Endlich ein Mobiltelefon, das ich mit mir herumtragen kann
Das ist die neue Freiheit: Ich habe jetzt ein Mobiltelefon, das ich mit mir herumtragen kann. Zwar habe ich auch in den vergangenen Jahren ab und zu mal mobil telefonieren können – aber die Geräte waren immer fest in einem Auto eingebaut. Wo das Auto nicht hinkam, gab’s auch kein Telefon.
Meine Firma hat sich überreden lassen, mir (na ja, dem Hamburger Büro) eines der neuen tragbaren Telefone zur Verfügung zu stellen – nicht selbstverständlich bei einem Gerätepreis von rund 10.000 Mark. Das Philips Porty wiegt gerade mal knapp vier Kilogramm, damit kann ich es problemlos am mitgelieferten Tragegurt über die Schulter hängen, mitnehmen und von überall telefonieren.
Aber die neue Freiheit bedeutet dieses Mobiltelefon nicht nur deshalb, weil es unabhängig vom Festeinbau in einem Auto funktioniert. Das Porty funkt im erst ein paar Jahre alten C-Netz, und das hat gegenüber dem alten B-Netz einen unschätzbaren Vorteil: Wer mich anrufen will, muss nicht mehr wissen, wo ich mich ungefähr aufhalte. Mit der selben Vorwahl bin ich in ganz Deutschland erreichbar! Selber anrufen ist mit 50 Pfennig in der Minute auch noch recht kostengünstig. Ich muss nur dran denken, die Ortsnetzkennzahl immer mitzuwählen ...
Der Akku im Porty hält schon ein paar Stunden, das ist ok. Und im Auto kann ich es ja an den Zigarettenanzünder zum Aufladen hängen. Während der Fahrt zu telefonieren, ist auch kein Problem: der Hörer liegt gut in der Hand, zur Not kann ich ihn auch mit der Schulter einklemmen wie beim Telefon auf meinem Schreibtisch. Und die Außenantenne mit Magnetfuß sorgt für eine gute Funkverbindung. (Obwohl Freunde lästern, mit dieser Antenne auf dem Dach sehe mein französischer Kleinwagen aus wie ein ferngesteuertes Spielzeugauto.)
Jetzt hat die (verzweifelte) Suche nach Telefonzellen endlich ein Ende. Selbst wenn ich auf dem Eurosignal angepiept werde, kann ich ja sofort zurückrufen.
Nachtrag 10. November 1989: Mein Porty bin ich wieder los. In Berlin ist die Mauer gefallen, und das einzige mobile Telefon der Firma wird für das Büro in Ostberlin gebraucht...