|01| Die Falle
Ein Rauschen, dann fiel ich. Hatte ich die Augen offen? Die Finsternis vor mir, wie ein Film aus schwarzem Nebel, so undurchdringlich und allumfassend. Ich streckte die Hand, ging zumindest davon aus, spürte die wogende Kühle vor mir in meine Fingerspitzen fliessen. Etwas regte sich, und die Finsternis warf Wellen wurde dichter und fester, verflüchtigte sich dann. Ich schaute auf meinen Handrücken, ich hatte die Hand in den Himmel gestreckt. Es blieb Dunkel doch ich erkannte Bäume. Ein Firmament aus knochigen Ästen und Blättern im Schein von Mondlicht. Ich fühlte den rauen Stein unter meinen Füßen und die Borken und Zweige stachen etwas unnatürlich stark in meine Zehen. Als ich den Kopf senkte bemerkte ich, dass es eine Alee war. Ein Weg aus groben rechteckigen Bodenplatten bildete die Mitte, auf welcher ich stand. Zwischen den Stämmen quoll die Dunkelheit hervor, allerdings traute sie sich scheinbar nicht bis an den Wegesrand. Mein linker Fuß ging mir voran, entschlossen mich zu meinem Ziel zu bringen. Welches Ziel? Unentschlossen, doch mit der Gewissheit: Am Ende dieses Weges wartet etwas auf mich. Mich? Ich bin ein Junge. War wieder ein Junge.
Das Tappen meiner baren Füße, ging Reflexlos in die Umgebung über, ein hohles platschen bei jedem Schritt. Ich dachte ich müsste mich beeilen, konnte nicht mehr auf die Borken und Steinchen am Boden achten. Schwamm über den weg. Beschleunigte wie ein Pfeil, entlang der Allee, die einfach nicht enden wollte. Die Bäume wurden von unschärfe erfasst, zu schwarzen Strichen, am Rande meines Auges. Ich kam schlagartig zum stehen, blickte um mich, es war das Ende des Weges. Ein Fachwerkhaus mit grüner Tür, eine Naturterasse, bestehend aus einer Armatur, welche die Terasse einen halben Meter anhob und einer Buchsbaumhecke um diese. Ich machte ein zwei schritte in die Richtung, um alles ein wenig besser auszumachen und erkannte jemanden auf einer Bank vor der Hütte sitzen. Sie hat auf mich gewartet schoss mir im gleichen Moment durch den Kopf wie die Tatsache dass ich das wusste.











