07.06.2020
E-Mails ausdrucken war gestern, Btx ausdrucken war vorvorvorgestern
Es ist schon erstaunlich, was bisweilen am Gehwegrand in Zu-Verschenken-Kisten herumliegt. Heute bin ich an einem Gerät vorbeigekommen, im ehemals typischen EDV-Plastik-Farbton “Elfenbein” (man könnte es weniger euphemistisch auch als “zahnsteinfarben” bezeichnen), etwa so groß wie ein Kassettenrekorder (hm, das ist keine für Unter-40-Jährige verständliche Größenangabe, also: ca. 30 x 15 x 8 cm).
Oben eine Klappe, unter der sich eine fast aufgebrauchte Papierrolle verbirgt. Vorne ein paar Knöpfe. Hinten eine höchst ominöse Rundsteckerbuchse. Unten solide Schrauben und ein Aufkleber mit der Beschriftung “SIEMENS Btx-Drucker”.
Ich war zu faul, es zu fotografieren oder gar mitzunehmen, Googeln ergab einen Forenpost, in dem ein baugleiches Artefakt abgebildet ist.
Vermutlich hat das Gerät seinerzeit einen vierstelligen DM-Betrag gekostet. Noch spannender ist die Frage, wieso es noch satte 20 Jahre nach der Btx-Abschaltung offenbar irgendwo im Warmen und Trockenen vor sich hin dämmern durfte, bevor es dann doch mal ausrangiert wurde – und der/diejenige, der/die es rausgestellt hat, ernsthaft davon ausgeht, dass das Gerät tatsächlich noch irgend jemandem zu irgend etwas nutze sein könnte, anstatt es gleich zur Elektroschrottsammlung zu verbringen. Fragen über Fragen, die weder Btx noch Internet beantworten könn(t)en.
(schilderburger)














