Mittelmeer ade, ade
Am Schluss ging dann alles sehr schnell. Nach einer schönen Überfahrt nach Maria di Leuca in Italien, wollten wir dort in der Marina für einen Trockenplatz anfragen.
Im Herbst wäre ich dann von dort nordwärts gesegelt, oder hätte das Boot auch gemütlich nach Hause bringen können.
Den Trockenplatz wollten sie uns nicht geben, weil sie den Platz angeblich für Autoparkplätze brauchen würden.
Die Alternative weiter nordwärts einen anderen Hafen zu suchen, war wegen des anhaltenden Gegenwindes keine Option.
Die Marina bot uns dann einen Wasserplatz an, der so stark dem Schwell ausgesetzt war und dazu sauteuer (Italia, Italia), dass wir beschlossen, Snickers wieder zurĂĽck nach Hause zu holen.
In einer Marathonübung fuhren wir mit dem Nachtzug sitzend nach Basel zurück, holten vom Neuenburgersee unseren Anhänger, mieteten ein Zugfahrzeug und bretterten die 1700 km an den Stiefel hinunter.
Weil in Leuca, der Lastwagen mit dem Kran für das Mastlegen nicht, wie abgemacht, am Morgen kam, damit das Boot anschliessend ausgewassert werden konnte, sondern die ganze Aktion erst um 14 Uhr (nach den Spagetthis)(Italia, Italia) begann, konnten wir dann erst viel zu spät dort unten losfahren und um das Auto rechtzeitig wieder zurückzugeben, fuhren wir durch die Nacht gerade wieder zurück an den Neuenburgersee.
Immerhin sind wir in Maria die Leuca noch die 300 Stufen zu einem schönen Platz und der Maria und dem Leuchtturm hinaufgestiegen und haben dort oben noch einen Geocach gefunden.
Danach haben wir per Zufall ein ganz anderes Restaurant, als die üblichen Spaghetti und Seafoodtavernen gefunden. Eine Gemeinschaft, welche eigene Produkte schön kocht und einen Garten schön gestaltet hat, so das jeder unter einem Olivenbaum sitzt.
Jetzt sind wir wieder zuhause, etwas mĂĽde, aber dankbar und froh, dass alles gut gegangen ist.
Vor allem die Reise zurück mit dem Anhänger in der Nacht und dem schweren Schiff, auf den schlechten bis miserablen Strassen von Italien, zwischen den tausenden Lastwagen und den Autobahnzahlstellen, welche nicht immer funktionieren und man dann rückwärts mit 5cm Abstand zwischen den Leitplanken wieder hinausfahren muss. Oder wenn Nachts die Autobahn wegen Arbeiten gesperrt ist, aber keine Umleitung angeben oder ausschildern (Italia, Italia), wurde die Rückreise zu einem Abenteuer und wir sind sehr froh, dass alles gut gegangen ist.
Es ist fast etwas zu früh, um diese Reise abschliessend zu beurteilen, aber wenn man das Geschenk erhält, so etwas zu erleben, dann muss man einfach zuerst einmal nur Danke sagen.
Sicher kam das Segeln in diesem Revier etwas zu kurz, weil es dort fast nur zu viel oder zu wenig Wind gibt.
Wir wurden aber belohnt mit wunderschönen Buchten, netten kleinen Fischerdörfchen, Tavernen mit südländischem Scharm und glasklarem Wasser.
Im Jonischen Meer haben uns vor allem die kleinen Inseln gefallen. Die bekannten Inseln sind unterdessen zu Touristenhotspots geworden, wo jeder sich noch eine Scheibe von diesem Geschäft abschneiden will, was auch zu begreifen ist. Leider lassen sie aber die Olivengärten und die Rebberge und die Weiden und die ganze Landwirtschaft vergammeln, denn mit den Touris ist einfacher Geld zu verdienen, als bei harter Landwirtschaftsarbeit und beim Fischen.
Immerhin haben wir noch noch Projekte gesehen, wo Leute etwas anderes versuchen, indem sie einen Olivengarten in ein hübsches Restaurant umwandeln und die Produkte von dort und der Umgebung verwerten und dort gerade verkaufen oder eine alte Mühle wieder in Gang bringen, sie den Gästen vorführen und und mit dem eigenen Mehl backen und ein hübsches Café betreiben.
Der Peleponnes war für uns das Highlight. Er ist touristisch erschlossen, aber nicht mit Riesenhotelkästen und Liegestuhlstränden. Auch die vielen Charterschiffe kommen nicht soweit in den Süden. Das Ankern vor den kleinen Städchen und in einsamen Buchten war für uns ein wirklich schönes Erlebnis und eine Gegend in der wir nicht zum letzten Mal waren, vielleicht aber beim nächsten Mal mit dem Zelt und den Wanderschuhen.
Mein ResĂĽmee
Für mich war das Projekt Jonisches Meer und Peleponnes mit sehr viel Vorbereitung verbunden. Man kann nicht einfach ins Schiffchen sitzen und anschliessend eine schöne Zeit auf dem Meer verbringen. Man muss es sich verdienen.
Das Schiff muss hochseetauglich gemacht werden, man sammelt alle Infos über das Revier, welche man bekommen kann. Man sucht eine Wetterstation, welche einem verlässliche Wetterberichte gibt. Der Transport des Schiffs und das Einwassern muss organisiert werden, kurz, für eine solche Unternehmung muss man sich aus der Komfortzone begeben und bis das Schiff einmal im Wasser ist, auch viel Geld in die Hand nehmen.
DafĂĽr wird man aber belohnt. Wenn ich mit dem Schiff unterwegs bin, vergesse ich alles andere. Alle Sorgen, alle Wehwehchen, an denen ich herumstudiere, wenn ich Zuviel Zeit dafĂĽr habe. Ich bin in einer andern Welt und muss mich auf diese einstellen.
Ich lerne neue Leute kennen, ich treffe auf interessante Segler. Man freut sich zusammen. Man tauscht Erfahrungen aus, trifft sich manchmal wieder, freut sich und weiss doch, dass man sich später nie mehr treffen wird.
Ich schmiede schon unterwegs wieder neue Pläne und vergesse dabei auch, dass älter werden.
Ich muss mir von irgendeinem Hafendeppen sagen lassen, wie ich mein Boot anbinden soll, oder mir manchmal sogar einfach dumme Sachen gefallen lassen, weil irgend jemand seine Macht demonstrieren will. Aber das ist auch gut so, ich lerne auch Sachen zu akzeptieren und mich zurĂĽcknehmen.
Aber die ganze Unternehmung braucht soviel Konzentration, Beweglichkeit, ich muss täglich ja stündlich neue und manchmal sehr schnelle Entscheidungen treffen.
Ich habe mit Sabina eine Partnerin an Bord, welche alles begeistert mitmacht, auch wenn es manchmal etwas to much ist und die mich aber manchmal auf den Boden zurĂĽck holt. So macht eine solche Reise zusammen einfach nur sehr viel Freude.
Und jetzt noch ein Lobgesang auf unser Böötchen.
Die Snickers war, wie bis jetzt immer, ein zuverlässiges Boot, unterdessen gegenüber allen andern Booten, wirklich sehr klein, aber es macht auch Freude den Seglern mit ihren Riesenschiffen und allem Komfort, zu zeigen, dass es auch mit einem kleinen Boot sehr viel Spass machen kann.










