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IT-Sicherheitstrends 2019: Die »Kronjuwelen« unter den Assets vor Bedrohungen schützen
Illustration: Geralt Absmeier, JarkkoManty Die EU-Verordnung eIDAS für den sicheren grenzüberschreitenden Datentransfer wird 2019 eine starke Verbreitung erfahren und das IT-Sicherheitsgesetz weitere Branchen und Unternehmen umfassen. Doch gleichzeitig werden nach den Trendaussagen von Detlev Henze, Geschäftsführer der TÜV TRUST IT, die Cybergefahren deutlich zunehmen. Deshalb müssen die wertvollen Vermögenswerte besonders geschützt, die Architekturen der produktionsnahen IT verändert und KI-Lösungen für einen vorausschauenden Schutz entwickelt werden. Ein Kernproblem wird 2019 weiterhin der Mangel an Experten für die IT-Sicherheit bleiben. eIDAS wird sich zügig verbreiten Durch die EU-Verordnung elDAS (elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste) sind die Voraussetzungen für eine grenzüberschreitende Datenkommunikation mit hohem Sicherheitsniveau und juristischer Beweiskraft im europäischen Wirtschaftsraum geschaffen worden. Seit Inkrafttreten von eIDAS vor über zwei Jahren haben sich die qualifizierten Vertrauensdienste in Europa versechsfacht. Infolge der Digitalisierung wird ihre Nutzung weiterhin sehr dynamisch wachsen, auch weil beispielsweise die Europäische Bankenaufsicht (EBA) für die Umsetzung der neuen Payment Services Directive 2 (PSD2) zur Absicherung von Zahlungsverkehrsdaten die Nutzung von qualifizierten Vertrauensdiensten nach eIDAS verpflichtend vorsieht. Die »Kronjuwelen« benötigen einen besonderen Schutz vor Cyberrisiken Die Bedrohungslage wird durch ungezielte und gezielte Angriffe aus dem Cyberraum weiterhin stetig steigen und vermutlich neue Spitzenwerte erreichen. Parallel dazu steigt das Schadensvolumen, weil in den Unternehmen unverändert eine deutliche Diskrepanz zwischen der realen Bedrohungslage und der eigenen Sicherheitsbewertung besteht. Ihnen ist deshalb zu empfehlen, auf jeden Fall ihre »Kronjuwelen« unter den Assets zu identifizieren und sie wirkungsvoll gegen Cyberangriffe zu schützen. Vorausschauender Cyberschutz auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) wird noch wichtiger KI-Lösungen werden nicht nur Aufgaben übernehmen, die bislang von Mitarbeitern erledigt wurden. Sondern indem KI-Algorithmen Malware und Cyberangriffe verstehen lernen, sind sie in der Lage, Schadprogramme und andere Angriffsformen schneller und besser zu entdecken. Sie unterstützen zudem in der Beurteilung von Sicherheitsvorfällen sowie der Priorisierung und Auswahl der Abwehrmaßnahmen, gleichzeitig wird KI auch für die Prävention immer wichtiger. Das IT-Sicherheitsgesetz (IT-SiG) ist erst in den Anfängen Durch die zu erwartende Weiterentwicklung des IT-Sicherheitsgesetzes und den damit verbunden KRITIS-Verordnungen werden weitere Branchen und Unternehmen ein Mindestniveau an IT-Sicherheit einhalten müssen. Damit einhergehend sind Projekte zur Einführung von Informationssicherheitsmanagementsystemen (ISMS) zu starten und ggf. zu zertifizieren. Allerdings stellen ISO-27001-Zertifizierungen immer nur eine Momentaufnahme dar. Notwendig ist deshalb eine fortlaufende Beobachtung und Anpassung an veränderte interne oder externe Bedingungen, um das Niveau des ISMS aufrechtzuerhalten und fortlaufend zu verbessern. Doch stehen Organisationen mit ISMS-Implementierungen vor der Aufgabe, sinnvolle Scope-Erweiterungen zu ermitteln und umzusetzen. Zumal zu erwarten ist, dass das Meldewesen deutlich ausgeweitet wird, um besser Informationen zum Lagebild sammeln und verbreiten zu können. Der Expertenmangel behindert positive Entwicklung Die Lücke zwischen den erforderlichen und tatsächlich verfügbaren Fachleuten für die Informationssicherheit nimmt eine immer kritischere Dimension an. Dadurch verzögert sich in steigendem Maß die Realisierung notwendiger Sicherheitsmaßnahmen. Dieses Problem wird sich in den nächsten Jahren sogar noch verschärfen, weil derzeit keinerlei Konzepte zur Beseitigung des Expertenmangels bestehen und auch der Nachwuchs fehlt. Security-Architekturen unter Einbezug von OT müssen neu gedacht werden Die Operational Technology (OT) mit ihrer Konzentration auf Produktions- und Industrieanlagen stellt neben der IT einen getrennten und geschlossenen Bereich dar. Infolge der Verbreitung des Internets ist eine solche Koexistenz jedoch nicht mehr zielführend. Vielmehr sind veränderte Architekturen notwendig, die eine nahtlose Integration von Business- und Produktions-IT ermöglichen, um durchgängige Sicherheitsprozesse zu etablieren. Sie sind heute jedoch erst selten anzutreffen. Wer es jedoch beim gegenwärtigen Status belässt, wird mit einem weiteren schleichenden Risiko konfrontiert. Produktionssysteme erweitern die Angriffsfläche Im Zusammenhang mit dem Veränderungsbedarf der Sicherheitsarchitekturen steht, dass nicht nur Industrie 4.0 neue Gefahren erzeugt, sondern auch herkömmliche Fertigungssysteme und -maschinen, da sie zunehmend IP-Adressen besitzen und webbasiert gesteuert werden. Doch viele Systeme und Protokolle innerhalb der Produktionsinfrastruktur verfügen über keine ausreichenden Sicherheitsmechanismen. Damit wird die Angriffsfläche deutlich erweitert. Angriffsversuche dienen allerdings nicht primär einzelnen Produktionsmaschinen, sondern den dahinter gelagerten ERP- und Backoffice-Systemen. Somit werden die Produktionsmaschinen als Einfalltor in das gesamte Unternehmensnetz genutzt. Entsprechende Sicherheitsanalysen werden deshalb wichtig. IoT-Zukunft sieht sicherheitstechnisch düster aus Da immer mehr Konsumerprodukte mit IP-Verbindung zum Einsatz kommen und bei der Entwicklung der Produkte gleichzeitig vielfach auf ein konsequentes Security-Design verzichtet wird, wird schon die nahe IoT-Zukunft von erheblichen Problemen geprägt sein. Zumal es meist an den notwendigen Einsatzarchitekturen in dem Bereich mangelt und keine kontrollierte Inventarisierung der Devices stattfindet. Insofern besteht ein hoher Handlungsdruck seitens der Hersteller und Betreiber von IoT-Lösungen, weil ansonsten schwer kontrollierbare DDoS-Angriffe und Szenarien mit Botnetzen drohen. https://ap-verlag.de/die-glorreichen-sieben-prognosen-zur-cybersicherheit-2019/49610/ https://ap-verlag.de/sicherheitstrends-2019-internet-der-dinge-und-dsgvo-stellen-unternehmen-vor-grosse-herausforderungen/49727/ https://ap-verlag.de/sicherheitstrends-2019-internet-der-offenen-tueren/49623/ https://ap-verlag.de/it-sicherheitsvorhersagen-fuer-2019-cyberangriffe-werden-immer-ausgefeilter/49513/ https://ap-verlag.de/eidas-verordnung-macht-den-weg-fuer-online-unterschrift-frei/23146/ https://ap-verlag.de/10-thesen-zu-kuenstlicher-intelligenz-und-cybersicherheit-im-jahr-2019/49484/ Read the full article
Cyberrisiken müssen priorisiert werden
Illustration: Geralt Absmeier Cyberbedrohungen nehmen zu und werden immer komplexer – und damit auch die Anforderungen an die IT-Sicherheitsverantwortlichen, wie Palo Alto Networks berichtet. Sie müssen dafür sorgen, dass Anwender keine unerlaubten Public-Cloud-Services nutzen, dass alle Endpunkte sicher sind und zugleich auf Zero-Day-Bedrohungen achten. Das Potenzial für Sicherheitsvorfälle aller Art dürfte Sicherheitsverantwortlichen klar sein. Der jüngste Diebstahl von Bauplänen eines Atomkraftwerks durch Hacker ist dafür nur ein Beispiel. Es scheint aber nie genug Personal oder Budget zu geben, um alles in Echtzeit zu bewältigen. Kriminelle Akteure verfolgen, ob die Sicherheitsexperten etwas offengelassen oder eine Sicherheitslücke übersehen haben. Hunderttausende von Sicherheitswarnungen »Aber wo soll man anfangen? Angesichts des heutigen rasanten Tempos von Cyberangriffen und immer mehr Bedrohungsvektoren ist die Priorisierung von Risiken gefragt. Hierfür gibt es keine Simulation, es ist die reale Welt«, erklärt Martin Zeitler, Senior Manager Systems Engineering bei Palo Alto Networks. »Viele Sicherheitsverantwortliche gehen davon aus, dass sie Grundlagen abgedeckt haben. Sie haben ein größeres Budget genehmigt bekommen, um modernisierte Tools zur Überwachung von Sicherheitsereignissen einsetzen zu können. Doch diese liefern nun unzählige Alarmmeldungen. Entsprechende Studien, die mit Führungskräften der Bankensicherheit durchgeführt wurden, ergaben, dass die Teams jeden Tag Hunderttausende von Sicherheitswarnungen durchgehen müssen.« Priorisierung von Cybersicherheitsrisiken Ein wichtiger Faktor bei der Festlegung der richtigen Prioritäten ist es, angesichts des raschen Wandels von Cyberbedrohungen, Technologieabwehr, Geschäftsbedingungen und Unternehmenszielen flexibel zu bleiben. So hat beispielsweise das U.S. Department of Homeland Security kürzlich eine neue Richtlinie zur Priorisierung von Cybersicherheitsrisiken mit dem zugrundeliegenden Grundsatz kodifiziert, dass nicht alle Cybersicherheitsrisiken gleich sind und diese Risiken priorisiert werden müssen. Wie können Führungskräfte dazu beitragen, dies umzusetzen? »Führungskräfte werden nicht nur dafür bezahlt, Entscheidungen darüber zu treffen, was sie tun sollen; es ist genauso wichtig für sie, Entscheidungen darüber zu treffen, was sie nicht tun sollen«, so Martin Zeitler. »Das Tempo in der Geschäftswelt war noch nie so schnell und wird sich noch weiter beschleunigen. Man muss schneller denn je rennen, nur um an Ort und Stelle zu bleiben, und man muss doppelt so schnell sein, um weiterzukommen. Und wenn es nicht gelingt, Sicherheitsprioritäten zu setzen und einzuhalten, können SecOps- und IT-Teams leicht überfordert sein und überrannt werden.« Die wichtigsten Schritte Was sind folglich einige der wichtigsten Schritte bei der Festlegung intelligenter, umsetzbarer Cyberrisikoprioritäten? Palo Alto Networks rät mit den wertvollsten Daten über Mitarbeiter und Kunden zu beginnen. Wenn diese kompromittiert werden, kann dies den Fortbestand des Unternehmens gefährden. Hinzu kommen zahlreiche weitere geschäftskritische Prioritäten, wie der Schutz des geistigen Eigentums und alles andere, das als Quelle für Wettbewerbsvorteile dient oder die Geschäftskontinuität gefährdet, wenn die Verfügbarkeit längere Zeit unterbrochen wird. Gab es einen E-Mail-Ausfall für ein oder zwei Stunden? Dies ist unangenehm, aber nicht katastrophal für das Unternehmen. Stellt sich heraus, dass Kundenlisten und deren Zahlungskarten-Metadaten gestohlen wurden oder einen Tag keine Online-Bestellungen entgegengenommen werden konnten, sollte sofort eine Krisensitzung einberufen werden. Es ist zwar logisch, Themen wie Compliance, rechtliche Risiken und Corporate Governance auf die »Muss-zu-jedem-Preis-geschützt-werden«-Liste zu setzen. Die Realität ist jedoch, dass diese Probleme von selbst gelöst werden können, wenn Daten und andere digitale Vermögenswerte adäquat priorisiert werden. Realistische Bedrohungs- und Ressourcenanalyse Natürlich wird jeder Leiter einer Geschäftseinheit im Unternehmen eine andere Definition von »Wenn dies nicht eingehalten wird, wird die Welt untergehen« haben. Der Vertriebsleiter wird verlangen, dass CRM-Systeme die wichtigste Priorität sind. Der Fertigungschef droht zu kündigen, es sei denn, Robotik- und Automatisierungssysteme kommen an die Spitze der Liste. Und der CEO entscheidet, vorrangig virtuelle öffentliche Netzwerke zu schützen, so dass er weiterhin zwei Tage in der Woche von zuhause aus sicher arbeiten kann. Deswegen muss die Priorisierung von Cyberrisiken in einem groß angelegten Kontext bewertet, an kritische Geschäftsziele gebunden und gegen eine realistische Bedrohungs- und Ressourcenanalyse abgewogen werden. Natürlich geschieht das auf der Führungsebene, eventuell mit weiterem Input vom Vorstand, und es muss allen Beteiligten klar kommuniziert werden. Geschäftsführer müssen Prioritäten setzen »Geschäftsführer müssen die Botschaft auf eine Weise vereinfachen, so, dass sie mit den Geschäftsprioritäten übereinstimmt«, erläutert Zeitler. Dann wird es eine sehr lange Liste unter diesen vorrangigen Prioritäten geben, die alle um Aufmerksamkeit und Ressourcen konkurrieren werden. In dieser zweiten Stufe ist es nach wie vor unerlässlich, Prioritäten zu setzen, aber jeder im Unternehmen braucht klare, konsistente Signale, dass bestimmte Aktivitäten und Bereiche Vorrang haben, wenn es darum geht, Budgets, Personal, Tools und Brainpower einzusetzen. Was sollten Geschäftsführer noch tun, um die richtigen Prioritäten bei der Bewältigung der schnell wachsenden Liste an Cyberbedrohungen zu setzen? Palo Alto Networks rät … Alle Mitarbeiter zur Verantwortung aufrufen, mit klar definierten Kennzahlen, um die Cybersicherheitsprioritäten zu erfüllen. Flexibel sein, um sich an schnell wechselnde Geschäftsbedingungen anzupassen, die eine Neuordnung der taktischen Prioritäten erzwingen könnten. Sich den Teams nicht in den Weg stellen. Entscheider sollen Prioritäten setzen, diese kommunizieren und dann die Leute ihre Arbeit tun lassen. Schließlich ist zu bedenken, dass ein entscheidendes Ziel intelligenter Entscheidungen bei der Priorisierung von Cybersicherheitsrisiken darin besteht, sicherzustellen, dass die Mitarbeiter ihre beste Arbeit leisten können, ohne frustriert zu sein oder sich ausgebrannt zu fühlen. »Es ist sehr demotivierend für die Mitarbeiter, zu viele Dinge in Arbeit zu haben«, fasst Martin Zeitler zusammen. »Sie sind stolz darauf, die Arbeit zu erledigen und die Ziele des Unternehmens voranzutreiben. Wenn sie zu viele Dinge jonglieren müssen und ihre kritischen Aufgaben nicht erledigen können, wird ihre Produktivität sinken und ihre Zufriedenheit im Job ebenso.« https://ap-verlag.de/frueherkennung-und-bekaempfung-sind-die-top-prioritaeten-von-unternehmen-im-bereich-security-fuer-das-jahr-2017/32354/ https://ap-verlag.de/cio-agenda-2017-bei-steigenden-budgets-setzen-it-entscheider-pragmatische-prioritaeten/32581/ https://ap-verlag.de/datenrisiko-in-47-der-unternehmen-hat-die-mehrzahl-der-mitarbeiter-zugriff-auf-mehr-als-1-000-sensible-dateien/33476/ https://ap-verlag.de/professionelles-risikomanagement-in-projekten-risiken-in-projekten-erkennen-und-bewaeltigen/39982/ https://ap-verlag.de/wirtschaftliche-risiken-von-fintech-unternehmen/47778/ https://ap-verlag.de/unternehmen-die-customer-identity-management-zum-datenschutz-ihrer-kunden-einsetzen-haben-einen-wettbewerbsvorteil/46916/ Read the full article
Cyber Exposure: Cyberkriminelle haben sieben Tage Vorsprung
Cyberkriminelle haben durchschnittlich sieben Tage Zeit, um eine Schwachstelle auszunutzen. In dieser Zeit können sie ihre Opfer angreifen, potenziell sensible Daten abschöpfen, Lösegeldangriffe starten und erheblichen finanziellen Schaden anrichten. Erst nach durchschnittlich sieben Tagen untersuchen Firmen dann ihre Netzwerke auf Schwachstellen und beurteilen, ob sie gefährdet sind.
Das Tenable Research-Team fand heraus, dass Cyberkriminelle durchschnittlich sechs Tage benötigen, um eine Schwachstelle auszunutzen, sobald ein entsprechender Exploit verfügbar ist. Sicherheitsteams bewerten jedoch im Schnitt nur alle 13 Tage neue Schwachstellen im IT-Unternehmensnetzwerk. Die Bewertung ist der erste, entscheidende Schritt, um die gesamte Cyber Exposure in modernen Computing-Umgebungen zu bestimmen. Der Begriff Cyber Exposure beschreibt dabei die gesamte IT-Angriffsfläche eines Unternehmens und konzentriert sich darauf, wie Verantwortliche Schwachstellen identifizieren und reduzieren können. Die zeitliche Diskrepanz bedeutet, dass Cyberkriminelle ihre Opfer nach Belieben angreifen können, während Sicherheitsteams mit Blick auf die echte Bedrohungslage im Dunkeln tappen. Die digitale Transformation hat die Anzahl und Art neuer Technologien und Computing-Plattformen – von Cloud über IoT bis hin zu Operational Technology – stark erhöht und die IT-Angriffsfläche vergrößert. Diese veränderte IT-Angriffsfläche führt fast unweigerlich zu einer regelrechten Schwachstellenflut. Dennoch passen viele Unternehmen den Umgang mit ihrer Cyber Exposure nicht an die neuen Gegebenheiten an und führen ihre Programme nach wie vor in festen Zyklen durch, zum Beispiel alle sechs Wochen. Die heutigen dynamischen Computing-Plattformen erfordern allerdings einen neuen Cybersecurity-Ansatz. Verzögerungen sind so von Anfang ein Problem für die Cybersicherheit, auch weil Sicherheits- und IT-Teams in organisatorischen Silos arbeiten. Davon profitieren die Angreifer denn viele CISOs haben Mühe, sich einen Überblick über eine sich ständig ändernde Bedrohungslandschaft zu verschaffen. Zusätzlich haben sie Probleme, Cyberrisiken aktiv und auf Grundlage priorisierter Geschäftsrisiken zu verwalten. »Unsere Ergebnisse zeigen die Herausforderungen, mit denen Unternehmen von heute konfrontiert sind. Cyberkriminelle und Sicherheitsteams liefern sich ein Wettrennen, wer schneller ist, wenn eine neue Sicherheitslücke entdeckt wird. Doch CISOs sind häufig durch veraltete Prozesse und Tools im Nachteil. Sie müssen aber führen, damit Organisationen Cyberrisiken genau wie andere Geschäftsrisiken aktiv messen und verwalten können«, sagt Tom Parsons, Senior Director of Product Management, Tenable. »In einer digitalen Wirtschaft, die von der Cloud, Geschäftsanwendungen und DevOps-Zyklen angetrieben wird, ist es unerlässlich, dass Unternehmen eine gute Cyber-Hygiene erreichen. Dies beginnt damit, dass die Verantwortlichen jederzeit ganzheitliche und aktuelle Einblicke in ihre Systeme haben. Das ist ein entscheidender Schritt, um die Cyber Exposure zu reduzieren und den Angreifern ihre Vorteile zu nehmen.« Die Studienergebnisse zeigen: dass bei 76 Prozent der analysierten Schwachstellen der Angreifer im Vorteil war. Wenn der Verteidiger im Vorteil war, dann nicht wegen eigener Aktivitäten, sondern weil die Angreifer nicht direkt auf den Exploit zugreifen konnten. Angreifer hatten sieben Tage Zeit, eine Schwachstelle auszunutzen, bevor das Unternehmen sie überhaupt identifizierte. Für 34 Prozent der analysierten Schwachstellen war ein Exploit am selben Tag verfügbar, an dem die Schwachstelle aufgedeckt wurde. Das bedeutet, dass Angreifer von Anfang an das Tempo vorgeben. 24 Prozent der analysierten Schwachstellen werden zielgerichtet von Malware, Ransomware oder verfügbaren Exploit-Kits ausgenutzt. Start-Stop- und zyklische Sicherheitsmodelle sind in Zeiten kontinuierlicher Schwachstellen und Exploits nicht länger ausreichend. Angriffe und Bedrohungen entwickeln sich in rasantem Tempo und können jedes Unternehmen treffen. Ein effektives Cyber Exposure Management hilft mit einem neuen Ansatz für Schwachstellen-Management die Security an die neuen IT-Umgebungen anzupassen: Er beruht auf kontinuierlicher Integration und Bereitstellung (CI/CD) und ist mit modernen Computing konsistent. Die Cyber-Exposure-Lücke kann nicht allein durch Sicherheitsteams verringert werden, sondern erfordert eine bessere Abstimmung mit den operativen Geschäftseinheiten. Dies bedeutet, dass Sicherheits- und IT-Teams einen gemeinsamen Einblick in die Systeme und Ressourcen des Unternehmens erhalten und kontinuierlich nach Schwachstellen suchen, diese auf Basis der Geschäftsrisiken priorisieren und beheben. Die Studie zeigt, wie wichtig es ist, die Cyber Exposure über die gesamte moderne Angriffsfläche hinweg aktiv und ganzheitlich zu analysieren und zu messen. Echtzeiteinblicke sind nicht nur ein grundlegendes Element der Cyberhygiene, sondern auch die einzige Möglichkeit für Unternehmen, bei den meisten Schwachstellen einen Vorsprung zu erarbeiten. Das Beispielset basiert auf den 50 häufigsten Schwachstellen aus knapp 200.000 Schwachstellen-Scans. Für weitere Informationen und Einblicke zum Vorteil der Angreifer, lesen Sie nach Registrierung den vollständigen Forschungsbericht https://de.tenable.com/cyber-exposure/attackers-advantage und den Blogbeitrag auf englisch: https://www.tenable.com/blog/quantifying-the-attacker-s-first-mover-advantage http://ap-verlag.de/sicherheitsrisiken-fuer-dax-100-unternehmen-durch-cyberangriffe/26915/ http://ap-verlag.de/effiziente-cybersicherheit-ist-auch-eine-big-data-herausforderung/15591/ http://ap-verlag.de/sicherheit-in-der-smart-city-worauf-es-ankommt/41422/ http://ap-verlag.de/30-prozent-aller-ceos-wurden-bereits-kompromittiert/38686/ http://ap-verlag.de/vom-hacker-zum-einbrecher-sicherheitsluecke-in-ueberwachungssystem-fuer-das-smart-home/36135/ http://ap-verlag.de/state-of-the-internet-security-report-ddos-angriffe-verdoppelt/12394/ http://ap-verlag.de/praxistipp-alte-it-sicherheitsluecken-dauerhaft-als-gefahrenquelle-ausschliessen/12159/ Read the full article
Cybersicherheit: Angriff auf deutsche Stromlieferanten
Illustration: Absmeier, Brummeier, Iammrrob Anfang Mai haben sich die beiden Autoren Till Krause und Hakan Tanriverdi in der Süddeutschen Zeitung mit dem Thema befasst, wie sicher unsere Stromnetze tatsächlich sind. Die Recherchen haben ergeben, dass die digitalen Attacken zunehmend aggressiver werden und eine der gefährlichsten Hackergruppierungen auch Deutschland ins Visier genommen hat. Der Anlass für die Nachforschungen ist aktuell: »Dieselbe Hackergruppe, die für den Stromausfall in Kiew sorgte, hat auch in Deutschland Netzwerke von mindestens zwei Energieversorgern infiltriert. Das haben drei voneinander unabhängige Quellen dem SZ-Magazin bestätigt. Den Hackern gelang es anscheinend, sich in den internen Netzwerken auszubreiten. Doch der Angriff fiel im Sommer 2017 auf, vermutlich in der Frühphase.« Soweit der SZ-Wortlaut aus dem Beitrag vom 3. Mai 2018 http://www.sueddeutsche.de/digital/energieversorgung-hacker-angriff-auf-deutsche-stromlieferanten-1.3966477 . Dazu ein Kommentar von Will Stefan Roth, Regional Director bei Nozomi Networks: »Wenn es um Netze und Systeme geht, die für die Energiegewinnung und Bereitstellung an private Haushalte und Unternehmen gleichermaßen wichtig sind, spricht man nicht grundlos von einer kritischen nationalen Infrastruktur (CNI) oder von kritischen Infrastrukturen (KRITIS). Es sind Systeme, ohne die unsere Gesellschaft und unser Gemeinwesen nicht funktionieren. Heute sind diese historisch gewachsenen Systeme mit IT-Netzwerken oder der Außenwelt verbunden. Die Konnektivität der Netze hat für die Betreiber viele Vorteile. Die Kosten sinken, die betriebliche Effizienz steigt, und es ist möglich, Interoperabilität zwischen bestehenden und neuen Systemen herzustellen. Aber die untereinander und mit dem Internet verbundenen Geräte haben die Angriffsfläche für Cyberattacken deutlich vergrößert. Dabei fungiert die IT nicht selten als Einstiegspunkt für Angreifer, die es auf die OT-Netzwerke – also die Operations-Technology-Netzwerke – abgesehen haben. Der direkte Einstieg in das OT-Netzwerk über schwach abgesicherte WLAN-Infrastrukturen oder auch die Infektion über direkt an den OT-Geräten angeschlossenen externen Datenspeichern für Firmware-Updates, bergen hier zusätzliche Risiken. Angriffe auf kritische Infrastrukturen, wie auf die beiden deutschen Stromversorger (wo nach Angaben der SZ-Quellen ebenfalls die Hackergruppierung Sandworm ihre Fingerabdrücke hinterlassen hat) erinnern an die vorhandenen Schwachstellen sowohl in der IT als auch in der OT. Auch und gerade für diese Umgebungen gilt, dass ein Netz nur so sicher ist wie das schwächste Glied in der Kette. Erfolgreiche Attacken und Malware-Varianten werden oftmals speziell für Angriffe gegen die betreffenden kritischen Infrastrukturen entwickelt. BlackEnergy, verantwortlich für die hochkarätigen Attacken auf das ukrainische Stromnetz 2015 und 2016, wurde allerdings nicht extra für diese Angriffe entwickelt. Es gab bereits vorher Angriffe beispielsweise auf Banken und Nachrichtensender, die BlackEnergy verwendet haben. Der letztendlich entscheidende Schritt beim Angriff auf das Stromnetz der Ukraine wurde über das vorhandene ICS-Equipment durchgeführt. Dazu kommen Malware-Infektionen á la DragonFly und Stuxnet. Diese Beispiele zeigen, dass sich die Bedrohungen längst aus dem Bereich des technisch Möglichen in die Realität verlagert haben. Cyberbedrohungen haben sich inzwischen von Desktop oder Serverraum in die Anlagenkontrollräume ausgeweitet. Angreifer versuchen nun, aktiv Fuß zu fassen und diese sensiblen Netze zu »knacken«. Black-Hat-Aktivisten und Hacker in staatlichem Auftrag nutzen frei zugängliche Daten und Informationen, um technisch möglichst genau über das anvisierte Ziel Bescheid zu wissen. Auf dieser Basis wird ein maßgeschneiderter Angriff gestartet. Es ist nicht damit zu rechnen, dass Angreifer in ihren Bemühungen nachlassen, bessere Angriffsmethoden und Angriffsstrategien zu entwickeln und einzusetzen. Attacken auf Chemieanlagen und Stromnetze haben das Potenzial für wirtschaftliche Instabilität zu sorgen und die physische Sicherheit zu gefährden. Das übergreifende Management von Cyberrisiken muss deshalb auf der Prioritätenliste ganz nach oben. Staat und Privatwirtschaft sind aufgerufen, Hand in Hand zu arbeiten und zielgerichtet in präventive Maßnahmen zu investieren. Maßnahmen, die die Resilienz der Netze deutlich verbessern. Inzwischen haben die viel zitierte künstliche Intelligenz und das maschinelle Lernen für den nötigen technologischen Fortschritt auch an dieser Stelle gesorgt. Insbesondere deren Fähigkeit, prädiktive Modelle zu erstellen und selbst hochkomplexe Netzwerke und kritische physikalische Prozesse transparent zu überwachen. Energieversorger und Netzbetreiber sollten zeitgemäße Sicherheitsmaßnahmen umsetzen und neuartige Ansätze bei der Implementierung in Betracht ziehen. Man muss allerdings einräumen, dass sich trotz aller Unkenrufe die deutschen Unternehmen und Betreiber der Lage sehr wohl bewusst sind und damit begonnen haben, Budgets in weit größerem Ausmaß als noch vor Kurzem für Cybersicherheitsprojekte in den beschriebenen Bereichen bereitzustellen.« http://ap-verlag.de/gesetz-zur-umsetzung-der-nis-richtlinie-und-bsi-kritisverordnung-in-kraft-getreten/35408/ http://ap-verlag.de/kritische-beurteilung-der-ausfallsicherheit-fuer-jedes-vierte-unternehmensnetzwerk/40543/ http://ap-verlag.de/governance-risk-und-compliance-risikoanalysen-fuer-kritische-it-infrastrukturen/36417/ http://ap-verlag.de/gesetz-zur-umsetzung-der-nis-richtlinie-und-bsi-kritisverordnung-in-kraft-getreten/35408/ http://ap-verlag.de/ransomware-nimmt-kritische-infrastrukturen-ins-visier-ausfallzeiten-durch-cyberangriffe/30133/ http://ap-verlag.de/drei-sicherheitsmassnahmen-fuer-anwendungskritische-kommunikationsnetze/29222/ http://ap-verlag.de/branchen-nach-ihrer-abhaengigkeit-von-kritischen-it-infrastrukturen-klassifiziert/35626/ Read the full article