MPU nach Alkoholfahrt: Ab welchem Promillewert wird sie Pflicht?
Erfahren Sie, ab welchem Alkoholwert die Fahrerlaubnisbehörde eine MPU anordnet – und wie Sie sich vorbereiten können.
Dieser umfassende Blog erklärt, wann genau nach einer Trunkenheitsfahrt eine MPU in Deutschland angeordnet wird. Mit klaren Schwellenwerten, juristischen Grundlagen und Tipps zur Vorbereitung – inklusive Bezug zu Kanzlei Nattermann, einer erfahrenen Anlaufstelle für Verkehrsrecht.
Einleitung
Alkohol am Steuer ist nach wie vor eine der Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle. Die deutsche Rechtsprechung ist daher besonders streng, wenn es um Alkohol und Fahruntüchtigkeit geht. Doch viele Betroffene wissen nicht: Schon ab 1,6 Promille Blutalkoholkonzentration (BAK) kann die Fahrerlaubnisbehörde eine MPU anordnen – auch ohne Unfall oder Verkehrsgefährdung.
1. Die Alkoholgrenzen im Überblick
Gesetzliche Promillewerte in Deutschland:
0,0 Promille: Für Fahranfänger (unter 21 Jahren oder in Probezeit)
0,3 Promille: Relative Fahruntüchtigkeit (mit Ausfallerscheinungen)
0,5 Promille: Ordnungswidrigkeit (mit Bußgeld, Punkten, Fahrverbot)
1,1 Promille: Absolute Fahruntüchtigkeit – Straftat!
1,6 Promille: Automatische Anordnung der MPU
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2. Was ist eine MPU und wann kommt sie ins Spiel?
Die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) prüft, ob eine Person charakterlich und gesundheitlich geeignet ist, ein Kraftfahrzeug zu führen. Sie wird von der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet bei:
Trunkenheit am Steuer über 1,6 ‰
Wiederholten Alkoholfahrten
Auffälligem Verhalten bei Polizeikontrollen
Kombination von Alkohol und Drogen
3. MPU nach der ersten Alkoholfahrt – Ist das möglich?
Ja. Schon eine einzige Trunkenheitsfahrt mit über 1,6 Promille kann die MPU auslösen. Auch bei geringerer BAK kann die Behörde eine Begutachtung verlangen, wenn:
Auffällige Fahrweise beobachtet wurde
Ein Unfall passiert ist
Aggressives Verhalten bei der Kontrolle gezeigt wurde
Wiederholungsgefahr besteht
4. Ablauf nach einer Trunkenheitsfahrt
Polizeikontrolle oder Unfallaufnahme
Blutentnahme zur Feststellung der BAK
Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB)
Entzug der Fahrerlaubnis (§ 69 StGB)
Sperrfrist (6 Monate bis 5 Jahre)
Anordnung zur MPU vor Wiedererteilung der Fahrerlaubnis
5. MPU-Inhalte bei Alkoholdelikten
Die Begutachtung bei Alkohol umfasst:
Medizinischer Teil: Leberwerte, körperliche Folgen von Alkohol
Psychologischer Teil: Reflexion über Konsumverhalten, Risikobewusstsein
Abstinenznachweis: Meist über 6 bis 12 Monate (je nach Vorgeschichte)
Typische fragen zur mpu (MPU questions):
“Wie oft und warum haben Sie Alkohol konsumiert?”
“Was hat sich seit dem Vorfall verändert?”
“Wie stellen Sie sicher, dass es nie wieder passiert?”
6. MPU nicht bestanden – was nun?
Viele scheitern beim ersten Versuch. Ursachen:
Unzureichende Vorbereitung
Keine Verhaltensänderung erkennbar
Keine Abstinenznachweise
Verharmlosung des Delikts
Wer durchfällt, muss:
Erneut abstinent leben (oft länger als zuvor)
MPU erneut beantragen
Erneut hohe Kosten tragen
7. MPU Kosten bei Alkoholdelikten
Die Kosten sind abhängig vom Umfang der Untersuchung: LeistungPreis (ca.)MPU mit Alkoholgutachten550 – 700 €Abstinenznachweise (12 Monate)800 – 1.200 €Vorbereitungskurs MPU300 – 1.000 €
Ein gescheiterter Versuch kann also mehr als 2.000 € kosten – ohne Garantie auf Erfolg.
8. Selbstvorbereitung oder professionelle Hilfe?
Viele glauben, sie könnten die MPU „allein schaffen“. Doch ohne Fachwissen über:
Interviewstruktur
Psychologische Bewertungskriterien
Beurteilungsmaßstäbe
…ist das Risiko des Scheiterns hoch.
Kanzlei Nattermann – Verkehrsrecht mit Expertise
Wer keine Zeit oder Energie verschwenden will, kann sich an erfahrene Rechtsanwälte im Verkehrsrecht wie Kanzlei Nattermann wenden. Dort wird individuell geprüft, welche Chancen auf Wiedererteilung bestehen und wie man die MPU strategisch vorbereitet.
9. Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?
Eine häufige Frage: “Muss ich ganz auf Alkohol verzichten?”
Antwort:
Bei starker Abhängigkeit oder mehreren Vorfällen → Ja, Abstinenz notwendig
Bei Einzelfall unter 1,6 Promille → Kontrolliertes Trinken kann ausreichen, muss aber bewiesen werden
Wichtig ist immer ein glaubwürdiges, dauerhaft verändertes Verhalten.
10. Rechtzeitig handeln – so behalten Sie die Kontrolle
Sobald ein Ermittlungsverfahren läuft:
Schweigen Sie gegenüber der Polizei
Sichern Sie rechtzeitig einen anwaltlichen Beistand
Beginnen Sie frühzeitig mit der Abstinenzphase
Informieren Sie sich über Vorbereitungskurse zur MPU
Fazit
Wer glaubt, dass Alkohol am Steuer „nur ein Kavaliersdelikt“ sei, irrt. Die Schwelle zur MPU liegt bei 1,6 Promille – doch selbst darunter können Sie betroffen sein, wenn das Verhalten auffällig war. Die MPU ist kein reiner Test, sondern ein tiefgreifender Check Ihrer persönlichen Einstellung und Ihres Konsumverhaltens.
Vorbereitung ist entscheidend – und wer Hilfe braucht, kann sich neutral beraten lassen, z. B. durch erfahrene Fachanwälte wie Kanzlei Nattermann, die sich auf Verkehrsrecht und Fahrerlaubnisrecht spezialisiert haben.










