Kehren
Man kann kehren, indem man fegt. Die doppelten Grimms versichern, dass kehren mit kehren nur äußerlich verwandt sei. Das eine Wort stamme vom römischen Fegen, das andere vom römischen Wenden ab, und beides sei innerlich nicht verwandt, das seien unterschiedliche Vorgänge. Man darf die Verhältnisse nicht verkehren und die Kehren nicht verwechseln, so sehen es wohl die, die an Recht und Poetik feilten. Den Grimms nach kann inhaltlich das Fegen nichts (um-) wenden oder abwenden und eine Wende fegt nicht.
Die armen Leute im Fegefeuer, sind sie nicht mehr zu läutern, ist ist ihr Schicksal unumkehrbar? Die Grimms halten das Kehren und das Kehren sowie das Wenden und das Fegen auseinander, damit sie Form und Inhalt auseinanderhalten können, damit sie die Form leer fegen und vollfegen können. Wie soll den sonst der Mensch eine Seele haben, wenn er nicht Form und Inhalt unterscheiden kann? Man könnte ihm nichts lehren, wenn man ihn nicht auch leeren könnte.
Ich bin mir nicht sicher, ob die doppelten Grimm mit ihrer Arbeit nicht in Teufels Küche gekommen sind.

















