So richtig in die Tasten hauen, ohne sich dabei zu bewegen, allein mit den Augen? Klingt unmöglich, ist es aber nicht. Das dahinterstehende Prinzip ist tatsächlich denkbar einfach: Wenn sich unsere Aufmerksamkeit auf eine starke Lichtquelle richtet, ziehen sich unsere Pupillen automatisch zusammen, sie werden kleiner. Wenn die Leuchtkraft dieser Quelle dann wieder abnimmt, weiten sich auch unsere Pupillen wieder. Forscher des französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS) haben auf Basis dieses Prinzips eine virtuelle "Tastatur" entwickelt. Die Leuchtkraft ihrer Buchstaben ändert sich je nach Buchstabe in einem ganz bestimmten Rhythmus, so dass das System nur anhand der Änderung der Pupillengröße ermitteln kann, auf welchem Buchstaben die Aufmerksamkeit des Betrachters gerade ruht. Und dazu ist es noch nicht einmal nötig, die Buchstaben direkt anzuschauen: "Mit ein bisschen Übung schaffen es die meisten Menschen, ihre Aufmerksamkeit auch auf etwas im äußeren Bereich ihres Blickfeldes zu richten, ohne dabei ihre Augen selbst zu bewegen", erklärt Sebastiaan Mathôt (CNRS). "Zu Anfang ist es noch schwierig, die einzelnen Buchstaben auseinanderzuhalten, aber mit der Zeit kennen die Nutzer den Aufbau der Tatstatur und wissen sofort, wo sich ein Buchstabe befindet." Für gelähmte Menschen verspricht diese Innovation einen großen Gewinn an Lebensqualität. Denn bisher war die einzige Technik, die ihnen zur Kommunikation mit der Außenwelt zur Verfügung stand, die Messung ihrer Gehirnaktivität per Elektrode – und das dauert, kostet und reizt auf Dauer die Haut. #WTFact