Die Dunstabzugshaube kann Ottokataloge ansaugen. Aber nur bei offenem Fenster
Wir haben keinen Herd, wir haben ein Kochzentrum. Von O+F, die sonst Profiküchen beliefern. Das haben wir schon seit November 1992. Damals hat uns ein redegewandter Verkäufer eine 20.000-Mark-Küche aufgeschwatzt. Die Möbel konnten wir zum Glück zurückgeben, weil er zu blöd war, die richtigen Fronten liefern zu lassen.
Die Elektrogeräte (Spülmaschine, Kühlzentrum mit Kellerfach und Kochzentrum) mussten wir behalten. Das Zentrum ist ein 75-cm-Cerankochfeld mit 5 Kochstellen und Digitalanzeige für die Hitzestufen. Während heute jeder 25-Euro-Mikrowellenherd sowas hat, war es damals absolut das Neueste vom Neuen. Die Dunstabzugshaube ist komplett aus Edelstahl und hat eine Kraft, die in höchster Stufe den Ottokatalog festhalten könnte.
Die beiden erstgenannten Geräte gibt es schon nicht mehr, aber die Kochinsel mit Digitalanzeige hält durch und ist ehrlich jede. Mark. wert. Aber das will ich eigentlich gar nicht erzählen.
Vor zwei Jahren meinte der Schornsteinfeger, wir müssten eine automatische Abschaltung für die Dunstabzugshaube im Kochzentrum einbauen, weil sonst die Zuluft für den Kaminofen, den wir zu der Zeit hatten, weggesaugt würde, sofern das Fenster nicht offen stände.
Also montierte ich einen Unterbrecher, der die Haube nur bei gekipptem Fenster Ottokataloge ansaugen ließ. Aber auch das will ich eigentlich gar nicht erzählen.
Jedenfalls haben wir seit einiger Zeit keinen Kaminofen mehr, und dadurch wurde auch der Schalter überflüssig. Ich montierte ihn vom Rahmen ab und legte ihn auf die Fensterbank. So signalisierte er ständig: Fenster offen, und wir konnten auch bei kaltem Wetter komfortabel kochen.
Vor kurzem ging dann der Haubenmotor nicht mehr. Wir hatten schon eine neue Haube nebst Feld geordert, da kam mir die Idee, der abmontierte Sender könnte die Ursache sein. Und tatsächlich, nach Austausch der Batterie meldete er auf der Fensterbank liegend der Elektronik an der Haube wieder Fenster offen, und sie saugte wieder.
Statt vieler Hundert für neue Geräte eine Reparatur für 12 Euro. Bzw. 24 Mark. Das wollte ich eigentlich erzählen.