Was ist Project Thursday? Vor allem mein Schreib-Blog, mit dem ich versuche, mich zur harten Arbeit anzuspornen. Hier stelle ich aktuelle Schreibprojekte vor, werde jeden Donnerstag darüber berichten, wie ich bei was in der letzten Woche voran gekommen bin und todsicher auch Sachen aus dem literarischen, grafischen und allgemein kreativen Bereich bewerben, die es meiner Meinung nach verdienen. Ich werd hier jeden Donnerstag updaten. Mich davon abzuhalten würde einen massiven Internet-Ausfall benötigen. Sollte ich mal nicht updaten: ich bitte um Tritte. Sollte mein Update zu wenig Fortschritt anzeigen: ich bitte um Tritte. Sollte ich ein Projekt vernachlässigen, an dem jemand mehr Interesse hat: ich bitte um Hinweise. Nun denn, seht euch um. Freut euch.
Hui. Endlich hab ich bei #bloodybusiness die ersten Änderungen alle eingepflegt und jedes Kapitel runtergebrochen. Schritt zwei wird sein, die Zettelwirtschaft umzusortieren, damit vernünftiger Flow in die Story kommt und dann werden noch neue Szenen geschrieben. Yippieh.
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Whee. Finally put in the last edits to "Bloody Business" and finished summing up each chapter. Step two'll be to rearrange the pile of notes so the story finally gets something resembling flow. And then - new scenes! Yippieh
„Talent“ is hating your output but loving to put out
„Talent“ is dedication and grit and stubborn willfulness, desire to get better, a drive to create the way you always wanted
„Talent“ is endless hours and days and weeks and years and lifetimes, your life and the lives of others
„Talent“ is ten thousand finished works you look at and consider bad
„Talent“ is not giving up, realizing each step can bring you forward, inching you closer, closer, just a little closer to who you want to be
„Talent“ is tears and blood and pain and frustration as you give up and realizing that right now you just can't do right by what you want to do
„Talent“ is tears and sweat and swears of joy when finally at last you can look up and scream Look at this, look, this is me, this is my work and it is what I want for it
„Talent“ is looking back and taking stock of just how far you've come and just how much you cried and bled and bled
„Talent“ is a sharp look at yourself
„Talent“ is criticism applied
„Talent“ is countless nights of wine and tea and coffee and beer with your peers chewing through everything you do
„Talent“ is crying over shortcomings pointed out
„Talent“ is crying over promise praised and dedication acknowledged
Ein kurzer, informeller Abriss über die Entwicklung schwuler Literatur, was Fantasy damit zu tun hat und warum Lynn Flewellings „Nightrunners“ Romane großartig sind
Normalerweise bin ich eine relativ entspannte, heitere und witzige Person.i
Reden wir mal über was Ernstes. Über die Entwicklung Queerer Literatur und über die Rolle, die Fantasy darin gespielt hat und spielt
Vorangestellt: Es wird ein sehr, sehr, SEHR grober Abriss über die queere Literatur werden, wir haben alle nicht das ganze Jahr Zeit und ich wollte den Text irgendwann fertig bekommen, ohne mich noch mehr zu verzetteln, als ich es ohnehin schon schaffe.
Ebenso vorangestellt: Ja, es wird um Fantasy gehen. Es wird ein wenig dauern, bis wir da hin kommen, aber es wird darum gehen.
Fantasy wird immer wieder gern vorgeworfen, reiner, realitätsferner Eskapismus zu sein. Diese Unterstellung regt mich denn auch immer wieder gern mal auf, aber da das heute nicht das Thema ist, bin ich brav und schweige darüber.
Sagen wir nur so viel – es verhält sich deutlich anders. Fantasy und Fantastik sind Spiegelungen – direkt, gebrochen und vielleicht auch verzerrt – der individuellen Weltsicht und Realität des Autors. Damit eröffnet Fantastische Literatur uns das Potential, zu sehen, wie der Autor sich eine Welt ideal oder eben auch subideal vorstellt.
Tolkien hat sich eine fiktive Vorgeschichte zu Großbritannien ausgedacht, eine Tirade gegen Industrialisierung gehalten und nebenbei Shakespeare gedisst, dass einem die Luft wegbleiben kann. Wer zu letzterem mehr erfahren will, @fandomsandfeminism hat auf ihrem youtube-Kanal ein Video zu dem Thema veröffentlicht.
Marion Zimmer Bradley hat die Artussage und noch etliche andere Mythen mit einer von Wiccan und 70iger-Jahre-Feminismus geprägten Linse betrachtet und neu interpretiert.
Stephenie Meyer hat über glitzernde, sehr mormonische Vampire und über durch Schicksal von Geburt an vorbestimmte Ehen geschrieben.
Kurz, Schreiben wird immer sehr stark vom Autor, seinen Erfahrungen und seiner eigenen Sicht auf und Einstellung zu seiner Umwelt geprägt ist.
Falls hier irgendwer darüber streiten will, nein, ja, das schließt Fanfiction und auch Auftragsschreiben ein. Wir werden uns nie ganz von dem frei machen, was wir sehen, denken, fühlen und erleben. Einiges davon wird immer auf dem Papier landen.
Fantasy macht das noch leichter. Wenn wir Fantasy schreiben, schaffen wir uns eine komplette, eigene, neue Welt mit neuen, eigenen Regeln. Historische Fantastik und Urban Fantasy arbeiten genauso damit, indem sie Wege finden, mit den fantastischen Elementen im nicht-fantastischen Kontext eigene Regeln zu schreiben.
Fantastik hat es also leichter, ganz frei von der Leber weg Menschen und Gruppen von Menschen zu repräsentieren, die ansonsten im Mainstream gelegentlich mal übersehen werden.
Ich rede von queeren Menschen, Schwulen, Lesben, Bi- A- und Pansexuellen, Trangender und nonbinären Menschenii.
In der Fantasy haben wir die Möglichkeit, die Probleme fröhlich herauszustreichen oder doch wenigstens stark herunterzuspielen oder gar ins Lächerliche zu ziehen die uns im Alltag allerwenigsten semiregulär begegnen.
Hier wäre einer der Gründe, warum Lyn Flewellings Nightrunners-Romane für mich persönlich eine bessere, seelisch gesündere Repräsentation darstellen als diverse andere Werke, die ich als Vergleichsbeispiele anbringen werde.
Ich sag es im Voraus – alle Werke, die ich hier nenne, sind großartige literarische und queere Werke. Forsters „Maurice“, „Klaus Manns „Der fromme Tanz, Marion Zimmer Bradleys „The catch Trap“ – sie sind allesamt wunderbar zu lesen und geben allesamt einen klaren, eindringlichen, einfühlsamen Blick darauf, was es heißt, in der Zeit ihrer Entstehung schwul zu sein. Diese Romane sind Kinder ihrer Zeit und dank des Kontextes ihrer jeweiligen Zeit jeder auf seine eigene Art und Weise sehr deutlich auf einen Punkt gebracht.
Dieser Punkt ist „Ich bin schwul, oh Gott, oh Gott, mir steht ein endlos langer Kampf bevor, ehe ich mich selbst so akzeptieren kann wie ich bin – oh, ich habe einen Partner, ich bin nicht allein, doch oh, die Gesellschaft ist gegen uns, kann ich je die wahre Liebe und Glück darin finden?!“
Es ist irgendwann ganz minimal ermüdend. Vor allem aber ist es wahnsinnig beängstigend. Als Teenager – oder auch heute noch als jemand, der im Kontext unserer Gesellschaft als „erwachsen“ gilt – hätte ich es ganz gern, wenn mit nicht permanent erzählt wird, wie schwierig mein Leben doch sein wird und wie sehr es sich um diesen einen einzigen Aspekt meiner Person drehen wird.
Das ist der Stand der Dinge 2017. Wir hatten nicht immer 2017. Und auch wenn es immer noch wahnsinnig anstrengend, beängstigend und zum Teil gefährlich sein kann, offen nicht hetero zu sein, wir sind weit von den Lebensrealitäten entfernt, die meine drei Vergleichsbücher geprägt haben.
Diese Vergleichsbücher sind E. M. Forsters „Maurice“, Klaus Manns „Der fromme Tanz“ und Marion Zimmer Bradley's „The Catch Trap“.
Warum diese drei?
Wie gesagt, Literatur spiegelt in einem gewissen Sinn immer die Sicht des Autors auf seine Realität wieder. Entsprechend leicht ist es, Vergleiche zu ziehen und Entwicklungen abzulesen, wenn man den Kontext dieser Realitäten im Hinterkopf hat. Eine Entwicklung von 1914-1926-1979 mit einem Sprung in die späten Neunziger und die Zweitausender ist machbar. Plus, dass das die Werke sind, mit denen ich am vertrautesten bin und über die ich am leichtesten schreiben kann.
Forsters „Maurice“ erschien postum 1971, entstand aber von 1913 bis 1914 und ist denn auch im Kontext Englands zur Zeit von Edward VIII zu lesen. Der Kontext verspricht eine repressive, streng reglementierte Gesellschaft und der Roman löst dieses Versprechen denn auch früh. Hauptcharakter Maurice, großteils angepasst und glücklich damit, erkennt mehr und mehr, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. An der Universität verliebt er sich in seinen Kommilitonen Clive. Clive allerdings, obwohl ebenfalls homosexuell und für Jahre in einer Beziehung mit Maurice, beugt sich schließlich dem Druck der Gesellschaft und heiratet. Maurice's eigene Versuche, seine Homosexualität zu überwinden, scheitern kläglich. Schließlich findet er eine neue Liebe in Clives Wildhüter Alec. Diese neue Beziehung bricht nicht nur Geschlechter- sondern auch Klassentabus, steht aber unter einem glücklicheren Stern. Sie ziehen sich zurück und leben glücklich miteinander abseits der Gesellschaft. Entweder also, man beugt sich der Gesellschaft oder man verlässt sie. Sich selbst treu und ein Teil der Gesellschaft zu bleiben, scheint unmöglich. E. M. Forster war schwul.
Mehr muss man dazu wohl nicht sagen.
Die Realität, die Klaus Mann in seinem 1926 erschienen Erstling „Der fromme Tanz“ schildert, beginnt ähnlich, entwickelt sich aber deutlich anders und deutlich optimistischer. Genau wie Maurice stammt Hauptfigur Andreas aus einem gutbürgerlichen Milieu und beginnt, sich selbst und seine erwartete Rolle in der Gesellschaft zu hinterfragen. Schließlich verlässt er das kleingeistige Städtchen und geht nach Berlin. Der Roman zeichnet ein vollgestopftes, fiebriges, flimmerndes Bild von der Stadt und wie frei und offen die queere Szene in den 1920igern wariii. Genau wie Maurice verliebt auch Andreas sich unglücklich. Anders als Maurice allerdings versucht Andreas nicht, seine Homosexualität abzuschütteln – warum auch? Er hat ein Umfeld gefunden, in dem er so gut ist, und das von ihm keine Änderung erwartet.
Andreas kommt über seinen Liebeskummer hinweg und lebt gefestigt und selbstbewusster weiter – und tut dies so offen, wie es in den 1920igern eben ging. In der Hinsicht ist der Abschluss des „Frommen Tanzes“ befriedigender als der von „Maurice“, weil das Ausscheiden aus der Gesellschaft nicht als die einzige Möglichkeit gilt, sich selbst treu zu bleiben. Vielleicht, weil die queere Gemeinschaft ohnehin ein wenig am Rand der Gesellschaft stand? Aber immerhin hatten sie einander. Und dann kamen die Nazis, aber das ist wieder ein Thema für einen anderen Tag.
Wo wir bei Gemeinschaften am Rande der Gesellschaft sind, springen wir in die USA 1979, als Marion Zimmer Bradley mal von der 70iger-Jahre-feministischen Science-Fiction Pause machte und einen Zirkusroman veröffentlichte, der in den 1940igern und frühen Fünfzigern spielt.
Tommy, Sohn einer Dompteursfamilie will Trapezkünstler werden und wird von einer Truppe aufgenommen, die im gleichen Wanderzirkus engagiert sind. Während er lernt, verliebt er sich in Mario, den jüngsten Sohn der Familie. Ein Moment gay-angst kommt auf, über den Tommy aber relativ schnell hinweg kommt, danach besteht die erste Hälfte des Romans aus „Keiner darf es rausfinden“. Die zweite Hälfte hat vor allem „Übersteht unsere Beziehung jahrelange Trennung, Jahre voller persönlicher Veränderungen und den gesellschaftlichen Druck?“
So weit, so vertraut. Interessant ist an „Catch Trap“ vor allem, dass die Protagonisten auf doppelter Ebene Außenseiter sind. Sie sind Zirkusartisten und Teil einer Gemeinschaft, die ein wenig abseits der Gesellschaft steht und deren Mitglieder untereinander extrem eng verknüpft sind. (Dies ähnelt der Art, wie die queere Gemeinschaft im Berlin der 20iger abseits der regulären Gesellschaft eng miteinander verknüpft ist.)
Allerdings sind die Protagonisten Tommy und Mario auch innerhalb dieser Gemeinschaft Außenseiter oder haben starkes Potenzial, es zu sein. Spoiler alert, dieses Potenzial erfüllt sich. Ihre Beziehung fliegt auf, sie landen auf einer schwarzen Liste und trennen sich für mehrere Jahre. Weiterer Spoiler alert: sie finden wieder zusammen, sind am Ende des Romans zusammen und haben vor, zusammen zu bleiben. Und sie sind nicht vollkommen abseits der Gesellschaft, auch wenn ihr Stand unklar ist und sie als Zirkuskünstler ohnehin in einer vollkommen anderen Situation sind, als die Söhne des Großbürgertums, die Forster und Mann dargestellt haben. Dazu kommt, dass sie ihre Beziehung nach wie vor sehr bedeckt halten werden. Lediglich finden sie in der Trapezflugkunst eine gesellschaftlich akzeptierte Art, ihrer Verbindung Ausdruck zu verleihen und in der Trapezkunst auch noch eine Erklärung für ihr enges Zusammenhängen.
In den späten Siebzigern, die auf die frühen Fünfziger zurück blicken, gilt das also als Happy End und ja, die Figuren sind glücklich.
Ich war es 2005 nicht und 2017 bin ich es genauso wenig. Wobei „Catch Trap“ immerhin anspricht, dass Dinge in Zukunft (für die Roman-Zeit die Zukunft) in Bewegung kommen und sich ändern werden.
Es könnte meh-iger sein.
Wie allerdings auch Forsters und Manns Romane hat auch „Catch Trap“ das Schwulsein als Dreh- und Angelpunkt der Identität seiner Charaktere. Vielleicht nicht einmal so sehr Mario. Mario ist besessen vom Trapezfliegen, also hat er noch einen anderen Fixpunkt in seiner Person. Für Tommy gilt der schwule Kernpunkt allerdings schon. Da Tommy unser Perspektivträger ist und wir ihm den ganzen Roman über folgen, ist es beinahe schon egal, wie es um Marios Identität bestellt ist. Es kommt immer noch das gleiche an. „Du bist schwul und das ist dein Hauptmerkmal – und das ist auch GUT so!“
Und dann kam die Fantasy, die sich ja bei den bisherigen Lektüren verdächtig rar gemacht hat. Schieben wir es darauf, dass Fantasy als eigenes Genre erst in den späten 60igern wirklich angefangen hat, sich zu formen und in den 70igern und 80igern wirklich groß wurde.
Fantasy war der Wendepunkt. Auf einmal existierte die Möglichkeit, seine eigene Welt mit eigenen Regeln, Normen und Gesetzen zu schaffeniv und mit dieser Welt seine eigene Weltsicht sehr viel direkter und effektiver zu veröffentlichen und zu verbreiten.
Und die Autoren... blieben zu einem guten Teil hetero orientiert. Oder die meisten nicht-heterosexuellen Texte wurden gar nicht erst veröffentlicht. Wenn man aber nicht gerade Marion Zimmer Bradley oder Mercedes Lackey hieß, hatte man eher schlechte Karten.
Vor allem aber war auch diese Fantasy von den gleichen Motiven geprägt, die die nicht-fantastische queere Literatur aufwies und es überrascht nicht. Es waren die 70iger und 80iger. Die USA hatten Reagan. Das erklärt es. (Und hey, Lackeys „The last Herald Mage“ Trilogie ist davon nach wie vor schön zu lesen. Sie sind nur halt sehr... 80iger.)
Dann aber kamen die späten Neunziger und frühen Zweitausender. Und mit den späten Neunzigern und frühen Zweitausendern kamen die Nightrunners-Romane aus der Feder von Lynn Flewellingv.
Bei „Nightrunners“ handelt es sich um sieben Bänder feinster Mantel-und-Degen-Fantasy voller Intrigen, Magie, Krieg, Politik und mit zwei schwulen/bisexuellen Protagonisten in einer Gesellschaft, die darüber die Achseln zuckt und fröhlich weiter Intrigen spinnt.
Damit haben wir den Kernunterschied zwischen „Nightrunners“ und den drei Romanen, die ich bisher besprochen habe.
„Maurice“ ist ein schwules Gesellschaftsdrama im England um 1910. „Der fromme Tanz“ ist ein schwuler Coming-of-Age-Roman, zum Teil in Berlin der 20iger angesiedelt. „The Catch trap“ ist ein schwuler Zirkusroman.
Nightrunner ist Fantasy mit nicht-heterosexuellen Protagonisten.
Genauso verhält es sich mit den Charakteren. Maurice, Andreas, Tommy und Mario sind in erster Linie schwul. Das ist das Hauptattribut und das, was mir zuerst einfällt, wenn man mich nach diesen Figuren fragt. Danach und eben leider immer wirklich nur danach sind sie Aktienhändler, Künstler, Zirkusartist.
Protagonist 1, Alec, ist: jung, intelligent, loyal, auf eine alltägliche Art sehr religiös, wissbegierig, ein brillanter Bogenschütze, kinderlieb, lernt, seinen unschuldigen Charme sehr effektiv als Maske und Waffe für seine Spionagearbeit einzusetzen, kann extrem eifersüchtig werden. Und schwul. Oder irgendwo auf dem asexuellen Spektrum unterwegs, darüber kann man an einem anderen Tag diskutieren.
Protagonist 2, Seregil wiederum: sarkastisch, intelligent, weltgewandt, ein wenig weltmüde, gelegentlich überfürsorglich, lebt das Leben in vollen Zügen. Hat sich mal selbst in einen Ziegelstein verwandelt. Kann extrem kleinkariert und weinerlich sein. Liebt heiße Vollbäder. Meister der Verkleidung. Musikalisch. Bisexuell.
Die sexuelle Orientierung ist ein wichtiger Aspekt der Personen, aber bei weitem nicht das erste, was wir erfahren oder das, was dem Leser zuerst einfällt, wenn er an die Figuren denkt – und gleiches gilt für die Bücher.
Die sieben Bände folgen chronologisch aufeinander, wobei Band eins und zwei, sowie vier und fünf direkte Fortführungen voneinander sind. Die anderen Bände stehen einzeln, bauen aber inhaltlich aufeinander auf und die gesamte Serie ist voll von Intrigen, Magie, soziale und humanitären Fragen, Character Development, Beziehungen, Politik und nebenbei bemerkt eine solche Ansammlung vielfältiger, interessanter, großartiger Frauenfiguren, dass dir die Tränen kommen. Die Gesellschaft, die diese Frauenfiguren ermöglicht, ist die gleiche, die Seregil und Alec ermöglicht, zuerst Charaktere zu sein und dann schwule/bisexuelle Charaktere.
Die Handlungen der Serie sind zum Großteil im Königreich Skala. Skala wird von einer weiblichen Königslinie regiert. Nein, Skala ist kein Matriarchatvi. Die Etablierung der weiblichen Blutlinie auf dem Thron allerdings – und die Tatsache, dass der Herrscher auch Oberkommandant der Armee ist – hat Frauen einigen hundert Jahre zuvor den Weg in die Armee und vermutlich nicht allzu viel später in andere höhere Ämter und Positionen eröffnet. Das geschah a) ohne Frauen hineinzuzwingen und b) ohne Männer zu verdrängen. Es besteht Chancengleichheit, zumindest zwischen Menschen mit dem gleichen Geldbeutel. Dadurch wird das, was wir so schön als „traditionelle Geschlechterrollen“ bezeichnen aufgeweicht und verwischt. Das beinhaltet auch sexuelle Restriktionen und Normen, welche sexuellen und romantischen Beziehungen zwischen erwachsenen und sich einigen Menschen akzeptabel und gut sind. Dadurch ermöglicht eine Gesellschaft wie Skala es ihren Mitgliedern, sich zu entwickeln, ohne in Rollen gedrängt zu werden, die ihnen nicht passen und zeigt auf, wie eine solche Gesellschaft dadurch glücklichere Menschen hervorbringt und zum guten Teil besser funktioniert.vii
Einen Spiegel dazu sieht man in der Nation Aurënen, die was Geschlecht und Sexualität betrifft, ähnlich offen sind wie Skala. Diese Offenheit allerdings wird durch ein sehr komplexes Netz von Verantwortung, Clanzugehörigkeit und Ehre wettgemacht, das gerne auch einmal sehr junge, leicht beeinflussbare Personen in die sprichwörtliche Grube wirft und... wie sag ich das am besten... nun... Seregil ist sehr stark von diesem Netz geprägt und trägt davon einige hundert Kilo und Selbstwertproblemen mit sich herum. Als er sich dann endlich einmal bewusst damit auseinandersetzt und sich für sich von diesem System freimacht, seufzt die geneigte Leserschaft mit, ist massiv erleichtert und will den guten Mann nur noch in den Arm nehmen.
Will sagen: Rigide, unverrückbare Rollen und Verhaltensvorschriften sind nie gut. Das ist gesagt, also sage ich auch, dass ich den Aurënfaie-Ansatz zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen großartig findeviii.
Ist definitiv besser als der Ansatz den Nation Nummer 3, Plenimarix pflegt.
Von Plenimar sehen wir relativ wenig, aber was wir sehen, ist zum einen eine massiv patriarchalische Gesellschaft und zum einen Sklavenhaltung als Gang und Gäbe. Das was wir noch sehen, impliziert zudem, dass Frauen sehr begrenzte Möglichkeiten haben, selbstständig zu leben und zu Wohlstand zu kommenx. Sprich, vor allem als Kurtisane und man kann aus dem Kontext ableiten, dass Kurtisanen eher scheel beäugt und eher abseits der Gesellschaft gehalten werden.
Gleichgeschlechtliche Beziehungen werden als Notlösung für Soldaten betrachtet, wenn keine Frauen zur Verfügung sind. Die Sache mit stark patriarchalischen Gesellschaften ist, dass die Assoziation von Männlichkeit mit Macht, Stärke und Dominanz im Umkehrschluss heißt, dass Frauen schwach und submissiv sind. Sexualität ist in dem Kontext immer eine Machtdemonstration. In dem Rahmen als Mann den Part anzunehmen, der weiblich konnotiert ist (entschuldigt mich, während ich breche), ist eine massive Erniedrigung. Entsprechend ist die Idee einer gleichgeschlechtlichen Beziehung auf Basis von Liebe, Respekt und Achtung voreinander in Plenimar massiv fremd. Rigide Geschlechterrollen sind scheiße und tun niemandem gut.xi
Es sind diese Kontraste in Weltanschauungen, die die die Nightrunner-Romane für mich so reich und wertvoll und Immer-wieder-lesbar machen.
Das und die Beziehungen der Figuren untereinanderxii.
Die Hauptfiguren Serelil und Alec finden unter sehr günstigen Umständenxiii und in einem Umfeld zueinander, das sehr offen und akzeptant ist und sie leben in diesem Umfeld.xiv Dadurch fällt so gut wie jeder Aspekt von „Oh Gott, ich schwulxv, oh mein Gott, oh mein Gott, die Welt geht unter!“ Alecs Erkenntnis, dass er sich zu Seregil hingezogen fühlt, ist schleichend, mit einem gelegentlichen „Eh?“-Moment. Seregils Verliebtheit in Alec ist für ihn ein kleines drama, aber eher weil er davon ausgeht, dass Alec hetero ist. Sein eigenes Schwul-/Bi-Sein ist extrem schnell klar und genauso klar ist, dass er sich damit massiv wohl fühlt.
Flash forward Ende von Band zwei. Sie sind ein Paar. Sie leben beide noch, haben einige Traumata, sind bereits dabei, sich durch diese Traumata durchzuarbeiten und sie sind ein Paar und...
Habe ich mal erwähnt, wie toll funktionierende, gesunde, glückliche Beziehungen sind? In denen Leute miteinander reden, Witze machen, sich streiten und versöhnen und zusammen die Zukunft diskutieren?
Seregil und Alec sind in ihrem Umfeld keinen Repressalien ausgesetzt. Dadurch können sie ihren Fokus auf ihre Beziehung richten, statt darauf, sich in ihrer Beziehung gegen den Rest der Welt zu behaupten. Sowohl die Beziehung der beiden, als auch die Darstellung ihrer Beziehung gewinnt dadurch. Es hilft natürlich massiv, dass auch dann noch funktionieren, wenn man die Romanze weg nimmt und dass sie beide komplexe, eigenständige Personen sind, statt zwei Bestandteile einer Beziehung mit Ansätzen einer Persönlichkeit zur Dekoration.xvi
Seregil und Alec haben den Raum und die Möglichkeit, ihre Beziehung zu formen und zu definieren und daran zu arbeiten. Sie sind auch in der Lage, zu sehen wenn der Partner dabei ist, massive Scheiße zu bauen und ihm die Meinung zu geigen. Die Beziehung ist organisch, gesund, glaubhaft und tatsächlich eine der sehr wenigen fiktionalen Romanzen, denen ich die Romanze abkaufe – oder denen ich eine Chance auf eine Silberhochzeit zugestehe.
Die Beziehung kann so gut funktionieren, weil das Umfeld ideal für sie ist.
Womit ich wieder beim Anfang bin.xvii Flewelling hat in Skala eine Gesellschaft geschaffen, die nicht perfekt ist, aber zumindest in Geschlechter- und Sexualitätsfragen nahe daran heran kommt und es ist eine Welt, die sie (zumindest gehe ich anhand ihrer social media Aktvitäten und der positiven Darstellung queerer Beziehungen in ihren Werken davon aus) selbst realisiert und umgesetzt sehen will.
Wie gesagt, Autoren geben in ihren Texten auf die eine oder andere Art immer sehr viel sowohl von sich als auch von der Welt preis, in der sie leben.
„Maurice“, „Der fromme Tanz“ und „Catch Trap“ sind Kinder ihrer Zeiten. Sie erbitten, manchmal verlangen um Anerkennung der Menschlichkeit und Menschenwürde ihrer Protagonisten und hinterfragen die Abwesenheit ihres Rechts auf eine gleichberechtigte Existenz mit heterosexuellen Menschen.
2017 ist das immer noch – und vielleicht sogar wieder vermehrt – ein Thema. In den USA haben wir Nazis, die einen sprechenden Käseflip vor sich herschieben und die der queeren Gemeinschaft nicht nur dort, sondern weltweit massive Magenschmerzen bereiten. Je weniger ich über Russland rede, desto weniger muss ich schreien, also rede ich heute nicht über Russland. In über 50 Ländern ist Homosexualität illegal, in zehn unter Todesstrafe. Dagegen ist es in Deutschland tatsächlich paradiesisch, aber der Umstand, dass wir nach wie vor keine Ehegleichstellung haben, kotzt dennoch massiv an, ebenso wie die latente bis offene Homophobie, die noch immer umherweht.
Ja, wir haben zum Teil immer noch die gleichen Probleme wie vor hundert Jahren und brauchen den entsprechenden Blick darauf. Gleichzeitig aber hat sich der Fokus zumindest im Westen und den westlichen Medien dahingehend erweitert, dass wir gerne nicht „nur“ als „nicht-heterosexuelle Menschen“ angesehen werden wollen, sondern vor allem erst einmal als Menschen. Punkt. Aus. Ende. Menschen? Ja. Queer? Ja. Teil der Identität (und ein wichtiger)? Ja. Ganze Identität? NEIN
Der Schwerpunkt in queeren Medien hat sich ebenfalls entsprechend verschoben. Ein großer Punkt, was queere Rechte und die gesellschaftliche Gleichstellung betrifft, ist und war immer die Sache mit der wahrgenommenen Menschlichkeit von queeren Menschen und wie und ob wir als Menschen behandelt und respektiert werden.
Dazu gehört auch, dass die Welt endlich aufhört, uns darauf zu reduzieren, mit wem wir in die Kiste steigen. Oder eben nichtxviii.
Entsprechend wichtig ist eine vielfältige Literatur, die zum einen Problematiken thematisiert und aufzeigt – aber andererseits eben auch Charaktere zeigt, die ganz selbstverständlich nicht-hetero sind und in ihrem Umfeld geliebt und akzeptiert werden und zum Glück bekommen wir in der Sparte immer mehr geboten. Das beschränkt sich nicht mal mehr nur auf Fantasy. Floortje Zwigtman schreibt mit ihrer „Adrian Mayfield-Trilogie ein herrliches viktorianisches Drama vor dem Hintergrund des Oscar-Wilde-Prozessesxix. Tanja Meurer schreibt herrliche Urban-Fantasy-Horror-Krimis (mit einem Kaninchen als Nebencharakter. Und das Kaninchen ist toll.)
Unser kollektives Alptraumjahr 2016 wurde für mich persönlich durch den Sportanime „Yuri!!! on ICE“ gerettet.
Fantasy ist definitiv nicht das Hoheitsgebiet idealisierter queer-freundlicher Gesellschaften. Meines Wissens aber hat es dort angefangenxx und nach wie vor bietet Fantasy die meisten Möglichkeiten, aufzuzeigen, in welcher Welt wir idealerweise leben wollen.
Ich persönlich habe sehr gern einen Ausblick auf die Gesellschaft, in der ich irgendwann zu leben hoffe. Ich sehe gern, worauf ich hinarbeite. Macht das Hinarbeiten leichter und die Zeit, solang ich noch hinarbeiten muss dezent erträglicher.
iLacht nicht, ich meine das ernst.
iiDie Texte, die ich hier abhandle haben allesamt einen cis-schwulen Fokus. Das hat verschiedene Gründe. Einer ist Konsistenz, ein anderer, dass ich nicht genug weibliche Literatur kenne, diese Konsistenz beizubehalten und gleichzeitig vielfältiger zu werden. Ich hoffe, dem Abhilfe zu schaffen. Werft mir Buchtitel an den Kopf.
iiiDabei sei allerdings angemerkt, dass Berlin diesbezüglich eine Insel war. Der Rest der Weimarer Republik sah weniger rosig aus. Entsprechend wurde Berlin ein Sammelpunkt der Szene (gerade Schöneberg, insbesondere die Ecke um den Nollendorfplatz, die Tautenzienstraße und den Kurfürstendamm waren mehr oder minder das Zentrum der Szene. Wurden es in den 1960igern wieder. Der Nolli ist es nach wie vor.
ivJa. Diese Möglichkeit hat immer existiert. Ich weiß. Was nicht heißt, dass entsprechende Texte sehr verbreitet und anderen Menschen zugänglich gemacht wurden.
vUnd Ellen Kushner's „Swordspoint“. Ich weiß. Ich bin nie ganz warm mit Kushner geworden, entsprechend bespreche ich „Swordspoint“ hier nicht.
viEin Matriarchat wäre eine Gesellschaftsform und -struktur, die – direkt oder indirekt – Frauen mehr Macht und Kontrolle zuspricht und die Kontrolle und Teilhabe an der Machtausübung von Männern in allen Lebensbereichen so klein wie möglich hält und dies damit begründen, dass Frauen für die Machtausübung besser geeignet sind/Männer ob ihrer biologischen und geistigen Eigenschaften keine vertrauenswürdigen Führungsfiguren darstellen. Wer das in Aktion erleben will, kann sich mit Marion Zimmer Bradleys „The ruins of Isis“ (1978) befassen.
viiMit Ausnahme der politischen Intrigen und wehe, jemand nimmt mir die weg. Ich steh auf politische Intrigen. Zumindest in meiner Lektüre.
viii„Oh, unser Bruder kommt nach Jahrzehnten Exil zurück und bringt einen Mann mit? Willkommen in der Familie!“
Wohl bemerkt, das bedeutet auch, dass Alec als Seregils Partner darauf achten muss, was er tut, da seine Handlungen auch auf Seregils Familie reflektieren.
Wie gesagt, Aurënen ist... interessant und ziemlich sicher kein Ort an dem ich glücklich werden würde.
ixDas sich zu Skala verhält wie das deutsche Kaiserreich zu Skalas Frankreich. Oder das England des 17./18. Jahrhunderts zu Skalas Frankreich. Die haben sich wahnsinnig lieb.
xWie gesagt. Stark patriarchalisch geprägt.
xi Nachdem das gesagt ist, Flewelling legt in ihrer Schreibe großen Wert darauf, die zivile Bevölkerung Plenimars als menschlich, greifbar und gelegentlich sympathisch darzustellen. Jemand, der mit beschissenen Ansichten aufwächst, ist davon kein beschissener Mensch. Die Beschissenheit setzt in dem Moment ein, da dieser Jemand unwillig ist, seine Ansichten auch nur so weit zurück zu halten, dass die Grundrechte und Menschenwürde anderer Menschen nicht missachtet wird. Ist jemand bereit, seine Ansichten zu überdenken, ist es ideal, aber... erwarten wir mal besser nicht zu viel.
xiiAlle Beziehungen. Romanze beiseite gelassen ist meine Lieblingsbeziehung wohl die zwischen Seregil, Alec und Kari. Kari ist die Ehefrau von Seregils alter Flamme und so sehr sie und Seregil sich mögen, die Beziehung ist entsprechend ein bisschen angespannt. Außerdem adoptiert sie den armen, kleinen elternlosen Alec (irgendwie kratzt mir hier grad was im Hals) von dem Moment an, da sie ihn das erste Mal sieht und es ist großartig. Ich liebe Kari. Der Fokus dieses Essays sind aber nicht die platonischen Beziehungen, also flugs zurück zum Thema.
xiiiWenn man mal Prophezeiungen, Entführungen und das drohende Ende der Welt wie wir sie kennen ignoriert
xivWenn nicht gerade wieder eine Entführung oder etwas ähnliches stattfindet, die sie aus ihrem gemütlichen Heim raus reißt.
xv Seregil lässt sich eher als bi lesen, denn als schwul. Alec ist zur Interpretation offen,
xviWarum mag ich „Catch trap“ noch so sehr?
xviiLang hat's gedauert. Ich weiß. Es tut mir expressiv nicht leid.
xviiiEin Tipp vom Profi: sich exzessiv mit dem Intimleben anderer Leute zu befassen, ohne aktiv daran teilzuhaben, ist gruselig und widerwärtig. Lasst das bleiben.
xix Was bedeutet, dass die soziale Ächtung von Homosexualität eine Rolle spielt. Hauptcharakter Adrian bleibt davon in seiner Person relativ unbeschwert und macht sich eher Sorgen, dass seine Vergangenheit als Strichjunge ans Licht kommt. Mit seinem Schwulsein ist er herrlich zufrieden.
xx Ich bitte um Korrektur, sollte ich falsch liegen.
Vielleicht wissen es die einen oder anderen von euch ja - ich habe eine weitere Anthologieveröffentlichung zu vermelden, dieses mal beim Verein obscurcouleur e.V.
Die Anthologie “Alte Meister - Neue Meister” befasst sich thematisch mit der Neubearbeitung alter Stoffe, seien sie nun Bilder, Märchen, Sagen oder literarische Texte. Die Autoren und Zeichner - ich eingeschlossen - werfen einen hintergründigen Blick auf das, was wohl vor der Entstehung dieses bildes oder dieser Geschichte passiert sein mag, interpretieren neu und um, analysieren frech von der Leber weg - alles bunt durchgemischt, vielseitig und auf jeden Fall massiv unterhaltsam.
Ich bin mit zwei Geschichten darin vertreten: zum einen mit meiner Brief-Erzählung “Puppenspiel”, in der E.T.A. Hoffmann eine fiktive Inspriation zu dem Automaten-Motiv in seinem “Sandmann” findet (erzählt aus der Sicht des fiktiven Vorbildes für Nathanael, gott wie hass-liebe ich ihn).
Zum anderen “Die Mittagsfrau und ihre Töchter”, in der einer möglichen Herkunft der sorbischen Todesbringerin nachgespürt wird. Kurz, im märchenhaften Stil erzählt, tragisch und sehr mit meinen Wurzeln verwoben.
Andere Autoren, die ich euch ans Herz legen will sind Sarah Ehrmann, hier als @aranelthefair unterwegs und mit einer Neuinterpreation der Artusssage vertreten und @fendassor, die als Iris Retzlaff eine wunderschöne Neuauflage der japanischen Geschichte von der Kranichfrau präsentiert.
Zusätzlich war ich für einige Texte - noch als Lektorin zuständig, tatkräftig unterstützt von @aranelthefair.
Dazu kommen noch ein Berg an Comics und Zeichnungen, entsprechend - schaut es euch an, bestellt und lasst uns wissen, was ihr von uns haltet. Jeder Cent, den ihr da lasst, kommt dem Verein obscurcouleur e.V. und den Künstlern zugute und helfen uns, unsere Arbeit fortzusetzen.
Plus, dass ich auf beide Geschichten wahnsinnig stolz bin und ebenso stolz bin ich auf die Texte, die ich lektorieren durfte.
Von daher... los! Geht bestellen und dann geht lesen!
Das Bestellformular findet ihr hier.
Wer auf die LBM 2017 kommt, kann sein vorbestelltes Exemplar am Stand des Ateliers TanT ohne zusätzliche Kosten abholen und mit etwas Glück von anwesenden Künstlern und Autoren signieren lassen.
Zu meinem erstaunen - oder auch nicht - stellt sich heraus, dass meine aktuelle Hauptdame einen guten Haufen Homophobie internalisiert hat.
Sprich, in einer entsprechenden Situation würde sie vermutlich betreten schweigend daneben sitzen, wenn ihre Familie auf ihren schwulen Bruder losgeht und sich nicht trauen, was zu sagen. (und ja, die Auffassung, dass er sich ob seines Schwulseins von der Familie, ihrer Kultur und ihren Traditionen abgewendet hat und nur per Nicht-mehr-schwulsein den weg zurückfinden kann, ist IMHO massiv homophob.
Tja, tja, tja, meine HeldenWG-Geschichte wurde abgelehnt. Blöd das.
Und ja, das ist blöd. Ich mag die Geschichte, ich mag meine Jungs, ich denk auch, dass ich so langsam die sache mit dem Humor hinbekomme.
Aber andererseits... wenn ich sie mir durchlese, fallen mir Baustellen auf. (Pacing. Fokusprobleme, sowohl was die Perspektive als auch den Plot und thematischen Schwerpunkt betrifft) Leute die mich nicht kennen und nicht in meinen Kopf gucken können, haben schon paar Sachen angemerkt (Charaktere eher flach, was z.T. an den Perspektivenproblemen liegt. Bei anderen Sachen widerspreche ich dezent, aber das gehört nicht hierher.).
Drücken wirs mal so aus, ich hab etliche Baustellen entdeckt.
... und diese Baustellen weiten sich langsam zu nem komplett neuen Teil des Gebäudekomplexes aus, der dieses Geschichtenuniversum ist.
...
...
es ist irgendwie gut, noch massiv Aufwärts-Potenzial zu haben. :D
Ich bin vor einiger Zeit auf einen Haufen gestoßen, der sich “Deutsche Literaturgesellschaft” nennt.
Sehen sehr ete-petete aus, preisen sich vollmundig als ein Verlag an, der der verlegerischen Tradition, neue Talente zu fördern treu geblieben ist (anders als die bösen, bösen, bösen Standardverlage.) und... sie nehmen Manuskripte an.
Tja. Ich schüttle den Kopf.
Sie verlangen kein Exposee, keine Leseprobe, null. Nö. Komplettes Manuskript darf es sein, bitte sehr.
Sie stellen keine Formatvorgaben. Schick ihnen pdf, odt, doc, schick es ihnen in Lila Punkten auf schwarzem Grund. Sie nehmen es.
Oh und von Normseiten hab ich da auch nix gelesen. ... ... ... ...
Trotz allem - sowohl Formatvorgaben als auch der ganze, mir so verhasste Exposee-Scheiß dienen ja dazu, dass sie schneller bearbeiten können - erklärt die Literaturgesellschaft, dass sie innerhalb von 2 Wochen antworten.
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mal sehen, was sie zu meinem ungebetaten, Rechtschreibfehlerschwangeren, noch nicht polierten Märchen sagen.
Mal sehen, wie viel sie für die Veröffentlichung verlangen, weil... seien wir ehrlich, auch ohne Google wäre ich drauf gekommen, dass das ein DKZV ist.
(und warum DkZVs schlecht und scheiße und bäh sind, erzähle ich demnächst in nem Vlogbeitrag.)
Für einen der künftigen Vlog-Beiträge würde ich wahnsinnig gern einen längeren Text an die Deutsche Literaturgesellschaft schicken... und mich generell mal mit denen auseinander setzen. Frage ist, welches meiner Kinder opfere ich?