Umfassende Modernisierung günstiger als Neubau? - Teil 1
Nachdem es bisher keinerlei weitere Informationen zur Aussage des Ortsverbands der FDP
"Gleichzeitig soll der Bahnhof Starnberg Nord zu einem zentralen und intermodalen Mobilitätsknoten für Pendler und Privatreisende weiterentwickelt werden."
gibt, versuche ich auch mal, die der Vereinbarung zugrunde liegenden Rahmenbedingungen zu ignorieren und so zu tun, als wenn wir auf der "grünen Wiese" mit der Entscheidung neu beginnen könnten.
Ich glaube, dass wir uns alle einig sind, dass die Bahnsteigdächer nicht "modernisiert werden können, sondern schlichtweg abgerissen und unter Beachtung des Denkmalschutzes nach einer Sanierung der Denkmalgeschützen Säulen neu gebaut zu werden hat. Hier gilt also:
Bahnsteige (ohne Verlagerung des Regionalzughalts):
Eine Modernisierung mit keine ebenen Einstiegsmöglichkeiten in die S-Bahn und in den Regionalzug wird auch in Bezug auf die Barrierefreiheit keine Option sein. Wir benötigen damit am Bahnhof See Bahnsteige mit ca. 500m Länge: ca. 200 Meter mit einer Höhe für die S-Bahn und ca. 300 Meter mit einer Höhe für den Regionalzug. Die vorhandenen Bahnsteige sind ca. 270 Meter (Bahnsteig 1 und 2) und ca. 340 Meter (Bahnsteig 3 und 4) lang. Es wäre also eine Verlängerung von mindestens 250 Meter notwendig. Und dafür sind in jedem Fall auch Teile der bestehenden Bahngleise zu verlegen um Platz für die verlängerten Bahnsteige zu schaffen.
Und wenn wir mal davon ausgehen, dass eine Modernisierung der vorhandenen Bahnsteige nicht nur aus dem Austausch des Asphalts bestehen soll, gilt auch hier für mich:
Bahnsteige (mit Verlagerung des Regionalzughalts):
Hier könnte ich mir für die Bahnsteige exkl. der Bahnsteigdächer eine Modernisierung durchaus vorstellen, wenn da nicht das Thema Barrierefreiheit wäre.
Für das barrierefreie Erreichen der Bahnsteige gibt es nur die Optionen Fahrstuhl und/oder Rampen. Eine Fahrstuhllösung unter Beibehaltung der bestehenden Bahnsteige ist sicher nur in ähnlicher Form wie z. B. in Pasing möglich, in dem die Breite des Treppenaufgangs durch einen neu zu bauenden Fahrstuhl reduziert wird.
Für eine robuste Rückfallebene für Rampen ist aktuell kein Platz vorhanden. Und da es sich aktuell um zwei Innenbahnsteige handelt, wären heuer von der tiefer gelegenen Unterführung auch zwei barrierefreie Zugänge zu bauen, was sich bei den angedachten Außenbahnsteigen weitaus einfacher und auch nicht technisch realisieren ließe.
Zusammengefasst gilt auch hier:
Außer einer etwas helleren Gestaltung kann ich mir eine Modernisierung der bestehenden Unterführung nicht vorstellen. Damit blieben uns die Deckenhöhe und das Verhalten bei Starkregen erhalten. Und wenn sich schon keiner traut, die aktuelle Seepromenade zu modernisieren, da starke Mehrkosten aufgrund von Überraschungen im unbekannten Untergrund befürchtet werden (Ich erinnere an die nicht umgesetzt Idee von Steinstufen á la Georgenbach vorne am See), kann man sich ausmalen, welche Überraschungen auftreten würden, wenn man versucht, die Unterführung zum Beispiel weiter zu vertiefen (was eine Beibehaltung der Barrierefreiheit auch erschweren würde). Deshalb gilt auch hier für mich:
Wenn wir also von einer "umfassenden Modernisierung des Status Quo" sprechen, entspricht das im Wesentlichen einem Neubau mit den anfallenden Kosten, die sich sicher in ähnlichen Größenordnungen befinden würden als wenn wir gleich von einem kompletten Neubau ausgehen.
Und wir kennen sicher alle mindestens ein Beispiel, bei dem eine Sanierung (oder Modernisierung) am Ende weitaus teurer wurde als es ein Neubau wohl gewesen wäre.