Ich liege da, um mich herum nur Leere, meine Gedanken zerdrücken mich, diese Schmerzen fressen mich auf und das einzige, an das ich denke, das bist du. Ich frage mich immer wieder, ob du genauso oft an mich denkst wie ich an dich. Ich frage mich, ob du dich nachts auch in den Schlaf weinst, weil dich der Gedanke an mich plagt. Ich frage mich, ob du auch jede Nacht von mir träumst, jeden Morgen vor dich hinweinst, in die Luft starrst und an mich denkst. Denkst du an mich? Oder hast du mich schon vergessen? Ich denke nämlich jeden Tag an dich, ich liege jeden Tag da und versuche zu verstehen, wieso ich so leide. Wieso ich so leide, weil du weg bist, weil du nie da warst, weil du so zu mir warst. Meine Brüder fahren jede Ferien zu dir, besuchen dich, bleiben wochenlang bei dir. Du beschenkst sie, Zuhause angekommen schmeißen sie deine Geschenke in die Ecke und fassen sie nicht mehr an bis diese verroten. Während sie so mit deinen Geschenken umgehen, habe ich jede Kleinigkeit von dir behalten, es behütet, darauf aufgepasst. Während sie alle hier sitzen, keinen einzigen Gedanken an dich verschwenden, liege ich da und ertrinke in den Gedanken an dich und ich verstehe nicht wieso. Am meisten hast du mich zerstört, danke dafür. Ich bin dir für sehr Vieles dankbar. Ich habe versucht, meinen Schmerz in Alkohol zu ertränken, genauso wie du es einst gemacht hast, irgendwann fing ich an, zu rauchen und Drogen zu nehmen, nur um dem Gedanken an dich zu entfliehen, danke dafür. Ich habe mich selbst verspottet, weil ich jeden Tag deine Worte in meinem Kopf hatte, wie hässlich ich sei. "Wegen dir habe ich kein Appetit mehr, du ekelst mich an, guck dich mal an wie ekelhaft du aussiehst, mir kommt das ganze Essen wieder hoch.", danke für deine Worte. Ich habe sie niemals vergessen. Du glaubst ja nicht, wie sehr ich mich selbst gehasst habe, ich wollte mich so oft umbringen, weil du mir das Gefühl gegeben hast, ich sei ein Niemand. Danke, dass ich mich mein Leben lang wie ein Niemand fühle. Danke, dass ich immer schweigen musste und nie ein Wort sagen durfte. Danke, dass ich höllische Todesangst hatte, als du mich geprügelt, getreten und mir meine Haare rausgerissen hast. Danke, Vater. Am allermeisten bin ich dir dankbar dafür, dass ich keinen Sinn mehr in meinem Leben sehe. Dass ich nicht lebe, sondern existiere. Dass ich in Angst ersticke jeden Tag jede Nacht. Dass ich nachts nicht mehr schlafen kann. Dass ich morgens nicht mehr aus dem Bett komme, weil für mich nichts Sinn macht. Dass ich tagsüber aggressiv durch diese Welt laufe, weil ich jeden und alles um mich herum hasse. Dass ich keine Berührungen zulasse, weil ich diese falsch assoziiere. Dass ich jedes Mal aufschrecke, wenn mir jemand auf die Schulter tippt. Ich danke dir, mein Vater, dass ich innerlich tot bin. Ich hoffe, Du spürst diese Dankbarkeit gerade, du mein mächtiger "Herr". Ich hasse mich selbst, weil ich manchmal so bin wie du. Weil Ich in mir dich sehe. Weil ich in meinen Augen genau diese Leere sehe, die ich einst bei dir gesehen habe. Als wir geflüchtet sind vor dir, da saß ich im Auto, schaute aus dem Fenster und weinte heimlich. Ich weinte, weil du Stück Dreck mir sehr leid getan hast. Du hast mir leid getan, weil du in dem Moment niemanden mehr hattest, weil wir geflüchtet sind. Du hast geweint und in dem Moment habe ich auch geweint. Am liebsten wollte ich wieder zurück und dir sagen, dass ich dich niemals verlassen würde, egal was du mir da angetan hast. Am liebsten würde ich dich jetzt anrufen und dir sagen, wie sehr ich dich liebe und hasse gleichzeitig. Wie sehr ich deine Schläge vermisse, deine wütenden Augen, deine großen Fäuste, dein lautes Schnarchen, deine Anwesenheit, deine eklige Aura. Ich vermisse das alles und doch will ich sowas niemals wieder erleben. Ich vermisse dich und doch will Ich, dass du verreckst. Ich liebe dich, dass es schmerzt, und doch hasse ich dich bis zum Tod.