trotzdem war dieser Zustand schon ziemlich intensiv.
Wann erlebt man es schon, dass man zwar weiß das es reden gibt aber das Konzept von Worten geschweige denn dessen Inhalt nichtmehr so richtig begreift.
Als ich realisiert das das erst der Anfang war bekam ich für einen Moment Panik, erinnert mich dann aber schnell daran das ich gelesen hatte das es keinen Sinn machte sich gegen den Rausch zu wehren und so legte ich mich ins Bett und bemühte mich mit ruhigen Tiefen Atemzügen mich in die Erfahrung fallen zu lassen.
Langsam begann sich auch das Konzept des denkens aufzulösen und ich fand mich in einer Welt wieder in der ich fast nurnoch Gefühle wahrnehmen konnte.
Es war anstrengend und gleichzeitig auch irgendwie interessant eine derart veränderte Wahrnehmung zu erleben.
Mit einem Mal spürte ich wärme auf meiner Haut , als würde mich etwas wie ein Lichtkegel nur eben aus Wärme bestrahlen. Als würde ich am ganzen Körper den sanften Atem einer mächtigen Stimme spüren und das Gefühl einer göttlichen Präsens durchströmte mich.
Ich fühlte mich tief geborgen, zuhause, angekommen, so geliebt wie glaube ich noch nie zuvor.
Es war wunderschön.
Mein Leben lang hatte ich die mögliche Existenz eines Gottes abgelehnt und jetzt lag ich da und war mir sicher zu spüren das es ihn gibt.
Wieder einmal wie schon seit einigen Freitagen der letzten Monate stand ich mit Peta für Tierechte auf der Straße.
Ich trug eine Anonymousmaske und hielt einen Bildschirm auf dem grausame Schlachtvideos gezeigt wurden.
Wie so oft bekamen wir gemischte Reaktionen. Von: "Finde ich super was ihr da macht" , über: "Ich geh jetzt nen Burger/Döner essen" , bis hin zu: "Geht mal arbeiten ihr Spinner" , war alles dabei.
Ich hatte mich mittlerweile daran gewöhnt und so stand ich still und geduldig da und lauschte den vielen verschiedenen Gesprächen meiner Teamkollegen.
Das Gespräch direkt vor mir lief perfekt , denn eine meiner Teamkolleginnen hatte eine junge Frau mit ihrer Begeisterung für das Thema Veganismus angesteckt. Diese versprach schon nach wenigen Minuten, gefühlt waren es Sekunden, mit einem Händedruck ab jetzt vegan zu essen.
Meine Kollegin war sichtlich berührt von dem schnellen Erfolg ihrer Worte. Sie lachte viel und umarmte die Passantin freudig bevor diese sich verabschiedete.
Als sie weg war zog ich kurz meine Maske hoch und sagte zu meiner Kollegin: Das war der Hammer!
Plötzlich und völlig unerwartet fiel sie mir um den Hals und fing an zu weinen.
Obwohl ich überrascht war, umarmte ich sie und flüsterte wie fremdgesteuert in ihr Ohr: "Hast du klasse gemacht. "
Sie weinte und jubelte gleichzeitig und schien mich garnicht so recht loslassen zu wollen.
Als sie es dann doch tat strahlte sie über das ganze Gesicht.
Wir unterhielten uns einige Zeit über das vorangegangene Gespräch, dann verschwand ich wieder unter meiner Maske und sie machte sich auf die Suche nach einem neuen Gesprächspartner.
Mein Herz schlug wie verrückt. Was war da grade geschehen? Ich konnte es garnicht so richtig begreifen, geschweige denn einordnen.
Der Rest der Demo verlief ruhiger aber trotzdem sehr erfolgreich.
Wie nach fast jeder Demo gingen einige von uns noch gemeinsam essen in unserem veganen Stammrestaurant. Meine besagte Kollegin war auch dabei.
Ich sprach fast garnicht, sondern genoss schweigend und froh nach langer Einsamkeit mal wieder unter Leuten zu sein mein Essen.
Als sich der Abend dem Ende neigte, verabschiedeten wir uns nahezu alle mit Umarmungen.
Als S. mich umarmte hatte ich das Gefühl sie würde mich etwas fester und länger umarmen als alle anderen. Ihr leises "Du hast echt schöne Augen" verstärkte mein empfinden.
Dann verließen wir alle gemeinsam das Restaurant.
Ich war sehr nachdenklich als ich in meinem Wohnheimzimmer ankam, aber irgendwie auch glücklich.
Diese Frau ging mir einfach nicht aus dem Kopf.
Immer wieder dachte ich an sie und langsam aber sicher realisierte ich... Ich hatte mich verliebt.
Der nächste Freitag kam und wie so oft gingen wir wieder einmal nach einer erfolgreichen Demo essen.
Einer nach dem anderen bewies wieder einmal am Buffet seine Stapelkünste, bevor wir uns an zusammengerückte Tische setzten und die meisten sich in Gespräche vertieften.
Ich saß schweigend vor meinem Teller, genoss das hervorragende Essen und schaute immer wieder etwas nervös in die Runde.
S. hatte sich neben mich gesetzt und unterhielt sich angeregt mit dem lesbischen Pärchen das uns gegenüber saß.
Sie versuchte mich zwar immer wieder ins Gespräch miteinzubeziehen aber ich war einfach zu schüchtern und antwortete nur sehr kurz und leise bevor ich mich wieder auf mein Essen konzentrierte.
Doch sie ließ nicht locker. Immer wieder stupste sie mich an, lachte, machte ein par Witzchen und unterhielt sich dann wieder mit den zwei jungen Frauen von gegenüber.
Sie redete sehr schnell und hektisch und mehr und mehr beschlich mich dieses seltsame Gefühl sie würde den beiden viel von sich erzählen in der Hoffnung ich würde zuhören. Redete sie indirekt mit mir? Flirtete sie mit mir? Ich war irritiert.
Plötzlich mopste sie mir einen Pilz von meinem Teller und lächelte mich erwartungsvoll an.
Verdammt sie flirtete mit mir. Diese viel zu hübsche Frau flirtete mit mir. Ausgerechnet mit mir.
Das war zu viel für mich. Ich sprach noch weniger und hatte das Gefühl rot zu werden.
Verdammt war mir warm.
Einerseits wollte ich weg, andererseits wollte ich das dieser Abend nicht aufhörte.
Was passierte hier grade.
Es kam mir so ungewöhnlich vor und gleichzeitig so vertraut.
Ihr Lachen war einfach zuckersüß.
Der Wunsch sie kennenzulernen keimte in mir auf doch mit einer Frau zu reden noch dazu mit einer so hübschen, überforderte mich völlig und wieder ging ich nachdenklich aber glücklich nachhause.
Mittlerweile hatte ich mich so dermaßen verknallt das ich das Ende der nächsten Demo gar nicht abwarten konnte um sie endlich wieder zu umarmen.
Als es dann soweit war stand ich mit Herzrasen da und sah zu wie sie sich von jedem einzelnen mit einer herzlichen Umarmung verabschiedete.
Jetzt war ich an der Reihe, wie in Zeitlupe erlebt ich wie wir beide unsere Arme öffneten, doch ihr Kopf bewegte sich nicht wie üblich auf meine Schulter zu sonder für einen Moment auf mein Gesicht. Ich bin mir bis heute nicht sicher ob das Absicht war oder nicht, aber ich hätte sie in diesem Moment am liebste geküsst auch wenn das natürlich total unpassend und überzogen gewesen wäre.
Ich weiß bis heute nicht wie ich es geschafft habe sie in diesem Moment nicht zu küssen.