Android Auto – die einzige Art, WhatsApp-Plaudergruppen effizient zu konsumieren.
Seit einiger Zeit habe ich Android Auto installiert. Neben dem von André Spiegel oft gelobten Einbuchen in den Bordcomputer des Fahrzeugs bietet es für ältere Fahrzeuge (wie meines) einen sehr spartanischen Homescreen, auf dem man in gutem Kontrast und großen Buchstaben zwischen Telefonieren, Navigation und Entertainmentquellen wählen kann.
Kommen während der Fahrt SMS oder sonstige Chatnachrichten an, werden diese prominent angezeigt und es gibt eine Vorlesefunktion.
Wie ich bemerkt habe, ist die Vorlesefunktion insbesondere bei Plauderchats, wie wir ihn innerhalb unserer Ratsfraktion inzwischen eingerichtet haben, sehr hilfreich.
Während Siri versucht, menschliche Sprache durch eine pseudonatürliche Sprachmelodie zu imitieren, was jedoch ein grundlegendes Verständnis der Semantik des Vorgelesenen voraussetzen würde, hat die Sprachausgabe von “Tante Google” noch einen ausgesprochenen Robotercharme.
Ich sitze im Auto, Android Auto startet sich nach Einbuchen in die Freisprecheinrichtung selber und wird zum Homescreen, das Handy hängt neben dem Lenkrad. Es läuft ein Podcast.
Android Auto informiert mich über vier Nachrichten in der Plaudergruppe. Ich lasse sie mir vorlesen.
“Leon hat ein Foto gesendet,
Leon hat ein Foto gesendet,
Leon hat ein Foto gesendet, und
Leon hat ein Foto gesendet.”
Der fehlenden Sprachmelodie nach erwarte ich jedes Mal, dass wie in 60er-Jahre-Science Fiction parallel ein Lochstreifen mit dem Text aus dem Lüftungsgitter herauskommt.
Also Fotos. Was für Fotos? Bildbeschreibungen erwarte ich derzeit noch nicht.
“Kurt hat ‘Haha lachender Smiley mit Tränen in den Augen Lachender Smiley der auf dem Kopf steht’ gesendet.”
Ah, nichts Wichtiges also. Kann den Podcast weiterhören und muss die Antwortfunktion, die Android Auto mir anbietet, nicht nutzen.