Es ist der letzte Tag unserer 2 Wochen in Israel. Diese Zeit war ein geballter Eindruck aus Wiedersehensfreude und so etwas wie Tourismus, was die Zeit hier aber nur tangential beschreiben würde:
Über allem schwebt natürlich immer der Nahostkonflikt, der wohl in Ostjerusalem und dem Gebiet rund um den „Sicherheitszaun“ extrem deutlich wird. Ich würde mir nicht anmaßen wollen etwas wahnsinnig Tiefgründiges darüber schreiben zu können, aber es ist schon merkwürdig, mit welcher Normalität man durch die Checkpoints kommt, um danach dann beispielsweise im toten Meer zu baden.
Im Kontrast dazu, stehen Abende in Jerusalemer Bars und in Tel Aviv betrunken den Busbahnhof zu finden und dabei Bohamian Rhapsody zu singen.
Ich habe mich über den gesamten Zeitraum hier nie wirklich als Ausländer oder Fremder gefühlt. Einerseits kann man sagen, dass Englisch sprechen wesentlich normaler ist als in Deutschland, das gilt aber, soweit ich das beurteilen kann, für fast jedes andere Land auch. Dazu kommt noch eine Erfahrung von Gastfreundschaft die ich aus meiner Zeit in Norwegen und vor allem von der Heimat nicht kannte. Einfach mal so mit einem 4 Sitzer zu fünft durch Bethlehem gefahren zu werden, nachdem man nur 5 Minuten mit dem Fahrer geredet hatte, kann man eigentlich nur der schrecklich unpersönlichen deutschen Stadtrundfahrt im Bus mit Erklärbär/in am Mikrofon gegenüber stellen.
Auch eine persönliche Führung mit Marlene durch ihre Arbeitsstelle Yad Vashem ist nicht unbedingt der Normalfall.
Zum anderen haben wir uns quasi als Teil der WG fühlen dürfen, wenn auch sehr provisorisch. (Ich belasse es besser bei dieser Beschreibung) So blieb das typische im Hotel/Hostel schlafen aus, der routinierte Touristenguide und vor allem die kleinen Frustmomente, sich mal wieder nicht zurecht gefunden zu haben.
Das war wirklich kein typischer Urlaub, was es von Anfang an auch nie werden sollte.
Vor allem aber, nach über einem halben Jahr 2 Menschen wieder zu treffen, die mich nahezu und sehr viel mehr als mein halbes, bald 21 Jähriges Leben begleitet haben ist wirklich unvergesslich. Das liest sich vermutlich wie eine leere Phrase, vor allem bei Bildschirmbeleuchtung, doch vielleicht können sich diejenigen in uns/mich hinein versetzten, die vor kurzem auch Heimkehrer wieder sehen durften.
Die gemeinsame Zeit konnte dem irgendwie nicht richtig gerecht werden, was eigentlich auch gar nicht möglich gewesen wäre. So war jedenfalls mein Eindruck. Dar war immer dieses Gefühl: „Es muss perfekt werden. Wir müssen irgendwie das Optimum aus dieser Zeit heraus kitzeln.“ , Was natürlich nicht geklappt hat. Pleiten, Pech und Pannen gibt es immer wieder und auch die Situation in der sich so eine Kleingruppe doch wieder in Interessenlager aufspaltet.
Letztendlich ist es ja auch der Normalfall und nicht weiter tragisch.
Das sollte als Erfahrung selbst erst einmal ausreichen, aber wir haben es uns nicht einfach gemacht und sind zu dritt nach Israel gekommen um nach 8 bzw. 14 Tagen wieder für ein halbes Jahr „Auf Wiedersehen“ sagen zu müssen. Vor allem das wurmt gerade. Eigentlich waren wir erst jetzt an einem Punkt an dem Freundschaften angefangen haben sich zu aktualisiert, nach dem, wie Richard schon beschrieben hat, eigentlich alles wie damals in Bielefeld war.
Natürlich haben sich Menschen verändert, natürlich konnte man man nicht alles über Skype besprechen.
Es bleibt nur zu sagen, dass die 2 Wochen wieder mal viel zu Kurz waren und viel zu viel bleibt was noch gesagt, getan und gesehen werden müsste, mit viele neuen Bekanntschaften zu wenig und zu kurz gesprochen wurde.
Ich wünsche allen, die ich hier kennen gelernt habe weiterhin ein gute Zeit und sage im Namen vom Bielefelder Besuch: Macht's gut und hoffentlich bis bald mal!
Simon „The Toothfairy“ Drexel schließt sich dem an, bedankt sich an dieser Stelle noch mal bei David und Marlene und bedauert es keine fotografischen Momentaufnahmen beigesteuert zu haben, da er sich einen etwas zu teuren Badespaß erlaubt hat.