if you must break me, then at least break me open: a clean cut splitting wide one heart halved into two perfect pieces (a half for me and a half for you)
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if you must break me, then at least break me open: a clean cut splitting wide one heart halved into two perfect pieces (a half for me and a half for you)
One Direction changed their picture on Apple Music
liampayne: 🎶 Time enjoyed wasted, is not wasted time 🎶 @Alesso #Midnight
Zengin biriyle evlenmeliymissin '
Courtney’s twitter post + Adore’s reply - April 13, 2020
Neonnarrzisstevangelium
John Rimbaud tanzte immer so, als sähen ihm alle dabei zu. Die Forró-Tanzkurse, die ihm neben der Weiterentwicklung seines Rhythmusgefühls außerdem ermöglichten, ironisch zu lieben, machten sich bezahlt. Zumindest solange bis sein Vater die monatlichen Überweisungen einstellte und John dann bei einem, wohl berühmten, Online-Medium vorstellig werden durfte, welches ihn, angetan von seiner freundlichen frechen Art, seiner memetischen Expertise und seinem mächtigen Vollbart, prompt einstellte. Weil er selbst nie so genau wusste, was, noch warum er das, wovon er gar nicht wusste was es eigentlich war, studierte was er studierte, sagte er nicht nur zu sich selbst immer „irgendwas mit Medien”, sondern gab dies auch als Antwort an, wenn andere ihn fragten, was er studiere. Gerade bei Verwandten war dies ein beliebte Frage. „Das ist bestimmt zu schwer zu erklären”, dachte man in seiner Familie, gab sich mit seiner Antwort zufrieden und sagte untereinander und zu den Nachbarn im kleinen schwäbischen Dorf, „der John”, der mache irgendwas mit Medien, was genau könne man auch nicht sagen, das sei ja alles sehr komplex, aber der John, der wisse da ganz genau Bescheid, der habe sich ja schon immer für Computer interessiert. Was sein Studium anbelangte, war Rimbaud zwar tatsächlich aufrichtig unwissend, doch jetzt in seinem neuen Job bemerkte er, dass die Nonchalance von „irgendwas mit Medien” doch ausgezeichnet zu den wuchernden Möglichkeiten des Ungefähren passt, die das Internet der Menschheit aufzeigte. Er schlussfolgerte daraus, dass er in der digitalen Revolution ein Revolutionär sein musste. Das sagte er aber niemanden, weil es viel zu unironisch klang. Auf die Frage, was er eigentlich mache, gab er immer noch dieselbe Antwort, weil er mittlerweile gelernt hatte, dass die Leute, die jetzt nicht mehr seine Verwandten waren, mit ihm lachen konnten, wenn er ihnen zeigte, dass er sich selbst nicht so ernst nahm. Auf seinem Arbeitsvertrag stand Content-Manager. Er war jetzt also Manager. Doch für einen Manager verdiente er viel zu wenig Geld. Um das zu ändern konzentrierte er sich darauf Revolutionär zu sein. Und darin war er sehr erfolgreich, denn er glaubte an sich, alle glaubten ja auch immer an ihn. Weil er ein guter Mensch war, wollte er, dass auch alle anderen an sich glauben. Er wollte die Menschen befreien, sie froh machen, ihnen erklären, dass das Leben schön ist und alles gut wird, weil er wusste, dass so auch für ihn selbst alles gut werden würde. Und das konnte er nur erreichen, wenn er es an die Spitze des Content-Himalayas schaffte, um von dort seine frohe Botschaft zu verkünden. Erst wusste er nicht wie, aber weil Barrikade für einen John Rimbaud ein Fremdwort war, war das was dann passierte, selbst für ihn, der sich noch von jedem süßen Katzenbabyvideo beeindrucken ließ, völlig unüberraschend. Er machte es einfach wie die anderen. Nur mehr davon. Seine Listen, von Dingen die man haben muss, Filme die man gesehen haben muss, Katzen die X gemacht haben, Menschen die Y getan haben, Reaktions-Gifs die man zu Weihnachten haben muss, waren länger. Nur verführerischer. Er fand heraus, dass das Wort ‘verblüffend’ in der Überschrift den Internet-User zu hundert Prozent zu einem Klick reizt, dass man viele Klicks generieren kann, wenn man in der Überschrift Adjektive benutzt, die sich auf Leistung beziehen, wie etwa ‘effektiv’, ‘wirkungsvoll’ oder ‘nützlich’. Und krasser: Seine Quizze fragten nicht welcher Star-Wars- oder Simpsons-Character man ist, sondern welcher Serienmörder, welcher prominente Vergewaltiger, welcher Genozid. John Rimbauds Glauben an sich und die Kraft und Macht des Internets führte schließlich dazu, dass er die Klickzahlen jeder Media-Site, für die er arbeitete um dreihundert bis fünfhundert Prozent und damit auch die Werbeeinnahmen steigern konnte. Er war der Internetgeborene, der fleischgewordene deus ex machina, der wusste, dass es Menschen danach dürstet das große Nichts, nicht zu erleben. Dass sie alles unternehmen und auch alles unterlassen würden, um ja nur nicht dieses Nichts zu fühlen. Und er wusste auch, dass die Menschen, sobald sie das große Nichts überwunden und weggeklickt hatten, sich selbst entdecken würden, und was sie sehen würden, würde ihnen nicht gefallen. Und auch darauf war John Rimbaud vorbereitet und hostete bereits diverse Websites mit günstigen Angeboten zur Selbstoptimierung, zu Selbstbewusstseins-steigerung, Body-Transformation, Body-Positivity, Ernährung, Verführung, Social-Media-Marketing und Selbstvermarktung. Und John Rimbaud wusste auch, dass die Menschen, sobald sie das große Nichts und ihre Unsicherheit überwunden haben, sobald sie durchtrainiert die Anzahl ihrer am Tag gegangenen Schritte und ihre Kalorienzufuhr verzeichneten, sich für schlau halten werden und beginnen würden Fragen zu stellen, an das große Ganze. Und auch darauf war John Rimbaud vorbereitet. Die am Universum Interessierten waren mit ein paar einfachen Dokus zufrieden zu stellen. Aber für alle Politik- und Gesellschafts-Interessierten schuf er ein ganzes Netzwerk in der vielerlei sogenannter “alternativer Fakten” frei und von der Wahrheit und dem gesunden Menschenverstand völlig unzensiert kursieren durften. In seiner Eigenschaft als Philanthrop organisierte er FCKW-Partys für die Chemtrailer und Pockenpartys für die Impfgegner.
John Rimbaud, der als erster Mensch zum Contentmanagermanager aufstieg und dann plötzlich verschwand, hinterließ nur glückliche und sorglose Menschen. Zuletzt wurde er zusammen mit zwei Reptilienmenschen und einem bekannten Flach-Erdler gesehen.