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Grenzerfahrung
Mal was Neues ausprobiert,
vom Dudelsack spielen fasziniert.
Beim Anspielen schon gemerkt,
dass dies an deinen Kräften zerrt.
So gut die Anderen waren,
warst du dir im Klaren:
Das so einfach scheinende Dudelsackspiel,
für dich, körperlich, ein unerreichtes Ziel.
So traurig du nun bist,
das Scheitern nun einmal menschlich ist.
Artist Talk: Kristina Künzel - Pipes for good vibes
Robin Goodfellow · Märchen
Robin Goodfellow · Märchen aus England · Geister und Elfen
Einstmals, vor vielen, vielen Jahren, gab es zahlreiche freundliche Geister, die Elfen genannt wurden. Zu einer süßen Melodie tanzten sie auf grünen Hügeln wunderschöne Reigen. Manchmal waren sie unsichtbar, mitunter aber nahmen sie die verschiedensten Gestalten an. Viele übermütige Streiche verübten sie; liederliche junge Dinger zwickten sie grün und blau, und in unordentlichen Häusern warfen sie alles durcheinander. Guten Mädchen waren sie jedoch sehr zugetan. Sie gaben ihnen Silber und hübsches Spielzeug, das sie ihnen in die Schuhe oder in die Tasche steckten, mitunter auch in blank geputzte Schüsseln oder in andere saubere Gefäße legten. Zu dieser Zeit wurde in einem Haus, wo sich die Elfen besonders gern aufhielten, ein Junge geboren. Die Elfen, die ihre Freude darüber zeigen wollten, brachten viele Geschenke herbei. Decken und zartes Leinen für die Wiege, Kapaune, Schnepfen und Wachteln für den Taufschmaus. Es ging dabei so lustig zu, dass der Pfarrer beinahe vergessen hätte, dem Kindchen seinen Namen zu geben - Robin Goodfellow, was soviel wie Robin Gutgesell heißt. Als Robin sechs Jahre alt war, verübte er so viele Streiche, dass alle Nachbarn sich über ihn beklagten. Kaum kehrte ihm die Mutter den Rücken, schon hatte er etwas Neues ausgeheckt. Wollte sie Ärger vermeiden, musste sie ihn auf den Markt mitnehmen oder wohin sie sonst ging. Das half jedoch nur wenig. Denn ging er vor ihr, zog er Gesichter oder schnitt Fratzen, sobald er jemandem begegnete. Ging er hinter ihr, schlug er mit der Hand auf alle möglichen Dinge. Seiner Mutter waren die vielen Klagen, die gegen ihn vorgebracht wurden, recht lästig. Doch wusste sie nicht, ob sie ihn schlagen durfte, weil sie ihn nie etwas tun sah, wofür er wirklich Schläge verdient hätte. Aber täglich kamen neue Beschwerden, so dass sie ihm schließlich eine ordentliche Tracht Prügel androhte. Diese Aussicht gefiel Robin ganz und gar nicht. Um der Strafe zu entgehen, lief er deshalb fort, und seine Mutter blieb alleine in Sorgen zurück. Nachdem Robin einen guten Tagesmarsch hinter sich hatte, setzte er sich nieder und schlief ein. Da war es ihm, als sähe er viele reizende kleine Gestalten in possierlichen Schritten um sich herum tanzen. Er hörte auch eine liebliche Musik. Gewöhnlich aber währen solche Freuden nicht lange, und so endete auch diese schneller, als es Robin lieb war. Er erwachte und fand neben sich eine Schriftrolle, in der mit goldenen Buchstaben die folgenden Zeilen geschrieben standen: »Sag einen Wunsch, sogleich soll er erfüllt dir sein. Werde zum Pferd, zum Hund, zum Affen oder zum Schwein. Fügst Schaden du den Narren und den Schurken zu, So denke dran, die Guten lass in Ruh!« Als Robin das gelesen hatte, freute er sich sehr. Sogleich wollte er feststellen, ob er tatsächlich solch einen Zauber besaß. Er wünschte sich ein Fleischgericht herbei, und alsbald stand ein appetitlicher Kalbsbraten vor ihm. Dann wünschte er sich einen Plumpudding, den er auf der Stelle bekam. Weil er müde war, wünschte er sich, in ein Pferd verwandelt zu werden. Kaum gedacht, wurde er schon zum stattlichsten Ross, das man sich nur vorstellen kann. Er sprang und galoppierte behände herum, als hätte er einen ganzen Monat im Stall an der Futterkrippe gestanden. Dann wollte er ein schwarzer Hund sein, und gleich war er es, danach ein grüner Baum - eins nach dem anderen wünschte er sich, bis er ganz sicher war, dass er sich verwandeln konnte, in was immer er wollte. Vergnügt setzte Robin seinen Weg fort und war begierig, seine neue Zaubermacht auszuprobieren. Als er über ein Feld ging, begegnete er einem rotgesichtigen Fuhrknecht. Er bat ihn, anzuhalten. »Freund«, sprach er, »was ist eine Uhr?« »Etwas«, antwortete der Knecht, »das die Tageszeit angibt.« »Gut denn«, sagte Robin, »sei du eine Uhr und sage mir, wie spät es jetzt ist.« »Warum sollte ich dir eigentlich einen solchen Dienst erweisen?« erwiderte der Fuhrknecht. »Aber damit du mir recht dankbar bist, will ich dir sagen, dass es jetzt genauso spät ist wie gestern um dieselbe Zeit.« Die Antwort ärgerte Robin, und er nahm sich vor, den Fuhrknecht dafür zu bestrafen. Darum verwandelte er sich in einen Vogel und folgte dem Burschen. Der begab sich auf eine Wiese, um sein Pferd einzufangen, das dort inzwischen weidete. Doch das Pferd war sehr wild, es setzte über Graben und Hecke hinweg und der Bursche ihm nach. Augenblicklich nahm Robin die Gestalt des Pferdes an und blieb vor dem Knecht stehen. Der packte das Tier bei der Mähne und schwang sich auf seinen Rücken. Er war aber noch nicht weit geritten, als Robin strauchelte und den Reiter vornüber abwarf, so dass er sich beinahe das Genick gebrochen hätte. Dann ließ er den Fuhrknecht wieder aufsteigen. Bald musste der Knecht einen breiten und ziemlich tiefen See durchqueren. Kaum war er bis zur Mitte gekommen, verwandelte sich Robin Goodfellow in einen Fisch und ließ den Burschen mit nichts weiter als dem Sattel zwischen den Beinen im Wasser zurück. Der Fisch schwamm indessen ans Ufer, und dort war Robin wiederum der nichtsnutzige Junge. »Ho ho«, lachte er und lief davon. Der Fuhrknecht aber gelangte ganz durchnässt und mit Schmutz bedeckt ans Ufer. Robin wanderte singend an einer grünen Hecke entlang und überlegte, was er als nächstes unternehmen sollte. Da sah er Rauch aus den Schornsteinen der nahe gelegenen Stadt aufsteigen, und er dachte bei sich: Was wäre es für ein Spaß, mit dem Besen über der Schulter durch die Straßen zu gehen und zu rufen: »Der Schornsteinfeger ist da!« Gedacht, getan. Als ihn jedoch jemand herbei rief, lief Robin lachend davon. »Ho ho ho!« Auf seinem Weg sang er manch hübsches Liedchen, eins davon lautete: »Schwarz bin ich von Kopf bis Fuß, Das kommt nur vom Schornsteinruß. Die Mädchen aber sind herzlich froh, Denn das Feuer im Herd brennt nun lichterloh.« In derselben Nacht klopfte er an viele Türen, und wenn die Dienstleute herauskamen, blies er ihnen die Kerze aus. Mit einem »Ho ho ho!« verschwand er in der dunklen Straße. Oberon, der Elfenkönig, hatte beobachtet, was für Streiche Robin Goodfellow verübte. Und weil die Elfen Schabernack lieben, weckte er ihn aus dem Schlaf und rief ihm zu: »Robin, mein Sohn, steh eilig auf Und reibe dir die Augen aus. Du musst mit mir noch heute Nacht Ins Elfenland, eh die Sonn erwacht.« Robin stand auf und folgte König Oberon. Viele Elfen in grünen Gewändern hießen den Jungen willkommen. Oberon nahm ihn bei der Hand und tanzte einen Reigen mit ihm. Ein Musikant spielte auf einem wunderbaren Dudelsack, der war aus der Feder eines Zaunkönigs und der Haut einer Grönlandfliege gemacht und klang so durchdringend und süß, dass sich kein schottischer Dudelsack mit ihm vergleichen ließ. Nachdem sie getanzt hatten, zogen sie, der Dudelsackpfeifer voran, ins Reich der Elfen. König Oberon zeigte Robin Goodfellow manches Geheimnis, das er der Welt bisher vorenthalten hat. Seit dieser Zeit lebt Robin im Elfenland. Robin Goodfellow · Märchen aus England · Geister und Elfen Read the full article
Herr und Frau Essig
Herr und Frau Essig ⋆ Märchen aus England ⋆ Dudelsack
Herr und Frau Essig ⋆ Märchen aus England ⋆ Dudelsack
Herr Essig und Frau Essig wohnten in einer Essigflasche. Eines Tages war Herr Essig unterwegs, und Frau Essig, die eine gute Hausfrau war, fegte emsig aus. Dabei stieß sie mit dem Besen so unglücklich gegen die Wand, dass das ganze Haus mit riesengroßem Geklirr über ihrem Kopf zusammenstürzte. Tränenüberströmt eilte sie ihrem Mann entgegen und rief: »Oh, mein lieber Essig, mein lieber Essig, wir sind ruiniert, wir sind völlig ruiniert! Ich habe unser Haus zerschlagen, es ist in tausend Stücke zerbrochen!« Da sagte Herr Essig: »Meine Liebe, wir wollen sehen, was sich tun lässt. Hier ist ja noch die Tür. Ich will sie mir auf den Rücken laden, und wir werden ausziehen, um unser Glück zu suchen.« Sie wanderten den ganzen Tag und kamen gegen Abend in einen dichten Wald. Beide waren sehr müde, und Herr Essig sprach: »Liebste, ich will auf einen Baum steigen, die Tür heraufziehen, und du komm nach.« Gesagt, getan. Beide streckten ihre müden Glieder auf der Tür aus und schliefen schnell ein. Mitten in der Nacht wurde Herr Essig durch lautes Reden aus dem Schlaf geweckt. Zu seinem großen Missbehagen bemerkte er, dass sich unterm Baum eine Diebesbande versammelt hatte und ihre Beute teilte. »Hier, Jack«, sagte einer, »hier hast du fünf Pfund. Hier, Bill, hier hast du zehn Pfund, hier, Bob, hier hast du drei Pfund.« Herr Essig war so erschrocken, dass er aufs heftigste zu zittern begann. Da wackelte die Tür und fiel den Dieben auf den Kopf. Eilig ergriffen sie die Flucht. Aber Herr Essig wagte erst bei hellem Tageslicht, sein Versteck zu verlassen, während seine Frau weiter in den Zweigen sitzen blieb. Er kletterte vom Baum herunter, hob die Tür auf, und was sah er da? Eine Menge Goldstücke. »Komm herunter, liebe Frau«, rief er. »Wir haben unser Glück gemacht, wir haben tatsächlich unser Glück gemacht. Komm herunter, sag ich.« So schnell sie konnte, stieg jetzt Frau Essig herab und war über das Geld ebenso erfreut wie ihr Mann. »Nun, mein Lieber«, sprach sie, »werde ich dir sagen, was du tun sollst. Ganz in der Nähe ist eine Stadt, dort findet heute ein Markt statt. Nimm die vierzig Goldpfund hier und kauf dafür eine Kuh. Aus der Milch mache ich Butter und Käse, und von dem Erlös werden wir angenehm leben.« Herr Essig stimmte mit Freuden zu, nahm das Geld und machte sich auf den. Weg. Er spazierte den Viehmarkt auf und ab und entdeckte schließlich eine schöne rot-bunte Kuh. Ach, dachte er, wenn ich diese Kuh hätte, wäre ich der glücklichste Mensch auf Erden. So bot er seinen ganzen Goldschatz für die Kuh. Ihr Besitzer erklärte, er wolle ihm die Kuh für diesen Preis nur verkaufen, weil er sein Freund war, und der Handel wurde abgeschlossen. Voll Stolz über seinen Kauf trieb Herr Essig die Kuh hin und her, um sie allen zu zeigen. Dabei erblickte er einen Mann, der »dideldum-dideldei« auf einem Dudelsack spielte. Die Kinder folgten ihm überall hin, und es schien, als bekäme er von allen Seiten Geld zugesteckt. Ach, dachte Herr Essig, wenn ich ein solch schönes Instrument besäße, wäre ich der zufriedenste Mensch auf Erden, und mein Glück wäre gemacht. So ging er auf den Mann zu. »Freund«, sprach er, »was für ein schöner Dudelsack ist das doch, und wie viel Geld du damit verdienst!« »Na ja«, entgegnete der Mann, »ich bekomme eine Menge Geld, das ist sicher. Es ist auch wirklich ein wundervoller Dudelsack.« »Oh«, rief Herr Essig, »wie gern möchte ich den haben!« »Gut«, sagte der Mann, »da du ja mein Freund bist, will ich mich von diesem Dudelsack trennen. Du kannst ihn haben, wenn du mir deine rote Kuh dafür gibst.« »Abgemacht«, sprach Herr Essig entzückt und tauschte die Kuh gegen den Dudelsack. Mit dem Dudelsack wanderte er nun weiter auf und ab. Vergeblich aber versuchte er, eine Melodie darauf zu spielen. Doch statt Geld einzunehmen, folgten ihm die Jungen, lachten ihn aus und warfen sogar Steine nach ihm. Dem armen Herrn Essig wurden beim Spielen die Finger kalt. Als er die Stadt verließ, begegnete er einem Mann, der ein Paar schöne, dicke Handschuhe anhatte. Ach, sprach Herr Essig zu sich. Hätte ich diese schönen Handschuh, ich wäre der glücklichste Mensch auf Erden. Er ging auf den Mann zu und sagte zu ihm: »Guter Freund, mir scheint, dass du ein Paar großartige Handschuh anhast.« »Ja, wahrlich«, erwiderte der Mann. »Meine Hände sind so warm, wie sie an einem kalten Novembertag nur sein können.« »Deine Handschuhe möchte ich gern haben«, sagte Herr Essig. »Was gibst du mir dafür?« fragte der Mann. »Aber du bist ja mein Freund, da will ich sie dir gegen diesen Dudelsack eintauschen.« »Abgemacht«, rief Herr Essig. Er zog die Handschuh an und trabte glücklich und zufrieden heimwärts. Allmählich wurde er schrecklich müde. Da sah er einen Mann auf sich zukommen, der einen guten, starken Stock in der Hand hielt. Ach, sprach Herr Essig zu sich, hätte ich einen solchen Stock, wäre ich der glücklichste Mensch auf Erden. Er trat auf den Mann zu. »Lieber Freund, was für einen guten Stock du doch hast.« »Ja«, entgegnete der Mann, »manche Meile hat er mir schon treulich gedient. Wenn er dir gefällt, will ich ihn gern gegen deine Handschuhe tauschen, denn auch du bist ja mein lieber Freund.« Herr Essig hatte jetzt warme Hände, aber seine Füße waren so müde, dass er gern auf den Tausch einging. Als er sich dem Wald näherte, in dem er seine Frau zurückgelassen hatte, hörte er einen Papagei. Er saß auf einem Baum und rief ihn beim Namen. »Essig«, sagte er, »du närrischer Mensch, du Dummkopf, du Einfaltspinsel! Du bist auf dem Markt gewesen, hast all dein Geld ausgegeben und dafür nur eine Kuh erhalten. Aber nicht genug damit, hast du sie gegen einen Dudelsack eingetauscht, auf dem du nicht einmal spielen konntest. Außerdem war er nicht den zehnten Teil der Kuh wert.« »Kaum hattest du den Dudelsack, tauschtest du ihn gegen die Handschuhe ein. Und die kosten nicht den vierten Teil eines Dudelsacks. Die Handschuhe aber tauschtest du gegen diesen elenden Wanderstock. Statt deiner vierzig Goldpfunde, der Kuh, dem Dudelsack und den Handschuhen hast du jetzt nichts weiter als einen Stock. Und den hättest du dir gut und gern aus jeder beliebigen Hecke schneiden können.« Nach diesen Worten lachte der Papagei und lachte, und Herr Essig wurde darüber so wütend, dass er den Stock nach dem Vogel warf. Der Stock blieb im Baum hängen, und Herr Essig kehrte zu seiner Frau zurück ohne Geld, Kuh, Dudelsack, Handschuhe oder Stock. Dafür gab sie ihm eine gesunde Tracht Prügel. Read the full article
Robin Goodfellow
Robin Goodfellow ⋆ Märchen aus England ⋆ Geister und Elfen
Robin Goodfellow ⋆ Märchen aus England ⋆ Geister und Elfen
Einstmals, vor vielen, vielen Jahren, gab es zahlreiche freundliche Geister, die Elfen genannt wurden. Zu einer süßen Melodie tanzten sie auf grünen Hügeln wunderschöne Reigen. Manchmal waren sie unsichtbar, mitunter aber nahmen sie die verschiedensten Gestalten an. Viele übermütige Streiche verübten sie; liederliche junge Dinger zwickten sie grün und blau, und in unordentlichen Häusern warfen sie alles durcheinander. Guten Mädchen waren sie jedoch sehr zugetan. Sie gaben ihnen Silber und hübsches Spielzeug, das sie ihnen in die Schuhe oder in die Tasche steckten, mitunter auch in blank geputzte Schüsseln oder in andere saubere Gefäße legten. Zu dieser Zeit wurde in einem Haus, wo sich die Elfen besonders gern aufhielten, ein Junge geboren. Die Elfen, die ihre Freude darüber zeigen wollten, brachten viele Geschenke herbei. Decken und zartes Leinen für die Wiege, Kapaune, Schnepfen und Wachteln für den Taufschmaus. Es ging dabei so lustig zu, dass der Pfarrer beinahe vergessen hätte, dem Kindchen seinen Namen zu geben - Robin Goodfellow, was soviel wie Robin Gutgesell heißt. Als Robin sechs Jahre alt war, verübte er so viele Streiche, dass alle Nachbarn sich über ihn beklagten. Kaum kehrte ihm die Mutter den Rücken, schon hatte er etwas Neues ausgeheckt. Wollte sie Ärger vermeiden, musste sie ihn auf den Markt mitnehmen oder wohin sie sonst ging. Das half jedoch nur wenig. Denn ging er vor ihr, zog er Gesichter oder schnitt Fratzen, sobald er jemandem begegnete. Ging er hinter ihr, schlug er mit der Hand auf alle möglichen Dinge. Seiner Mutter waren die vielen Klagen, die gegen ihn vorgebracht wurden, recht lästig. Doch wusste sie nicht, ob sie ihn schlagen durfte, weil sie ihn nie etwas tun sah, wofür er wirklich Schläge verdient hätte. Aber täglich kamen neue Beschwerden, so dass sie ihm schließlich eine ordentliche Tracht Prügel androhte. Diese Aussicht gefiel Robin ganz und gar nicht. Um der Strafe zu entgehen, lief er deshalb fort, und seine Mutter blieb alleine in Sorgen zurück. Nachdem Robin einen guten Tagesmarsch hinter sich hatte, setzte er sich nieder und schlief ein. Da war es ihm, als sähe er viele reizende kleine Gestalten in possierlichen Schritten um sich herum tanzen. Er hörte auch eine liebliche Musik. Gewöhnlich aber währen solche Freuden nicht lange, und so endete auch diese schneller, als es Robin lieb war. Er erwachte und fand neben sich eine Schriftrolle, in der mit goldenen Buchstaben die folgenden Zeilen geschrieben standen: »Sag einen Wunsch, sogleich soll er erfüllt dir sein. Werde zum Pferd, zum Hund, zum Affen oder zum Schwein. Fügst Schaden du den Narren und den Schurken zu, So denke dran, die Guten lass in Ruh!« Als Robin das gelesen hatte, freute er sich sehr. Sogleich wollte er feststellen, ob er tatsächlich solch einen Zauber besaß. Er wünschte sich ein Fleischgericht herbei, und alsbald stand ein appetitlicher Kalbsbraten vor ihm. Dann wünschte er sich einen Plumpudding, den er auf der Stelle bekam. Weil er müde war, wünschte er sich, in ein Pferd verwandelt zu werden. Kaum gedacht, wurde er schon zum stattlichsten Ross, das man sich nur vorstellen kann. Er sprang und galoppierte behände herum, als hätte er einen ganzen Monat im Stall an der Futterkrippe gestanden. Dann wollte er ein schwarzer Hund sein, und gleich war er es, danach ein grüner Baum - eins nach dem anderen wünschte er sich, bis er ganz sicher war, dass er sich verwandeln konnte, in was immer er wollte. Vergnügt setzte Robin seinen Weg fort und war begierig, seine neue Zaubermacht auszuprobieren. Als er über ein Feld ging, begegnete er einem rotgesichtigen Fuhrknecht. Er bat ihn, anzuhalten. »Freund«, sprach er, »was ist eine Uhr?« »Etwas«, antwortete der Knecht, »das die Tageszeit angibt.« »Gut denn«, sagte Robin, »sei du eine Uhr und sage mir, wie spät es jetzt ist.« »Warum sollte ich dir eigentlich einen solchen Dienst erweisen?« erwiderte der Fuhrknecht. »Aber damit du mir recht dankbar bist, will ich dir sagen, dass es jetzt genauso spät ist wie gestern um dieselbe Zeit.« Die Antwort ärgerte Robin, und er nahm sich vor, den Fuhrknecht dafür zu bestrafen. Darum verwandelte er sich in einen Vogel und folgte dem Burschen. Der begab sich auf eine Wiese, um sein Pferd einzufangen, das dort inzwischen weidete. Doch das Pferd war sehr wild, es setzte über Graben und Hecke hinweg und der Bursche ihm nach. Augenblicklich nahm Robin die Gestalt des Pferdes an und blieb vor dem Knecht stehen. Der packte das Tier bei der Mähne und schwang sich auf seinen Rücken. Er war aber noch nicht weit geritten, als Robin strauchelte und den Reiter vornüber abwarf, so dass er sich beinahe das Genick gebrochen hätte. Dann ließ er den Fuhrknecht wieder aufsteigen. Bald musste der Knecht einen breiten und ziemlich tiefen See durchqueren. Kaum war er bis zur Mitte gekommen, verwandelte sich Robin Goodfellow in einen Fisch und ließ den Burschen mit nichts weiter als dem Sattel zwischen den Beinen im Wasser zurück. Der Fisch schwamm indessen ans Ufer, und dort war Robin wiederum der nichtsnutzige Junge. »Ho ho«, lachte er und lief davon. Der Fuhrknecht aber gelangte ganz durchnässt und mit Schmutz bedeckt ans Ufer. Robin wanderte singend an einer grünen Hecke entlang und überlegte, was er als nächstes unternehmen sollte. Da sah er Rauch aus den Schornsteinen der nahe gelegenen Stadt aufsteigen, und er dachte bei sich: Was wäre es für ein Spaß, mit dem Besen über der Schulter durch die Straßen zu gehen und zu rufen: »Der Schornsteinfeger ist da!« Gedacht, getan. Als ihn jedoch jemand herbei rief, lief Robin lachend davon. »Ho ho ho!« Auf seinem Weg sang er manch hübsches Liedchen, eins davon lautete: »Schwarz bin ich von Kopf bis Fuß, Das kommt nur vom Schornsteinruß. Die Mädchen aber sind herzlich froh, Denn das Feuer im Herd brennt nun lichterloh.« In derselben Nacht klopfte er an viele Türen, und wenn die Dienstleute herauskamen, blies er ihnen die Kerze aus. Mit einem »Ho ho ho!« verschwand er in der dunklen Straße. Oberon, der Elfenkönig, hatte beobachtet, was für Streiche Robin Goodfellow verübte. Und weil die Elfen Schabernack lieben, weckte er ihn aus dem Schlaf und rief ihm zu: »Robin, mein Sohn, steh eilig auf Und reibe dir die Augen aus. Du musst mit mir noch heute Nacht Ins Elfenland, eh die Sonn erwacht.« Robin stand auf und folgte König Oberon. Viele Elfen in grünen Gewändern hießen den Jungen willkommen. Oberon nahm ihn bei der Hand und tanzte einen Reigen mit ihm. Ein Musikant spielte auf einem wunderbaren Dudelsack, der war aus der Feder eines Zaunkönigs und der Haut einer Grönlandfliege gemacht und klang so durchdringend und süß, dass sich kein schottischer Dudelsack mit ihm vergleichen ließ. Nachdem sie getanzt hatten, zogen sie, der Dudelsackpfeifer voran, ins Reich der Elfen. König Oberon zeigte Robin Goodfellow manches Geheimnis, das er der Welt bisher vorenthalten hat. Seit dieser Zeit lebt Robin im Elfenland. Robin Goodfellow ⋆ Märchen aus England ⋆ Geister und Elfen Read the full article
Highland Saga im Tempodrom www.mima-foto.de #highlands #konzert #tempodrom #musik #dudelsack #picoftheday (hier: Berlin, Germany) https://www.instagram.com/p/Cdpi4UMty96/?igshid=NGJjMDIxMWI=
Old Blind Dogs
@oldblinddogs "Old Blind Dogs "in Freren, #Emsland, Alte Molkerei, Do 11.11., 20 Uhr, mit Whisky-Tasting (!), 15 €, Corona: 2 G
Old Blind Dogs High Energy from Scotland Begleitet von einem WHISKY-TASTING mit “Vom Fass” aus Lingen (Ems) Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79 Donnerstag, 11. 11. 2021, 20 Uhr Eintritt: 15 € – [online bestellen] Corona: 2 G Old Blind Dogs Die “Dogs” sind eine der besten schottischen Bands. Vielfach ausgezeichnet gewannen sie auch den Titel “Best LiveAct” bei den Scots Trad Music Awards…
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