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Ich bin soweit weg von dieser Welt. Kann nicht reden, kann mich nicht bewegen. Bin in einer anderen Welt gefangen. Unerreichbar für andere. Mal mehr, mal weniger gefangen dort. Komm nicht mehr raus, seit Jahren, gefangen und eingesperrt.
Der Wald hinter der Tür
(Titel kann sich noch ändern)
Kapitel 1
Jedes große Abendteuer beginnt mit der Neugier. Auch in diesem Abendteuer spielt die Neugier eine Rolle, denn ohne die Neugier hätte Medeia niemals die hölzerne Tür ohne Knauf entdeckt. Ihre Mutter hatte ihr stets verboten den alten und verstaubten Dachboden zu betreten. Doch die vielen Kisten zogen Medeia magisch an. Sie mochte den vermoderten Geruch der Bücher in der Ecke und das Knacken der Dielen unter ihren Füßen. Aber am liebsten öffnete sie die verstaubten Kisten und durchforstet sie nach neuen Schätzen. Einmal fand sie ein ausgestopftes Stinktier. Sie nahm es mit in ihr Zimmer, aber ihre Mutter warf ihren Schatz fort. Eine Dame besitzt solch einen Unfug nicht, hatte ihre Mutter sie getadelt. Seitdem versteckte sie ihre Schätze. Ihr Vater hatte ihr erzählt, dass die Kisten von vielen verschiedenen Menschen waren, die vorher in diesem Haus gelebt hatten. Medeia fand Bilder von ihnen in einer kleinen silbernen Schachtel. Auf ihnen lächelten alte und junge Leute. Aber auch Kleider, Schmuck und alte Zähne hatte sie gefunden.
Doch heute sollte sie etwas anderes finden. Um die Kisten besser erreiche zu können, verschob sie die kleine Kommode die vor der Wand lehnte. Der Staub wirbelte vor ihren Augen auf und kitzelte ihre Nase. Sie musste Niesen und entdeckte die Tür am Anfang nicht. Die Tür war klein und viereckig. Sie wirkte wie ein hölzernes Fenster. Aufgeteilt war die Tür in vier Bereiche, in denen jeweils ein roter Punkt aufgemalt war. Oben hing ein altes Schloss, doch kein Schlüssel um die Tür zu öffnen. Weil die Tür die Erinnerung einer Schatztruhe in Medeia weckte, versuchte sie an dem rostigen Schloss zu rütteln und die Tür zu öffnen. Doch auch der Versuch, mit einer Gabel das Schloss zu knacken, scheiterte. Verzweifelt warf sie die Gabel auf den Boden, als ihre Mutter sie zu sich rief. Drei Stockwerke hatte sie zu bezwingen bis sie endlich vor ihrer Mutter stand. Sie wollte unbedingt von ihrer neuen Entdeckung erzählen, aber ihre Mutterhielt sich erschrocken die Hand vor den Mund.
„Das Haar voller Staub. Um Himmels Willen, Kind! Was sollen die Leute über dich denken? Erst heute Morgen habe ich dich gewaschen und gebürstet. Du warst wieder auf diesem dreckigen Dachboden, nicht wahr? Einer Dame schickt ein solches Auftreten nicht!“, jammerte ihre Mutter und stemmte ihre Arme in die Hüpften, „Nun geh und besorg mir Rosmarin aus dem Garten. Die Gäste werden bald eintreffen und der Braten ist noch nicht soweit. Danach kämm dir das Haar. Dein Kleid liegt auf deinem Bett. Beeil dich Kind!“
In diesem Moment entschloss sich Medeia ihre Mutter nichts von der Tür zu erzählen. Sie hatte Angst, dass ihre Mutter ihr den Schatz wieder fortnehmen würden. Im Flur begegnet sie ihrem Vater. Er würde ihr Helfen die Tür zu öffnen. Gemeinsam mit ihr hatte er schon unzählige Schätze erforscht. Mit Gewalt fuchtelte er an seiner Krawatte herum. Medeia packte ihn an der Hand. Nichts war wichtiger als diese Tür und ihr Vater musste ihr unbedingt helfen. Doch hektisch zog er seine Hand fort. „Nicht jetzt!“: zischte er und verließ den Flur.
Enttäusch packte Medeia ihre Jacke und rannte in den Garten. Ihre Mutter hatte einen kleinen Bauernhof in diesem riesigen Garten errichtet. Pflanzen aller Art sprossen hier in die Höhe. Sogar ein kleiner Bach plätscherte am Waldrand vorbei. Sie kannte den Bach gut. Im Sommer versuchte sie immer die kleinen Tiere, die Dort ihr Unwesen taten, einzufangen. Sie griff nach dem Rosmarin, als ein Quaken ihre ganze Aufmerksamkeit auffing. Aufgeregt suchte sie nach dem kleinen Tier, doch kurz bevor sie Aufgeben wollte tauchte das kleine Ding hinter einem Rosenbusch auf. Als Medeia genau hinsah entdeckte sie, dass der Frosch dunkelblaue Augen hatte. Seine Haut war mit einem goldenen Muster befleckt und seine Zunge war violett. Niemand würde ihr Glauben, einen solchen Frosch gesehen zu haben. Also machte sie einen Satz nach Vorne um den Frosch zu fangen, doch das Tier hopste davon. Das Biest war schnell und Medeia versuchte so schnell wie Möglich den Frosch zu fangen. Mit einem großen Sprung verschwand der Frosch im Bach. Medeia tat es ihm gleich. Der Matsch spritze unter ihren Füßen hervor, aber vom Frosch war keine Spur. Ihre Augen suchten das Wasser ab. Etwas funkelte im Licht der untergehenden Sonne. Mit ihrer Hand fasste sie, ihn das kalte Wasser und zog einen silbernen Schlüssel hinaus.
Wieder hörte sie den Ruf ihrer Mutter und hektisch steckte sie den Schlüssel in ihre Kleidertasche. Schnell pflückte sie den Rosmarin und lief zu ihrer Mutter, die am Eingang schon ungeduldig wartete. Doch statt einem höfflichen Danke packte ihre Mutter Medeia am Kragen und zerrte sie ins Haus. Erst als die Tür geschlossen war, fing sie an zu brüllen: „Fräulein, dass war die letzte Warnung. Dein ganzer Körper ist mit Matsch besudelt. Wasch dich und geh ins Bett. Das Abendessen ist gestrichen und dem Besuch wirst du auch nicht beiwohnen!“ Sie nahm Medeia den Rosmarin aus der Hand und schickte sie fort.
Mit der Faust hielt sie den Schlüssel umschlungen. Sie versuchte nicht zu weinen, aber das Geschrei ihrer Mutter hatte sie aufgewühlt. Mit Augen voller Tränen rannte sie die Treppen ins Kinderzimmer hinauf und warf sich auf ihr Bett. Ihre Traurigkeit wurde von Wut abgelöst. Ihre Mutter gefiel nie etwas, dass Medeia tat. Zumindest dachte sie das. Sie warf ihre Jacke auf den Boden. Dabei schleuderte der Schlüssel aus der Tasche und rutschte unter das Bett. Bei der ganzen Unruhe hatte sie den Schlüssel ganz vergessen.
Blitzschnell steckte sie ihren Kopf unter das Bett. Sie traute ihren Augen nicht. Neben dem Schlüssel saß der goldene Frosch. Diesmal würde sie ihn fangen. Rasant streckte sie ihre Hand aus, doch auch diesmal sprang der Frosch davon. Mit der anderen Hand griff sie nach dem Schlüssel. Sie folgte dem Frosch, der sie bis zum Dachboden lockte. Wie angewurzelt blieb sie stehen, denn die Schatztruhentür stand weit offen. Das Schloss war verschwunden.
Vorsichtig näherte sie sich der Tür. Sie konnte nicht viel erkennen. Nur Dunkelheit. Als sie das Quaken auf der anderen Seite der Tür hörte, rannte sie ohne zu überlegen hindurch. Ein helles Licht strahlte in ihre Augen und für einen kurzen Moment konnte sie nichts erkennen. Die Wände um sie herum verwandelten sich in Bäume und das Holz unter ihren Füßen wusch zu Graß.
„Medeia?“: flüsterte eine Stimme, doch Medeia sah niemanden vor sich. Sie war geblendet von diesem unglaublichen Wald der in ihrem Haus lebte.
„Es ist nicht immer offensichtlich wer spricht, aber auch der Kleinste will wahrgenommen werden!“: sagte die Stimme und Medeia blickte zu ihren Füßen. Sie erblickte den goldenen Frosch.
„Du kannst sprechen?“: fragte sie überrascht.
Doch statt zu antworten begann der Frosch seinen Körper zu strecken. Seine Arme verlängerten sich und vier, mit Schwimmhäuten verbundene, Finger schossen aus seiner Hand. Auch seine Schenkel dehnten sich und große Füße mit fünf Zehen, die ebenso wie die Finger mit Schwimmhäuten verbunden waren, entstanden. Fast wirkte sein Körper wie der eines Menschen. Seine Augen blieben weiterhin groß rund und weit von einander versetzt. Auch die Pupille war waagerecht statt senkrecht. Sein Kopf war kahl und seine Zunge lang und klebrig. Trotz allem hatte Medeia keine Furcht vor diesem Wesen. Viel eher war sie Neugierig auf dieses, wie sollte sie es nennen, Ding.
Er beugte vor ihr: „Fürchtest du dich?
Medeia schaute sich die Person vor sich genau an. Dann schüttelte sie den Kopf.
C.S
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Ferropolislooove! <3
"Ich habe einen Clown im Kopf, der mir ständig zwischen die Synapsen scheißt"