Jeden Morgen klingelt mein Wecker, doch die Welt schläft weiter,
nur mein Gehirn erzwingt das Erwachen, die Resignation wäre gescheiter.
Ich sehe Wolken, wie ihre Tropfen die Menschen auf der Straße taufen
und all ihre Masken, so perfekt gezeichnet, vom Regen zerlaufen.
Tollkühne Gesellschaft, wie ich doch deine perfekte Kulisse störe,
zeigtest du mir doch als Kind, dass ich leider nicht dazugehöre,
wenn ich nicht mit der Bereitschaft mein unbeflecktes Leben beginne,
gegebene Werte und Normen zu befolgen, alles nur in deinem Sinne.
Aber in uns drin, da schreit es doch so laut, jeder von uns ist zerrissen,
zur Liebe und zur Gewalt gezerrte Glieder machen uns verbissen.
Wir stehen in der Transzendenz zwischen Normalität und Individualismus
und berechenbarer können Folgen nicht sein: Autorität, Hass, Faschismus,
das sind Hilfeschreie, weil wir uns nach Schubladen sehnen,
in einer undurchsichtigen Welt der aufgeschlitzten Venen.
Dadurch verpassen wir aufzustehen und uns gemeinsam zu halten,
stattdessen versuchen wir nur zu wachsen durch emotionales Erkalten.
Menschen kommen, Menschen gehen und wir meinen zu verstehen,
wie sich Dinge drehen, manchmal sogar den Baum im Wald zu sehen,
aber die Illusion macht aus dem sonnigen Tag eine wolkenbedeckte Nacht,
denn sie macht uns klar, Vertrauen ähnelt einem endlosen, grauen Schacht
und ist dafür gemacht, uns zu verletzen, außer wir bleiben ganz bei uns,
gehen alleine durch den Nebel und bekämpfen fokussiert den Dunst.
Allerdings resultiert daraus die Einsamkeit und vielleicht auch Egoismus
und deswegen erscheinen wir selbstfokussiert und als Anhänger des Narzissmus.
Ich dachte, dass ich Freundschaft fand, aber das habe ich nur geträumt,
denn ich bin nur mein eigener Freund, nur mein eigener Freund!
Zweckgesteuert schauen wir nicht mit liebevollen Augen,
sondern mit gehässigen Intentionen, versuchen sämtliche Liebe aufzusaugen.
Und niemand kümmert sich um dich, jeder kümmert sich um sich,
wir sollten anfangen, dies zu akzeptieren, denn das macht uns doch ähnlich.
Wir müssen Wege finden, wieder zusammenzuwachsen, uns zu vereinen,
die Flucht in den Konservatismus führt uns nur zurück zu Bruchsteinen
vergangener Zeiten, zu falschen Normen, lasst uns doch mal voran schauen
und durch ein „Wir-selbst-sein“ etwas ganz Neues aufbauen.
Das Bürgertum zeigt zwar einen Weg, aber es fesselt euch,
birgt einen Trugschluss, flüstert: „Sei ein Stereotyp, verscheuch’,
all’ deine anormalen Gedanken, lass’ deine Angepasstheit über allem ranken.“
Aber es lässt euch nur wanken, ihr werdet zerdrückt von all den Schranken.
Wir sollten einfach aufhören, vor uns selbst zu fliehen,
was haben wir denn groß zu verlieren?
Ich bin oft dagegen, bewege mich auf anderen Wegen,
halte nichts von Verträgen und das macht mein Umfeld verlegen.
Lautes, vielleicht geklautes Lachen schallt über leere Ebenen,
die eigentlich gefüllt sind mit Untergebenen der Normen, mit aufgegebenen
Hoffnungen und ich höre als Echo versteckte Bedürfnisse,
heute leben sie nur noch ihr Dasein als Zerwürfnisse.
Irgendwie lebe ich in einer Beziehung mit meiner Traurigkeit,
nicht ganz freiwillig, dennoch glücklich in dieser schaurigen Zeit,
in der alle Menschen verbittert und verloren sind,
Teil einer Generation des Gewitters ohne Wind.
Wenn ich vor mich schaue, in all die Geschichten,
sehe ich Körper, die sich im leeren Raum selbst vernichten,
sich einredend, bald den Anfang des „Happy-End“s zu erleben,
obwohl sie wissen, all das Glück ist schon recht lange vergeben.
Ich baue eine Mauer um dich und mich, damit wir nicht umfallen,
weil sich alles so schnell dreht, dass selbst unsere Schreie verhallen.
Ich bin arrogant, sagen sie, aber das ist nur ein Symptom von Einsamkeit,
der Preis für das Schutzschild, das mich bewahrt vor allem Schein und Leid
und ich bin wie du, noch am Warten, bis ich endlich verblutet bin,
damit wir danach nichts mehr verlieren können, einfach Leben ohne Sinn.
Ich glaube, wir brauchen diejenigen, die uns in den Untergang stürzen,
quasi den modernen Darwinismus, die schwachen Leben abzukürzen,
nur getarnt als trojanisches Pferd, praktisch die nächste Generation,
sodass wir mit offenen Augen in das Messer laufen, ohne jede Option.
„Versteh mich, denn ich selbst kann es einfach nicht“,
meine Tränen gießen die wachsende Blume im Abendlicht,
zwei Wochen später sehe ich sie dann vertrocknet dort liegen,
meine salzige Körperflüssigkeit ließ ihre Lebenskräfte versiegen.
Genau so ist das mit allem was ich berühre, unabhängig der Absicht,
es endet verkümmert, zertrümmert und ich schäme mich,
denn eigentlich weiß ich das vorher, aber ich bin zu selbstfokussiert,
möchte mich nicht aufgeben und verlasse dich lieber aphrodisiert,
als ansatzweise Negatives auf mich zu nehmen
und so werde ich mein inneres Monster für immer zähmen.
Ich will doch nur wollen und weniger sollen,
mein Inneres verstummt aber im Donnergrollen
der Welt, die so albern und fröhlich ihre glücklichen Lieder singt
und somit eine Perfektion versprüht, die mich so gar nicht durchdringt.
Irgendwie vergeude ich Zeit durch meine Angst, alles zu verpassen
und das ist ziemlich dämlich, dadurch fange ich mich in Durchgangsstraßen
und ich übersehe Ausfahrten, bin in einem Labyrinth gefangen
voller Schlangen, ich warte nur auf jemanden, der bereit ist, mich aufzufangen
nach jahrelangem Irren, Verwirren im Wüstenland,
sehne ich mich nach einer heißkalten Hand.
Ich lache über mich, denn ich tappe in alle Fallen, die existieren,
das war schon immer so und ich kann das nicht boykottieren.
Es scheint, als wäre das größte Problem unseres Beiseins
nicht mehr Hunger oder Gesundheit, sondern das Menschsein,
das wir verlernt haben zu leben, Staatsfeind Nummer 1 ist Kommunikation,
als seien wir eine neue Mutation und Sprache eine Abwehrreakion.
In ein paar Jahren werden wir sagen, dass wir heute glücklich waren
und jetzt möchte ich Veränderung, um mich mit meinem Zukunfts- Ich zu vertragen.
Wir stehen auf dem Höhepunkt der Evolution, wir überblicken die ganze Welt,
in der Bibel heißt es „Turmbau zu Babel“, als uns alles vor die Füße fällt.
„Aber Macht macht machtlos“, denke ich und stehe, voller Angstschweiß,
am Abgrund, atme die frische Herbstluft ein und weiß:
Lebendig, ich bin lebendig, ich lebe, ich fühle, ich gehe voran.
Unendlich, ich bin unendlich, ich strebe, ich wühle, ich gehe voran.