Abschied von dir. Von meinem Vater.
Ich weiß nicht was ich sagen soll, denn du fehlst mir. Ich durfte dich nie kennen lernen und dennoch fehlst du als Teil von meinem Leben. Du bist ein Teil von mir und dennoch weiß ich nichts. Heute bereue ich es mir damals nicht mal ein Foto von dir geben gelassen zuhaben. Ich wollte dich finden, doch konnt nicht ahnen dass du so nah bei mir bist. 4,5 Jahre warst du in meiner Nähe. Dennoch weiß ich nichts von dir. Bewachst du mich von da oben? Von deiner Wolke? Was wussstest du von mir? Hättest du mich unterstützt? Wärst du zu meinem Abi gekommen? Zu meinem Abschluss der Ausbildung? Wärst du stolz? Wäre es dir wichtig gewesen, dass die Religion eine so viel größere Rolle in meinem Leben gespielt hätte? Bist du mir böse, dass ich, nach all dem Mist der passiert ist, an mir und dem Glauben zweifle? Sie sagen immer wieder, dass ich damit abschließen soll. Womit denn? Es wird mich verfolgen, dass du all die wichtigen Schritte und Phasen in meinem Leben erpassen musstest. Meine ersten Schritte, meine ersten Worte. Meinen ersten Tag in Kindergarten, Grundschule, Realschule, Regelschule, Gymnasium, FSJ, Ausbildung. Du hast auch meinen Einzug ins Jugendwohnhaus nicht miterlebt. Du hast auch nicht miterlebt wie ich meine Liebe zu Musik, Kunst und Litertatur entdeckt habe. Du hast nicht erlebt wie ich das erste Mal geliebt habe. Das erste Mal das Herz gebrochen bekam. Als ich mich verloren habe. Wie ich auf dem Weg bin mich selbst zu finden. Wie ich mich so oft verändert habe und mich dennoch verloren habe statt mich zu finden. Du hast das alles verpasst und dennoch wünsche ich mir dass du das alles mit erlebt hättest. Ich würde dir gerne sovieles zeigen. Sovieles das mich ausmacht.
Heute bist du 5 Jahre tot. Vor 5 Jahren habe ich jede Chance verloren dich einen Teil meines Lebens werden zu lassen. Du bist doch ein Teil von mir. Ein Teil von dir, egal wie klein er auch sein mag, sclhlägt in mir. Schlägt mit meinem Herzen in einem Takt. Doch glaube ich, dass du mich bewachst. Ich hoffe es. Ich kann mir meine Familie nicht aussuchen. Konnte es nicht und habe mich damit arrangiert. Damit arraangiert, dass ich niemals gut genug war. Deine anderen Kinder haben mir Vorwürfe gemacht. Vorwürfe, die ich nicht verstehe. Nicht mal heute. Aber ich muss nicht mehr alles verstehen was passiert ist. Das Leben ist nun mal so, dass man nicht alles verstehen kann was passiert. Ich habe gelernt, dass ich jedes gute Gefühl auskosten muss. Das es Energielieferanten sind, die mir durch dunkle Zeiten helfen. Viel mehr noch als jedes gute Wort. Auch gute Worte leifern Energie, aber diese guten Gefühle stärken weit aus mehr. Denn die guten Worte lösen diese guten Gefühle aus. Nur habe ich sie viel zu selten gehört in meiner Kindheit. In den letzten 2,5 Jahren habe ich so viele gute Worte hören dürfen, dass sie gute Emotionen in mir ausgelöst haben.
Seit deinem Tod sind 5 Jahre vergangen und ich bin schon lange nicht mehr das Mädchen, dass ich mal war. Aber heute weiß ich dass Veränderungen nötig sind um zu wachsen. Ich denke jeden Tag an dich und dennoch fehlst du mir. Es ist wohl Zeit Tschüss zu sagen. Tschüss zu einer Illusion die niemals eintreten wird. Ruhe in Frieden, bewache mich und schicke mir hin und wieder einen Schutzengel, wenn ich zusehr an mir zweifle.












