XI IX MMXIII
Der Tag an dem ich dich das erste Mal traf, hat mein Leben verändert. Du hast mich verändert.
Du warst mein bester Freund. Mein Tagebuch. Mein Helfer in Not. Mein größtes Glück. Meine bessere Hälfte. Ich war so stolz auf unsere Beziehung. Wir mussten so sehr kämpfen, aber in deinen Augen sah ich meine Zukunft. Unsere Kinder. Unser Leben zu zweit.
Nichts würde je zwischen uns kommen.
Nach knapp 5 Jahren, hast du den Respekt gegenüber mir und meinem Körper verloren. Deine Gewalt war leise. Fast unsichtbar. Niemand konnte die Hämatome auf meiner Seele sehen; den Schmerz hinter meinen Augen erkennen. Niemand wollte ihn erkennen. Keiner hat es dir je zugetraut. Am wenigsten ich.
Dann kam der Tag, vor dem ich mich immer gefürchtet hatte. Als unser für immer, für immer endete.
Du gingst und ich blieb zurück. In dieser viel zu großen Wohnung. Mit dem viel zu großen Bett. In dem viel zu viel passiert ist.
Meine Welt stand für einen Augenblick still und als sie sich weiterdrehte, war nichts mehr wie es war. Du hast mir meine Freunde genommen, meine Familie, meine Glaubwürdigkeit. Mein Vertrauen. Meine Würde. Du hast mir mein Leben genommen, ohne mich umzubringen. Obwohl sich seit dem Tag alles wie sterben anfühlt. Du warst meine große Liebe und wurdest zu meinem größten Feind.
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Seit deinen Taten, gehöre ich zu einer Statistik. Ich bin eine von drei Frauen, die sexuelle Gewalt in einer Beziehung erlebt hat.
Wenn Liebe und Gewalt, so nah beieinander liegen, gibt es kein Wort der Welt, das mächtig genug ist um auszudrücken, wie sich davonkommen anfühlt.
Selbst nach all der Zeit, kann ich deine Anwesenheit noch immer spüren. Immer wieder denke ich, dass du gleich heim kommst. Und immer wieder zerreißt mich dann die Realität.
Weil du nicht mehr heim kommen wirst.
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Heute vor 3 Jahren, verbrachten wir unseren letzten gemeinsamen Jahrestag.
Heute vor 2 Jahren, perfektionierte ich meine Verdrängungskünste.
Heute vor einem Jahr, hatte ich wieder Hoffnung.
Heute aber, fehlst du mir mehr als je zuvor.









