Außenspiegel Marke Eigenbau Wozu reparieren lassen, wenn man es auch selber machen kann?
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Außenspiegel Marke Eigenbau Wozu reparieren lassen, wenn man es auch selber machen kann?
Das ist beeindruckend und kommt einigermaßen überraschend. Tesla war im dritten Quartal 2016 profitabel.
22 Millionen Dollar Gewinn, und zwar echter Gewinn nach GAAP. Nicht irgendwelche komische Earnings "before interest,taxes und other costs" ;)
Das Produktionsziel von 50.000 Autos im zweiten Halbjahr wurde erreicht, es wurden 24.821 Autos im dritten Quartal ausgeliefert.
Fast noch wichtiger: Trotz des Produktionsanstiegs wurde mehr Geld im Unternehmen "frei" als neu investiert werden musste (Cashflow: 424 Mio. $; 248 Mio. $ investiert --> Free Cash-Flow 176 Mio. $; man Vergleich mit dem Vorjahresquartal: -203 Mio - 392 Mio --> -595 Mio. $).
Für Normalsterbliche heißt das (tl;dr): Tesla ist profitabel und kann seine Investitionen selber stemmen (zumindest beim aktuellen Investitionsvolumen).
Update (28.10.2016):
Heise hat einen Super-Artikel mit Analyse der Zahlen. Mir selber sind ein paar Verschiebungen in der Verbuchung der Leasing-Erlöse aufgefallen, die ich mir nicht erklären konnte. Auf jeden Fall wurde da ziemlich offensichtlich anders verbucht als im Vorjahr. Hatte aber keine Zeit, mich um die Details zu kümmern.
Es gibt aber eine Änderung, die mir hätte auffallen müssen … Aber zum Glück ist es bei Heise aufgepoppt. Es geht um die Verbuchung von Steuergutschriften, die in den USA allen Herstellern gewährt werden, die CO2-freie Autos verkaufen. Da Tesla diese bisher nicht nutzen konnte (Steuergutschrift ist nur gut, wenn man auch Gewinne macht), hat Tesla diese Gutschriften an andere Autohersteller verkauft (interessant, dass das geht …). Dadurch ist im dritten Quartal ein "Sondergewinn" angefallen, der die Zahlen doch deutlich beeinflusst. Es geht immerhin um 139 Millionen Dollar …
Zweitens interessantes Detail: Die Höhe der Investitionen im dritten Quartal passt nicht zu den Ankündigungen für die Investitionen, die für die Gigafactory nötig sind. Es sollten 1,5 Mrd. im zweiten Halbjahr investiert werden, sprich etwa 750 Mio. pro Quartal. Tatsächlich investiert wurden aber nur 248 Mio, also nur knapp ein Drittel. Das könnten geplante Kürzungen hinter stecken, es könnten aber auch unvorhergesehene Verzögerungen die Ursache sein.
Nimmt man beides zusammen, sehen die Zahlen dann doch weit weniger freundlich aus. Der freie Cashflow schrumpft nach Berücksichtigung des Einmalerlöses gegen Null. Und um die Investitionen in die Gigafactory zu stemmen, hätte der freie Cashflow nicht ansatzweise ausgereicht.
tl;dr: Ohne die Details zu lesen, braucht man im Musk'schen Firmenuniversum nichts über Geschäftszahlen zu schreiben. Da sind zu oft komische Änderungen versteckt …
Heise: Teslas Quartalsgewinn ist ein Kniff des Buchhalters
Update 2 (28.10.2016; 16:17):
Noch ein schon etwa eine Woche alter, aber immer noch interessanter Artikel im Economist, der mal Elon Musks Firmenimperium unter die Lupe genommen hat. Und besonders den Aspekt der SolarCity Übernahme und die komplexen internen Kreditbeziehungen …
Elon Musk’s empire - Countdown (via @kopfzeiler)
Die Folgen des Skandals um Tricksereien bei Dieselabgasen lassen neben Volkswagen auch andere Hersteller wie Renault nicht los.
Oh man, Europa mal wieder komplett dysfunktional …
Alle Hersteller haben mehr oder weniger schlimm an den Abgaswerten ihrer Diesel-Modelle rummanipuliert, aber in allen Fällen werden diese von den nationalen Behörden gedeckt.
Heute: In der großen Untersuchung des französischen Umweltministeriums fehlt ein Modell von Renault, das einige Grenzwerte unter bestimmt Umständen um das Elffache (11!!!) überschritten haben soll. Offizielles Ergebnis war: Keine Manipulationen bei Renault gefunden.
Vermeldet zumindest die Wiwo unter Berufung auf die Financial Times. Diese Nachricht wundert mich allerdings etwas, denn vor kurzem hieß es noch, dass das französische Umweltministerium sehr wohl Überschreitungen bei Renault gefunden habe: Abgasuntersuchungen in Frankreich - Die größten Sünder kommen nicht von VW. Geht es da um einen anderen Test?
Oder ist es nur der Beweis, dass auch in Frankreich im Zweifelsfall nicht alles veröffentlicht wird oder im Fall der Veröffentlichung nicht bestraft wird?
Alternativ könnte man auch "lächerlich bestrafen" wie in Italien. Dort ließ sich ein Politiker zur Aussage hinreissen, dass ausschließlich deutsche Modelle betroffen seien, was sich aber etwas schnell aus unhaltbar herausstellte. Weiter verfolgt wurde das aber anscheinend nicht, was aber auch komplett Wurscht ist, denn selbst gegen VW wurde eine Strafe von "bis zu" 5 Millionen Euro verhängt und das bei der zuvor gemeldeten Zahl von 650.000 verkauften Autos. Das entspricht knapp 7,70 Euro pro Auto. Geht es noch etwas lächerlicher? VW muss in Italien fünf Millionen Euro Strafe zahlen
Ok, geht natürlich noch lächerlicher: Fiat hat bisher (soweit ich es gesehen habe) noch nicht einen Cent Strafe bezahlt. FAZ: Italienischer Persilschein für Fiat-Chrysler
Ich schätze mal, dass es Deutschland auf eine ähnliche Strafe einrichten können. Irgendwas lächerliches bis gar nix. Ziemlich sicher gar nix für die Verbraucher, vielleicht springt noch etwas Knete für den Staat oder für eine Umweltstiftung heraus … Was Dobrindt dann als Erfolg feiern kann und sich danach auf den Posten von Wissmann als Cheflobbyist der deutschen Automobilbranche bewerben kann …
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