Der Vorleser ~ Film
Vorneweg muss ich sagen dieser Film enthält ziemlich viele pornografische Szenen, sollte dies also für dich nichts sein solltest du dir diesen Film nicht anschauen.
Der Film "Der Vorleser" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans vom deutschen Schriftsteller Bernhard Schlink aus dem Jahre 1995.
In dem Film geht es um einen alten Rechtsanwalt, Michael Berg, der sich an seine früheren Kindheits- Jugendtage erinnert. So auch an seine Affäre mit einer älteren Dame, als er 15 Jahre alt war. Ihr Name war Hannah Schmidt. Da sie selbst weder lesen noch schreiben konnte, vereinbarten die beiden, dass er ihr vor deren Liebesakt ihr immer etwas vorlesen würde. Zum Anfang beschränkte sich dies nur auf Bücher die Michael in der Schule behandelte, doch später las er ihr die verschiedensten Bücher vor. Aufgrund von häufigen Streitereien, Eifersucht und einem Jobangebot in Hamburg für Hannah, zog Hannah ohne Vorwarnung von einen auf den andern Tag nach Hamburg und ließ einen gebrochenen Michael zurück. 8 Jahre später wird Hannah eines mutmaßlichen Naziverbrechens vor Gericht angeklagt. Um diese Zeit herum ist Michael ein junger Jura Student und wird mit diesem Fall im Rahmen seines Studiums konfrontiert.
Die Beziehung des Anfangs beider liebenden wird in der ersten Hälfte in sehr vielen verschiedenen pornösen Szenen im Film dargestellt. Wobei die letzte Hälfte sich viel mehr mit der Story befasst.
Die Schauspieler sind meiner Meinung nach sehr gut gewählt, da sie ihre Charaktere sehr gut rüberbringen können. Auch wenn ich vom technischen keine wirkliche Ahnung habe, muss ich anmerken, dass mir die Aufmachung der einzelnen Szenen sehr zugesagt hat. Die farbliche Untermalung der Geschichte möchte ich einmal hervorheben, da mir diese sehr zugesagt hat.
Ich muss generell sagen, dass mir der Film nicht so zugesagt hat, da ich finde das die Gefühle und Beziehungen der einzelnen Charaktere nicht sehr im Vordergrund standen. Vor allem sehr schade finde ich die schlechte Umsetzung des Filmabschnittes, bei dem sich der Unmut in Hannah aufmacht und sie sich entscheidet zu gehen. Ich finde diese Szene hatte im Film viel zu wenig Platz, da nicht genau rüber kam wieso sie jetzt eigentlich ging. Die Streitereien zwischen ihr und Michael wurden nur am Rande angeschnitten, durch eine Szene, in der sie sich leicht stritten, danach aber wieder alles in Ordnung war. Zumal die im Roman angeführte Eifersucht nicht wirklich zu sehen war. Es wurde zwar gezeigt, dass Michael sich einem Mädchen in seinem Alter annäherte, aber wirklich viel mehr wurde in diese Richtung nicht gezeigt. Es kommt mir halt sehr so vor als wurden auf die Sex-Szenen mehr wert gelegt, als die Charaktereigenschaften richtig rüber zu bringen, was ich sehr schade finde.
Eine der Schlüsselszene des Films, meiner Meinung nach, bei der Hannah vor Gericht steht und als schuldig empfunden wird und Michael in einen Konflikt mit sich selber kommt und sehr an sich und allem zweifelt, kam für meinen Geschmack auch etwas zu kurz. Dieses richtige hapern mit sich selbst und dieser innerliche Kampf ob er Hannah jetzt helfen soll ober nicht, wird sehr schnell im Film abgeharkt. Es wirkt ein bisschen künstlich hineingefügt, damit der Film dem Buch halt mehr ähnelt.
Das Ende des Films, fand ich im Vergleich zum restlichen Film gut. Leider muss ich aber bemängeln, dass es mir schwer fiel mitzufühlen bzw. überhaupt die Handlungen der Charaktere zu verstehen, da wie oben schon erwähnt ich finde, dass sich zu wenig mit den Charakteren an sich beschäftigt wurde.
Der Film ist sehr lang und doch nimmt er sich leider für die Schlüsselstellen und den Charakteraufbau nicht genug Zeit. Für meinen Geschmack hätten es gerne weniger Sex-Szenen sein können, aber dafür mehr Charakteraufbauende Szenen.
Trotz der vielen Makel bin ich der Meinung, dass man sich den Film gerne anschauen kann, wenn man über die nicht vorhandene Charaktertiefe hinwegsehen kann.
Den Film habe ich auf Netflix geschaut.















