Tag 142 - 29.11.22 Dienstag Batad & Bangaan
Und da die Tour gestern so gut war, habe ich Crissan samt Tricycle gleich nochmal gebucht. Diesmal ging es zum einsam gelegenen Bergdorf Batad. Da musste ich doch tatsächlich mal ein Stück hiken. Man kann zu einem Gasthaus laufen, von wo aus man einen herrlichen Blick auf Batad und die Amphitheater-ähnlichen Reisterrassen hat. Oder man geht bis nach Batad herunter, was eine weitere viertel Stunde pro Strecke ist. Na, was hab ich gemacht?
Falsch! Ich war viel zu faul, ins Dorf weiterzugehen. Stattdessen habe ich von einer bezaubernden jungen Frau im Gasthaus einen leckeren Kaffee und ein Wasser bekommen und genas in aller Ruhe die schöne Aussicht. Crissan ist natürlich nicht mitgelaufen, sondern hat am Ende der Straße mit dem Tricycle gewartet. Batad ist übrigens nur zu Fuß zu erreichen und bis vor fünf Jahren gab es die Straße, welche von der Hauptstraße hierher führt, nicht einmal. Es waren Tagesmärsche! Heute braucht man weniger als eine halbe Stunde vom Ende der Straße. Ob es bewusst so gemacht wurde, dass die Straße nicht bis ins Dorf führt oder es den geografischen Gegebenheiten geschuldet ist, weiß ich nicht. Ich glaube ersteres.
Dann ging es die Stichstraße wieder zurück. Fahrerisch sehr anspruchsvoll.
Unser nächstes Ziel war Bangaan. Auch dieses Dorf muss „erlaufen“ werden, allerdings kann man schon von der Straße von oben drauf schauen. Und da bin ich doch tatsächlich die Millionen von Stufen runtergekrabbelt. Auf halber Strecke ist übrigens eine Grundschule. Die Filipinos verstehen sich in der Anlage von abgelegenen Schulen in den Bergen. Kaum eine liegt direkt an der Straße, vielleicht kann man sich so den Sportunterricht sparen. Die Stufen sind wirklich hoch und es geht am Anfang steil bergab (dementsprechend am Ende beim Hochsteigen), dann läuft man auf den Rändern der Reisterrassen entlang. Zwei Frauen waren gerade damit beschäftigt, am Rand der Felder aufgeschichtetes Unkraut abzufackeln. (Ups: beim genaueren Betrachten der Bilder fiel mir auf, dass die eine Frau ein Mann ist.) Da musste ich doch glatt beim Vorbeilaufen die Luft anhalten. Im Dorf selbst war nix los. Auf meine Frage nach einem Kaffee sauste eine junge Frau direkt los zum Chief des Dorfes. Das besteht zum Teil noch aus den traditionellen Häusern. Aus einem davon wurde dann eine Thermoskanne und Kaffee hervorgezaubert. Der Chief selbst rührte sich nicht von der Schwelle seines (neuen) Hauses, gab aber klare Ansagen. Ein kleines Souvenir wechselte auch den Besitzer und dabei erwies er sich als ein gewiefter Händler, oder sollte ich eher Geschäftsmann sagen?
Ich dachte, ich brauche eine Stunde, um wieder oben anzukommen, es waren aber exakt 16 Minuten. Allerdings war ich auch total knülle und meine Knie schmerzten. Danach hatte ich keine Lust mehr auf irgendwas und wir fuhren zurück. Dann habe ich mich noch erkundigt, wann denn ein Bus nach Sagada fährt. Schock - früh um Vier!
Vokabel des Tages: abgelegen - secluded















