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Neuseeland - ein absoluter Traum
So Stefan, nun schreib mal was über Neuseeland. Aber wo fang ich, wo hör ich auf? Es ist gerade so unfassbar schwierig für mich, all das Erlebte kurz & knapp auf den Punkt zu bringen, und euch dabei trotzdem die ganze Vielfalt dieses einzigartigen Landes zu vermitteln.
Ich mag mein Job, die Leute mit denen ich zusammen arbeite und natürlich auch das Geld ;) Als es heißt, dass die Saison vorbei ist, bin ich jedoch nicht nur traurig. Ich kann's kaum abwarten, mich aufs Fahrrad zu schwingen und meine Entdeckungsreise auf der Südinsel Neuseelands anzutreten. Von einer Arbeitskollegin hab ich hierfür ein Mountainbike bekommen, mich mit Gepäckträger und Seitentaschen ausgestattet, allerhand Equipment gekauft – Zelt, Isomatte, Gaskocher & Co. – und den Rucksack wie schon in Asien einfach quer über die Taschen gespannt. Ist alles andere als optimal, gerade was die Balance betrifft, aber es wird sich schon machen…
Und gleich die erste Etappe hat es in sich. 80km mit Regen, Wind, Sonne, Bergen und einem katastrophalen Hungerast…die ganze Palette also. Aber ich beiß mich durch – hab derweil das rot-gepunktete Trikot übergezogen ;) – und die Kulisse des ersten Nachtlagers entschädigt für alles. Umgeben von Bergen, jeder Menge frischer Luft und keiner Menschenseele schlag ich das Zelt an einem traumhaften See auf und kredenz mir das erste Abendmahl. Als Dämmerung einsetzt, mach ich die Lampe im Zelt an, genieß meinen Kaffee nach der recht frischen Abkühlung im See und dann ist es da…dieses wunderbare Gefühl vom angenehmen Alleinsein, Stille und totaler Zufriedenheit.
Die nächsten Tage geht's für etwa 200km im Wesentlichen bergauf über Arthur's Pass weiter Richtung Greymouth an der Westküste, die das erste große Etappenziel darstellt. Von dort sollte es dann an sich runter Richtung Süden gehen, aber gewisse Umstände tragen dazu bei, dass es nun für mich oder besser gesagt uns hoch in den Norden geht. Auf der "Coast Road" – eine der schönsten Straßen Neuseeland – geht's mit Stopps bei den "Pancake Rocks", wunderschönen Bergseen, kleineren Orten bis hoch zum ersten "Great Walk". Die ganze Umgebung rundum "Abel Tasman" ist einfach nur ein Traum. Natur pur und super Wetter machen unseren Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Wieder alleine unterwegs geht’s nun zurück an die tropische und mit Sandfliegen übersäte Westküste, wo mich für mehrere Tage der Regen begleitet. Deshalb wird sie wohl auch gern "Wet Coast" genannt ;) Ist an sich nicht so schlimm – es ist tagsüber warm und wenn du erstmal komplett durchnässt bist, kann's auch nicht mehr werden. Und die Ausrüstung kann dabei noch so gut sein, irgendwann ist halt einfach alles durch – du selbst, aber auch der Rucksack inkl. Zelt & Schlafsack, was bei frischen Nachttemperaturen eher suboptimal ist. Andererseits ist der Regen aber auch wunderschön, da er die Natur aufblühen lässt und alles in ein anderes Licht rückt.
Unter anderem mit einem Stopp am "Franz Josef Glacier" geht's über den "Haast Pass" weiter nach Wanaka und von dort aus in die "Fjordlands", wieder in Gesellschaft. Und das Wetter ist auf unserer Seite. Bis auf ein bisschen Regen verbringen wir die Tage im Trockenen und bei milden Temperaturen in dieser einzigartigen Umgebung, die mir immer wieder die Sprache verschlägt. Auf fantastischen und sehr kurvenreichen Straßen geht's über "Lake Te Anau" mitten rein in die in Wolkenschleiern stehenden Berge und auf weitere Wanderungen auf dem "Kepler, Routeburn und Hollyford Track".
Wieder in Wanaka angelangt, führt mich der Weg über "Lindis Pass" weiter zum "Lake Pukaki", wo ich einen meiner schönsten Zeltplätze finde und einen phänomenalen Blick auf "Mount Cook", den höchsten Berg Neuseelands, genieße. Und dann geht's am Ende des Trips tatsächlich doch noch so richtig rein ins Gelände. Auf dem "Alps 2 Ocean Cycle Trail" geht's über Stock & Stein zurück Richtung Ostküste und mit Aufenthalten bei zwei Arbeitskollegen schlussendlich wieder nach Ashburton.
Ich könnte womöglich stundenlang von diesem Trip erzählen. Von all den wunderbaren Menschen, die ich kennenlernen durfte, all die unvergesslichen Erlebnisse und Erfahrungen, und natürlich die fantastische Natur. Vom Meer bis zu schneebedeckten Bergen, von der Wüste bis zum Dschungel, von Sonne & Wärme bis zu Regen & Kälte, von relaxten Tagen am Strand bis zu allerlei Outdoor-Aktivitäten – Neuseeland hat einfach alles zu bieten! Es sind nicht nur die Zeit und das Volumen, die das Ganze hier einschränken, sondern im Wesentlichen die Worte, die ich einfach nicht finden kann. Es war so unfassbar schön & einzigartig, und ich bin soooo froh, dass ich wieder zurückkehren kann!! Ich hoffe, dass ich euch in Kombination mit den Bildern wenigstens im Ansatz einen kleinen Eindruck dessen vermitteln konnte, was ich erleben durfte und vielleicht auch ein wenig Reiselust bei euch geweckt hab ;) Es lohnt sich auf jeden Fall!!
Jetzt ist's tatsächlich soweit...
…die Radtour auf der Südinsel Neuseelands kann beginnen. Wo geht’s eigentlich hin? Ganz grob geschildert, führt mich der Weg erstmal über die Berge rüber an die Westküste, diese dann ein ganzes Stück hinunter, zurück zur Ostküste und dann wieder nach Ashburton. Wird sicher ‘ne abgefahrene Nummer, gespickt mit zahlreichen Highlights! Wie lange ich unterwegs bin? Keine Ahnung. Ich fahr einfach mal los und bin dann irgendwann wieder da. Bloß keine Hektik! Mehr Details zur Route gibt’s auf jeden Fall wenn ich wieder da bin.
Lasst es euch gut gehen und bis in ein paar Wochen :)
So, kann losgehen...
Hallo Reisewelt!
Nach einem knappen halben Jahr hatte ich gestern meinen vorerst letzten Arbeitstag. Völlig unerwartet werde ich zum Ende des Tages noch mal ins Büro gerufen, wo sich die Department-Leitung persönlich bei mir für meinen Einsatz bedankt und mit einem kräftigen Händedruck & einem netten "Wir würden uns sehr freuen, dich in der nächsten Saison wiederzusehen." geht's für mich Richtung “Freiheit”. Auf eine gewisse Art und Weise werde ich meinem Job, vor allem jedoch die Leute, vermissen und freu mich jetzt schon auf ein baldiges Wiedersehen.
Ich kann's kaum fassen, dass wieder ein halbes Jahr vergangen ist und sich die beruflichen Umstände so großartig entwickelt haben. Zu Beginn meines Neuseelandaufenthaltes war da schon eine gewisse Skepsis, aber es lief wieder einmal alles reibungslos. Und das ist keine Selbstverständlichkeit. Aus dem Grund bin ich überaus dankbar dafür, dass man mich sowohl in der Arbeitsagentur als auch im Betrieb so nett behandelt und aufgenommen hat!
Und nun heißt es, Taschen packen, ab aufs Rad und Neuseeland entdecken!
Das muss ich nicht noch mal erleben!
Letzten Sonntag war’s soweit. Dass, wovon mir einige Leute in Ashburton bereits berichtet hatten, wurde Realität. Die Erde bebte.
Ich sitz mittags am Küchentisch, schreib ein wenig am Laptop und plötzlich verspür ich ein Wackeln des Tisches. Ich geh davon aus, dass ich mit den Beinen den Tisch berührt hab und schreib einfach weiter. Und dann wieder, jedoch wesentlich heftiger. Sch****, diesmal war ich’s definitiv nicht. Nein, die Erde bebt.
Ich schau zu meiner neuseeländischen Mitbewohnerin rüber, die kreidebleich auf der Couch sitzt, blitzartig aufsteht und sich in den Türrahmen stellt. Was tun? Unter den Tisch? Keine Ahnung! Ich weiß mir nicht anders zu helfen und renn reflexartig aus dem Haus, Richtung Freiheit. Türrahmen und unter dem Tisch sollen jedoch besser geeignet sein.
Boa, was für ein unangenehmes Gefühl. Wenn die Natur mit all ihrer Gewalt macht, was sie will, und du ihr hilflos ausgeliefert bist. Meine Beine schlackern und das Herz rast – insbesondere bei dem Gedanken an die verheerenden Folgen des Erdbebens vor ein paar Jahren in Christchurch. Es ist zum Glück nichts passiert, aber ich kann gut und gerne auf eine weitere Erdbebenerfahrung verzichten und brauch nun erstmal ‘ne Zigarette und 'nen Beruhigungsschnaps.
PS: Wer Details zum Erdbeben haben möchte, klickt einfach hier.
ein paar Bilder aus der Natur...
Meine Unterkunft in Ashburton. Nettes Guest House in perfekter Lage mit zwei Einzelzimmern, einem Doppel- und einem Dreibettzimmer.
Die Zeit neigt sich dem Ende…
Ich sprech natürlich nicht über meine Reisezeit ;) Nein, die Zeit des Arbeitslebens ist vermutlich bald vorbei. So wie’s aussieht, neigt sich die Saison dem Ende und in ein paar Wochen ist dann Schluss. Davor gibt’s noch den sogenannten “super shift”, was bedeutet, dass Leute aus der Tages- und Nachtschicht ausgewählt werden und dann vorübergehend tagsüber zusammenarbeiten, die Nachtschicht fällt somit weg. Das Hauptkriterium für die Auswahl ist die Betriebszugehörigkeit und da werd ich wohl allem Anschein nach mit meinen jetzt zweieinhalb Monaten nicht dabei sein. Wenn doch, freu ich mich, denn der Job macht mir wirklich Spaß. Wenn nicht, ist’s auch nicht schlimm, denn ich weiß was mit der Zeit anzufangen.
Bevor ich Neuseeland dann in Richtung Deutschland verlasse, möchte ich für ein paar Wochen mit dem Rad durch’s Land fahren und dabei die große Vielfalt der Natur entdecken. Aber auch das wird wieder anders, als Alles was ich zuvor gemacht hab. Es soll dabei mit Zelt, Schlafsack, Gaskocher & Co. relativ autark und so oft es geht abseits der Touripfade durch’s Land gehen, inklusive ein paar Trekkingtouren. Alles was ich dafür benötige, gab’s vor paar Wochen im Kathmandu Store. Wer mich kennt, weiß, dass ich total auf jeglichen Outdoor-Kram steh und Stunden bei Globetrotter verbringen kann. So auch hier in Ashburton. Super Laden – vielfältiges Angebot mit guter Qualität und super Preisen. Ist natürlich eine ganz schlechte Kombination für mich und meine Leidenschaft ;)
Das A & O auf meiner Shoppingtour war das Gewicht – je leichter desto besser. Weniger Gewicht kostet zwar in der Regel auch etwas mehr, aber wer möchte nicht mit einem leichteren Rucksack unterwegs sein. Im Warenkorb landeten nach geraumer Zeit und ausgezeichneter Beratung ein 2-Personen Kuppelzelt (1,7kg, Wassersäule 2.000/10.000mm), eine selbstaufblasende Matratze (38mm, 0,7kg), Gaskocher & Topf (0,3kg) und bisschen Kleinkram (Gas, Lampe, Thermoskanne & Co.). Das Ganze gab’s für weniger als 400 Euro und ist somit denke ich ziemlich günstig. Nächste Woche bekomm ich dann hoffentlich noch von einer Arbeitskollegin ein Mountainbike – mit Rennrad über Stock & Stein ist eher suboptimal – und dann kann’s auch schon losgehen. Ich bin schon gespannt, wie’s wird und was ich alles so während der Zeit lern…denn es ist die Generalprobe für das dann bald anstehende Abenteuer mit dem Zelt. Aber dazu später mehr…
Was vielleicht noch ganz interessant für euch sein könnte, ist die Tatsache, dass ich wieder nach Neuseeland fliegen werde. Wieso? Ich fühl mich wohl in Ashburton, auch wenn das mit dem sozialen Gefüge bisher noch nicht optimal ist. Aber aus meiner eigenen Hamburg-Erfahrung kann ich sagen, dass das nun mal nicht von heute auf morgen passiert, sondern eher ein schleichender Prozess ist. Die Leute und Kontakte sind vorhanden und nun geht’s darum, das Ganze zu intensivieren. Hinzukommt, dass ich wie schon erwähnt meinen Job echt mag. Mein Arbeitgeber würde sich freuen, mich in der nächsten Saison wiederzusehen und hilft mir dabei, das Arbeitsvisum zu erhalten. Die Leute sind nett und witzig, vor allem die Maori, und das Geld darf man natürlich auch nicht vergessen. Ist nicht das Wichtigste, aber doch schon ein wichtiger Bestandteil des Ganzen, der mir unter anderem dabei hilft, für das nächste, ganz große Abenteuer zu sparen! Auch hierzu gibt’s zu gegebener Zeit mal ein paar Informationen…
So weit, so gut…das wär’s wohl erst mal von mir hier aus Ashburton. Ach ja, vielleicht habt ihr euch ja mal gefragt, wo und wie ich hier eigentlich lebe – ich hab’s tatsächlich nach etwa fünf Monaten mal geschafft, ein paar Bilder der Unterkunft zu machen. Und nach meinen Trip kann ich euch dann hoffentlich auch mit einigen Fotos von Neuseelands fantastischen Szenerien versorgen!
so...das war’s für 2015
Zum Abschluss noch mal ein paar Bilder des Jahres...
Das Jahr 2015
So, das war’s nun also…das Jahr 2015 neigt sich dem Ende. Was bleibt zum Abschluss noch zu sagen?
Es war mit Sicherheit das aufregendste Jahr meines Lebens, gespickt mit zahlreichen und unvergesslichen Momenten & vielen faszinierenden und inspirierenden Bekanntschaften.
Da war zum Beispiel John, mit dem ich dieses irre Schwimmabenteuer von Insel zu Insel quer durch den Indischen Ozean erlebt habe oder auch Savanna, die mich auf einer atemberaubenden Dschungeltour auf Sumatra begleitet hat, eine sehr intensive Begegnung mit Anhängern der Minangkabau in Indonesien, das Besteigen des höchsten Bergpasses der Welt und eine spektakuläre Neujahrsparty in Kathmandu, das Trampen quer durch die Kardamomberge auf dem Dach eines Geländewagens oder eine sensationelle und zugleich anstrengende 16-Stunden-Zugfahrt durch den Dschungel Myanmars.
Und natürlich war das Ganze versehen mit jeder Menge Erfahrungen. Nicht alle von ihnen waren positiv – das wäre auch zu einfach und langweilig – aber sie alle waren auf jeden Fall eines…sehr lehrreich. Ich hab so Einiges ausprobiert, bin diverse Male hingefallen und hab zahlreiche Fehler begangen, aber das Wichtigste ist – ich hab nichts bereut!
Mir bot sich in diesem Jahr nicht nur die Gelegenheit, wunderbare Orte zu sehen und fantastische Menschen kennenzulernen, sondern auch so viel Neues über mich selbst zu erfahren. Es war die großartige Chance, weit über den Tellerrand zu blicken – manchmal etwas zu weit ;) – und mich dadurch ein ganzes Stück weiterzuentwickeln. Für Neues und Unbekanntes war ich dabei immer gern zu haben…wie sonst soll ich auch wissen, was ich mag oder nicht mag, was ich kann oder nicht kann?!
Was passiert nun im neuen Jahr? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Es gibt da so einige Ideen, aber eben noch nichts Konkretes. Oh halt, eines weiß ich schon – ich komm nach Deutschland und darauf freu ich mich bereits heute schon wahnsinnig! Wann genau wird sich in den ersten Monaten des neuen Jahres ergeben.
An dieser Stelle nun auch schon mal ein freudiges HAPPY NEW YEAR!!! Ich wünsch euch allen einen guten, feucht-fröhlichen und vor allem gesunden Rutsch ins neue Jahr!!! Genießt die Zeit, lasst die Gläser nicht leer werden und das Jahr in Ruhe ausklingen & beginnen.
Zum Abschluss bleibt mir nun noch eines zu sagen…vielen Dank euch allen für die tolle Unterstützung in diesem unvergesslich schönen Jahr – ihr seid großartig!!
Beste Grüße aus Neuseeland!!!
Fröhliche Weihnachten und sonnige Grüße vom Meer!!!
Das hab ich nicht erwartet…
Unter der Woche hab ich einen Anruf von der Agentur erhalten, über die ich meinen ersten Job bekommen hab, und ich wurde gefragt, ob ich Freitag Abend Zeit hätte – bisschen Autofahren und Geld gibt’s cash. Ich ging davon aus, dass ich ein paar Arbeiter in die nächste Stadt fahr und wieder zurückbring, aber stattdessen war’s das gesamte Management aus Ashburton. Zudem kamen auch noch alle Mitarbeiter aus Christchurch.
Und “schlimmer” hätte die Tour nicht anfangen können. Neues Auto, das erste Mal die Schaltung hinterm Blinker und nicht bei der Handbremse, ich etwas nervös und dann das…ich fahr vom Parkplatz und was mach ich? Klar, ich fahr schön auf die rechte Spur! “Nein, nein Stefan…du musst hier links fahren"…na super, fängt ja schon mal gut an ;) Den restlichen Abend fand ich mich dann aber zum Glück auf der immer noch etwas ungewohnten linken Seite wieder und alles verlief reibungslos.
Es stellte sich dann irgendwann heraus, dass es deren Weihnachtsfeier war…und ich war mitten drin. In Methen, etwa ‘ne halbe Stunde entfernt und unmittelbar vor den Bergen gelegen, wurde im urigen, irischen Pub erst mal richtig gut gegessen – der Weihnachtspudding war mein Highlight ;) – und anschließend in bester Stimmung ausgelassen gefeiert. Zu guter Livemusik wurde wild getanzt, dabei mit den Stiefeln dermaßen auf den Holzboden getreten, dass ich dachte, der Pub übersteht den heutigen Abend nicht, und natürlich floss der Alkohol in Strömen. Wirklich ein gelungener Abend!!
Nächste Woche gibt’s dann ein Barbecue bei der Agentur hier in Ashburton und ich bin, obwohl ich nicht mehr für sie arbeite, mit von der Partie. Das Gute ist, dann gibt’s kein Auto und somit auch kein Grund, nicht zu trinken ;) Also…hoch die Tassen!
Happy Crate Day!!
Ist nun schon 'ne Weile her, dass ich was geschrieben hab…also, was gibt's Neues?
Fang wir mal mit dem Guest House an. Ich bin nach wie vor noch in derselben Unterkunft, bekomm nun jedoch nächste Woche mein Einzelzimmer im anderen Haus (es gibt zwei). Die ersten sechs Wochen durfte ich mir das Doppelzimmer mit einem ganz besonderen Neuseeländer teilen. Jede Nacht kam er spät nach Hause, öffnete und schloss lautstark die Tür – wozu gibt’s eigentlich Türdrücker? – was eher suboptimal ist, wenn man halb sechs aufsteht, um zu arbeiten. Aber das allein wäre noch erträglich gewesen. Ich mein, es ist ein Guest House und da kann/muss man mit so was rechnen. Aber die Spritzen, die die Polizei in seiner Jacke fanden, als sie ihn wegen eines unfassbar lauten Streits mit seiner Freundin abgeführt haben, gaben mir dann doch etwas mehr zu denken und haben sein Verhalten in ein etwas anderes Licht gerückt. Man, man, man…was für'n Typ! Nun ist die Lage wesentlich entspannter. Der Mix der Leute & die Stimmung sind gut und ich hab ‘nen sympathischen Mitbewohner aus Uruguay.
Gestern war nationaler “Crate Day” in Neuseeland. Das heißt, jeder kauft sich eine speziell für diesen Tag angefertigte Bierkiste aus Holz und macht sich dann ans Werk ;) 12 Flaschen à 0,75 Ltr. warten auf einen. Großer Spaß! Wir haben wirklich alles gegeben, waren mit größtmöglichem Sportsgeist und Durst bei der Sache, einige vielleicht auch mit etwas zu viel. Die Kiste geschafft, hat jedoch keiner. Ist glaub ich auch besser so!
Die Zeit aufm Bau ist nun auch vorbei. Sie war interessant, lehrreich und so weiß ich nun, dass ich keine große Karriere aufm Bau machen werde/möchte. Nach knapp drei Monaten hatten wir das Großprojekt fertiggestellt und weitere Verwendung sah man für mich nicht. Im ersten Augenblick war das erst mal komisch – ist das erste Mal, dass ich gehen musste – aber als ich zuhause ankam, war alles gut und ich völlig entspannt. Wird sich schon irgendwas ergeben. Und so kam’s dann auch…
Einen Tag später hab ich mich in zwei Fabriken beworben und dann ging auch alles ganz schnell. Nächsten Morgen erhielt ich einen Anruf – kurzes Telefoninterview – kurz darauf gab’s das Vorstellungsgespräch und die medizinische Untersuchung. Und besser hätte es nicht laufen können! Der Personalchef ist großer Fußballfan, der Arzt kam grad von einem Europatrip mit seiner Frau aus Malaysia wieder und der Abteilungsleiter möchte nächstes Jahr nach Südostasien. Alles ganz wunderbare Themen, zu denen ich zu sagen hatte. Und das Wichtigste – ich bin bei bester Gesundheit!! Alles lief wie geschmiert. Tags darauf gab’s dann die Arbeitseinweisung und dann ging’s auch schon los.
Komplett in weiß gekleidet – inklusive Häubchen, Helm und Gummistiefel – arbeite ich nun Vollzeit in der Verpackungsabteilung für “Silver Fern Farms”. Ich dachte immer, Fließband geht gar nicht, aber mir gefällt’s richtig gut. Wichtig sind hier vor allem Schnelligkeit, “Zahlenverständnis”, Koordination und bisschen Computerkenntnisse. Diverse abgepackte Fleischportionen laufen neben mir am Fließband entlang, ich wieg und ordne sie dann je nach Gewicht und Sorte diversen Kartons zu. Langweilig? Überhaupt nicht! Ich mag das Tempo, muss mich voll konzentrieren und die Zeit vergeht dabei wie im Flug. Die Arbeitsatmosphäre ist großartig – super Kollegen & fantastische Stimmung, die gesundheitliche Vorsorge und Versorgung sind perfekt, ich werde gefördert und erhalte diverse Zertifikate. Wozu? Keine Ahnung. Aber haben ist besser denn brauchen ;) Und na klar spielt das Geld auch eine wichtige Rolle. Aber das ist wirklich unverschämt gut! Ich mag mein Job wirklich gern und über ihn werden sich auch hoffentlich noch mehr Kontakte in Ashburton entwickeln.
Was soll ich sonst noch sagen? Hab mir letzte Woche ein neues Fahrrad gekauft und kann’s kaum abwarten, die Umgebung mit dem Meer, den Wäldern und Bergen zu erkunden. Es wird immer wärmer & bunter und das lädt geradezu zu einigen Tagestouren aufm Rad ein!
Ja, ich glaub das war’s erst mal in aller Kürze von mir hier aus Ashburton…
Genießt die Vorweihnachtszeit, den Glühwein und lasst es euch gut gehen!!