August 2016
Metamorphosen des Spätkaufs
Lange musste man aus Westberlin neidisch auf den Ostteil der Stadt blicken, in dem man Getränke nach Ladenschluss nicht nur an den wenigen innerstädtischen Tankstellen kaufen konnte, sondern im Spätkauf. Etwa ab 2010 hat sich das Prinzip aber auch in meiner Neuköllner Nachbarschaft gründlich durchgesetzt und man muss jetzt selten weiter als 100 Meter laufen, wenn man nachts dringend eine SIM-Karte, Erdnussflips oder einen Fidget Spinner benötigt.
Die mittlerweile nicht mehr so gefragten Konzepte Internetcafé und Call Shop / Telecafé sind mit dem Spätkauf verwachsen und werden, so jedenfalls meine Theorie, allmählich überwuchert, wie hier und hier schon angedeutet.
An dieser Straßenecke gab es einmal, und zwar Google Street View zufolge nach 2011 (das Google-Bild zeigt an dieser Stelle noch eine Filiale einer Aufbackbrötchenkette), Internet für 50 Cent pro unbestimmter Zeiteinheit sowie Zeitungen, Zeitschriften und Fotokopien. Später aber nicht mehr:
Ob man noch Telefon führt, wie auf dem Ladenschild versprochen, finde ich bei Gelegenheit heraus.
(Kathrin Passig)








