Wer bin ich?
Während ich darüber nachdenke, fällt mein Blick auf die Klinge...auf das Blut...auf die Wunde an meinem Arm.
Wer bin ich?
Die Frage wiederholt sich, immer wieder und immer wieder. Aber die Antwort fällt mir nicht ein.
Da fährt die Klinge ein zweites Mal den Arm entlang, ein kleiner Schnitt.
Wer bin ich?
Voll Verachtung lasse ich die Klinge fallen, sie fällt und fällt...ich bleibe stehen.
Im Spiegel blickt ein Fremder auf mich, mit dunklen Augen, hasserfüllt.
Wer bin ich?
Ich schließe die Augen, atme ein, atme aus. Spüre die Luft in meinen Lungen, den schnellen Schlag meines Herzens, die Kälte, den Schmerz, die Angst.
Wer bin ich?
Ich blicke wieder auf, starre in den Spiegel. Ich schrecke auf...ich blicke in meine eigenen verzweifelten Augen. Wie konnte ich nur bezweifeln, dass ich das bin?
Wer bin ich?
Ich bin die Person im Spiegel, die mich mit Tränen in den Augen dabei beobachtet, wie ich das Blut aufwische.
Ich bin die Person, die es verzweifeln lässt, bei dem Gedanken daran, was sie getan hat.
Ich bin die Person, die den Schmerz bracht um wieder zu wissen, wer sie ist.
Ich bin die Person, die mir selbst zu manchen Zeiten fremd geworden ist.
Ich bin die Person, die ihrem Spiegelbild nicht mehr in die Augen blicken kann...