Fall Edathy: BKA-Beamter stand angeblich auf Kinderporno-Kundenliste
Fall Edathy: BKA-Beamter stand angeblich auf Kinderporno-Kundenliste
Die Kinderporno-Affäre um den SPD-Politiker Sebastian Edathy zieht weitere Kreise: Die Staatsanwaltschaft Mainz soll gegen einen hochrangigen BKA-Beamten wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material ermitteln. Der Spitzenbeamte wurde offenbar in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Das berichtet "Spiegel Online".
Der Beamte habe sogenannte Posing-Bilder bei demselben kanadischen Anbieter bezogen, bei dem auch Sebastian Edathy bestellt habe. Nach "Spiegel Online"-Informationen soll es sich bei den Bildern in diesem Fall um Material handeln, das "unzweifelhaft illegal und strafrechtlich relevant" sei. Staatsanwaltschaft und Amtsgericht seien sich einig gewesen: Der Straftatbestand der Kinderpornografie sei erfüllt.
Von Kinderpornos überflutet
BKA-Chef Ziercke rechtfertigt Dauer der Ermittlungen gegen Edathy. >
Der Beamte soll in eben der Abteilung beschäftigt gewesen sein, die Ende 2011 die Daten der Operation "Spaten" aus Kanada bearbeitete. Bei dieser Operation wurde schließlich auch die Verwicklung des SPD-Politikers Sebsatian Edathy in den Fall aufgedeckt.
Wie das BKA am Freitagabend erklärte, sei einer BKA-Mitarbeiterin bei einer Grobsichtung der von kanadischen Behörden übergebenen Festplatte mit etwa 800 Kundennamen "am 10. Januar 2012 der Name des ihr persönlich bekannten und als Kunde geführten Beamten" aufgefallen. Edathys Name hingegen war der Polizei erst im Oktober 2013 aufgefallen. Dass dieser Name der BKA-Mitarbeiterin entgangen war, sei plausibel, heißt es in der Erklärung aus Wiesbaden weiter: "Edathy stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht derart im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung."
Laut "Spiegel Online" hat das BKA im Februar 2012 den Fall ihres Beamten an die Staatsanwaltschaft Mainz übergeben. Erst mehr als ein Jahr später, Ende 2013, sei der BKA-Beamte in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden. Dazu erklärte das BKA, der Bericht erwecke den unzutreffenden Eindruck, dass der Beamte noch ein Jahr nach Rechtskraft eines Strafbefehls seinen Dienst ausgeübt habe. "Richtig ist, dass der Beamte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dienstlich tätig war." Dass dem BKA-Beamten nicht der Prozess gemacht wurde, habe "Spiegel Online" zufolge daran gelegen, dass er Ende 2012 einen Strafbefehl akzeptiert habe. Er soll zwischen 10.000 und 20.000 Euro gezahlt haben, um einen Prozess zu vermeiden.
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