Die Vergangenheit holt mich ein
In meinem Leben hat sich viel getan, wir schreiben das Jahr 2023 und ich habe das erste mal in meinem Leben einen Partner, der mich wertschätzt. Der mich mit allen Seiten nimmt und alle Seiten schätzt.
Keine Person, die Depressionen leugnet oder fragt, wieso ich denn welche habe. Keine Person, die in guten Momenten da ist und in schlechten geht. Keine Person, die mich versucht zu verbiegen und zu formen, die mich manipuliert, schlägt, emotional erpresst, schlecht redet oder sexuell missbraucht.
Ich habe eine Person gefunden, die mich nimmt wie ich bin. Und genau das ist das Problem. Denn dadurch, sehe ich wie wenig mich alle zuvor wertgeschätzt haben, dass es noch schlimmer und toxischer war, als ich dachte.
Ich habe viel schlechtes erlebt. Dinge die zur Anzeige gebracht werden könnten. Dinge die andere nicht überstehen. Dinge an denen andere kaputt gehen, verständlicherweise.
Ich bin stärker geworden und dennoch schwach, ich bin stark, kann aber schlechter mit schlechten Dingen umgehen, als mit guten. Ich weiß nicht damit umzugehen, wenn er neben mir im Bett liegt und mich umarmt, wenn ich stundenlang weine und nicht weiß wieso. Ich kann damit nicht umgehen, wenn mich jemand bemuttert, wenn ich krank bin. Das ist doch meine Aufgabe. Ich bin immer für alle da. Aber wenn ich jemanden brauche, dann sperr ich mich ein und lass niemanden an mich ran. Ich melde mich bei keinem. So bin ich, so war ich.
Er hat mich gesehen, wie kaum jemand. Er war für mich da und hat zugehört, war einfach nur da. Er stellt keine Fragen. Er ist da. Er ist da und das ist komisch, denn das ist neu. Ich kenn das nicht.
Zur Zeit kommt so viel aus der Vergangenheit hoch, so viel schlechtes. So vieles was ich verdrängt habe. Es erdrückt mich, denn ich spüre den Schmerz, ich spüre die Berührungen, ich spüre die Momente in denen ich schreien und weglaufen wollte und nicht konnte. Ich spüre die Küsse, die ich über mich ergehen lassen habe aus Angst vor was schlimmeren, aus Angst vor der Reaktion einer Zurückweisung. Ich habe so viel über mich ergehen lassen, so viel zugelassen, so viel musste mein Körper ertragen bis zu dem Tag der alles veränderte. Die Vergewaltigung. Der Tag als mir dieses Trauma ins Bewusstsein kam und aus dem Unterbewusstsein hochkam hat alles geändert.
Seitdem steh ich für mich ein. Seitdem sage ich laut und deutlich NEIN! Nein zu euch allen! Nein heißt Nein! Ich hab keine Angst mehr! Denn das was mir genommen wurde, kann mir keiner mehr nehmen. Aber ich kann es mir wiederholen. Ich kann es mir wiederholen, denn ich habe die Stärke. Ich steh dazu, denn ich bin kein Opfer. Ich bin nicht Schuld. Ich bin eine von vielen Betroffenen. Doch wir dürfen nicht schweigen! Wir müssen darüber sprechen.











